Gegen FGM eine Petition des Guardian

07 Februar 2014
 Gegen FGM  eine Petition des Guardian

FGM ist die frauenfeindlichste Tat, die man sich in seiner Phantasie ausdenken kann. Würden sich die bösartigsten Frauenhasser zusammentun, um sich die schlimmste Folter für eine Frau auszudenken, so würden sie ganz sicher nicht auf solch eine Grausamkeit kommen.

Zur Erinnerung und für all jene, die nicht wissen was FGM ist: Bei der Genitalverstümmelung wird die Klitoris kleiner Mädchen unter unvorstellbar unhygienischen Umständen und ohne Betäubung oder medizinische Hilfsmittel entfernt.

Die Klitoris ist ein Nervenbündel, das den Frauen sexuelle Freude bringen soll. Die Beschneidung geht manchmal sogar so weit, dass die Vagina der Frauen zugenäht wird, so soll die Frau bis zur Heirat ihre Jungfräulichkeit bewahren. In der Hochzeitsnacht wird die Naht mit einem Messer geöffnet.

Warum geschieht dies?

Weil die Sexualität einer Frau kontrolliert werden muss, es ist eine bewusste Verletzung der Weiblichkeit. Das Mädchen wird seine Sexualität verachten, seine natürlichen Instinkte und sie wird die Fähigkeit verlieren Freude durch ihre Sexualität zu empfinden. Es ist der brutalste und frauenfeindlichste Akt, den man sich vorstellen kann.

Nach Angabe der Weltgesundheitsorganisation WHO sind die gesundheitlichen Auswirkungen der Verstümmelung gravierend. Furchtbare Schmerzen, Schock, hoher Blutverlust, Tetanus oder Sepsis, die Zurückhaltung vorn Harn, offene Wunden in der Genitalregion und Verletzung des genitalen Gewebes. Die Frau wird in ihrem Leben an Inkontinenz, Zysten, Blaseninfektionen und noch vielen anderen Beschwerden leiden.

In Großbritannien ist FGM seit 1985 illegal, das Gesetz geht heute so weit, dass es alle Bürger in GB betrifft, die dort eine Aufenthaltserlaubnis haben, ob die Verstümmelung im Land ausgeführt wurde, oder aber im Ausland. Jedoch ist es bis jetzt zu keiner einzigen Verurteilung gekommen. Warum? Die Antwort lautet: Multikulturalismus und politische Korrektheit.

Das hat sich nun geändert. Zum ersten Mal wird es einen Prozess wegen einer Beschneidung geben, das Opfer ist eine junge Frau, die zwei Mal beschnitten wurde. Eine sich anschließende Kampagne soll die Praxis auf britischem Boden endgültig beenden.

Laut aktuellen Untersuchungen sollen 65.000 Mädchen derzeit dem Risiko ausgesetzt sein, beschnitten zu werden. Im letzten Jahr waren 93 Fälle angezeigt worden und schätzungsweise 70 Mädchen, einige nur 7 Jahre alt, müssen jeden Monat auf Grund der Folgen behandelt.

Das Krankenhauspersonal meldet diese Fälle in der Regel nicht der Polizei, dennoch handelt es sich um Kindesmissbrauch und die Polizei kann nur dann eingreifen, wenn sie bescheid weiß.

Es gibt für die Ermittlungsbehörden also verschiedene Probleme in der Praxis Beweise für die Tat zu finden, nicht zuletzt deswegen, weil FGM oft von Familienmitgliedern unterstützt bzw durchgeführt wird. Durch die Zusammenarbeit von Ärzten und medizinischem Personal sowie der Polizei, soll sich dies nun ändern.

Es geht um das Brechen mehrerer Tabus, die von der Sexualität bis zur Kultur gehen. Die Behörden hatten sich bis jetzt aus falsch verstandenem "Respekt für andere Kulturen" dem Kampf gegen FGM verweigert. Kinder, die britische Staatsangehörige sind, wurden so dem Schlachter ausgeliefert. Der Staat hat sie weder geschützt noch sich für sie eingesetzt.

Die Gründerinnen der Gruppe "Daughters of Eve", Leyla Hussein und Nimco Ali, beide haben die FGM überlebt, haben die Schweigemauer durchbrochen. Nimco Ali lebt heute in Manchester und musste im Alter von sieben Jahren die schlimmste Form der Verstümmelung über sich ergehen lassen.

Letzte Woche meldete sich bei ihnen eine Frau, die aus einer "Beschneiderinnen Dynastie" stammt. Sie berichtete, dass sie gezwungen wurde die Mädchen festzuhalten, dass sie geschlagen wurde, als sie weinte und gezwungen wurde sogar die Beschneidung ihrer eigenen Tochter mitanzusehen. "Bei Babies war es leicht, aber die älteren Mädchen wehrten sich," sagt sie. Sie floh aus Gambia und weigerte sich Beschneiderin zu werden. Heute sagt sie, ginge es um weiße Mädchen, die beschnitten werden, dann würde Großbritannien handeln.

Die Mauer des Schweigens bröckelt. Die Opfer, die Überlebenden, melden sich und sprechen darüber. Die Krankenhäuser werden in Zukunft festhalten, wer die Prozedur über sich ergehen lassen musste, die Strafverfolgungsbehörden beginnen zu ermitteln.

Die britische Zeitung The Guardian hat eine Petition an Bildungsminister Michael Grove ins Leben gerufen, um dieser Praxis ein Ende zu bereiten. Der leitende Kriminalbeamte Keith Niven, der bei Scotland Yard die Abteilung für sexuellen Missbrauch und Kindesmissbrauch leitet, sagte, dass der Druck auf die Ermittlungsbehörden gewachsen sei, weil es bisher noch zu keiner Verurteilung gekommen ist. Er würde jede Möglichkeit, einschließlich verdeckter Ermittlungen, nutzen, so sagte er, um gegen jene zu ermitteln, die Babies und junge Mädchen verstümmeln.

Niven kritisierte auch die fehlende Unterstützung durch Lehrer und Bildungsbehörden. Die jungen Mädchen müssten aufgeklärt werden über das, was sie möglicherweise erwartet. In den Brennpunkten müsse man endlich damit beginnen, denn letztendlich sei es Kindesmissbrauch an dem die Opfer ihr ganzes Leben physisch und psychisch leiden.

Abigail Haworth war im Jahr 2006 in Indonesien und hat, gemeinsam mit Aktivistinnen gegen FGM, an Beschneidungen teilgenommen. Erst jetzt konnte ihr Bericht beim Guardian erscheinen, weil sie die Arbeit der Frauenschutzorganisationen nicht behindern wollte. Obwohl, so schreibt sie, die Beschneidung im Koran nicht ausdrücklich vorgesehen ist, propagieren heute erneut muslimische Kleriker die Genitalverstümmelung. In ihrem Artikel berichtet sie über das Grauen in den Augen der Kinder, die von Menschen verraten wurden, denen sie vertraut hatten.

    Quellen:

http://womenforfreedom.eu/?p=561#more-561

http://www.dailymail.co.uk/news/article-2552749/Britains-female-genital-mutilation-trial-expected-come-court-weeks.html#ixzz2sX2gMw00

http://blogs.telegraph.co.uk/news/jennymccartney/100258459/fgm-170000-uk-victims-of-this-sickening-procedure-yet-no-prosecution-until-now-why/

http://www.theguardian.com/society/2014/feb/06/police-target-cutters-female-genital-mutilation-fgm

http://www.theguardian.com/society/2012/nov/18/female-genital-mutilation-circumcision-indonesia

Themen: