Aktivistin legt sich mit dem radikalen Islam an

09 März 2010

The Jewish State 9 März 2010 Von Sarah Morrison Übersetzung: LIZ für EuropeNews

Der Name Elisabeth Sabaditsch-Wolff mag noch nicht für alle ein Begriff sein, aber sie ist eine Persönlichkeit, die im Fokus der Öffentlichkeit steht, als Mitglied einer wachsenden Bewegung gegen den radikalen Islam, der dabei ist, seinen Einfluss in Europa zu festigen.

Frau Sabaditsch-Wolff ist sowohl Mutter als auch eine Aktivistin mitten im Zentrum der Anti-Dschihad Bewegung. Jetzt erwartet sie ein Gerichts- verfahren, nachdem eine Undercover Journalistin im November 2009 einen Artikel über eines ihrer Seminare veröffentlicht hatte, und sie darin als berechnende Frau bezeichnete, die in einer beißenden Rhetorik gegen den Islam vorgehen würde. Frau Sabaditsch-Wolff besteht jedoch darauf, dass sie nur die Wahrheit gesagt habe und sie erwartet, dass sie demnächst wegen Hassrede vor Gericht stehen wird. „Wir werden auf die Anschuldigungen antworten und werden dies sehr detailliert tun,“ sagte Frau Sabaditsch-Wolff der Jewish State in einem Interview am 19. Februar. „Wir werden sehen, ob die Wahrheit der Verteidigung dient. Ich glaube es nicht.“

Wenn ihr Fall zu einem Gerichtsverfahren wird, wird dies die erste Herausforderung für ein österreichisches Gesetz sein, dass Hassrede gegenüber offiziell anerkannten Religionen untersagt, worunter auch der Islam fällt. Nach österreichischem Gesetz wird eine staatlich anerkannte Religion gegen Hassrede geschützt, solange sie nicht im Grundsatz gegen die österreichische Verfassung verstößt. Sowohl das Christentum als auch das Judentum standen beide schon in Österreich auf dem Prüfstand und wurden abgeklärt, dasselbe ist aber noch nicht mit dem Islam geschehen seitdem er im Jahr 1912 unter dieses Gesetz gestellt wurde. Obwohl sie nicht vorhatte diesen Fall vor Gericht zu verhandeln, plant sie nun die Gelegenheit zu nutzen.

„Wir wollten dorthin kommen, um es einmal so zu sagen.“ Sagte Frau Sabaditsch-Wolff.

Frau Sabaditsch-Wolff verbrachte einen großen Teil ihres Lebens in muslimischen Ländern – ihr Vater war ein österreichischer Diplomat im Iran, als im Jahr 1979 die Revolution ausbrach. Als Sechsjährige umgab sie der strenge Griff der islamischen Doktrin noch nicht so stark, aber sie sagte, dass sie die Angst, die sie um sich herum verspürte, am meisten erschreckt hätte.

„Es gab vor und während der Schahregierung Freiheit und nun auf einmal änderte sich dies,“ sagt Frau Sabaditsch-Wolff. Auf einmal gab es hunderttausende schwarz verhüllte Frauen. Als Sechsjährige bekommst du solch eine Angst, dass sich dies dir für immer einprägt, es geht nie mehr weg.“ Alle Diplomaten und ihre Angehörigen wurden in der Nacht in der der Aytollah Khomeini an die Macht kam, hinaus geworfen und Frau Sabaditsch-Wolff kehrte mit ihren Eltern und ihrer Schwester nach Österreich zurück, eine Nervenprobe auf einem überfüllten Flughafen voller Menschen, die versuchten zu fliehen.

„Sie müssen die Spannung begreifen, die in der Luft lag,“ erzählt Sabaditsch-Wolff.

Ihre Familie blieb einige Jahre in Österreich, bevor sie nach Chikago zogen, wo sie den größten Teil ihrer Schulzeit verbrachte und ihre Englischen Sprachkenntnisse verbesserte. Gegen Ende ihrer Highschool Ausbildung kehrte die Familie nach Österreich zurück, wo sie ihre schulische Ausbildung dann beendete. Bald jedoch zog es Frau Sabaditsch-Wolff in den Mittleren Osten, diesmal nach Kuwait, wo sie im Rahmen eines Sommerferienjobs Pässe für die österreichische Botschaft stempelte. Dort erlebte sie, wie sich ein anderes Land aufbäumte, als Sadam Hussein im August 1990 dort einmarschierte.

„Am 2. August wurde ich ganz plötzlich wach und hörte Hubschrauber über der Stadt kreisen und da waren Soldaten auf den Straßen,“ erzählte Frau Sabaditsch-Wolff. „ Du hörtest auf einmal über Vergewaltigungen, du hörtest von Österreichern. Mitarbeiter der österreichischen Botschaft fuhren durch Kuwait City und sammelten alle Österreicher, um sie an sicheren, diplomatischen Plätzen unterzubringen. Und am 18. Tag der Invasion entschied Sadam Hussein, dass die Angehörigen der neutralen Länder ausreisen durften.“

Österreich war eines dieser Länder, aber anstatt dass man Frau Sabaditsch-Wolff und die anderen Österreicher nun direkt durch Saudi-Arabien schickte, um auszureisen, der geographisch kürzesten Route, zwang Hussein die Gruppe durch den Irak zu reisen zur türkischen Grenze, um dann nach Österreich zu gelangen. Während dieser monatelangen Reise wurde Frau Sabaditsch-Wolff von den Soldaten nicht aus den Augen gelassen, im Prinzip von den irakischen Soldaten während der ganzen Zeit über wie eine Geisel gehalten.

„Stellen Sie sich vor, in der Sommerhitze, durch die Wüste, wir wussten damals nicht, ob die Amerikaner angreifen würden oder nicht,“ sagt Sabaditsch-Wolff. „Die Frage war vom strategischen oder militärischen Standpunkt aus betrachtet, wenn sie angreifen, wo versteckt man sich dann in der flachen Wüste? Du kannst dich nirgendwo verstecken.“

Als sie nach Österreich zurückkehrte, übernahm sie kurz eine Arbeit in der Politik, wollte aber bald wieder nach Kuwait zurückkehren um „ einen Vorgeschmack des Islams zu bekommen“.

„Es war damals Ramadan, es gab keinen Alkohol... und ich mag Menschen nicht, die mir vorschreiben wollen was ich trinken darf und was nicht“, sagte Sabaditsch-Wolff. „Ich mag es auch nicht, wenn man mir sagt was ich essen darf und was nicht, was ich lesen darf und was nicht. Es war nicht einfach, aber es hat mich stärker gemacht.“

Während dieses zweiten Aufenthalts in Kuwait begann sie, Verbindungen herzustellen zwischen ihren Kindheitserfahrungen im Iran, ihrem ersten Aufenthalt in Kuwait und dem Islam. Was sie am meisten verstörte, war die Diskussion im Koran über die Ehe des Propheten Mohammed mit einer Neunjährigen. Als sie sich darüber erkundigen wollte, wurde ihr gesagt, sie sollte sofort aufhören darüber zu sprechen und es nie mehr erwähnen.

Aber Frau Sabaditsch-Wolff entschied, dass diese Erfahrungen noch nicht ausreichten. So ging sie im Jahr 2000 von Kuwait nach Libyen, was sie hinterher „das härteste Jahr, das ich jemals durchlebt habe“ nennt, und sie war auch in Libyen während des Anschlags am 11. September.

„Mein Vermieter kam zu meinem Haus und sagte‚ das waren die Juden!’“ sagt Sabaditsch-Wolff. „Zu diesem Zeitpunkt wusste ich ganz genau, dass das nicht wahr ist.“

Als sie nach Österreich zurückkehrte, nach diesem Jahr in Libyen, beendete sie ihre Ausbildung und unterrichtete einige Jahre lang Englisch. Aber gedanklich beschäftigte sie sich sehr mit den Vorgängen im Iran, in Kuwait und in Libyen und sie fand ein Buch mit dem Titel „Gabriels Einflüsterungen“, das von einem indischen Atheisten geschrieben wurde, der mit Hilfe der islamischen Doktrin den Islam erklärte. In diesem Buch las Frau Sabaditsch-Wolff über die Behandlung der Frauen, die genau die Lücken auffüllten, die sie während ihrer langjährigen Aufenthalte um sie herum erahnt hatte, als sie im Mittleren Osten und in Afrika war.

„Es hat mir angst gemacht, mich schockiert und ich würde wütend“, sagt Sabaditsch-Wolff. „Das gab mir nun endlich die Antworten zu dem Gefühl, das ich schon so lange hatte und zu dem was ich gesehen hatte. Dieses Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit, dieses Gefühl alleine da zu stehen in einem Kampf, das hat mir sehr viel Kraft gegeben.“

So wurde sie zu einem Mitglied der Österreichischen Akademischen Gesellschaft, die bekannt für ihre Kritik an der islamischen Doktrin ist. Schnell stieg sie zum Vorstandsmitglied auf – und wurde legitimiert mit dem Rückhalt ihrer Gesellschaft zu sprechen. Frau Sabaditsch-Wolff fand sich auf einmal im Zentrum einer Anti-Dschihad Bewegung wieder und war im Mai 2007 zu Gast in einer Internet-Radiotalkshow namens Gathering Storm [Aufziehender Sturm]. Zu ihrer großen Überraschung – und wegen ihrer guten Englischkenntnisse – wurde sie nach diesem Auftritt ins Zentrum der Anti-Dschihadszene berufen und wurde schnell zu einer bekannten Figur, ähnlich wie der exkommunizierte holländische Parlamentarier Geert Wilders.

„Der einzige Unterschied zwischen ihm und mir ist der, dass er ein Politiker ist,“ sagte Sabaditsch-Wolff. „Es gibt keinen so großen Unterschied. OK, er bekommt Todesdrohungen, das ist mir noch nicht passiert, aber Sie können sicher sein, dass es eines Tages passieren wird.“

Im Moment jedoch konzentriert sich Frau Sabaditsch-Wolff auf ihren Prozess, ihre Botschaft und darauf ihren Mann und die 5-jährige Tochter zu unterstützen.

„Sie wäre im Moment genau in dem richtigen Alter, dass man sie zwingen würde sich einer FGM (weibliche Genitalverstümmelung) zu unterziehen. Alleine das gibt mir eine solche Kraft und Motivation, dass ich genau dies hier tue,“ sagt Sabaditsch-Wolff. „ Ich könnte ihr in ein paar Jahren nicht mehr in die Augen sehen, so wie ich meine Großeltern gefragt habe, was sie während der 30er Jahre getan haben? Wussten sie es nicht? Haben sie es nicht gesehen? Haben sie es nicht gelesen? Und ich möchte niemals, dass meine Tochter mich das fragt. Ich möchte, dass sie stolz auf mich ist.“

Elisabeth Sabaditsch-Wolff, 38, ist die Tochter eines pensionierten Diplomaten. Sie erlebte als Kind die Machtübernahme Khomeinis im Iran, lebte später im Irak und in Kuwait. Dort wurde sie 1990 mit weiteren Österreichern während der Invasion der Saddam-Truppen als Geisel festgehalten. Als Mitarbeiterin der österreichischen Botschaft lebte und arbeitete sie in Kuwait und Libyen. Von 1995 bis 1997 war sie im Kabinett des damaligen Vizekanzlers Wolfgang Schüssel. Sabaditsch-Wolff ist international für die „Bürgerbewegung Pax Europa“ des deutschen Islamkritiker Willi Schwend tätig.

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