Die WELT über den deutschen Geert Wilders

31 August 2011
Die WELT über den deutschen Geert Wilders

pi-news.net 31 August 2011
Von Michael Stürzenberger

WELT online hat heute einen Artikel über den Bundesvor- sitzenden der FREIHEIT veröffentlicht. Natürlich unter der Rubrik "Rechtspopulismus” mit dem Titel "Der deutsche Geert Wilders will kein Rassist sein”

Es ist wohl noch nicht bis zur Redaktion der WELT vorgedrungen, dass Islamkritik nichts mit Rassismus zu tun haben kann, da der Islam schließlich keine Rasse ist. Aber das wird sich schon noch bis in die letzte linksdrehende Redakteurs-Hirnwindung vorarbeiten, auch wenn dies massiv gegen eine ideologisch festgezurrte Weltanschauung geht. Es dauert bei manchen eben ein klein wenig länger, bis sich die klare Sicht auf die Realität durchsetzt.

Redakteurin Christine Kensche versucht nach allen Kräften, den Bundesvorsitzenden der neuen Partei in ein schlechtes Licht zu rücken. Trotz der negativen Untertöne wird der informierte Leser aber die wichtige Quintessenz herausfiltern können:

"Zu uns", sagt der Mann mit dem Bürstenhaarschnitt, "kommen vor allem minderbemittelte Migranten, die eine Kultur mitbringen, die 100 Jahre zurückliegt." Damit meint er die "totalitäre Ideologie des Islam", die er bekämpfen will. Denn sonst werde in den Geschichtsbüchern bald stehen: "Es war einmal ein christliches Europa."

Es sind solche Horrorszenarien, mit denen Stadtkewitz in der Berlin-Wahl am 18.September Stimmen fangen will. Es ist die erste Wahl, an der die kaum ein Jahr alte Partei "Die Freiheit" teilnimmt. Sie wird der Prüfstein sein, ob eine islamfeindliche Organisation, wie sie etwa in Frankreich, Dänemark und Schweden in den nationalen Parlamenten sitzt, auch hierzulande eine Chance hat.

"Horrorszenarien”.. Man fragt sich, in welcher Parallelwelt manche Journalist_innen immer noch leben. Nach dem Motto: "Ein Geisterfahrer kommt entgegen? Es sind hunderte!” Es gibt immer noch Unbelehrbare, die die Gefahren des Islams nicht erkennen wollen oder sich eben hartnäckig weigern, unangenehmen Wahrheiten ins Auge zu blicken. Und dann kommen solche Artikel dabei heraus.

Der "deutsche Geert”

"Unser Abschneiden wird entscheidend sein für das Fortbestehen der Partei", sagt Stadtkewitz, der von niederländischen Verhältnissen träumt, wo es der Rechtspopulist Geert Wilders mit seiner "Partei für die Freiheit" schon bis in die Regierungsverhandlungen geschafft hat.

Der "Spiegel" nannte Stadtkewitz bereits den "deutschen Geert". Der 46-Jährige hört das gern, schließlich hat er seine Partei nach Wilders Vorbild gegründet und nach eigenen Angaben deutschlandweit mittlerweile 2000 Mitglieder angeworben.

Das Programm der "Freiheit" ist ein Themensammelsurium, das unter anderem die Einführung einer direkten Demokratie "nach Schweizer Vorbild", ein bundesweit einheitliches Schulsystem, die Abschaffung des Euro-Rettungsschirms und einen Zuwanderungsstopp fordert. Doch was die Mitglieder – ehemalige Christdemokraten, enttäuschte FDP-Wähler und insbesondere langjährige Nichtwähler – verbindet, ist die Furcht vor dem Islam.

Was für eine WELT-Redakteurin ein "Sammelsurium” ist, das bedeutet für andere den Ausdruck des gesunden Menschenverstandes. Es ist nur die Frage, in welchem Umfang die Berliner Bevölkerung dies schon begriffen hat. René Stadtkewitz hat die Gefährlichkeit des Islams erkannt, als er sich in die Schriften dieser Religion einlas und folgerichtig die Bürgerinitiative gegen den Moscheebau in Pankow unterstützte.

Das Thema lässt ihn nicht mehr los

Diese materialisiert sich in Berlin zum ersten Mal 2006: Stadtkewitz leitet ein kleines Unternehmen für Alarmanlagen und sitzt im CDU-Bauausschuss, als in seinem Wahlkreis Heinersdorf der Grundstein für eine Moschee geplant wird – die erste überhaupt im Osten der Republik. Anwohner sind entsetzt, Verschwörungstheorien kursieren. Warum, fragt man sich, ziehen die Moslems an den Stadtrand?

Die wollen ein deutschlandweites Netz knüpfen, heißt es, die nahe gelegene Autobahnauffahrt sei wohl günstig dafür. Stadtkewitz erkennt die Ängste der potenziellen Wähler, stellt sich an die Spitze der Protestbewegung. Der Alarmanlagen-Verkäufer schlägt nun selbst Alarm. "René, René", jubeln die Heinersdorfer, wenn er in ihre Kneipe kommt. Doch er macht sich auch Feinde: Eines Nachts werfen Unbekannte einen Brandsatz durch sein Kellerfenster. "Jetzt erst recht", schreibt Stadtkewitz danach auf Kampagnenplakate.

Er kann den Bau nicht verhindern, aber das Thema lässt ihn nicht mehr los. Er organisiert eine Tagung mit Islamkritikern, die die CDU nicht mittragen will. Deshalb verlässt Stadtkewitz die Partei, bleibt aber in der Fraktion, die genervt auf seine Islamisierungsthese reagiert.

Frank Hentschel und seine Berliner CDU wollten das Thema Islamkritik wohl vorsätzlich ausblenden, da es nicht zur Wahltaktik in einer Stadt passt, die mehr und mehr von muslimischen Einwanderern bevölkert wird. Dieses Wählerpotential will man offensichtlich nicht verschrecken. Eine Strategie, die nicht nur in Berlin angewendet wird. Auch in München ist dies bei der CSU zu beobachten.

Wie besessen vom Islam

Dort betreut er die Bereiche Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Er ist kaum bekannt, bis er das Gesicht der Moscheegegner wird. Frühere Parteifreunde haben diese Wandlung noch immer nicht verdaut. "Er blieb immer ruhig und freundlich, aber wir drangen nicht mehr zu ihm durch", sagt Michael Braun, Vize-Fraktionschef der Berliner CDU. "Er war wie besessen vom Islam."

Als Stadtkewitz Geert Wilders nach Berlin einlädt, schließen ihn seine Parteikollegen aus der Fraktion aus. Einen Monat später, im Oktober 2010, gründet Stadtkewitz "Die Freiheit". Gerade ist "Deutschland schafft sich ab" erschienen, die Debatte um Thilo Sarrazin tobt. 24 Prozent, heißt es in Umfragen, würden eine islamkritische Partei wählen. Stadtkewitz jubiliert. Er will Sarrazin für eine Veranstaltung gewinnen, doch der lehnt ab. "Ich habe stets die Meinung vertreten, dass Fragen von Zuwanderung und Integration in den großen Volksparteien diskutiert werden müssen", sagt SPD-Mitglied Sarrazin der "Welt".

Stadtkewitz ist enttäuscht, denn auch er drängt in die Mitte der Gesellschaft. Neue Mitglieder würden sorgfältig geprüft, Ex-NPDler seien ebenso unwillkommen wie Überläufer der Pro-Deutschland-Bewegung. Stadtkewitz ist um ein bürgerliches Auftreten seiner Partei bemüht. Wiederholt erklärt er, dass er nichts gegen Muslime an sich habe, sondern gegen den "politischen Islam": "Wir sind keine Rassisten."

Dies muss man den Betonköpf_innen in den Redaktionsstuben immer und immer wieder einhämmern: Es geht nicht gegen die Menschen, sondern gegen die Ideologie. Indem man den Islam von seinen gefährlichen, gewaltbereiten, intoleranten und totalitären Elementen trennt, befreit man die ersten Opfer dieser Ideologie: Die Muslime, vor allem die muslimischen Frauen.

Rückschlag durch Norwegen

Andere sind weniger vorsichtig. "Freiheit"-Gründungsmitglied Karl Schmitt postet auf seiner Privat-Homepage den "Immigration Song", in dem er das Lied "Zehn kleine Negerlein" auf die angeblich anstehende Massenzuwanderung aus Afrika umdichtet und eine Lösung mit "lagerähnlichen Unterkünften" vorschlägt.

Wie sich seiner Meinung nach die Aufnahme muslimischer Migranten auswirken wird, beschreibt Schmitt auf der Internetseite der islamfeindlichen Bürgerrechtsbewegung "Pax Europa": Deutsche Mädchen müssten dann Kopftücher tragen und würden körperlich gezüchtigt, wenn ihnen "eine blonde Haarsträhne" aus der Verhüllung rutscht.

Schulmädchen ohne Kopftuch sind in Berlin bereits von muslimischen Mitschülern attackiert worden, und solche Fälle werden zwangsläufig zunehmen, je größer der muslimische Bevölkerungsanteil wird. Sobald Mehrheitsverhältnisse erreicht sind, wird der Gruppendruck immer stärker. Vielleicht müssen die Zustände noch viel schlimmer werden, bis auch die letzte linke Reporterin dies zur Kenntnis nimmt.

Nach den Anschlägen von Norwegen wirken solche Texte bedenklich, ähneln sie teilweise den Thesen im Manifest des Islamhassers Anders Breivik, der in der Hauptstadt Oslo und auf der Insel Utøya 77 Menschen ermordete. Die Tat verurteilte "Die Freiheit" umgehend, Gewalt lehne man entschieden ab. Gleichzeitig konterte man bereits die befürchtete Kritik. Insbesondere das islamfeindliche Internetforum "Politically Incorrect" (PI) rückte in den Fokus der Debatte, inwieweit Rechtspopulisten dem Attentäter geistigen Nährboden boten. Im Breivik-Manifest wird PI erwähnt.

Auch Mitglieder der "Freiheit" schreiben öfter für das Blog, das einräumte, dass Breiviks Manifest Texte beinhalte, "die auch in diesem Forum stehen könnten". Stadtkewitz nennt es einen "Rückschlag", dass Islamkritiker für die Anschläge in Haftung genommen würden. Dies schadet ihm kurz vor der Wahl, in der "Die Freiheit" unbedingt die Fünfprozenthürde nehmen muss, um ihre Existenzberechtigung zu beweisen

Um dieses Ziel zu unterstützen, kommen am 3. September Geert Wilders, Oskar Freysinger und Robert Spencer nach Berlin.

Geert Wilders als Zugpferd

Oskar Niedermayer, Politologe an der Freien Universität Berlin, schätzt die Chancen für den Einzug ins Berliner Abgeordnetenhaus eher gering ein. Das vermutete Wählerpotenzial einer islamkritischen Partei werde auch noch von "Pro Deutschland" und den "Deutschen Konservativen" angesteuert. "Für alle drei werden die Stimmen nicht ausreichen."

Zudem müssten mögliche Wähler noch mobilisiert werden. Stadtkewitz will deswegen kurz vor der Wahl noch kräftig Werbung machen. Am nächsten Samstag hat er Geert Wilders nach Berlin eingeladen. Von dessen Auftritt erhofft er sich viel Zulauf für "Die Freiheit".

Noch muss der "deutsche Wilders" allerdings mit kleinem Publikum wie dem in Blankenfelde vorlieb nehmen. Zumindest einen Zuhörer kann er überzeugen. "Diese Ausländer", sagt ein Rentner, "die sind schon eine Bedrohung", seien aber zum Glück noch nicht in die Gartensiedlung vorgedrungen.

"Das ist hier eine richtige Oase." Ob die der "Freiheit" genug Stimmen beschert, ist fraglich. Sollte Stadtkewitz bei der Wahl scheitern, will er Konsequenzen daraus ziehen. Nach einem politischen Rückzug bliebe ihm immerhin noch das Geschäft mit den Alarmanlagen.

Der WELT-Redakteur kennt René Stadtkewitz wohl schlecht. Der Kampf hat gerade erst begonnen. Und die Zeit läuft für eine Partei wie die FREIHEIT.

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