Interview mit Robert Spencer: Hat Mohammed wirklich existiert?

28 April 2012
 Interview mit Robert Spencer: Hat Mohammed wirklich existiert?

Original:Did Mohammed exist?, FrontPage Magazine Interview von Jamie Glazov mit Robert Spencer Übersetzung von Liz / EuropeNews

Unser heutiger Gast im FrontPage Interview ist Robert Spencer. Er ist ein Gelehrter für islamische Geschichte, Theologie und Recht und er ist Direktor von Jihad Watch. Er hat zehn Bücher geschrieben, elf Monographien und Hunderte Artikel über den Djihad und islamischen Terrorismus, einschließlich des New York Times Bestsellers The Politically Incorrect Guide to Islam (and the Crusades) and The Truth About Muhammad Sein letztes Buch heißt Did Muhammad Exist? An Inquiry Into Islam’s Obscure Origins und das ist auch das Thema unseres heutigen Interviews.

FrontPage Magazine: Robert Spencer, Willkommen hier bei FrontPage zu unserem Interview.

Spencer: Danke Jamie.

FP: Warum haben Sie dieses Buch geschrieben? Dies ist keine der Fragen, über die sich viele Menschen Gedanken gemacht haben.

Spencer: Das stimmt Jamie. Über die Frage ob Mohammed existiert hat, haben sich nur wenige Menschen Gedanken gemacht und nachgefragt, beziehungsweise es gewagt danach zu fragen. Die meiste Zeit der vierzehnhundert Jahre seitdem man dachte, dass der Prophet auf der Erde gewesen sei, hat jeder es sicher vorausgesetzt, dass er wirklich existiert hat.

FP: Natürlich. Denn letztendlich ist seine Prägung der Menschheitsgeschichte enorm gewesen. Die Encyclopedia Britannica titulierte ihn als "den erfolgreichsten aller Propheten und religiösen Persönlichkeiten". In seinem Buch The 100: A Ranking of the Most Influential Persons in History aus dem Jahr 1978, setzte Michael H. Hart Mohammed auf den Spitzenplatz. Wie kann man also sagen, dass dieser Mensch niemals existiert hat und warum ist das so wichtig?

Spencer: Es gibt in der Tat Gründe zur Annahme die historische Existenz Mohammeds zu hinterfragen. Obwohl die Geschichte Mohammeds, des Korans und des frühen Islams weithin anerkannt ist, ergeben genauere Untersuchungen der Geschichte Unglaubliches. Je näher man sich die Ursprünge des Islams betrachtet, desto weniger erkennt man sie. In Did Mohammed exist? Gehe ich den Fragen nach, die eine kleine Gruppe von Pionieren über die historische Authentizität der Standardbeschreibung von Mohammeds Leben und Prophetenkarriere gestellt hat. Eine gründliche Bearbeitung der historischen Aufzeichnungen bieten aufregende Anzeichen, dass vieles, wenn nicht sogar alles was wir über Mohammed wissen, eine Legende und keine historische Tatsache ist. Eine sorgfältige Untersuchung enthüllte ebenso, dass der Koran keine Sammlung dessen ist, was Mohammed als Offenbarungen von dem einen wahren Gott bezeichnet hat, sondern eine Konstruktion aus bestehendem Material ist, hauptsächlich aus jüdischen und christlichen Überlieferungen.

Das ist wichtig, denn meine Forschungen deuten, wie das Buch aufzeigt, auf die Möglichkeit hin, dass der Islam vor allem als ein politische System konstruiert wurde und nur in zweiter Linie als Religion – ein Punkt der wesentliche Bedeutung heute hat auf Grund der Kontroverse über eine Anti-Scharia Gesetzgebung und wie man das Eindringen des politischen Islams in den Westen bewerten soll.

FP: Faszinierend. Wie sehen also einige jener Anzeichen aus, dass Mohammed nicht existiert haben könnte?

Spencer: Nun, vor allem ist es die klaffende Diskrepanz zwischen der Zeit zu der Mohammed angeblich gelebt hat und der Veröffentlichung des ersten bibliographischen Materials über ihn: mehr als 125 Jahre. Stellen Sie sich vor, das erste Lebenszeichen des Bürgerkriegsgenerals Sherman, der im Jahr 1891 starb, würde erst heute veröffentlicht werden und dies in einer Kultur, in der alles mündlich übertragen wurde, in der schriftliche Niederlegungen selten waren.

Es wäre nur normal anzunehmen, dass das Material in der neuen Biographie zumindest eine Mischung aus Geschichte und Legende wäre. Im Falle Mohammeds ist es bekannt und wird sogar von muslimischen Gelehrten anerkannt, dass die Überlieferungen von Mohammeds Worten und Taten in großem Stil im achten und neunten Jahrhundert von Krieg führenden Splittergruppen unter den Muslimen gefälscht wurden, um ihre eigenen Praktiken zu rechtfertigen.

Die Methode mit der die muslimischen Gelehrten traditionell jene Überlieferungen aussortierten, die angeblich authentisch waren und von jenen trennten, die es nicht waren, geschah durch eine genaue Untersuchung der Übertragungskette – d.h. die Liste der Menschen von denen man annahm, dass sie die Überlieferungen originalgetreu weitergegeben hatten, bis zum heutigen Tag. Aber natürlich kann eine solche Liste auch genauso leicht angefertigt worden sein wie dies bei einer Überlieferung der Fall sein kann. Im übrigen, sechzig Jahre lang nach dem Beginn der arabischen Eroberungen, die um 630 begannen, gibt es ebenfalls keine Anzeichen in den noch vorhandenen Aufzeichnungen der eroberten Völker oder deren Eroberer selbst, dass eine neue Religion, ein neues heiliges Buch, oder ein neuer Prophet entstanden waren.

Bis in die 960er Jahre hinein bezogen sich die eroberten Völker, wenn sie von ihren Eroberern sprachen, auf die Hagarianer, Sarazenen, Taiyaya oder auf andere Namen, aber niemals nannten sie sie "Muslime", und sie gaben auch keine Hinweise, auch nicht auf religiös-polemische Art, dass sie mit einer neuen Religion einher kamen. Auch haben sich die arabischen Eroberer selbst auf ihren Münzen, Bauten oder wo auch immer niemals auf den Islam oder den Koran bezogen.

FP: Das ist ja interessant. Aber warum sollte man überhaupt eine solche Untersuchung beginnen? Religiöser Glaube, jeder religiöse Glaube ist etwas, das die Menschen sehr tief festhält. Die Muslime werden genau diese Idee, historische Prüfungen auf die traditionelle Darstellung der Ursprünge des Islams anzuwenden, als Affront betrachten, oder nicht?

Spencer: Ja Jamie, das werden sie tun. Aber die Fragen in diesem Buch dienen nicht dazu Muslime anzugreifen. Der Islam ist ein Glaube, der in der Geschichte verwurzelt ist. Er stellt historische Ansprüche. Mohammed soll zu einer bestimmten Zeit gelebt und gewisse Doktrinen gepredigt haben, von denen man sagt, dass Gott sie ihm offenbart habe. Der Wahrheitsgehalt dieser Behauptungen ist zu einem gewissen Grad historischen Analysen offen.

Ob Mohammed tatsächlich Botschaften vom Engel Gabriel erhalten hat mag eine Frage des Glaubens sein, aber ob er überhaupt gelebt hat ist eine historische [Frage]. Der Islam ist nicht einzigartig beim Abstecken seiner Ansprüche als historischer Glaube oder indem er zu einer Untersuchung einlädt. Aber es ist einzigartig, dass er keine historische Kritik auf keiner signifikanten Ebene herausgefordert hat. Sowohl das Juden- als auch das Christentum sind weithin zu Objekten wissenschaftlicher Untersuchungen geworden, mehr als zwei Jahrhunderte lang. Warum sollte der Islam von solchen Untersuchungen ausgenommen werden? Und ist es in unserer politisch korrekten Zeit immer noch möglich solche Fragen aufzuwerfen?

Die Gelehrten, die die Ursprünge des Islams untersuchen, werden nicht durch Hass, Heuchelei oder Rassismus motiviert, sondern durch das Bedürfnis die Wahrheit zu entdecken. Es sind die Gelehrten, die die Grundlagen für die Untersuchungen in meinem Buch gelegt haben. Niemand sollte die Wahrheit fürchten und jeder sollte den Willen haben dorthin zu gehen, wo ihn sein Weg hinführt.

FP: Robert Spencer, nochmals vielen Dank, dass Sie zu uns gekommen sind.



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