Antisemitismus: Die neue Notwendigkeit für arabische Regime

03 Februar 2011
 Antisemitismus: Die neue Notwendigkeit für arabische Regime

The New Necessity for Arab Regimes,Hudson New York Von Mudar Zahran Übersetzung von Liz/EuropeNews

Mehr als sechzig Jahre lang hat sich der andauernde Konflikt, der sorgfältig von der Regierung kanalisierte Hass, eher um den Zionismus und Israel gedreht als um das Judentum und die Juden.

Aber seit 2008 führen die jordanischen Printmedien einen erbitterten Kampf gegen fast alles Jüdische. Warum sollte das angeblich moderate Jordanien eine strikte antisemitische Haltung übernehmen? Die Antwort auf diese Frage ist einfach; die von den Jordaniern unterdrückte palästinensische Mehrheit hat in den vergangenen Jahren mehr Bürgerrechte gefordert, daher musste die jordanische Regierung sie ablenken, indem sie diese antisemitische Rhetorik in Gang setzte.

Die arabischen Regime brauchen offensichtlich eine neue Methode um den Zorn ihrer eigenen Bevölkerung gegen jemand anderen zu richten. Die USA und Europa standen natürlich außer Frage und die kommunistischen „ungläubigen“ Staaten gab es nicht mehr. Und wieder einmal hingen sich die arabischen Staaten an Israel als „der Quelle alles Bösen“, allerdings schafften es die Regime nicht, diesen Traum wiederzubeleben.:

Ihre Bevölkerung hatte die jahrzehntelange Propaganda satt. Der „Plan B“ der Regime war nun, eine noch größere, religiöse Begeisterung zu erzeugen, indem man die Bevölkerung immer wieder daran erinnert, dass die Israelis „ein Teil eines größeren jüdischen Plans seien, um die Welt zu kontrollieren.“

Heute hat sich die Botschaft dramatisch geändert; die Sprache der Medien und die Definitionen wurden von vielen arabischen Regierungen chirurgisch fein verändert. Der Ausdruck „Zionist“ wurde in „Juden“ verwandelt und in den eher moderaten arabischen Medien wurde „Friedensgespräche“ zu „jüdischer Opposition gegenüber dem Frieden ... oder Weltfrieden.“

Der wachsende antisemitische Trend in arabischen TV Sendungen hat während der letzten paar Jahre dramatisch an Fahrt aufgenommen. Antisemitische Themen in Fernsehsendungen wurden auf vielen der 300 und mehr arabischen Satellitenstationen alltäglich, inklusive der TV Kanäle und Medienoutlets, die theoretisch prowestlichen arabischen Regierungen gehören, sind keine Ausnahme – man überschritt die Linie vom Antisemitismus zu offener Unterstützung des Terrorismus.

Es gibt unzählige Beispiele dafür. Im Januar 2010 sendete das jordanische, staatliche Fernsehen ein Interview mit dem ehemaligen Premierminister Faisal Al-Fayez, in dem er Israel mit „sechs Millionen jordanischen Selbstmordattentätern“ drohte. Al-Fayez war jordanischer Senator zu dieser Zeit und wurde kürzlich zum Sprecher des jordanischen Parlaments ernannt.

Ebenso haben die jordanischen staatlichen und privaten Fernsehsender eine massive Kampagne gegen Israel als jüdischen Staat gestartet – und so einen schamlosen Sprung gemacht vom Antizionismus zum Antisemitismus.

In Jordanien haben die vom Staat kontrollierten Mainstreammedien den Antiamerikanismus genau so gefördert wie die antisemitische Propaganda. In den jordanischen Medien sind Begriffe wie „amerikanischer Imperialismus“, „die böse amerikanische Verschwörung“, „die berufsbedingte antiarabische Ideologie der US Marines“, und „die amerikanisch-jüdische Allianz um die arabische Ummah [Nation] zu zerstören“, Slogans die man Tag für Tag hört – viele, die von Autoren stammen, die auf der Gehaltsliste der Regierung stehen.

Gleichzeitig dient der Antisemitismus nicht nur den Diktatoren in der arabischen Welt um ihre unterdrückte Bevölkerung unter Kotrolle zu halten, er dient auch dazu ihre westlichen Alliierten dazu zu überzeugen, dass es einen ernsthaften fundamentalistischen Trend gibt der sich im Antisemitismus – und genau so im Antiamerikanismus – ausdrückt.

All dies trägt dazu bei, dass die westlichen Regierungen die Notwendigkeit fühlen sollen die unterdrückenden arabischen Regime zu unterstützen – oder aber sich „der antiamerikanischen und antiwestlichen Öffentlichkeit zu stellen“.

Die neueste Propagandaerfindung der arabischen Regime – ein sich formierender Antisemitismus – dient auch dem alten Zweck: Ihrer Bevölkerung einen Feind zu präsentieren, den man hassen und beschimpfen kann, gegen den man protestieren kann und gegen den man gelegentlich auch kämpfen kann – während die arabische regierende Klasse sich aller Ablenkungen erfreuen und an der Macht bleiben kann.

Trotzdem ist dies nicht einfach: Arabische Regime gehen heute mit besser informierten Bürgern um. Im Zeitalter des Internets und eines unendlichen Raums, haben die arabischen Bürger Zugang zu allen Arten von Informationen, die sie benötigen; es ist einfach nicht mehr möglich, dass sie alles glauben was ihnen ihre Regierungen über „das zionistische Wesen“ erzählen, das zum Sündebock für alles Versagen gemacht werden kann und – da jede Kritik oder friedliche Opposition sofort als „zionistische Verschwörung“ gewertet wird – eine Rechtfertigung, um die arabische Bevölkerung zu unterdrücken.

Nichtsdestotrotz kann man einen Anstieg des Antisemitismus in seiner rohen, frühen Form des 20. Jahrhunderts schneidend genau in den arabischen Medien beobachten. Abgesehen von dem der Hisbollah gehörenden und von ihr kontrollierten Sender al-Manar TV, sind die arabischen Meiden im Allgemeinen anti-israelisch und anti-zionistisch, aber nicht besonders antisemitisch.

Es ist kein Geheimnis, dass die arabischen Medien streng von den arabischen Regierungen kontrolliert werden. Trotz der Behauptung einer Selbstverpflichtung zur Freiheit der Medien, berichten verschiedene internationale Freiheitsorganisationen, dass arabische Länder nicht nur systematisch die Redefreiheit unterdrücken, sondern auch genauestens die meisten Medienquellen untersuchen – und das Argument unterstützen, dass der Antisemitismus in den arabischen Medien von einigen arabischen Regierungen sorgfältig unterstützt und abgesegnet wird.

In einem kürzlich erschienenen Bericht veröffentlichte die in New York erscheinende Antidiffamierungsliga, dass verschiedene jordanische Zeitungen, einschließlich jener, die dem jordanischen Staat gehören, genauso antisemitisch seien. Gleichzeitig verzeichnen die Reporter ohne Grenzen in ihrem letzten Bericht, dass die jordanische Regierung die Medien unter strengste Zensur gestellt hat.

Dieses Mal aber kam die Rettung für die arabischen Regime aus einer Quelle, die man zuletzt erwartet hatte: Osama Bin Laden.

Am zweiten Tag nachdem die USA ihren Angriff auf die Taliban in Afghanistan ausgeführt hatten, nach der 9/11 Attacke, schwor Bin Laden im Fernsehen vor Millionen von Arabern, dass „Amerika und wer auch immer dort lebt nie mehr sicher sein wird, bis wir als unumstößliche Tatsache ein Palästina leben werden.“

Vor diesem Tag hatte Bin Laden „Palästina“ in keiner seiner Reden erwähnt. Darüber hinaus gehört er zu einer ultra-orthodoxen Schule des Islamismus, die den palästinensischen Kampf gegen Israel als einen Kampf um Land, anstelle von Gott ansieht – und daher kein Dschihad ist.

Bin Ladens Aussage war sehr durchdacht und effektiv: er berührte die Herzen jener Muslime und Araber, die der palästinensischen Sache positiv gegenüberstanden und gleichzeitig dehnte er seinen Dschihad aus indem er „den Juden und ihren Unterstützern“ mit Angriffen drohte. So verschaffte er sich selbst eine ideologisch legitimierte Lizenz um jeden nach seinem Belieben anzugreifen.

Seitdem haben einige Al-Kaida Terrorattacken eine doppelte Legitimierung erhalten: von jenen, die den Westen hassen genau so wie von jenen, die die Juden hassen – und sogar von einigen nicht-islamischen arabischen Gruppen, wie von den marxistischen und sozialistischen arabischen Aktivisten. Genau das passierte ob es sich um Angriffe auf Israelis in Kenya handelte oder um Pläne, die Synagoge in Chikago in die Luft zu sprengen.

Das Resultat war ein gewaltiger Medienerfolg Bin Ladens, der jetzt für viele Araber, einschließlich vieler Nicht-Islamisten „ein Retter Palästinas“ und „ein Kämpfer gegen die bösen Juden“ war – und kein verrückter bärtiger Mann.

Dasselbe Konzept wurde in geschickter Weise von einigen arabischen Regierungen erweitert und ausgeführt. Jordanien ist damit schon viel zu lange davon gekommen wie auch viele Golfstaaten, die die meisten arabischen Mediennetzwerke besitzen.

Heute ist der Antisemitismus für viele arabische Regime überlebenswichtig, so wie ihre brutalen Polizeikräfte und die gnadenlosen Sicherheitsagenturen, die unter dem Namen „Mukhabrat“ bekannt sind.

Arabische Regime, die dieses Spiel spielen bemerken nicht, dass dieses Mal ihr Trick dazu führen könnte, dass sie verschwinden: Der politische Islamismus hat die Botschaft des Antisemitismus aufgenommen, die allen möglichen Extremismen die Türen öffnet und die den arabischen Diktatoren ihre Herrschaft kosten könnte, wenn ihre unterdrückte Bevölkerung die Verwandlung vom „Hass auf Juden“ zu „Liebe des Islamismus und Fundamentalismus“ durchmacht.

In der Zwischenzeit sollte die zivilisierte Welt gut daran tun festzustellen, dass ihre Allianzen mit einigen unterdrückenden arabischen Regimen noch einmal überprüft und überdacht werden sollten. Die gegenwärtigen Regime sind nicht pro-westlich und haben offensichtlich eine eheähnliche Überzeugung gegenüber dem Westen; solch ein Verhältnis hat sich erst kürzlich in Tunesien als sehr brüchig herausgestellt.

Offensichtlich kann die Rücksichtslosigkeit und Unterdrückung durch die arabischen Regime darin enden, dass die gesamte Region des Mittleren Osten destabilisiert wird, aber dieses Mal spielen sie alle das alarmierende Spiel des „Antisemitismus“.

Mudar Zahran ist ein palästinensischer Schriftsteller und Akademiker aus Jordanien, der heute als politischer Flüchtling in GB lebt.


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