Reconquista Europa: Als Europa kämpfte

22 August 2012
 Reconquista Europa: Als Europa kämpfte

When Europe Fought, Gates of Vienna Von David Gress Übersetzt von Liz, aus der englischen Übersetzung von Anne-Kit

Der genaue Ort ist unbekannt, aber man nimmt an, dass er irgendwo innerhalb eine Tagesmarschs südwestlich von Calatrava liegt, die damals einzige Stadt, die im Tal von Guadiana, südlich von La Mancha, eine Bedeutung hatte.

Es war an einem Sommertag im Jahr 1212 und dies ist der Grund warum wir dieses Jahr – wenn wir uns trauen – den 800. Jahrestag einer der wichtigsten Schlachten des Mittelalters feiern wollen: Der Schlacht von Las Navas de Tolosa, wo eine breites Aufgebot christlicher Krieger aus Spanien und Frankreich die almohadischen Muslime entscheidend schlagen konnten, die damals zwei Drittel der iberischen Halbinsel besetzt hielten.

Von da ab war es nur noch eine Frage der Zeit bis das gesamte spanische Land befreit wurde. Im Jahr 1212 waren es genau 500 Jahre seitdem die Muslime ihre blitzschnellen Eroberungsfeldzüge auf spanischem Grund und Boden begonnen hatten.

Sie nannten die eroberten Gebiete al-Andalus und richteten sich so ein, wie es Muslime immer tun: Sie waren die neue Herrenrasse; Christen und Juden mussten fühlen und handeln wie eingeschüchterte und gehorsame Untertanen. Wenn sie sich arrangierten, wurden sie – im Großen und Ganzen – in Ruhe gelassen.

Schon 718 hatte die christliche Gegenoffensive im weit entfernten Nordwesten begonnen, aber es dauerte noch einmal ein paar hundert Jahre bis die Rückeroberung, La Reconquista zum Fluss Duero reichte.

Erst 1085 eroberte König Alfons VI von Kastilien die alte Hauptstadt Spaniens, Toledo. Die Halbinsel war nun ungefähr je zur Hälfte geteilt zwischen dem christlichen Spanien und dem muslimischen al-Andalus.

Als Antwort auf den Fall Toledos baten die Muslime die Almoraviden um Hilfe, ein wildes und sehr frommes Kriegsvolk der Berber aus Nordafrika.

Sie waren ähnlich den Taliban und Salafisten in unserer modernen Zeit: Unbarmherzig, sich ihrer eigenen Rechtschaffenheit sicher, gnadenlos mit Apostaten und Christen und noch dazu extrem mutig. Sie überranten al-Andalus und brachten die christliche Offensive zu einem abrupten Stillstand.

Ein halbes Jahrhundert später hatten sich die Almoraviden dem etwas sanfteren Lebensstil von al-Andalus angepasst. Nachdem sie ihre Leidenschaft verloren hatten, ab 1147, brach sich eine neue Welle puritanischer Nordafrikaner an den Küsten, um al-Andalus zu verteidigen.

Die Neuankömmlinge waren Almohaden, ein arabisches Wort das "Unitarier" bedeutet. Alle Muslime müssen vereint sein, denn Allah ist der "Eine", aber die Almohaden wollten einen besonders strengen Puritanismus durchsetzen, wiederum wie die Salafisten in unserer Zeit.

Die Almohaden drohten damit, das alte al-Andaluswiederherzustellen, bis zu den Pyrenäen. Die Christen waren nie besonders gut darin gewesen einen organisierten Widerstand zu Stande zu bringen und die fünf christlichen Könige Spaniens waren ständig damit beschäftigt sich gegenseitig zu bekämpfen. Am Ende jedoch fanden sie zusammen. Dennoch drängte eine weitere almohadische Offensive die Christen mit dem Rücken an die Wand.

Im Jahr 1211 rief Papst Innozenz zu einem Kreuzzug gegen die Muslime in Spanien auf. Die Könige von Kastilien und Aragon mobilisierten so viele Reiter und Infanterie wie sie konnten und planten einen Angriff im folgenden Jahr. Weitere Verstärkung kam aus Frankreich und von noch weiter her.

Es war beinahe ein Wunder, oder besser gesagt, für die Spanier war es genau das: ein Wunder und ein Beweis für die Gunst Gottes, dass diese mannigfaltigen Armeen es schafften unter einer einzigen Führung zu kämpfen und dies sogar zielgerichtet und effektiv.

Die Schlacht von Las Navas de Tolosa selbst war ein Kampf zwischen etwa 50.000 Christen und einer etwas größeren muslimischen Armee und sie war bereits Mittags entschieden.

Um es höflich auszudrücken, ist es heute nicht mehr politisch korrekt irgendeinen christlichen militärischen Sieg zu feiern, oder die La Reconquista als Befreiung Spaniens anzusehen.

Uns wird gesagt, dass eine weniger zivilisierte und viel gewalttätigere Kultur, die der Christen, eine noble und überlegene Kultur, die der Araber von al-Andalus, zerstört hat. Dies ist ein gefährlicher und falscher Mythos. Die wirkliche Geschichte ist viel interessanter.

Vor 800 Jahren waren die Christen stolz auf ihre Kultur und sie waren bereit zu erobern oder dafür zu sterben.

Hätten wir diese Einstellung, nichts könnte uns bedrohen.

Es liegt auf der Hand, dass unsere gegenwärtigen Herrscher nicht so sind.



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