Britische Pässe für Migranten werden für ca 550 Euro verkauft

• EuropeNews - 08 September 2017
Britische Pässe für Migranten werden für ca 550 Euro verkauft

Kriminelle Banden verkaufen echte britische Pässe für weniger als umgerechnet 500 Euro an Migranten in Europa, dies wurde heute bekannt. Der Preis für einen gestohlenen Pass ist von vor einem Jahr, als er umgerechnet noch 2500 Euro kostete, dramatisch gefallen, nachdem mehr als 20.000 Pässe den schwarzen Markt geflutet haben.

 

Quelle: Daily Mail
Übersetzt von EuropeNews



Die Angst geht um, dass Fanatiker des Islamischen Staats, die Terrorattentate in Großbritannien begehen wollen, es nun leichter haben die Grenze zu überwinden. Ein leitender Polizeibeamter beschrieb den illegalen Handel als „eines der am schnellsten wachsenden Probleme“ in Europa.

 

Rob Wainwright, der Direktor von Europol, hat große Bedenken, dass die gegenwärtigen Grenzkontrollen ausreichend seien, um den „ausgefeilten kriminellen Fälschersyndikaten“ auf die Spur zu kommen.

 

Er sagte, dass Terroristen den Zufluss von Migranten nach Europa „ausnutzen“ um sich zwischen ihnen unerkannt zu bewegen. Jetzt warnten auch zwei Verantwortliche der britischen Grenzschutzpolizei, dass im vergangenen Jahr tausende Pässe vom schwarzen Markt benutzt worden waren, um nach Großbritannien zu kommen.

 

Die erheblichen Sorgen des Whistleblowers über die nationale Sicherheit Großbritanniens richtet sich auf die Tatsache, dass eine „Grenzsicherung praktisch nicht existiert“. Und die Grenzschutzbehörde gab zu, dass sie in den vergangenen drei Jahren mehr als 6500 illegale Dokumente eingezogen hätten. Diese Zahl ist doppelt so hoch wie die 3000 Pässe der drei vorausgegangenen Jahre.

 

Die Leichtigkeit mit der es möglich ist einen britischen Pass auf dem schwarzen Markt in Europa zu erwerben, wurde durch einen Undercover Reporter in Athen aufgedeckt. Der Mann namens Hashmet, dessen Identität geheim ist, kam innerhalb von ein paar Minuten an eine Telefonnummer eines illegalen Passverkäufers, nachdem er den Victoria Square betreten hatte, wo sich die Migranten sammeln.

 

Hashmet, der im Auftrag des Nachtprogramms von ITV unterwegs war, traf dann ein weiteres Mitglied einer kriminellen Bande, das ihm eine Auswahl an britischen Pässen anbot. Für 500 Euro konnte er einen britischen Pass erwerben, gestohlen von jemandem, der so ähnlich aussieht wie er selbst.

 

Der Schmuggler schlug vor, dass Hashmet sein Äußeres etwas verändere und sein Haar blond färbe, um wie die Person auszusehen, die auf dem Pass zu sehen war, den er verkaufen wollte. Er sagte dem Reporter, dass er das Foto in einem der britischen Pässe austauschen könne gegen ein Bild von ihm, das würde 300 Euro mehr kosten.

 

Dieser Deal beinhaltete noch den Ratschlag an welchem Flughafen in Großbritannien die niedrigsten Sicherheitskontrollen seien, sowie Tipps, wie man britische Einwanderungsbeamte in die Irre führen könne.

 

Hashmet wurde gesagt, dass Migranten eine bessere Chance hätten sich nach Großbritannien einzuschleichen wenn sie einen ihnen „ähnlichen“ Pass benutzen würden, als einen angefertigten. Nachdem er den illegalen Handel aufgedeckt hatte, sagte Hashmet: „Das Geschäft mit den gekauften Pässen ist ziemlich häufig hier. Die Schmuggler fragen nicht nach den Motiven warum man in ein Land will. Es ist ihnen egal solange sie ihr Geld bekommen.

 

„Schmuggler sagen, dass die Erfolgsquote recht hoch sei, aber ich habe auch mit Migranten gesprochen und sie sagten mir, dass „mein Cousin, mein Freund, oder mein Mitbewohner es auch geschafft haben“ [nach GB zu kommen], da gibt es also weitere Erfolgsgeschichten.“

 

Sorgen wegen der falschen Dokumente wurden laut, als sich die Grenzpolizei der EU Anfang des Jahres äußerte. Damals wurde gesagt, dass 11.000 Migranten in Europa mit gefälschten Papieren lebten – eine Zahl, die sich in den letzten sechs Monaten beinahe verdoppelt hat.

 

Wainwright sagte gegenüber Tonight: „Ich denke, es ist eines der am schnellsten wachsenden kriminellen Probleme, die wir in Europa haben. Mehr als 20.000 bewegen sich bereits in der EU und wir haben noch nie zuvor eine solche Anzahl gehabt, es wird also rasch zu etwas, dass die kriminellen Probleme ansteigen lässt und sich in ganz Europa ausbreitet. Ich denke die Migrantenkrise war definitiv ein Ansporn. Im Jahr 2015 hatten wir 5 Mal mehr irreguläre Migranten, die durch die Außengrenzen der EU kamen als im Jahr zuvor. Das hat diese neue Nachfrage erzeugt, durch die sich eine kriminelle Industrie in den nachfolgenden Monaten rasch aufbauen konnte.“

 

„Leider sieht die Realität so aus, dass es noch schlimmer werden wird, brisante Sicherheitsbedrohungen – insbesondere beim Terrorismus, was die Fähigkeit unserer Sicherheitsorgane in ganz Europa an die Grenze bringen wird.“

 

Der Europol Chef fügte hinzu, „Ich bin besorgt wie ausgefeilt diese kriminellen Fälscherbanden agieren und ob unsere Grenzkontrollsysteme mit dieser neuen Bedrohung Schritt halten können.“

 

Zwei Angestellte der Grenzschutzbehörde sprachen mit uns, unter der Bedingung anonym bleiben zu dürfen, und sagten, dass die Agentur Mühe habe all die illegalen Pässe zu finden. Einer der beiden sagte: „Wir vertrauen kurzfristig in steigendem Maße auf schlecht ausgebildete Saisonkräfte, weil wir nicht genug ausgebildete Mitarbeiter haben.“

 

„Sie werden eingesetzt, obwohl sie nicht genug Kenntnisse und keine Erfahrung haben und ihnen wird in ein paar Tagen hier und da etwas beigebracht. Aber das heißt nicht, dass sie ausreichend trainiert sind und nicht über ausreichende Kenntnisse verfügen eine adäquate Einwanderungskontrolle durchzuführen und ich würde mir Sorgen machen in Bezug auf die nationale Sicherheit.“

 

Der zweite fügte hinzu, „wir arbeiten nur mit Mitarbeitern, die – es ist nicht deren Schuld – nicht so ausgestattet sind für diese Arbeit unter Druck wie die erfahrenen Kollegen. Wir machen rundherum Fehler.“

 

Bei der letzten Befragung der Mitarbeiter des Innenministeriums sagte weniger als einer von fünf Grenzschutzmitarbeitern, dass er glaube, dass die Agentur gut organisiert sei.

 

Emma Moore, leitende Grenzschutzbeamtin, verteidigte die Einwanderungskontrollen. „Alle Passagiere haben eine 100-prozentige Kontrolle bei ihrer Ankunft in Großbritannien erhalten,“ sagte sie. „Das wird sich auch nicht ändern und ändert sich auch nicht, wenn der Andrang größer ist.“

 

„Unser wichtigstes Ziel ist es die Sicherheit an der Grenze aufrecht zu erhalten, obwohl wir versuchen die Schlangen so rasch wie möglich abzuarbeiten, muss jeder kontrolliert werden und das kostet manchmal Zeit. Das Problem mit den Mitarbeitern haben wir das ganze Jahr hindurch. In den letzten drei Jahren haben wir über 6.500 gefälschte Dokumente bei der Passkontrolle aus dem Verkehr gezogen.“