Elisabeth Sabaditsch-Wolff: Gedanken vor einem Prozess

15 Januar 2011

Gates of Vienna 15 Januar 2011 Von Elisabeth Sabaditsch-Wolff Übersetzung: LIZ/EuropeNews Während ich auf meinem nächsten Termin vor Gericht in ein paar Tagen warte, möchte ich von zwei Begegnungen mit zwei sehr unterschiedlichen Freundinnen berichten. Über beide habe ich noch lange nachgedacht nachdem sich unsere Wege getrennt hatten.

Allison ist eine Mutter von Zwillingen, die mit meiner Tochter zusammen den Kindergarten besuchten. Allison und ihr Mann sind Liberale im Sinne von „leben und leben lasen“; sie stehen keiner Religion nahe, gar keiner, und sie glauben, dass jeder die Freiheit haben sollte zu glauben was er möchte, sich anzuziehen wie er möchte, zu essen wie er möchte. In der Vergangenheit hatten wir immer wieder viele Diskussionen darüber gehabt was ich tue und an was ich glaube, und obwohl wir Freunde sind, haben sie mir immer zu verstehen gegeben, dass sie denken, dass das was ich tue falsch ist, in dem Sinne, dass ich die Muslime in unfairer Weise angreifen würde.

Allison hat mich am vergangenen Abend angerufen. Wir haben miteinander gesprochen und als ich ihr erzählte, dass ich traurig darüber sei, dass sie und ihr Mann sich die Vereinigten Arabischen Emirate als ihr nächstes Urlaubsland ausgewählt hätten, antwortete sie mir, dass ich eine Radikale sei. Ich fragte sie etwas überrascht, warum sie dies denke?

„Nun, ich kann den Hass in deinen Augen sehen, wenn du eine Frau auf der Straße siehst, die ein Kopftuch trägt.“

„Was?“ antwortete ich, „Wie kannst du so was sagen? Kannst du meine Gedanken lesen?“

Auf jeden Fall hasse ich keine Menschen, wenn ich auch ihre Ideologie kritisiere, die die Frauen dazu zwingt sich zu verschleiern, denn dies nimmt den Frauen das Recht sich ihr Leben und ihr Schicksal zu wählen, es ist eine Ideologie, die Frauen versklavt. Ich informiere die Menschen über die Inhalte des Korans und deshalb bin ich eine Hasspredigerin, Oder, mit anderen Worten, indem ich den Koran lehre, predige ich Hass. Und Menschen, die mir zuhören werden diesen Hass empfinden.

„Aber du hasst auch diese Frau, ich kann dir das ansehen,“ antwortete sie.

Ich sagte ihr dann folgendes: „Allison, noch einmal: wie willst du das wissen? Kannst du meine Gedanken lesen? Weiters glaubst du an den Grundsatz ‚leben und leben lassen’ und du denkst, dies kann nur dann funktionieren, wenn sich jeder daran hält. Aber der Islam glaubt nicht an diesen Gedanken des ‚leben und leben lassens’. Jedenfalls sagst du gerade genau das was der Staatsanwalt sagt, nämlich dass diese Frau Muslime hasst, den Islam hasst, andere Menschen dazu aufstachelt Muslime zu hassen indem man Hass gegen sie empfindet. Du solltest hoffen, dass ich schuldig gesprochen werde, denn du glaubst zu wissen was ich fühle und denke.“

Sie war schockiert. Offensichtlich hatte ich sie festgenagelt. „Nein überhaupt nicht. Ich möchte von ganzem Herzen, dass du gewinnst. Du musst gewinnen.“

„Aber du sagst etwas ganz anderes, Allison.“

„Nun ja, im Grunde möchte ich, dass du um deiner Tochter Willen gewinnst.“

Aufgepasst: sie hat nicht gesagt, ich will dass du gewinnst weil du recht hast. Oder: Du hast das Recht auf deine Meinung, obwohl ich damit nicht übereinstimme. Nein, sie sagte, um deiner Tochter willen.

„Ich möchte dass du gewinnst, weil deine Tochter nicht eine Mutter haben sollte, die von einem Gericht verurteilt wurde. Sie würde das nicht verstehen.“

Wir entschieden uns dann dazu, besser das Thema zu wechseln, aber danach ging mir die Unterhaltung immer weiter durch den Kopf. Was war hier passiert? Und noch einmal, ich kann mich nur zum soundsovielten Mal wiederholen, dass ich Muslime nicht hasse (tatsächlich hasse ich überhaupt nicht, Punkt), aber Liberale glauben Menschen wie mir nicht.

Egal was ich sage oder tue, es scheint so zu sein, dass sie ihre eigene Engstirnigkeit auf mich projizieren. Ich bin lediglich das Spiegelbild. Was sie sehen ist nicht meinen – nicht existierenden – Hass, sondern ihren eigenen.

Am nächsten Tag traf ich meine Nachbarin und Freundin Samantha. Im Verlauf unseres Nachbarschaftsplauschs erzählte ich ihr, dass ich mich gerade fleißig auf meinen Fall vorbereite, dies veranlasste sie dazu beinahe im Flüsterton zu sagen, „Weißt du, ich habe deinen Fall verfolgt, und ich dachte immer, ich war mir nicht so ganz sicher was du genau wolltest, aber jetzt weiß ich, dass du genau den wunden Punkt getroffen hast.

Ich bewundere dich. Ich habe nicht die Courage das zu tun was du tust, aber du tust das Richtige. Ich erzähle auch meinen Freunden, dass du das Richtige tust und dass man dich unterstützen muss. Sie hatten dich zuvor stark kritisiert, aber sie fangen auch an zu verstehen.“

Nicht nur, dass mich Samanthas Worte zu Tränen rührten, ich war auch erstaunt über ihre Ehrlichkeit zuzugeben, dass sie meine Worte doch studiert hatte und dann befand, dass sie wahr seien.

Und das ist es, was ich hoffe, nämlich dass das Gericht nach sorgfältiger Prüfung meiner Argumente urteilen wird. Egal wie schmerzhaft die Wahrheit sein mag, sie muss bleiben was sie ist: die Wahrheit.



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