Ein reformierter Islam bedeutet das Ende des Islams

• EuropeNews - 15 Mai 2017
Ein reformierter Islam bedeutet das Ende des Islams

Mireillel Valette ist eine Schweizer Menschenrechtsaktivistin, und sie sorgt sich insbesondere um die islamistische Bedrohung Europas. Vor kurzem interviewte sie den algerischen Autor Hamid Zanaz wegen seines neuen Buchs “The Return of Religion Among the Young Is a Time-Bomb“ [Der Rückkehr zur Religiosität unter den Jugendlichen ist eine Zeitbombe].

Der algerische Autor behandelt Themen, die die Zukunft des Islams betreffen. Sowohl für Algerien als auch für Frankreich sieht die Zukunft duster aus. Dieses Werk steht in einer Reihe von Veröffentlichungen in Französisch oder Arabisch aus den Jahren 2009 bis 2016. Auch nach Wafa Sultans Buch ist es noch nicht veraltet. Anstatt Texte aus dem Koran und den Hadith zu zitieren konzentriert er seine Analyse auf den Islam als Glauben und politische Ideologie.

 

 

Quelle: Faithfreedom
Übersetzt von EuropeNews

 

Nachfolgend die Übersetzung von J. Thomas des Interviews.

 

… Der Kriegsschauplatz, so Hamid Zanaz während des kurzen Interviews, ist die arabische Welt. In seinem Buch “In Praise of Reason“ nimmt er den Islam ziemlich boshaft ins Visier, das Buch wurde in Frankreich von den Medien, völlig ignoriert. Im Unterschied dazu rezensierte die algerische Presse das Buch lobend, sogar in einer liberalen Zeitung vom Typ Le Monde. Was für ein merkwürdiges Paradoxon.

 

… Zanaz war vor kurzem in Algerien um sein Buch vorzustellen. Er liebte das warme Wetter, das Meer, seine Familie. Ich fragte ihn, ob er sich dort ohne Furcht bewegt habe und ob sein Vater, seine Mutter, Brüder und Schwester aufgrund des Buchs verfolgt würden?

 

…. „Nein“ und dann fügte er hinzu, „die Islamisierung in Algerien ist eher eine 'süße' Islamisierung. Es gab noch keine Attentate aus religiösen Gründen. Gewalt wird nicht physisch ausgeübt, sondern sie ist eher moralischer Art. Nach vielen Jahren des Tötens, die die Bevölkerung erleiden musste ist diese Ruhe jetzt sehr Willkommen.“

 

… Das Buch ist den Opfern des Bürgerkriegs gewidmet: „In Erinnerung der Opfer des barbarischen Dschihadismus und für all jene, die die gegenwärtige Islamisierung bekämpfen.“

 

… Es werden auch andere Themen behandelt, wie das Algerien, in dem er einst gelebt hat, bevor er nach Frankreich gezogen war, die Unmöglichkeit einer Reformation des Islams und die Weltfremdheit der politischen Organe. Er analysiert die Situation des islamisierten Algeriens und man bekommt den Eindruck, man sei in einer Moschee gelandet. Nicht gegen Religion, nicht außerhalb der Religion, alles aus der Religion heraus.

 

… Wenn ein Muslim stolz ist, dann ist er es aufgrund dessen, wer er ist und nicht was er tut. Anstatt danach zu streben was aus einem werden kann, bleibt er eher der, der er immer gewesen ist. Er führt ein Leben ohne Entwicklung, er ist nur ein Überlebender.

 

… Hamid reflektiert seine Vergangenheit und wie er aufgewachsen ist und seine Analyse wird radikal.

 

… in meinem gesamten Leben haben ich aller gelernt! Wie man seine [rituellen] Waschungen vornimmt, wie man betet, fastet, den Islam verteidigt, sogar wie man die Toten wäscht bevor sie begraben werden. Ich wundere mich wirklich, wie ich es schaffte, nicht zum Islamisten zu werden, nach all dieser Gehirnwäsche!

 

… Jeder gute Muslim ist schuldbeladen, weil er es nicht geschafft hat den Islamischen Staat zu errichten, entweder durch Überredung, oder durch Gewalt. Ein Muslim bleibt beschmutzt im Heiligen, Verbotenen, Halal, Paradies und Hölle und er ist paralysiert durch den bloßen Gedanken an die Folterungen des Grabes. Was für ein armseliges Gewissen, das er da mit sich rumträgt.

 

In einem vorherigen Buch “Reforming Islam? An Autopsy of a Characterized Illusion,” sagte Zanaz: Ein reformierter Islam bedeutet das Ende des Islams. Ein Fundamentalist zu sein bedeutet seinen Glauben extrem auszuleben. Deshalb ist es schwierig zwischen Islamismus und moderatem Islam zu differenzieren.

 

… beispielsweise, welcher Moderate ruft zur Abrogation von Texten auf, die feindlich gegen Juden, Atheisten oder Christen sind? Der moderate Islamismus ist eine Chimäre. Gibt es so etwas wie einen moderaten Faschismus? Kann man über Nazismus light sprechen? Die Quelle aller Probleme, und der Unmöglichkeit den Islam zu reformieren, bleibt das Konzept des Korans als direktes Wort Gottes.

 

… in einem Kommentar zur Anwesenheit des Islams im Westen sagt Zanaz:

Im Westen ist die Moschee nicht einfach nur ein Platz der Anbetung. Dort werden aus jungen Muslimen wahre Gläubige gemacht, sie werden darauf vorbereitet Soldaten des Islams zu werden. Die Befürwortung einer Expansion des Islams ist der Schlüssel. Wenn nichts getan wird, um die Expansion zu stoppen und wenn der Westen weiterhin Konzessionen macht wie bisher, dann werden die Forderungen der Muslime wachsen, einschließlich Polygamie, Anwendung des Strafrechts aus dem Koran in Gebieten, in denen die Muslime zur Mehrheit geworden sind. Zusammengefasst: Die Rückkehr zur Religiosität unter den Jugendlichen ist eine „Zeitbombe“ die kurz vor der Explosion mitten ins Gesicht derjeniger steht, die nichts zu den wachsenden Forderungen der Islamisten sagen.

 

… Zurück in seinem Heimatland Algerien sagt Zanaz: Durch die Wiederentdeckung des Islams hat Algerien die Moderne zurückgewiesen. Bis zum Ende der 1980er Jahre lebten die Algerier innerhalb der Moderne. Das Algerien meiner Jugend war so anders als das heutige Algerien. Jetzt, wo der Islam zu den Algeriern zurückgekehrt ist mit seinen heiligen Büchern und den radikalen Lehren, versuchen sie ihr Leben zu re-islamisieren. Deshalb haben sie die Moderne abgelehnt, denn sie steht im Gegensatz zum reinen Islam. Religion und Irrationalität haben ihr Leben übernommen. Nichts weniger als eine mentale Revolution wäre in der Lage die Zeitbombe der Scharia zu zerstreuen, die seit langer Zeit schon tickt und kurz vor der Explosion steht mitten im Herzen aller islamischen Länder.

Reproduktionsrecht, Copyright c Mireille Vallette für Dreuz.info

 

… Kommentar:

Es gibt keinen Mangel an Büchern oder Artikeln über den radikalen Islam von westlichen Autoren. Was dieses Werk von anderen Einheimischen unterscheidet an der Analyse und Kritik des Islamismus ist die Tatsache, dass sie von innerhalb eines kulturellen Milieus schreiben, in dem sie leben. Man kann ihnen nicht den Vorwurf machen Vorurteile zu haben, etwas das Orientalisten gerne vorgeworfen wird. Hamid Zanaz hat beispielsweise einen Kollegen, den Marokkaner Sa'eed Nasheed, Autor des Buchs „Modernity and the Qur'an.“

 

… Nasheed vertritt zwei wichtige Thesen: Erstens akzeptiert er den Koran als heilige Offenbarung, während er gleichzeitig die allgemein vertretene Ansicht ablehnt, dass der heilige arabische Text gleichzusetzen ist mit Allahs Worten. Eher ist es so, dass die heilige Offenbarung durch Mohammeds Persönlichkeit „gefiltert“ wurde. Zweitens, der Autor bietet nur ein enges und begrenztes Konzept des Islams an, nämlich, dass er aus einem Aufruf zum Tawhid besteht (der strengen Einheit Allahs) und der Annahme einer ethischen Liebe und Toleranz.“ Nasheed leugnet, dass die Rolle der Offenbarungen die Legitimation der Gesetze ist; sie seien vielmehr Richtlinien zur „Anbetung Allahs“.