Etwa 12% der Muslime in den USA halten das Töten von Zivilisten für gerechtfertigt

• EuropeNews - 10 August 2017
Etwa 12% der Muslime in den USA halten das Töten von Zivilisten für gerechtfertigt

Eine neue Studie des Pew Instituts hat ergeben, dass 12% der amerikanischen Muslime Terror für gerechtfertigt halten. Die Muslime waren gefragt worden, ob sie der Aussage zustimmen, dass „Zivilisten ins Visier zu nehmen und zu töten, aus politischen oder sozialen, oder religiösen Gründen, niemals gerechtfertigt werden kann. Acht Prozent sagten, solche Handlungen seien „kaum“ gerechtfertigt, während 12 Prozent glaubten, dass Terrormorde „manchmal“ oder „oft“ gerechtfertigt seien. Natürlich können diese Zahlen weitaus höher liegen, denn man will ja nicht öffentlich zugeben, dass man für Terror ist.

 

Quellen: The Rebel, the algemeiner
Übersetzt von EuropeNews


Während die Formulierung der Frage durch Pew impliziert, dass der Islamismus einer der verschiedenen „politischen, sozialen oder religiösen“ Gründe ist, der terroristische Gewalt unterstützt, versuchte die Studie nicht zu ergründen wie es um die Gewalt steht, die ausdrücklich im Namen des Islams ausgeübt wird, oder sich gegen spezielle Länder, hauptsächlich Israel, wendet.

 

Gleichzeitig ergab die Studie tiefere Zweifel in Bezug auf den islamischen Extremismus unter den Muslimen als in der restlichen Bevölkerung. 66% der Befragten sagten, sie seien „sehr besorgt“ über den „Extremismus im Namen des Islams“ auf der ganzen Welt, im Vergleich zu 49% der nichtmuslimischen Amerikaner.

 

Wenig überraschend war, dass 68% der amerikanischen Muslime sagten, dass sie wegen Trump beunruhigt seien, während 45% antworteten, dass Trump sie wütend mache. Genauer gesagt, 76% der muslimischen Frauen sagten, Trump beunruhige sie. 74% der Muslime nehmen ihn als „unfreundlich“ in Bezug auf ihre Gemeinschaft wahr.

 

Die Studie fügt aber an, dass „dies nicht das erste Mal [ist], dass eine Gemeinschaft einen Republikaner im Weißen Haus schief ansieht. Viele muslimische Amerikaner drücken gegen Trump genau so viel Missbilligung aus wie damals gegen George W. Bush, als er vor zehn Jahren in seiner zweiten Amtsperiode war.

 

Die Umfrage ergab außerdem, dass 38% der muslimischen Frauen immer einen Hijab tragen in der Öffentlichkeit.

 

In Bezug auf die Befolgung religiöser Praktiken war das Ergebnis, dass vier von zehn Muslimen 5 Mal am Tag beten in Übereinstimmung mit den islamischen Gebräuchen. „Aber viele andere sagen, dass Religion weniger wichtig für sie sei,“ heißt es weiter in der Studie, „und dass sie nicht so konsequent seien in der Ausübung des Salah, des religiösen Gebets, das eine der fünf Säulen des Islams ist und traditionell fünf Mal am Tag ausgeführt wird.“

 

Im ganzen ist das Bild der Muslime in Amerika wesentlich rosiger als in Europa und im Nahen Osten.

 

„Trotz der Bedenken und wahrgenommenen Vorbehalte sagen 89% der Muslime sie seien sowohl stolz darauf Amerikaner zu sein als auch Muslim. Acht von zehn sagen sie seien zufrieden mit der Art und Weise wie ihr Leben abläuft. Und eine große Mehrheit der amerikanischen Muslime glauben weiterhin an den amerikanischen Traum, 70% sagen, dass die meisten Menschen die weiterkommen wollen, es auch in Amerika schaffen können, wenn sie den Willen haben hart dafür zu arbeiten.“

 

Rund 3,3 Millionen Muslime – etwa 1 Prozent der Bevölkerung – leben in den Vereinigten Staaten. Es ist eines der multikulturellsten und linguistisch verschiedenartigsten Bevölkerungen in Bezug auf ihre Migranten, die amerikanischen muslimischen Gemeinschaften setzen sich zusammen aus arabischen Ländern wie dem Iran, der Türkei, Afrika, dem Balkan und Südasien, sowie weiteren.