Das hat nichts mit dem Islam zu tun!

01 September 2014
Das hat nichts mit dem Islam zu tun!

Frontpage Magazine, Von Bruce Thornton Übersetzt von Martin Stanisic

    Der Krieg gegen den globalen Jihad wurde bisher dauerhaft missverstanden, weil wir die religiösen Motive der muslimischen Jihadisten nicht erkennen wollten

Diese völlige Fehlinterpretation begann 1979 mit der iranischen Revolution. In unseren westlichen, säkularen Denkmustern gefangen, interpretierten wir den Aufstand gegen den Schah als eine antikoloniale Revolte gegen einen "brutalen" Autokraten, der vom Westen für eigene ausbeuterische, wirtschaftliche und geostrategische Ziele gestützt wurde.

Das Ziel der Revolution, so das Argument, wäre das Einsetzen einer Regierung, die eher die nationale Souveränität vorantreiben und einen westlichen pluralistischen Regierungsstil pflegen würde. Es wurde jedoch bald nach dem Triumph des Ayatollah Khomeini immer klarer, dass die Revolution vorwiegend einen religiösen Charakter hatte, und teilweise durch Wut über die durch den Schah eingeleitete Säkularisierung, Modernisierung und Liberalisierung getrieben war. Wie Khomeini schon 1962 sagte, war das Schah Regime "fundamental dem Islam und der Existenz einer religiösen Klasse entgegengesetzt".

Trotz dieser Lektion erklärte man das Erstarken von al-Qaida in den Neunzigern ebenfalls durch alles Mögliche und eben nicht durch das, was es war und immer noch ist - eine Bewegung mit tiefen religiösen Wurzeln. Unter der Regierung beider amerikanischer Parteien (Demokraten und Republikanern) war das Mantra der politischen Führung stets "Das hat nichts mit dem Islam zu tun!".

Wir haben diverse beschönigende Beschreibungen erfunden wie "Islamismus", "radikaler Islam", "islamische Extremisten" oder "Islamofaschismus", um eine Ideologie zu erklären, die fest in der traditionellen islamischen Theologie und ihrer historisch überlieferten Ausübung verwurzelt ist.

Uns wurde ängstlich beteuert, dass Islam eine "Religion des Friedens" sei, dass seine Anhänger tolerant seinen und für ein religiöses Miteinander ständen. Bekannte Persönlichkeiten wie Osama Bin Laden seien "Ketzer", die diese wunderbare Religion "missbrauchten", und ihre Doktrinen so verzerrten, dass sie ihrem bösen Machthunger dienen konnten.

Wir betrachteten diese Personen als "Bärte aus der Randzone", als Bösewichte wie Jim Jones (trieb als Sektenführer 1978 ca. 900 Menschen in den Massenselbstmord), Charles Manson oder David Koresh.

Diese fundamentale Fehleinschätzung setzt sich bis heute fort, wo Gewalt und Antisemitismus der Muslime wiederum durch alle möglichen Faktoren erklärt werden, statt auf den Kern des Problems zu kommen - die Theologie, Rechtsprechung und Geschichte des Islam.

Wenn man nach Beweisen fragt, die belegen sollen, dass es keinen Zusammenhang zwischen muslimischer Gewalt und den Grundsätzen des Islams gibt, so ist ein verwestlichter Muslim das Beste, was die meisten Apologeten vorbringen können, wie z.B. einen Propagandist wie Tariq Ramadan, oder einen linksgerichteten Akademiker, der reflexartig jeden Feind des kolonialen, imperialistischen, kapitalistischen Westens als Freund der Linken betrachtet. Jihad sei nicht, so versichert man uns, der theologische Befehl „alle zu bekämpfen, bis sie sagen, es gäbe keinen Gott ausser Allah“, so wie Mohammed es selbst befahl. Jihad sei eher eine Art Selbstverbesserung und Dienst an der Gemeinschaft. „Allahu Akbar“ sei natürlich auch kein traditioneller muslimischer Schlachtruf, sondern nur eine Art, „Gott sei Dank“ zu sagen. Angesehene muslimische Gelehrte wie der Ayatollah Khomeini, der in Qom studierte, dem „Oxford und Harvard des iranischen Schiismus“ - wie Barry Rubin es ausdrückte und ihn als „grosses Zeichen Allahs“ für sein theologisches Wissen ehrte - lag einfach komplett falsch, als er sagte „Der Islam sagt: Töte alle Ungläubigen genauso wie auch sie Dich töten würden“, und „Islam ist eine Religion des Blutes für die Ungläubigen“.

Obwohl sie mit solchen Aussagen übereinstimmten, wurden die Jahrhunderte der Beobachtung und blutigen Erfahrungen des Westens mit dem Jihad als rassistische Ignoranz dargestellt, die zeigten, so Tocqueville 1838, dass der „Jihad ein heiliger Krieg und eine Verpflichtung für alle Gläubigen ist. … Der Kriegszustand ist der natürliche Zustand in Bezug auf die Ungläubigen ... Diese Doktrinen, deren praktischen Folgen offensichtlich sind, kann man auf jeder Seite und fast jedem Wort des Korans finden… Die gewalttätigen Tendenzen des Korans sind so auffällig, dass ich nicht verstehen kann, dass sie jemand bei klarem Verstand übersieht.“ Ebenfalls wird Samuel Huntingtons Ausspruch von der „blutigen Grenze des Islams“ als rassistische Lüge bezeichnet, die dazu benutzt würde, neo-koloniales Vordringen in muslimisches Territorium zu rechtfertigen. Währenddessen haben von den 7 globalen Konflikten, die mehr als 1000 Menschenleben pro Jahr fordern 6 mit dem Islam zu tun.

Und was „moderate“ Muslime betrifft, diese durchschnittlichen Millionen, von denen immer behauptet wird sie verabscheuten die Jihadisten, weil sie den wahren Islam missbrauchten, sind merkwürdig still im Angesicht entsetzlicher jihadistischer Gewalt gegen Nichtmuslime – die Enthauptungen, Folter, Kreuzigungen, Vergewaltigungen, Entführungen und das unterschiedslose Abschlachten von Frauen und Kindern angeblich durch das beleidigende Verbiegen ihrer Religion gerechtfertigt. Nach keiner jihadistischen Gräueltat sehen wir globale Massenproteste gegen diese bösartige Erniedrigung des Islams. Aber nach 9/11 sahen wir tausende Muslime weltweit die Attacke bejubeln „in einer wunderbaren Woge des Glücks“, wie dies ein saudischer Kleriker aus London an Präsident Bush in einer muslimischen Zeitung schrieb.

Aber als Zeitungscartoons Mohammed zu beleidigen schienen, oder unwahre Gerüchte über Koran-Ausgaben, die in Guantánamo die Toilette runtergespült würden, oder Berichte eines obskuren Pastors bekannt wurden, der einen Koran verbrennen wollte, da gab es zehntausende von Muslimen, die gewalttätig demonstrierten. Gerade in diesen Tagen begehen islamische Terroristen unbeschreibliche Gräueltaten im Nordirak, Syrien, Nigeria und andernorts, und es schiesst keine „Nicht in unserem Namen“ Massenbewegung aus dem Boden, kein „Millionen Muslime Marsch“ der von den weltweit 1,4 Milliarden Muslimen auf die Beine gestellt wird, um gegen diese angebliche Verzerrung des Islams zu protestieren und um klarzustellen, dass seine wahren Dogmen nur Frieden und tolerantes Miteinander bedeuteten.

Noch ein Beispiel der bereits angesprochenen intellektuellen Kurzsichtigkeit ist die Art und Weise, wie viele Kommentatoren den in der muslimischen Welt wild wuchernden Antisemitismus erklären, wo sowohl Hitlers Mein Kampf als auch die russische Fälschung aus dem 20. Jahrhundert namens Die Protokolle der Weisen von Zion sehr populär sind. Diese „Experten“ werden durch diese Popularität und den Gebrauch von Metaphern in die Irre geführt, die die Nazis nutzen, um Juden als „Bazillen“, „Krebsgeschwür“ oder „Ungeziefer“ zu beschreiben und sie führen den muslimischen Antisemitismus auf den schlechten Einfluss des Nationalsozialismus auf den Mittleren Osten in den 30er Jahren zurück. Jedoch verwechselt diese Art von Erklärungsmodell Rhetorik mit Inhalt. Antisemitismus im Nazi-Stil wächst und gedeiht unter vielen Muslimen so gut, weil ihr Glaube bereits dafür grosszügig Raum geschaffen hat: Durch den im Koran bewilligten Gebrauch von Gewalt um die muslimische Vorherrschaft zu erzwingen, und durch die weit gefasste Intoleranz gegenüber anderen Religionen, vor allem dem Christentum und Judentum, die als Vorgänger und Rivalen des Islams porträtiert werden. Aber die Feindseligkeit der Juden in Mohammeds überlieferten Biographien, z.B. starb er durch die Giftgabe einer Jüdin, machte gerade sie zur Zielscheibe von Geringschätzung und Hass.

Betrachten Sie einmal die Dissertation von Dr. Muhammad Sayyid Tantawi. Er war kein sonderbarer oder grenzwertiger Typ, sondern von 1996 bis zu seinem Tod der Großscheich der angesehensten Institution für sunnitische, islamische Theologie, Kairos Al-Azhar Universität. Diese Position steht nur der höchsten Autorität der sunnitischen, muslimischen Denkschule zu. Seine Dissertation von 1966, Die Kinder Israels in Koran und überlieferter Tradition (Sunna) hat den Untertitel Die Abscheulichkeiten der Juden werden im Koran beschrieben und zeigen sich durch verschiedene Zeitalter hindurch. Das nun Folgende ist eine repräsentative Leseprobe der Ansichten dieses geschätzten Theologen:

„Im Koran werden die Juden als Menschen vielerlei schlechter Eigenschaften beschrieben, die für ihren üblen Charakter und Ihr abscheuliches Verhalten bekannt sind. Der Koran nennt sie Ungläubige und Lügner und Undankbare; egoistische, arrogante und feige Nörgler und Betrüger; Rebellen und Gesetzesbrecher, grausam und grundlegend dazu veranlagt, vom rechten Pfad abzuweichen … Juden neigen zu Verbrechen und Aggression. Sie betrügen und stehlen das Geld anderer Leute mit Lügen. Die Juden müssen unterdrückt und gedemütigt werden.“

Ein grosser Teil von Tantawis Buch untermauert diese Verunglimpfungen mit akribischen Auslegungen der vielen Koranverse, Hadithe, Biografien Mohammeds und mit theologischen Interpretation dieser Texte über die Jahrhunderte - eine Großzahl dieser Texte wurden in Andrew Bostons The Legacy of Islamic Antisemitism gesammelt. Diese lange Tradition im Islam ist die Grundlage für Tantawis antisemitische Verunglimpfungen, die sowohl für populäre als auch für die akademische Literatur der Region typisch sind, wie z.B. bei der Holocaust-verleugnenden Dissertation des „moderaten“ Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas. Es ist also kaum glaubhaft, dass dies alles eigenwillige Fehlinterpretationen sind, die die wahre Bedeutung der islamischen heiligen Texte missachten, oder dass sie erst kürzlich durch den Antisemitismus in der Nazi-Ära geschaffen wurden. Nicht, wenn man gleichzeitig Tantawi solch eine hoch angesehene Position zur Verfügung stellt, welche tiefes Expertenwissen über und tiefen Glauben an die Islamische Doktrin erfordert.

Ganz offensichtlich wurden später in der Geschichte auftretende Motive des Antisemitismus, wie die mittelalterliche Blut-Anschuldigung (dass Juden das Blut von christlichen Kindern trinken) oder die Fiebersumpf Paranoia der Protokolle, über die Jahre vom islamischen Antisemitismus, aufgenommen, und als Verstärkung und Bestätigung des traditionellen Judenhasses im Koran genutzt. Rassisten im Amerika des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts ließen auf ähnliche Art und Weise Darwinismus in ihre Rassentheorie und -rhetorik einfliessen, begünstigt durch Darwins Die Abstammung des Menschen, worin er spekuliert, dass der Schwarze eine Übergangsspezies vom Tier zum Menschen sei.

Aber niemand argumentiert so, dass Rassismus aus dem Darwinismus hervorgegangen sei. Sondern im Gegenteil verlieh der Darwinismus und seine technischen Termini dem vorher schon bestehenden irrationalen Hass eine gewisse Patina „wissenschaftlichen“ Prestiges und Bestätigung, genauso wie in den 30er Jahren die Literatur einer fortschrittlichen, globalen Macht wie Deutschland den islamischen Antisemitismus verstärkte und legitimierte.

Man kann ähnlich argumentieren, dass die Auslöschungsrethorik, die aktuell den traditionellen islamischen Antisemitismus durchsetzt, klare Nazi-Einflüsse darstellt.

Ursprünglich strebten die Muslime nämlich nicht an, die gesamte jüdische Rasse umzubringen, so wie in der Endlösung der Nazis, sondern die Juden unterjocht und in einem erniedrigenden Zweite-Klasse Status zu halten, genau so wie der Koran es befiehlt. Analog dazu waren die meisten Weissen in Jim Crows Süden der Vereinigten Staaten zufrieden, die Schwarzen in ihrem Zweite-Klasse Status zu belassen und die ausgeübte Gewalt spiegelte die Wahrnehmung wieder, dass die Schwarzen nun „dreist“ würden und die institutionelle Rassentrennung gefährdeten.

Etwas Ähnliches passierte im Nahen Osten, als das Versagen der Araber, den Juden die Unterwerfung unter die Muslime durch Gewalt aufzuzwingen, zu immer radikaleren Aufrufen zur kompletten Auslöschung der Juden aus der ganzen Region führte. Aber wieder einmal war der „offene Raum“ für solche Vernichtungsziele schon lange vor dem Holocaust geschaffen. Erzeugt wurde er durch die religiös gerechtfertigte, Jahrhunderte lang anhaltende Gewalt gegen die Juden, die der muslimischen Vormachtstellung widerstanden oder sie bedrohten.

Der Punkt ist nicht, dass nun alles Muslime Antisemiten oder Terroristen sind, oder sogar den Jihadisten positiv gesonnen sind. Es ist eher so, dass sowohl die Intensität und die Häufigkeit der jihadistischen Gewalt, als auch die finanzielle und moralische Unterstützung für die Jihadisten, die sie durch viele Millionen Muslime bekommen, und auch die relative Stille derer, die keine Absicht haben, selber den Jihad auszuüben, zu der Annahme führen, dass moderner Jihadismus und seine theologischen Rechtfertigungen eine tiefe Verwurzelung in islamischer Theologie und reichhaltige Vorlagen in Mohammeds Leben und islamischer Geschichte haben müssen. Dies wiederum bedeutet, dass Muslime, die Jihad oder islamischen Antisemitismus ablehnen, keine maßgeblichen, überlieferten und anerkannten Argumente und Präzedenzfälle für ihre Position haben, anders als die Jihadisten, die routineartig und reichhaltig Absätze und Verse der islamischen heiligen Texte zitieren, um damit ihre Gewalt zu legitimieren.

Schlussendlich wird es ernsthaft reformorientierten Muslimen nicht helfen, dass man so tut als ob moderner Jihadismus „nichts mit dem Islam zu tun“ habe und dass man versucht, gefällige Verzerrungen islamischer Theologie und Geschichte zu erfinden, weil diese Muslime genau wissen, dass es weder historische noch theologische Grundlagen für diese schmeichlerischen Märchen gibt, und diese deshalb auch keine Durchsetzungskraft in den Augen ihrer muslimischen Glaubensbrüder besitzen. Sie kennen ihre eigene Geschichte und Religion nur zu gut, anders als die westlichen Apologeten, die anerkannten und gelehrten Muslimen wie Khomeini und Tantawi erzählen wollen, dass sie ihre eigene Religion nicht wirklich kennen würden.

Eine ernstgemeinte liberal-demokratische islamische Bewegung wäre tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes „radikal“ - aus der Perspektive des traditionellen Islams und seinen Glaubenssätzen betrachtet - wie die dauerhafte Erfolglosigkeit, eine liberale Demokratie im Nahen Osten zu etablieren tagtäglich aufzeigt.

Am allermeisten aber gefährden diese Fantasien unsere Versuche, einen entschlossenen Feind zu zerstören, der durch eine sagenumwobene Geschichte von Eroberung und Beherrschung motiviert wird und seine Inspiration und Rechtfertigung durch die hoch geschätzten Glaubenssätze von Millionen seiner Glaubensbrüder erfährt.

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