EU die Türkei und die Islamisierung Europas

15 Mai 2010
 EU  die Türkei und die Islamisierung Europas

EuropeNews 15 Mai 2010 Von Dr. Harald Fiegl

Eine apokalyptische Wetterver-schlechterung. Was bedeuten Islam und EU-Vollmitgliedschaft der Türkei für das europäische Lebensmodell?

Die EU sieht sich als eine Wertegemeinschaft, als ein Raum von Sicherheit, Freiheit, Wohlstand und Recht und als eineinmaliges Friedensprojekt. Das christlich-abendländische Wertefundament gilt nicht als „gesatzte Norm“, zweifelsohne sind aber die moralische Sensibilität und das kulturelle Erbe ein Kondensat aus Christentum und Aufklärung und damit im krassen Gegensatz zu islamisch und orientalisch-patriarchalisch geprägten Lebensweisen mit Gruppenidentität. Aus der äußeren Sicht ist die EU trotz ihrer wirtschaftlichen Schwierigkeiten nach wie vor ein wichtiger Wirtschaftspartner und ein Ziel von Zuwanderung. Ebenso ist sie eine begehrte Quelle für die Finanzierung von Entwicklungshilfeprojekten. Ein Ort, an dem die Menschenrechte mehr Beachtung finden, als in vielen Teilen der übrigen Welt. Sie ist aber keine politische Kraft, kein „global player“ auf der Weltbühne. Weiterhin mangelt es ihr an der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik, GASP, und somit an einem gemeinsamen Auftreten.

Der neue Europäische Auswärtige Dienst (EAD) mit seinen bis zu 8.000 (?) Mitarbeitern und seinen 130 Delegationen wird nur dann zu einem gemeinsamen Auftreten in der Lage sein, wenn die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) verwirklicht wird.

Wirtschaftliche Bedeutung in Verbindung mit politischer Schwäche macht die EU zu einem Objekt der Begehrlichkeit für andere politische Kräfte. Ganz vorne steht hier die Islamisierung Europas, im Verein mit dem türkischen Anspruch, Europa - im konkreten die EU - zu beherrschen. Dieses Land bahnt sich den Weg. Ein Verhandeln als „geben und nehmen“ findet nicht statt. Die Türkei will ein türkisches Europa!

Die EU befindet sich in einer Lage wie seinerzeit Byzanz vor der Eroberung durch die Türken. Damals wie heute steht ein mit allen Mitteln kämpfender Gegner einem uneinigen, geradezu selbst zerstörerischen Gebilde (*) gegenüber. Die Islamisierung der ganzen Welt wird von der gesamten muslimischen Welt mit Entschlossenheit auf allen Ebenen betrieben, die Türkei als islamisch bestimmtes Land verstärkt diese Tendenz und bringt noch ihren expansiven Nationalismus mit.

Woran lassen sich diese Behauptungen erkennen?

An der Verfasstheit der EU An der Verfasstheit der Türkei und der weltweiten Verbreitung des Islam An den hegemonialen Ansprüchen in der Staatengemeinschaft

(*) Pascal Bruckner, 2008, „Der Schuldkomplex“ - „Alles moderne Denken kann auf die schematische Anprangerung des Westens reduziert werden, wobei dessen Heuchelei, Gewalt und Abscheulichkeit betont werden“

„Das europäische schlechte Gewissen aufgrund von Imperialismus, Faschismus und Rassismus hat den Kontinent in den Griff genommen und die eigene Kreativität, das eigene Selbstwertgefühl zerstört und den eigenen Optimismus dezimiert“.

1. Die Verfasstheit der EU

Bei jeder Gelegenheit wird von Gemeinsamkeiten und der Vereinigung, ja sogar Wiedervereinigung Europas, und damit von der geradezu zwingenden Erweiterung der EU - bis zu 40 Mitgliedern - gesprochen.

Tatsächlich fehlt es aber genau an diesen Gemeinsamkeiten und somit an der Voraussetzung für eine gelungene Erweiterung. Scheinbar sucht die EU mangels großer gemeinsamer Erfolge ihr Heil in der Erweiterung, auch wenn diese in der europäischen Bevölkerung wenig Zustimmung findet.

Die durch die Erweiterung abnehmende Funktionsfähigkeit der EU erklärt auch diese mangelnde Zustimmung. Hinzu kommt, dass der Wille der Mehrheit der europäischen Bevölkerung in den Entscheidungen der EU-Organe überhaupt nicht zum Ausdruck kommt. Ist die EU vielleicht gar nur ein Füllhorn für tüchtige Lobbyisten und eine Job-Vermittlung auf hoher Ebene? In besonderem Maße gilt dies für den Beschluss, die Türkei als Vollmitglied aufzunehmen.

In anderen Worten, der so oft apostrophierte „Europäische Geist“ weht nicht! Aber nur ein solcher könnte ein selbstbewusstes Europa schaffen, das eine bestimmende Rolle in der Welt spielt.

• Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs hat die EU die Möglichkeiten zu neuen und eigenständigen Beziehungen zu Russland nicht nachhaltig genützt und dadurch die Rückbesinnung Russlands auf eigene geopolitische Ansprüche unterstützt. Die Erweiterung wird von Russland als Teil der US-Einkreisungspolitik gesehen, wofür die Ukraine und Georgien besonders krasse Beispiele liefern.

• die eigenständige Politik des französischen Präsidenten Sarkozy ist ein markantes Beispiel für nationale Interessen: Sarkozy denkt französisch und nicht europäisch, wenn er von der Mittelmeerunion spricht und wenn er die französischen Militärbündnisse oder Verträge über nukleare Zusammenarbeit mit Ländern des Mittelmeerraums vorantreibt.

• Die Neu–Mitglieder aus Osteuropa sehen ihre außenpolitische Unterstützung in den USA und richten ihre Außenpolitik nach US-Wünschen aus

• Großbritannien fährt im Kielwasser der USA

Erweiterung - gemeinsam mit der Globalisierung - hat für die Mehrheit der europäischen Bevölkerung erhöhten Leistungsdruck, oft in Verbindung mit niedrigeren Einkommen bis zur finanziellen Aushungerung, gebracht. Arbeitsplätze gehen verloren, ausländisches Kapital bestimmt über die europäische Industrie (China, Libyen und andere arabische Länder). Für einen großen Teil der europäischen Bevölkerung bietet die EU nur mehr sehr bescheidene Lebensmöglichkeiten.

Eine wahre Bankrott-Erklärung ist das Lissabon Ziel. 2010 sollte die EU der innovativste und wirtschaftlich bedeutendste Raum der Welt sein, nun – wo sich die Unmöglichkeit dieses Vorhabens herausstellt, wird das Ziel um 10 Jahre verschoben und kurzer Hand auf Strategie 2020 umbenannt.

Konnte die EU bisher durch vergleichsweise bedeutende Wirtschaftserfolge im internationalen Kräftemessen noch Trümpfe ausspielen, so ist nunmehr durch die Verschuldung des ganzen EU Raumes, aber insbesondere der PIGS – Portugal, Italien, Griechenland und Spanien - auch auf diesem Gebiete Ernüchterung eingetreten. Die dramatisch steigende Arbeitslosigkeit – nicht zuletzt durch die Auslagerung von Industriezweigen bedingt – verstärkt diese Ernüchterung.

Der Sonderfall Türkei

• US-Nato-Wünsche und eine gespaltene Interessenlage bei den Mitgliedsstaaten haben im Europäischen Rat 1999 unter Ausschluss der Öffentlichkeit in einem Geheimpapier der Türkei die Mitgliedschaft zugesagt. Im Dezember 2004 stimmten im EU-Parlament 407 Abgeordnete für Verhandlungen ohne weitere Verzögerung, nur 262 Abgeordnete stimmten dagegen. Am 03 10 2005 wurden die Verhandlungen mit dem Ziel eines Vollbeitritts aufgenommen. (Bis zum heutigen Tag wird daran gegen bessere Einsicht und ohne Rücksicht auf die öffentliche Meinung festgehalten. Asylgewährung an türkische Staatsbürger wird nicht als Widerspruch gesehen).

• Trotz mangelnder Fortschritte in der Erfüllung der Beitrittsbedingungen erhält die Türkei laufend Signale für einen absehbaren Beitrittstermin:

• Anfang 2010 wurde der Türke Mevlüt Cavusoglu zum Vorsitzenden der parlamentarischen Versammlung des Europarats gewählt.

• Istanbul wurde für 2010 zur Kulturhauptstadt Europas. Die Festspielstadt Salzburg holt sich einen Sponsor aus der Türkei.

• Kritische Bemerkungen in den Fortschrittsberichten bleiben ohne Konsequenzen (z.B. Zypern, Religionsfreiheit).

In der Beurteilung der Türkei setzt sich die EU z.B. darüber hinweg:

• dass die Türkei große Defizite bei Menschenrechten hat und daher die Grundvoraussetzungen zur Aufnahme von Verhandlungen nicht erfüllt. (Im Widerspruch zu den eigen Kriterien wurde der Türkei die „ausreichende“ Erfüllung der Grundvoraussetzungen zugestanden).

• dass die in der Verfassung des (national-religiösen) türkischen Einheitsstaats verankerte Sonderrolle der Armee und der Religionsbehörde EU-widrig und die Türkei somit keine Demokratie im westlichen Sinne ist und auch nicht werden kann.

• dass das öffentliche Leben der Türkei vom Islam bestimmt wird, also von ideologischen Grundsätzen, die der absolute Gegensatz zum westlichen Lebensmodell sind.

• dass eine Vollmitgliedschaft der Türkei einen Beitritt ohne Erfüllung der geltenden Voraussetzungen bedeutet und in Anbetracht der Größe und Andersartigkeit dieses Landes schlichtweg die endgültige Aufgabe eines WIR-Gefühls und das Ende des europäischen Integrationswerkes bedeutet.

• dass der Beitritt der Türkei für die EU eine enorme finanzielle Last mit sich bringt und mit Hilfe dieser Finanzierung alle türkischen EU-Widrigkeiten einschließlich der militärischen Ambitionen unterstützt werden.

• dass die EU mangels einer eigenen gemeinsamen Außenpolitik den türkischen Interessen folgend hilflos in deren Konflikte mit den Nachbarn hineingeriete.

Die Außenpolitik der EU ist das Spiegelbild nationaler Interessen und demnach nicht in der Lage, dem US-Hegemoniestreben entgegenzuwirken. Sie muss letztlich zur Kenntnis nehmen, dass trotz vieler Kritik an den USA nur diese der einzige „Player“ der westlichen Welt sind.

Europäische Nabelschau ist keine Weltpolitik!

Obzwar die Defizite der EU immer sichtbarer werden, negative Meinungsbefragungen und mahnende Stimmen bedeutender Persönlichkeiten nicht fehlen, „eventisieren“ alle EU-Organe in unzähligen Veranstaltungen und Broschüren die Errungenschaften dieses Integrationswerks.

Die Botschaften all dieser “Events“ werden in Worthülsen und Valiumwörter gekleidet. So gibt es z. B. folgendes Vokabular der Irreführung zur Vernebelung der Geister:

• Abrahamitische Religionen: der Urvater Abraham verbindet alle monotheistischen Religionen. (Wieso werden die sichtbaren Unterschiede in der gelebten Religionspraxis nicht angesprochen? Ein „gemeinsamer Urvater“ hilft uns für das Zusammenleben nicht, sondern nur gemeinsame Spielregeln).

• Der Islam ist eine friedliebende Religion, es ist zwischen Islam und Islamismus zu unterscheiden, es gibt keinen einheitlichen Islam, das Kopftuch ist ein gewöhnliches Kleidungsstück, es bestehen Vorurteile gegenüber dem Islam und sogar Islamophobie.

• Die Türkei ist eine funktionierende Demokratie, die Türkei ist ein säkularer Staat, Erdogan und seine Partei sind „gemäßigt islamistisch“, was schon sprachlich ein Widerspruch in sich selbst ist.

• ergebnisoffene Verhandlungen, in einer Volksabstimmung wird das Volk das letzte Wort haben. (Bundespräsident Fischer bemerkte richtigerweise, dass eine Volksabstimmung ein Gesetz erfordert und dieses erst nach Abschluss der Verhandlungen und nach Ratifizierung durch das Parlament beschlossen werden kann. Damit stellt sich das Versprechen „Volksabstimmung“ als Placebo heraus, da sich post festum wohl keine nennenswerte politische Kraft für so ein unlogisches Vorgehen einsetzen will und kann).

• Zur Zeit der letzten österreichischen Präsidentschaft gab es sogar den Slogan „Die EU soll Spaß machen“!

Wie der Zauberlehrling steuert die EU zusehends ihrer Selbstzerstörung entgegen! Kritik wird zum Vorurteil erklärt und der Begriff Vorurteil zum Vorteil deformiert.

Dem kritischen Bürger entgeht nicht, dass alle diese Aussagen der Medien, der Behörden und der EU eine Märchenwelt darstellen. Aus dieser wird es dereinst ein böses Erwachen geben.

Die Islamisierung unseres Lebens Die Islamisierung Europas (und der ganzen Welt) ist nicht nur das Ergebnis der muslimischen Zuwanderung seit dem Zweiten Weltkrieg, sondern seit Mohammeds Zeiten erklärtes Ziel des Islam. Im Islam ist Krieg von Anfang an ein Teil der Glaubensverbreitung und somit „gerecht“.

Alle Kreuzzüge galten der Rückeroberung Palästinas und anderer christlicher Gebiete von den Moslems und waren keineswegs imperialistische Unternehmungen, sondern Reaktionen auf muslimische Angriffe. Ohne diese Kreuzzüge wäre Europa bereits vor Jahrhunderten vom Islam unterworfen worden.

• Mit dem Auftreten der Türken (Seldschuken) im byzantinischen Reich (1071) beginnt die Enthellenisierung Kleinasiens. Der Traum vom osmanischen (türkischen) Weltreich führte zur Eroberung Konstantinopels und des Balkans und endete für etwa drei Jahrhunderte mit den Belagerungen von Wien in den Jahren 1529 und 1683 und den nachfolgenden „Türkenkriegen“.

• dieser Traum vom türkischen Weltreich ist heute durch die türkische Forderung nach Aufnahme in die EU – ohne nur eine einzige Bedingung zu erfüllen - wieder Realität.

• Die im 16. Jahrhundert beginnende technologische und damit entstehende militärische Überlegenheit der christlichen Länder hat letztlich zu einem Gegengewicht zu der bis dahin bestehenden muslimischen Überlegenheit geführt.

• Schließlich geriet die islamische Welt ins Hintertreffen und wurde sogar von christlichen Ländern besetzt. Dies ermöglichte eine Schutzmachtfunktion der christlichen Länder für die in den muslimischen Ländern lebenden christlichen Minderheiten.

• Mit der Schwächung durch zwei Weltkriege verlor Europa seine Führungsrolle in der Welt. Heute bestimmen Nicht-europäische Länder das Geschehen.

• Europäische Werte und europäische Kultur existieren somit lediglich als eine Variante aus einem weltweiten Angebot. Europäische Kultur und Werte werden vielerorts bereits negativ beurteilt. Von einem Vorbild ist keine Rede mehr.

Ein besonderer Markstein in dieser Entwicklung ist die erste Erdölkrise in den frühen 1970er Jahren. Die Abhängigkeit Europas vom Erdöl führte zum Europäisch Arabischen Dialog (EURABIA). Dieser besteht in einem Tausch von Erdöl gegen Wohlverhalten gegenüber arabisch=islamischen Interessen/Werten. Daraus entstand eine „Tabuisierung des Islam “.

Tatsächlich treten muslimische Länder westlichen Ländern mit ungewohnter Respektlosigkeit gegenüber, wofür der Konflikt zwischen der Schweiz und Libyen ein klares Beispiel bietet. Die Gleichgültigkeit somalischer Behörden gegenüber der Piraterie gegen Handelsschiffe und die Haltung des Irans in der Frage der atomaren Aufrüstung sind zwei weitere Beispiele.

Auch völlig ungestört von westlicher Kritik unterstützt der Iran die Hisbollah mit modernen Waffen. Völlig widerspruchslos nimmt die EU auch die Islamisierung des Kosovo, Bosnien-Herzegowina und andere Regionen mittels saudiarabischen Kapitals zu Kenntnis.

Die Entschließung des EU-Parlaments vom Januar 2010 wegen der Vorfälle gegen Christen in Ägypten und in Malaysia ebenso wie der Entschließungsantrag des österreichischen Parlaments vom Juli 2008 wegen der weltweiten Diskriminierung, Repression und Verfolgung von Christen untermauern die bedrohte Lage von Christen (Nicht-Muslime) in muslimischen Ländern blieben ohne merklichen Widerhall. Wir alle sind Zeitzeugen der größten Christenverfolgung aller Zeiten, Christenverfolgung ist keine historische Reminiszenz aus römischer Zeit!

Diese Tabuisierung des Islam lässt sich sowohl auf internationaler als auch auf nationaler Ebene verfolgen. Sie besteht in einem Verbot, an den Islam kritische Fragen zu stellen. Im sog. Dialog beenden die Totschlagargumente „Generalverdacht“ und „Rassismus“ jegliches Gespräch. Tatsachenverdrehung durch die muslimischen Autoritäten und deren willfährige „westliche Helfer“ sind an der Tagesordnung.

• Ein besonders markantes Beispiel hierfür ist die Darstellung des Islam als die „Religion des Friedens“, wenngleich der Islam als unveränderbare kampfbereite Ideologie konzipiert wurde. (Freilich ist zu bemerken, dass Friede nach islamischem Verständnis als der Zustand der Welt nach ihrer vollkommenen Islamisierung bedeutet. Insofern beinhaltet die Bezeichnung „Religion des Friedens“ keinen Widerspruch, auch wenn der Islam - nach seinem Konzept in legitimer Weise - Gewalt anwendet. Der Nicht-Moslem hat die Wahl zwischen Übertritt zum Islam, Auswandern oder Tod).

Am 10. Dezember jeden Jahres, dem Tag der Menschenrechte, wird die UN-Menschenrechtsdeklaration 1948 ins Gedächtnis gerufen. Damit wird an die vermeintlich universelle Gültigkeit dieser gesellschaftspolitischen Errungenschaft erinnert. Nicht wird daran erinnert, dass für Muslime die Kairoer Islamische Menschenrechtsdeklaration von 1990 gilt, d.h. die Scharia, das islamische Recht.

In der „westlichen“ Vorstellung decken sich Menschenrechte mit dem Begriff Freiheit des Individuums. Dazu gehört die Religionsfreiheit, verstanden als Freiheit des Einzelnen, seine religiöse Anschauung zu wählen oder abzuwählen.

Nach islamischem Verständnis ist Religionsfreiheit die uneingeschränkte Möglichkeit für den Islam, sich als Kollektiv (umma) ungehindert auszubreiten und alle anderen Religionen und Lebensformen zu verdrängen. Der Islam ist eine Allianz zwischen Religion und Politik!

In diesem Sinne sind die nachfolgenden Punkte in engem gegenseitigem Zusammenhang und als Schritte zur Islamisierung Europas (der Welt) zu sehen. • Seit den 1970er Jahren – also etwa zeitgleich mit der ersten Erdölkrise - bemühen sich manche islamische Staaten, die Menschenrechte unter Hinweis auf kulturelle und religiöse Traditionen zu relativieren.

• 1990 beantragt Pakistan beim UN-Menschenrechtsrat das Verbot der Diffamierung des Islam. Dieser Antrag wird auf Religionen erweitert und, auch von der UN-Generalversammlung angenommen.

• Als Folge dieses Bemühens fand die „Wiener Weltkonferenz über Menschenrechte im Jahre 1993“ einen Kompromiss. Seither werden „verschiedene historische, kulturelle und religiöse Umstände anerkannt“

• Im Menschenrechtsjahr 1998 erklärt die UN-Generalversammlung auf Antrag des Iran das Jahr 2001 zum „Jahr der Vereinten Nationen für den Dialog zwischen den Zivilisationen“ und leitete dadurch den Prozess der Anerkennung von Vielfalt als Bereicherung in einer globalisierten Welt ein (creative diversity). Auch Österreich trat als Gastgeber eines der Treffen im Jahre 2001 hervor.

• Am 10. 12. 2007 erklärt der Sprecher der OIC (Organization of the Islamic Conference) im UN-Menschenrechtsrat, dass die Kairoer Islamische Menschenrechtsdeklaration von 1990 die UN-Menschenrechtsdeklaration 1948 ergänzt, da sie sich auf die kulturellen und religiösen Besonderheiten der muslimischen Länder bezieht. (De facto wurde damit das islamische Recht anerkannt, auch wenn es westlichen Rechtsvorstellungen widerspricht).

• Gleichzeitig erklärt der Sprecher der OIC, dass Diskussionen über die Scharia im Rahmen des UN-Menschenrechtsrats eine Beleidigung des Islam und somit unstatthaft sind. (Diskussionen über Geschlechtergleichbehandlung, Religionsfreiheit, Ehrenmorde, Genitalverstümmelung etc. sind somit auf dieser Ebene ausgeschlossen).

• In Befolgung dieser Anregung beschließt der UN-Menschenrechtsrat im Juni 2008, dass religiöse Diskussionen nur mehr von Wissenschaftlern geführt werden dürfen.

Somit gilt, dass die Anerkennung von Besonderheiten, Respekt und Toleranz die Basis für die Beziehungen zwischen den Zivilisationen ist. Das ist das Gegenteil von Integration!

• Die EU-Agentur für Grundrechte verfolgt Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, die Bekämpfung der Islamophobie ist ein Hauptanliegen. Christophobie wird nicht genannt, obwohl die Diskriminierung, Repression und Verfolgung von Christen unübersehbar geworden sind.

• Der Europarat hat 2005 Islamphobie dem Antisemitismus gleichgestellt und somit zu einem Delikt gemacht.

• In der Resolution 1605 des Europarats von 15 04 2008 wird zwischen Islam und islamischem Fundamentalismus unterschieden, wodurch der Islam und seine Kampfideologie zum Tabu wurden.

• Der Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarats, der Türke Mevlut Cavusoglu, meinte in seiner Antrittsrede im Jänner 2010, dass der interkulturelle und interreligiöse Dialog verstärkt werden müsse. Alle Arten von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und alle Arten ähnlicher Phobien, die zu Diskriminierung und Intoleranz führen, müssen ausgemerzt werden. Christenfeindlichkeit, die wir täglich erleben, blieb auch hier unerwähnt.

Dieses Herausstreichen der Islamophobie ist insoweit besonders bedenklich, als eine juristische Definition fehlt und daher auch die folgenden Normen vermutlich den Islam tabuisieren:

Der RAHMENBESCHLUSS 2008/913/JI DES EU-RATES vom 28. November 2008 zur strafrechtlichen Bekämpfung bestimmter Formen und Ausdrucksweisen von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sieht in Artikel 1 vor: dass folgende vorsätzliche Handlungen unter Strafe gestellt werden (Offizialdelikt)

• "die öffentliche Aufstachlung zu Gewalt oder Hass gegen eine nach den Kriterien der Rasse, Hautfarbe, Religion, Abstammung oder nationale oder ethnische Herkunft definierte Gruppe von Personen oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe"

Als direkte Folge dieser Tabuisierung des Islam erklärt sich auch, dass auf Verlangen der Muslime oder in vorauseilendem Gehorsam die (noch) Mehrheitsgesellschaft auf fremde Lebensweisen und Vorstellungen Rücksicht nimmt und somit die Segregation voll akzeptiert. (Als völlige Selbstaufgabe und Unterwerfung unter den Islam ist die Anwendung des Schariatsrechts in der britischen Rechtsprechung zu sehen):

• Keine Speisen mit Schwein und Alkoholverbot

• Geschlechtertrennung in Schule und Öffentlichkeit. Erkenntnisse der Psychoanalyse wie beispielsweise solche von Sigmund Freud werden nicht in Betracht gezogen.

• Frauen dürfen nur in Begleitung ihrer Männer in der Öffentlichkeit bzw. nur mit Kopftuch auftreten

• Entfernung der Kreuze aus Schulklassen und Hotelzimmern

• Verweigerung des Fahnengrußes beim Bundesheer und weitreichende Sonderbehandlung muslimischer Rekruten

• Rücksichtnahme auf Auswirkungen des Fastenmonats

• Rücksichtnahme auf das islamische Zinsverbot (Islamic Banking). (Banken dürfen keine Zinsen verrechnen und keine Geschäfte in islamwidrigen Bereichen (Alkohol, Schweinefleisch, Glücksspiele etc.) tätigen. Das alles sind Zeichen einer fortschreitenden Islamisierung aller Lebensbereiche. In Wahrheit eine systematische und bedingungslose Diskriminierung aller Nicht-Muslime)!

Die fast ausschließliche Antwort der Nicht-Muslime auf diese bedrohliche Situation heißt Dialog. Auch der Vatikan setzt seit dem II. Vatikanum auf Dialog.

In zahllosen interreligiösen/interkulturellen Dialogen wird Christentum mit dem Westen gleichgesetzt. Dadurch wird verhindert, dass die Deutungsmacht unserer Gesetze außer Zweifel gestellt werden. Jeder, der sich weder ans Christentum noch an den Islam gebunden fühlt (Synkretisten, Agnostiker, Atheisten), stellt sich die berechtigte Frage „wer vertritt mich in all den interreligiösen Dialogen und wieso ist mein Lebenskonzept und die Trennung von Religion und Staat weniger wert als religiöser Glaube, insbesondere derjenige an den Islam “?

Dies gilt z.B. für den Bundespräsidenten. Er bezeichnet sich als Agnostiker. Auch jene Menschen kommen nie zur Wort, die in ihrem Alltag in direktem Kontakt mit Muslimen sind und die Schwierigkeiten der Integration erleben müssen, wie bei der Polizei und Rettung, in Krankenhäusern und Schulen.

Im Alltag wird muslimischen Vorstellungen vielerorts voll entsprochen. Das reicht von muslimischer Arbeitskleidung im Magistrat Wien bis zur vollen Tabuisierung der muslimischen Wertevorstellungen. Weder der ORF, das Theater, noch die Kirchen stellen kritische Fragen und begnügen sich mit „verspielten“ Begegnungen wie Wandern oder Fußballspielen.

Der Gedankenaustausch ist ohne gedanklichen Tiefgang und entspricht einer Weinverkostung bzw. dem Austausch von Kochrezepten. Manche Vertreter der Kirchen sehen den Islam sogar als einen Verbündeten im Kampf gegen die Säkularisierung.

Die von der öffentlichen Verwaltung getragenen Integrationsmaßnahmen begnügen sich entgegen der Ankündigung „Fordern und Fördern“ mit dem Fördern. Die Parallelgesellschaft wird dadurch noch fester verankert. Selbst die Forderung nach dem Erwerb von Deutschkenntnissen wird durch eine Vielzahl von fremdsprachigen Übersetzungen und Übersetzerdiensten stark abgeschwächt. Der Erwerb von Deutschkenntnissen ist somit mancherorts in Österreich tatsächlich nicht mehr notwendig.

Das Ergebnis dieses Verhaltens ist daher die nicht integrierte bzw. nicht integrationswillige muslimische Parallelgesellschaft mit häufigem respektlosem Benehmen gegenüber der heimischen Bevölkerung. Es gibt einen Hass auf den Westen. Das staatliche Gesetz kommt in diesen Parallelwelten nicht zur Wirkung. Die Polizei hat keinen Durchgriff. Die Rechtsfindung bedient sich eigener – hauptsächlich muslimischer – Strukturen.

Bedenken wir auch, dass eine Gesellschaft „positiv“ rassistisch handelt, wenn sie ihre Werte von den Zuwanderern nicht einfordert und wegschaut, anstatt zu helfen!

Was bedeutet das Gesagte für das Zusammenleben mit den Muslimen?

Kann westliche Lebensweise (säkularer Individualismus mit freiem Willen und freiwilliger Religionsausübung und individueller Identität) gegen islamisch und orientalisch-patriarchalisch geprägte Lebensweisen (Gruppenidentität und Nationalismus) überhaupt bestehen?

Die Grundsätze dieser westlichen Lebensweise werden vom Islam ernsthaft in Frage gestellt, obwohl diese das Ergebnis eines langen mitunter leidvollen und hart erkämpftem Meinungsbildungsprozess sind und von der westlichen Gesellschaft als Errungenschaft angesehen werden. Diese sind vor allem

• die Trennung von Religion und Staat

• die Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit bis hin zu den Extremformulierungen

• Religion und Sexualität sind Privatsache

• Kunst darf alles

• die Geschlechtergleichbehandlung

Mit dem Islamgesetz 1912 wurde der Islam in Österreich als Religion anerkannt. Die Voraussetzung dafür war die „Vereinbarkeit des Islam mit den Staatsgesetzen“. Diese wird jedoch ungeachtet aller Warnungen seit langem nicht überprüft. Weder verfolgte orientalische Christen, säkulare Zuwanderer noch dem Westen feindlich gesinnte islamische schriftliche Äußerungen (Fetwas) konnten dieses Wegschauen beenden.

Demnach ist die Behörde gefordert, die Deutungsmacht des Staates gegenüber dem Islam klarzustellen und die Abweichungen des Islam zu unseren Gesetzen aus der Religionsfreiheit herauszunehmen. Vereinfacht gesagt, die Behörde müsste die seinerzeitigen „Erläuternden Bemerkungen“ und den „Bericht der Spezialkommission“ betreffend das Gesetz aus 1912 aktualisieren. Diese Arbeit wartet nahezu 100 Jahre!

Es ist inakzeptabel, dass im politischen Alltag islamische Wertvorstellungen nicht im Wege eines parlamentarischen Diskussionsprozesses behandelt, sondern „von außen“ eingefordert werden.

Die Behörde muss auch klären, ob der Begriff „Ungläubige “, mit dem der Islam alle Nicht-Muslime als Menschen zweiter Klasse bezeichnet, im Sinne des oben erwähnten Rahmenbeschlusses eine "öffentliche Aufstachlung zu Gewalt oder Hass gegen eine nach den Kriterien Religion definierte Gruppe von Personen oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe" ist.

2. Die Verfasstheit der Türkei

Die Türkei ist eine Regionalmacht mit einer gezielten Außen- und Interventionspolitik, wodurch sie der gespaltenen EU-Außenpolitik mit großer Durchsetzungskraft entgegen tritt. Sie verfolgt ausschließlich eigene Interessen, oft in krassem Widerspruch zu EU-Interessen. Ganz im Sinne dieses außenpolitischen Opportunismus ist die Stoßrichtung ihrer Außenpolitik nicht nur die EU bzw. Europa, sondern auch der islamische und zentralasiatische Raum.

Zur Durchsetzung ihrer außenpolitischen Ziele fehlt es auch nicht an militärischen Interventionen. Auf Zypern sind seit 1974 etwa 30000 türkische Soldaten stationiert, obzwar der Interventionsgrund (Sturz des griechischen Militärregimes) seit Jahren weggefallen ist. Militärische Interventionen im Nordirak gehören auch zu dieser Interventionspolitik. Nicht militärisch, aber mit erheblichem politisch-wirtschaftlichem Druck interveniert die Türkei überall, wo sie ihre Interessen durchsetzen will.

Dazu gehören diplomatische Aktionen in den USA und in der EU wegen des Armeniergenozids und wegen der kurdischen Separatistenbewegung PKK. In frischer Erinnerung ist die türkische Intervention gegen die Bestellung des früheren dänischen Ministerpräsidenten Rasmussen zum Nato-Generalsekretär. Nicht die Meinungsfreiheit, sondern die muslimischen Sensibilitäten sind der Türkei wichtig! Trotzdem wurde sie für diese Erpressung durch eine Bekräftigung des US-Wohlwollens belohnt.

Antiwestliche Positionen der Türkei sind an sich keine Überraschung. In der OIC stellt die Türkei den Generalsekretär und wirkt somit als wichtige Wortführerin in der Auseinandersetzung des Islam mit dem Westen. Dies war z.B. beim Karikaturenstreit der Fall und betrifft zurzeit die Bemühungen der OIC, die UN-Menschenrechtsdeklaration 1948 dem Schariatsrecht unterzuordnen. Kritik an der islamischen Auffassung zu den Menschenrechten soll damit generell unterbunden werden. Die Türkei ist sichtbar längst ins muslimische Lager zurückgekehrt, von einer Brücke zwischen den Kulturen kann keine Rede sein. Atatürk und seine säkulare Orientierung sind nur mehr ein Lippenbekenntnis!

Die Türkei hat eine EU-widrige Verfassung: das politische Leben und die Religionsausübung stehen unter Einfluss des Militärs, wenngleich die islamisch orientierte Regierung bemüht ist, diese Mitsprache einzuschränken. Religionsausübung und Religionszugehörigkeit sind nicht Privatsache wie in der westlichen Welt.

Die Religionsbehörde, Diyanet, regelt ohne jegliche Religionsneutralität das religiöse Leben für den sunnitischen Islam, dem Mehrheitsbekenntnis, andere Bekenntnisse werden benachteiligt. Das einstmals blühende Christentum ist zur zahlenmäßigen Bedeutungslosigkeit geschrumpft. Selbst 20 Millionen (islamische?) Aleviten werden von der sunnitischen Mehrheit in ihrer Religionsausübung behindert.

Diyanet ernennt die Geistlichen (Imame) und entsendet diese auch in Länder mit türkischer bzw. türkischstämmiger Bevölkerung, z.B. nach Deutschland und Österreich. In beiden Ländern unterhält Diyanet wie eine Kolonialverwaltung Zweigstellen, um die religiösen und nationalen Bindungen zur Türkei, nicht aber die Integration zu fördern. Hieraus erwächst ein Staat im Staat mit dem Ziel der Landnahme. In Österreich heißt diese Zweigstelle ATIB = Avrupa-Türk Islam Birligi = Türkisch Islamische Union für kulturelle Zusammenarbeit (wörtlich heißt es nur Europäisch-Türkische Islamvereinigung ohne Hinweis auf kulturelle Zusammenarbeit).

Der türkische Laizismus wurde von oben verordnet, er ist nicht von unten gewachsen wie der westliche. Der Vergleich mit Frankreich ist irreführend. Der türkische Staat ist nicht religionsneutral wie Frankreich. Im Gegenteil er bevorzugt den sunnitischen Islam und diskriminiert alle anderen Religions- und Glaubensrichtungen.

Der Gründer der türkischen Republik, Kemal Atatürk, hat vor ca. 80 Jahren die Trennung von Religion und Staat eingeführt, das Militär wurde als Bewahrer dieses Laizismus eingesetzt, was bis in in die jüngere Vergangenheit bis hin zu Parteiverboten führte.

Trotz aller Kontrolle ist der Kemalismus in seinem Bemühen, den Laizismus in der Bevölkerung zu verankern, gescheitert. Bis heute gibt es zwei antagonistische Bevölkerungsgruppen: die religiös bestimmte Landbevölkerung einschließlich der Zuwanderer in den Städten und die relativ kleiner werdende Gruppe säkular orientierter Städter.

Praktisch befindet sich die Türkei in einem Kulturkampf. Das Kopftuchtragen ist und bleibt eine Frage höchster ideologischer Brisanz. Mit Sorge ist das Scheitern des türkischen Verfassungsgerichts zu sehen. Das Betätigungsverbot für die Regierungspartei, den Regierungschef, den Staatspräsidenten und für viele andere Politiker wegen Missachtung des Laizismus fand bei den Verfassungsrichtern keine ausreichende Mehrheit.

In Verkennung der Tatsachen, machte sich die EU für die islamische Seite stark und beklatschte diesen Ausgang des Verfahrens.

Ein Mittel für diesen Kulturkampf ist auch der Zufluss von Kapital aus muslimischen Quellen. Wer den Islam praktiziert, kann mit wirtschaftlich-finanzieller Unterstützung rechnen. Dies gilt nicht nur für die Bereiche Wohnung, Arbeit, Schule und Essen, sondern auch für Unternehmer in der Finanzierung und Auftragsvergabe.

Die „gemäßigt islamistische“ Regierung führt die Türkei Schritt für Schritt in einen islamischen Gottesstaat und vollführt in der Verwaltung die nötige ideologische Umorientierung.

Die Türkische Verfassung sieht nicht nur die Sonderrollen von Militär und Religionsbehörde vor, sondern auch den religiös-ethnischen Einheitsstaat. Demnach kennt die Türkei in ihrer Verfassung auch keine ethnischen Minderheiten, wie beispielsweise 12 Millionen Kurden.

Im Sinne des Einheitsstaates wird in der Türkei ein auffallender Nationalismus gelebt und durch strafgesetzliche Bestimmungen geschützt (keine Beleidigung der Türkei, keine Kritik an der offiziellen Haltung zur Armenier- bzw. Zypernfrage). Die allgegenwärtigen Atatürk-Bilder und -statuen bezeugen gemeinsam mit dem landesweit geradezu überall sichtbaren Leitspruch „Jeder glücklich, der ein Türke ist“ diesen Nationalismus. Neben dem Islam bietet dieser Nationalismus eine Erklärung für die mangelnde Integrationsbereitschaft und –fähigkeit der Türken in Europa (türkische Verbände erklärten in der „Islamkonferenz“ des damaligen deutschen Innenministers Schäuble, dass sie die „Deutschen Werte“ nicht mittragen).

Eine erschreckende Demonstration dieser religiös- nationalistischen Grundhaltung ist die Ermordung von 3 Mitarbeitern einer Bibel-Druckerei in Malatya im Jahre 2007. Die Täter rechtfertigten sich mit ihrem Kampf gegen Feinde des Glaubens und der türkischen Nation. Öl ins Feuer goss dann der türkischstämmige SPD EU-Abgeordnete Vural Öger, indem er die Verantwortung für diese Tat bei der EU wegen ihres Drängens auf Reformen in der türkischen Gesetzgebung ortete. Eine Anpassung der türkischen Verfassung an die EU würde die Aufgabe dieser beiden Säulen mit sich bringen und somit das Ende der Türkei Atatürks. Ergänzend dazu ist mit aller Klarheit zu sehen, dass bei gleichem Fortgang der „Verhandlungen“ die EU entweder eine quasi Militärdiktatur oder einen Gottesstaat in ihre Reihen aufnehmen wird. In jedem Fall wird sie ein Spielball der türkischen Politik sein. Der Versöhnungspolitik, die auf eine Verbesserung der Beziehungen zu den Nachbarn abzielt, sind enge Grenzen gesetzt. Dem armenisch-türkischen Tauwetter ist schnell eine Kälteperiode gefolgt.

Unbeirrt von all diesen Unvereinbarkeiten tritt die Türkei mit geradezu unfassbaren Erklärungen und Forderungen auf und spricht von einem Beitrittsdatum 2013-15

• wir haben alle Beitrittsbedingungen erfüllt und haben das Recht auf Vollmitgliedschaft.

• Die EU hat kein Recht, die Türkei abzulehnen. Sie wirft der EU in gröbster Unterstellung vor, ein Christenclub zu sein, setzt sich aber darüber hinweg, maßgeblich in der OIC, einer Vereinigung von ausschließlich muslimischen Ländern, tätig zu sein. Ein christliches Gegenüber zur OIC gibt es gar nicht.

• Für den türkischen Staatspräsidenten reicht der Balkan bis in die Türkei, wenn es um den Plan der EU geht, den Balkan zu integrieren. Die weiterhin bestehende Visapflicht für Bosnien interpretiert er als ein Beispiel für eine Benachteiligung eines muslimischen Landes gegenüber Serbien, für welches kürzlich die Visapflicht aufgehoben wurde.

• Selbst im Europarat ist seinerzeit die Europafahne mit Kreuz nach dem Vorbild der Paneuropäschen Bewegung am Widerstand der Türkei gescheitert.

• Die Türkei wirft der EU Benachteiligung vor und beklagt sich über die Ermahnungen. In Wahrheit erhält sie eine einzigartige Sonderbehandlung, wie sie bisher kein einziges Mitgliedsland erhalten hatte. Auch Kroatien wird härter angefasst. Die Türkei ist uneinsichtig und ignoriert wie eine Invasionsarmee die Befindlichkeiten der EU-Bevölkerung.

Die Türkei bahnt sich den Weg in die EU, sie erzwingt Zugeständnisse und zeigt keinerlei Bereitschaft, die Beitrittsbedingungen zu erfüllen. Sie folgt ihrer bewährten erpresserischenVerhandlungstaktik: schmeicheln – beleidigt sein – drohen. Sie will ein türkisches Europa, so wie dies beim Auftritt des türkischen Ministerpräsidenten in Köln im Februar 2008 klar zum Ausdruck kam. Serbien wurde nunmehr aufgrund einer Brüsseler Entscheidung eingeladen, ein Beitrittsgesuch an die EU zu stellen, die Türkei hat ihr Ansuchen seinerzeit gegen die Empfehlung der EU eingebracht.

Als Folge dieser unfairen und beharrlichen Verhandlungstaktik ist die Türkei in EU-Gremien, Gedankenschmieden etc. gut vertreten und gestaltet so ihre „eigenen Beitrittsbedingungen“. In der UN-Initiative „Allianz der Zivilisationen“ gibt sie gemeinsam mit Spanien den Ton an. Dieser türkischen Entschlossenheit, gestützt von den hegemonialen Interessen der USA, steht eine handlungsschwache EU weitgehend hilflos gegenüber. Hieraus erklären sich, dass

• Die Stimmen aller Mahner - so hochrangig und kompetent sie sein mögen - ungehört verhallen. • die EU-Organe nicht zur Kenntnis nehmen, dass eine Vollmitgliedschaft der Türkei für die Mehrheit der europäischen Bevölkerung keinen einzigen Vorteil, sondern ausschließlich erhebliche Nachteile bringt

• die EU-Organe die Bevölkerung als ihren größten Feind sehen und Volksabstimmungen und Volksbefragungen aus dem Wege gehen

• alle Pro Argumente Tatsachenverdrehungen sind, wie z.B.

• Die Türkei verwirklicht die Vereinbarkeit von Islam und Demokratie und ist eine Brücke zur islamischen Welt: aufgrund ihrer Verfassung ist sie keine Demokratie im westlichen Sinne und ist Schauplatz täglicher Konflikte zwischen Islam und Säkularität. Die islamische Welt sieht die Türkei als Hebel und Teil ihres Islamisierungsprogramms oder wegen des Militärpakts mit Israel sogar als Gegner.

• Die geopolitische Lage der Türkei und ihre militärische Schlagkraft würden die Rolle der EU in der Welt verstärken: mangels einer eigenen gestaltenden Interventionspolitik der EU würde die Türkei eher in umgekehrter Weise die EU für ihre Ziele instrumentalisieren. Jedenfalls würde die EU in die Nachbarschaftskonflikte der Türkei voll hineingeraten und gemeinsam mit ihr destabilisiert werden.

• Die Türkei hat mit der Gas-Pipe-Line NABUCO für die Energieversorgung Europas eine Schlüsselrolle: tatsächlich ist noch ungewiss, welches Gas eingespeist werden soll

• Die EU hat den Beitritt versprochen und die Türkei wartet schon 40 Jahre: es gibt kein demokratisch legitimiertes Versprechen. Die Türkei hat sich in dieser Zeit von Europa wegentwickelt, ja in den 70er Jahren sogar ausdrücklich von der EU bzw. Europa abgewandt

• Ohne Beitritt brechen die Reformen in der Türkei zusammen: für das Europaratsgründungsmitglied Türkei sind die Reformen eine seit Jahrzehnten fällige Bringschuld und müssten wohl türkisches Eigeninteresse darstellen. Es besteht keineswegs eine Belohnungspflicht der EU.

• Die EU braucht das wirtschaftliche Potential der Türkei für ihre Weiterentwicklung: wirtschaftliche Partikularinteressen begründen keinen Beitritt, insbesondere wenn Marktchancen nur mittels Finanzierung durch den Investor wahrgenommen werden können und erhebliche Risiken und Korruption bestehen. Die Türkei ist einer der größten Schuldner des IMF, ein Schwellenland mit den dafür spezifischen Charakteristika wie hoher Beschäftigtenanteil in der Landwirtschaft (etwa 30 %), hohe Arbeitslosigkeit (auch bei Jugendlichen) und Schwarzarbeit, geringes Prokopfeinkommen, Kinderarbeit, ungenügender Patentschutz und unsichere Rechtsdurchsetzung. Aufgrund der bestehenden Zollunion besteht bereits eine enge wirtschaftliche Verflechtung der Türkei mit der EU, ein Vollbeitritt bringt keine zusätzlichen wirtschaftlichen Möglichkeiten.

Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage (Goethe), Die Wahrheit ist das Kostbarste, was wir haben – gehen wir damit sparsam um (Mark Twain).

EU- wie bitte? Was ist das? – die EU gibt es doch gar nicht! - ein sacrificium intellectus?

3. Hegemoniale Ansprüche innerhalb der Staatengemeinschaft

Wer bestimmt den Lauf der Dinge?

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit und im Bewusstsein obiger Ausführungen sei folgendes Bild erlaubt: wer sich von der europäischen Nabelschau trennt und die Welt von außen betrachtet, erkennt, dass neben einigen in der Weltpolitik aktiven Ländern, der Islam und die internationalen Kapitalflüsse im Verein mit der Energie- und Rohstoffversorgung das Steuer in der Hand haben.

Die USA als führende Weltmacht stehen vermutlich weiterhin an der Spitze. Ihre Außenpolitik heißt Energie. China macht sich u.a. in Afrika bei der Sicherung der Rohstoffversorgung bemerkbar. In diesem Wettlauf der Weltmächte um Erdöl und Rohstoffe bleibt oft unbedacht, dass die islamische Welt nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ideologische Interessen – nämlich die Islamisierung der Welt – verfolgt.

Wie sehr diese Islamisierung bereits erstarkt ist, zeigen die positiven Signale, die Präsident Obama der muslimischen Welt sendet. In seiner Rede an der Universität in Kairo reichte er der muslimischen Welt die Hand, selbst die bedingungslose Unterstützung Israels ist nicht mehr seine Politik.

Ein internationales Netz von Kapitalflüssen, welches außerhalb der Kontrolle der nationalen Regierungen, aber auch der internationalen Organisationen ist, spannt sich über die gesamte Welt und trifft die ihm genehmen Entscheidungen. Die Wallstreet spielt eine hervorstechende Rolle. Das Motto: der Finanzstandort muss attraktiv bleiben und bestimmt alle anderen Politiken! Das gilt auch für Präsident Obamas Finanzpaket.

Es stellt sich die Frage, was der Einzelne in dieser Situation tun kann und muss, insbesondere für all jene, die sich den europäischen Werten verpflichtet fühlen.

Die Last unserer Geschichte zwingt uns nicht nur, über Vergangenes nachzudenken und uns zu einem „Nie Wieder“ zu bekennen, sondern vor allem zu einer Wachsamkeit gegenüber dem Zeitgeist, dem „Mainstream“. Im Kunstbetrieb, in vielen Medien, in den Kirchen, in der Wissenschaft und in vielen politischen Parteien ist das Wegschauen beim Thema Islam und Türkei angesagt. Es herrscht bereits eine eingeschränkte Meinungsfreiheit und Angst, die Wahrheit auszusprechen.

Das Verächtlichmachen der Bürgerlichen Gesellschaft und des Christentums, insbesondere der Katholischen Kirche, der Angriff auf die Familie, die Förderung von „Gender mainstreaming“ und der Gleichstellung homosexueller Beziehungen können keine Ersatzhandlungen sein! Hier sind sicherlich der Individualität Grenzen zu setzen. Unsere Gesellschaft darf nicht „Show und Event“ einer orientierungslosen Spaßgesellschaft sein.

Wie in der Vergangenheit so ist auch gerade heute das Hinsehen und das Aussprechen der Wahrheit in der Öffentlichkeit von Nöten. Besonders deswegen, weil die Vergangenheit bis heute unser Leben belastet. Nur wer die Wahrheit erfahren will, wird sie erfahren! Nachfolgende Ausreden werden keine Gültigkeit haben. Auch wenn viele Menschen sagen: "Meine Meinung steht fest. Verwirren Sie mich nicht durch Fakten".

Vielleicht gelingt es diesmal bei entsprechender Ausdauer und entsprechendem Mut, ein Gegengewicht zum Zeitgeist zu erzeugen und klarzustellen, dass 3 x 3 nur 9 und nichts anderes ist.

Oder folgt die Menschheit dem Pfad der Gier, des Verrats und der Gleichgültigkeit weiter bis in apokalyptische Zustände. Die weltweit zu beobachtende wirtschaftliche Schieflage sollte Mahnung sein, dass es höchste Zeit für eine Umkehr ist. Die Rheintöchter verlangen das Rheingold zurück!

Wortmeldungen, Leserbriefe, Kommentare in Zeitungen, Vorträge und dergleichen können in ihrer Vielzahl Änderungen bewirken. Vielleicht werden obige Ausführungen dabei helfen. Wer kämpft, kann gewinnen, wer nicht kämpft, hat schon verloren. Sollen nachfolgende Generationen Achtung vor uns haben, müssen wir mitunter bis zur „Befehlsverweigerung“ für Wahrheit und gegen „Wegschauen“ eintreten.

Entscheiden wird sich unsere Zukunft nicht nur an den Errungenschaften der Vergangenheit, sondern an einem bewussten Eintreten der europäischen Gesellschaft für ihre Werte. Dazu zählen besonders die Werte der Familie und der Solidarität in der Wirtschaft.

Vereinsamung des Einzelnen und Zunahme der prekären Wirtschaftsverhältnisse könnten einem Slogan wie „Der Islam ist die Lösung“ Aufschwung geben. Individualität alleine bringt einen raschen Zerfall jeglicher Gesellschaft.

Von klingenden Namen vernehmen wir:

Gleichgültigkeit ist die mildeste Form der Intoleranz – (Karl Jaspers) Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen (Goethe) In a time of universal deceit, telling the truth is a revolutionary act." (Orwell) "When tolerance becomes a one-way street, it leads to cultural suicide." -- (Lieut. Col. Allen West) "Freedom is never more than one generation away from extinction. We didn't pass it to our children in the bloodstream. It must be fought for, protected, and handed on for them to do the same." (Ronald Reagan) Meine größte Enttäuschung ist die Erkenntnis, dass die Menschheit aus den Erfahrungen nicht lernt (Doris Lessing) Schwierigkeiten überwindet man nicht dadurch, dass sie verschwiegen werden (Berthold Brecht)

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