Mehr als nur Islamophobie

04 Februar 2013
 Mehr als nur Islamophobie

Beyond Islamophobia , Gates of Vienna Von Baron Bodissey Übersetzung EuropeNews

In den letzten 15 Jahren haben die muslimischen Regierungschefs auf der ganzen Welt einen gewaltigen Aufwand an Zeit, Energie und Ausgaben getätigt, um das Konzept ''Islamophobie'' voran zu treiben

Die Organisation der Islamischen Zusammenarbeit (OIC) war insbesondere eilfertig mit ihren Vorschlägen und Initiativen, die darauf abzielten, die Islamophobie auszuradieren wo immer sie auftritt. Dennoch stehen wir jetzt hier, gerade einmal zwei Jahre nach der Verkündung des berühmten Zehn-Jahres-Plans der OIC und die Auslöschung der Islamophobie scheint ein genau so weit entferntes Ziel zu sein wie zuvor.

Die dänische Karikaturenkrise scheint nicht den gewünschten Effekt gehabt zu haben. Trotz bester Bemühungen von Generalsekretär Ekmeleddin Ihsanoglu, verspotten, beleidigen, diffamieren, verleumden die nicht-Muslime rund um den ganzen Globus den Islam und sprechen schlecht darüber.

Das Problem mit dem Konzept der ''Islamophobie'' ist, dass hier eine mentale Krankheit impliziert wird. Den Islam zu verspotten wird als psychologisches Problem betrachtet, so wie eine Zwangsneurose oder bipolare Störungen. Diejenigen, die solche Krankheiten haben, sollte man bedauern und nicht hassen. Eine Behandlung ist sicherlich erforderlich und wird sehr wahrscheinlich von Obamacare , dem NHS [Gesundheitsdienst der USA], bzw anderen Gesundheitsfürsorgesystemen der westlichen Demokratien bezahlt werden.

Leider ist der therapeutische Ansatz für die OIC ein zeitintensiver Ansatz. In einer modernen Hochtechnologie-Gesellschaft dauert es unendlich lange um in Schwung zu kommen – neue Behandlungsmethoden und Medikationen müssen entwickelt, getestet, genehmigt und eingeführt werden, bevor man damit beginnen kann die Krankheit auszurotten. Zehn Jahre ist eine viel zu kurze Zeit für solch einen Prozess.

Es gibt Anzeichen dafür, dass die islamische Welt ungeduldig mit der Widerspenstigkeit der Ungläubigen wird und man will eilig in die nächste Testphase übergehen: Die Behandlung der Islamfeindlichkeit als kriminelles Vergehen, das durch eine internationale Rechtskörperschaft beurteilt wird. Kein Verhätscheln der Islamkritiker mehr, als ob sie schizophren oder depressiv wären – es ist nun an der Zeit sie zusammenzutreiben und der Gerechtigkeit zuzuführen!

Die OIC und die ihr angeschlossenen Organisationen haben sich an die Marke ''Islamophobie'' geklammert – vielleicht aus einer Trägheit heraus, oder vielleicht, um die nicht unerheblichen Kosten einer Neubezeichnung zu vermeiden – aber all dies ändert sich nun möglicherweise. Drei kürzlich erschienene Artikel weisen auf einen neuen Gedankenmodus innerhalb der Ummah hin, sowohl unter den Sunniten als auch unter den Shiiten.

Der erste stammt aus dem türkischen, salafistischen Sprachrohr Today's Zaman, das über die Versuche von Generalsekretär Ihsanoglu berichtet eine ''Hassrede'' Einrichtung bei der UN zu installieren:

Ihsanoglu fordert Beobachtungsstelle, um religiöse Intoleranz zu bekämpfen

Der Generalsekretär der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC), Ekmeleddin Ihsanoglu, hat dazu aufgerufen, ein internationales Frühwarnsystem gegen Diskriminierung und Intoleranz gegenüber Religionen einzurichten, indem eine Beobachtungsstelle innerhalb des Büros des Hochkommissars für Menschenrechte (OHCHR) bei den Vereinten Nationen eingerichtet werden soll..

Ihsanoglu, der vom britischen Vorstandsmitglied der konservativen Partei, der Ministerin ohne speziellen Aufgabenbereich Baroness Sayeeda Warsi am Dienstag auf eine internationale Konferenz eingeladen worden war, kommentierte den Kampf gegen Intoleranz gegenüber Religionen. Hochrangige, offizielle Vertreter aus Italien, Deutschland, Pakistan, Kanada, Ägypten und den USA waren ebenfalls Teilnehmer dieser Veranstaltung.

Ihsanoglu unterstrich, dass Intoleranz und Diskriminierung gegen Muslime immer größere Ausmaße annehme und warnte davor, dass das Problem zu einer weltweiten Angelegenheit werden könnte in Bezug auf andere Religionen. ''Die Welt steht vor Terrorbedrohungen und die Menschen werden provoziert zu hassen, zu diskriminieren und gewalttätig zu sein, das darf man nicht übersehen. Wenn dieser Fall eintritt, dann ist jedermann auf der Welt in Gefahr,'' sagte Ihsanoglu.

Ihsanoglu stellte fest, dass ein Beobachtungszentrum von der OIC und der Stiftung für europäische Sicherheit und Zusammenarbeit (AGIT) gegründet wurde, um Hassverbrechen auf Grund von Islamophobie aufzudecken. Er betonte, dass es notwendig sei, eine weitere Beobachtungsstelle zu schaffen, um Intoleranz und Diskriminierung gegen jede Religion auf internationaler Ebene zu verfolgen.

Um dies zu erreichen rief er den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen (UNHRC) dazu auf, einen Konsens zu erzielen, seine Entscheidungen in die Praxis umzusetzen um Diskriminierung Einzelner auf der Grundlage von Religion oder Glauben zu bekämpfen. Er fügte hinzu, dass gewisse Vorfälle, wie zum Beispiel das Verbrennen eines Korans und Filme wie ''Innocence of Muslims'' den Grad der Islamophobie erhöht hätten.

Aus schiitischer Perspektive hier ein Ausschnitt aus dem offiziellen iranischen Leitmedium PressTV (Hervorhebungen wurden hinzugefügt):

Die Muslime müssen sich vereinen, um organisierte anti-islamische Angriffe zu durchkreuzen: Iranischer Ministerpräsident

Ein iranischer Gesetzgeber hat die Muslime auf der ganzen Welt zu größerer Einheit gedrängt und gesagt, dass die sogenannten Fürsprecher der Menschenrechte einen ''organisierten Angriff'' geplant hätten, um den Islam und die muslimischen Länder zu vernichten.

Die sogenannten Fürsprecher der Freiheit haben keine andere Religion derart intensiv angegriffen wie den Islam, sagte Mohammed-Ali Esfanani, Sprecher des Majlis Legal and Jucdicial Committee am Sonntag.

''Der einzige Angriff, der in einer organisierten Weise ausgeführt wurde, ist derjenige gegen den Islam und die muslimischen Länder,'' sagte Esfanani.

Er fügte hinzu, dass die Feinde versuchten zu Gewalt aufzustacheln, wo immer es eine Spur des Islams gebe, wie in Syrien, dem Irak, Palästina, Afghanistan, dem Libanon und Myanmar und dies zeige, dass es ihr Hauptziel sei, dem Islam und den Muslimen Schaden zuzufügen.

Der iranische Gesetzgeber zensierte darüber hinaus die Ausführungen der Organisation der Islamischen Zusammenarbeit (OIC) und sagte, diese Körperschaft habe praktisch versagt eine Rolle in der internationalen Arena zu spielen.

Der iranische Gesetzgeber betonte, dass die OIC und ihre Mitgliedstaaten zu der Überzeugung gekommen sind, dass jedes Komplott in irgendeinem muslimischen Land nicht im eigenen Interesse oder im Interesse anderer islamischer Länder sei und nur eine Bündelung des Einflusses ausländischer Mächte in jenem Land darstelle.

Er fügte hinzu, dass die Schaffung von Konflikten unter Muslimen die Strategie des Feindes sei, um den Islam zu bekämpfen.

Weiterhin rief Esfanani zur Schaffung eines unabhängigen islamischen Gerichts auf, um alle Fälle von Genozid, Schritte gegen die Menschlichkeit und blasphemische Akte gegen die heiligen Figuren und Werte des Islams zu behandeln.

Ein unabhängiges islamisches Gericht – eine Art Schariaversion der OIC – klingt irgendwie als etwas, das dem schäbigen, alten, bürokratischen Herz der UN gefallen würde. Und Blasphemie gegen den Islam zu bestrafen wäre eine seiner drei Missionen.

Letztendlich scheint die Rolle des ägyptischen Präsidenten Mohammed Morsi sich denen der anderen mit gleicher Ansicht anzunähern. Ägypten wird die Präsidentschaft der OIC übernehmen, Kairo wird Gastgeber des nächsten islamischen Gipfeltreffens sein und Mahmoud Ahmadinejad wird ebenfalls anwesend sein.

Aus Zapaday:Morsi wird Gastgeber des islamischen Gipfeltreffens sein, Ägypten übernimmt die Präsidentschaft Samstag den 2. Februar bis Donnerstag, den 7. Februar 2013 in Kairo, Ägypten

Der ägyptische Präsident Mohamed Morsi wird Gastgeber des 12. Gipfels der Organisation der Islamischen Zusammenarbeit (OIC) sein.

Seit 1969 ist die OIC die zweitgrößte zwischenstaatliche Organisation, nach den Vereinten Nationen, mit 57 Mitgliedstaaten. An dem Gipfel werden alle Mitgliedstaaten teilnehmen, einschließlich des Erscheinens des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad, der zwei Tage lang als Vorsitzender der Blockfreien Bewegung am Gipfel teilnehmen wird.

Die Themen des 5-tägigen Gipfels werden die Herausforderungen sein, denen die muslimische Welt gegenüber steht. Die Staatsmänner hoffen insbesondere eine internationale Rechtsstrategie zu erarbeiten, die helfen wird, religiöse Intoleranz gegen Muslime zu bekämpfen.

Nach Angaben des OIC Generalsekretärs Ekmeleddin Ihsanoglu müssen die Staatsoberhäupter der islamischen Nationen einen neuen Ansatz wählen, um mit der Bedrohung durch die Islamophobie fertig zu werden.

Die politischen Führer werden auch die Krise in Syrien behandeln, sowie die palästinensische Sache und die Situation in Afghanistan und Somalia.

Während des Gipfels wird Ägypten die Präsidentschaft der OIC für die kommenden drei Jahre übernehmen. Es sieht so aus, als ob in den nächsten Wochen – oder sogar in den folgenden Tagen – reichlich Gelegenheit sein wird für die ehrgeizigen Führer des neuen Kalifats.

Ägypten ist inmitten einer anscheinend unstillbaren Massengewalt. Syrien nähert sich dem Zusammenbruch nach einem zweijährigen Bürgerkrieg, der von den westlichen Demokratien angestiftet und finanziert wurde. Pakistan taumelt am Rande einer Theokratie im Talibanstil entlang. Der Iran steht kurz vor dem Einsatz von Atomwaffen.

Und Ahmadinejad kommt nach Kairo.

Wir leben in interessanten Zeiten.

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