Der Mythos des Goldenen Zeitalters in Spanien

26 Juni 2013
Der Mythos des Goldenen Zeitalters in Spanien

Emmet Scott / New English Review

    Immer wieder wird uns erzählt, dass die ersten beiden Jahrhunderte des spanischen Emirats, das angeblich im Jahr 756 von Abd' er Rahman gegründet wurde, ein echtes Goldenes Zeitalter der spanischen Geschichte war

Und in der Tat, der Überfluss und Wohlstand Spaniens zu dieser Zeit steht in starkem Kontrast zur Armut und Ignoranz des christlichen Europa in derselben Zeit.

Das Bild, das von Wissenschaftlern wie dem britischen Historiker Moss gezeichnet werden, stammt von arabischen Analysten, die von Cordoba behaupten, es sei eine Stadt mit einer halben Million Einwohner und dreitausend Moscheen, sowie 113.000 Häusern und 300 öffentlichen Bädern gewesen – und das ohne die 29 Vorstädte zu zählen, die die Metropole umgeben haben.

In den letzten sechzig Jahren wurden große Anstrengungen unternommen, um diese erstaunliche Zivilisation zu erforschen – bis jetzt ohne Ergebnis. Archäologen haben beinahe nichts gefunden, beinahe keine Ziegelsteine oder Inschriften für die ersten beiden Jahrhunderte der arabischen Herrschaft in Spanien.

Zwischen 711 und 911 gibt es fast nichts Substantielles, erst Anfang 925 oder 930. Nach Angaben des renommierten Archäologieführers von Oxford haben ausgedehnte Ausgrabungen in Cordoba hinsichtlich der arabischen Kontrolle des Landes folgendes ergeben:

Einen Teil einer südwestlichen Stadtmauer, ungefähr aus dem neunten Jahrhundert. Einen kleine Badekomplex aus dem 9./10. Jahrhundert. Einen Teil einer umayyadischen Moschee (9./10. Jahrhundert) Das ist alles was man aus zwei Jahrhunderten Stadtgeschichte mit angeblich einer halben Million Menschen finden kann.

Wenn wir im Unterschied dazu das romanische London betrachten, eine Stadt, die noch nicht einmal ein Zehntel der Größe gehabt haben soll, die Cordoba im achten und neunten Jahrhundert hatte, dann findet man dort Dutzende archäologischer Stätten. Und sogar die drei oben genannten Ausgrabungen werfen noch Fragen auf.

Die Stadtmauer stammt nur ''wahrscheinlich'' aus dem neunten Jahrhundert. Der Teil der Moschee, die dem achten Jahrhundert zugerechnet wird, angeblich von Abd' er Rahman I gestaltet wurde, könnte es sich aber um Abd' er Rahman III gehandelt haben, der Änderungen an der Moschee vorgenommen hatte, die zuvor die Kathedrale des Heiligen Vinzenz war.

Realistischerweise sollte man davon ausgehen, dass die Einwohnerzahl im späten elften Jahrhundert nicht mehr als 40.000 Menschen betragen hat. Und diese Siedlung wurde direkt auf der römischen und visgothischen Stadt erbaut, die schon eine ansehnliche Bevölkerung hatte.

Wir wissen, dass die römischen und visigothischen Villen und Paläste und Bäder einfach von den Muslimen besetzt wurden, oftmals wurden sie ein wenig verändert. So viel zur ''riesigen Metropole'' Cordoba des achten bis zehnten Jahrhunderts.

Das restliche Spanien wurde ebenfalls sehr eifrig durchkämmt, lieferte aber auch nur dünne Beweise. Ein paar Siedlungen hier und dort und einige wenige Fragmente wie Tonscherben, die nicht genau zu datieren sind. Insgesamt listet der Oxford Führer ganze elf Stätten und Individualgebäude im ganzen Land auf. (Bei Dreien davon handelt es sich um die oben Erwähnten aus Cordoba).

Diese magere Anzahl steht in scharfem Kontrast zu den hunderten Ausgrabungsstätten und Strukturen aus der visigothischen Epoche – einer vergleichbaren Zeitspanne. Würden wir die gleichen Maßstäbe anlegen wie bei den muslimischen Spuren, dann kämen wir auf Tausende visigothischer Funde.

Was bedeutet das nun?

Welche Interpretation wir auch zu Grunde legen, eins ist klar: Die opulente und raffinierte islamische Zivilisation des siebten bis zehnten Jahrhunderts, die bis jetzt neben das dunkle, unwissende und verarmte Europa gestellt wurde, ist ein Mythos.

Wenn im zehnten Jahrhundert von islamischen Städten die Rede ist, dann sind sie in Größe und Standard den gleichaltrigen Städten des christlichen Europa sehr ähnlich.

Unser gesamtes Verständnis der europäischen und nahöstlichen Geschichte vom siebten zum zehnten Jahrhundert muss radikal neu überdacht werden.



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