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Islamist – Terrorist: Worte, die aus dem Sprachgebrauch gestrichen werden

• EuropeNews 19 Juli 2017
Islamist – Terrorist: Worte, die aus dem Sprachgebrauch gestrichen werden

Doppelsprech ist eine Sprache, die absichtlich die Bedeutung von Worten verdreht, oder sogar ins Gegenteil verkehrt. Wenn beispielsweise die Kritiker des radikalen Islams diesen Extremismus beim Namen nennen, dann werden sie von ihren Kritikern „Islamophobe“ gennant: Wenn diejenigen, die sich selbst „Kämpfer für soziale Gerechtigkeit“ nennen und für Toleranz werben gerade das Gegenteil dessen (Intoleranz)zeigen, indem sie jede Konversation mit der sie nicht einverstanden sind abwürgen. Wenn andere ihren religiösen Glauben (Blasphemiegesetze) wieder anderen im Namen von Religion aufzwingen wollen (wie dies in Kanadas neuesten Vorschlägen in Bezug auf Kritik am Islam der Fall ist), oder wenn kriminelle Täter sich selbst als Opfer hinstellen.

 

Quelle: Clarion Project

Übersetzt von EuropeNews

 

Doppelsprech führt auch ganz oft zu Doppeldenk, wie dies George Orwell in seinem Roman 1984 beschreibt, „Absichtlich Lügen erzählen, während man aufrichtig daran glaubt, jede Tatsache vergessen, die unbequem geworden ist.“ In dem Roman lernen die Menschen ausdrücklich Doppeldenk aufgrund von Gruppendruck und dem Wunsch innerhalb der „Partei“ einen gesellschaftlichen Status zu halten oder zu erreichen.

 

Hier einige der schlimmsten Verstöße:

 

Eine Runde Applaus an CAIR und seine medialen Eiferer, die es geschafft und ihr Ziel erreicht haben das Wort 'Islamist' aus den Journalisten Lexika zu streichen.

 

Die Nachrichtenagentur Associated Press erklärte in einer atemberaubenden Zurschaustellung politischer Korrektheit, dass neben anderen Worten und Begriffen, 'Islamist' und 'Terrorist' nicht mehr akzeptiert werden.

 

Stattdessen sollte 'Islamist' ersatzlos gestrichen werden und die Täter von islamistischen Terrorattentaten sollen als 'Militante', 'Angreifer' oder 'einsame Wölfe' beschrieben werden.

 

AP übt eine Macht auf die journalistische Welt aus, das Lexikon leitet nicht nur die eigenen Reporter, sondern die Mehrheit der Englisch-sprechenden Journalisten weltweit richten sich nach diesem kultigen Stylebook. Reporter von College Zeitungen bis hin zu Medienkonzernen vertrauen AP als Standard für den Gebrauch von Sprache in den Medien.

 

Auch wenn ein Journalist den AP Style nicht übernehmen will, „Wenn Sie nicht so schreiben und Ihren Artikel an ein Mainstream Verlagshaus abgeben, dann werden die Lektoren Ihre Worte ändern“, so Rachel Alexander, regelmäßige Autorin von The Hill über die Veränderungen.

 

Der Schriftsteller Todd Starnes schrieb in einem Artikel aus dem Jahr 1972 in Public Opinion Quarterly, „Beim Auswählen und Veröffentlichen von Nachrichten spielen Herausgeber, Nachrichtenredaktion und Sendeanstalten eine wichtige Rolle beim Formen der politischen Realität. Die Leser erfahren nicht nur etwas über ein bestimmtes Thema, sondern auch wieviel Gewicht sie dieser Sache im Zusammenhang mit anderen Informationen einer Nachrichtenmeldung geben sollen, anhand der Geschichte selbst und ihrer Position.“

 

Wieviel mehr bewirkt Sprache um die 'politische Realität' zu beschreiben.

 

Zusammen mit den Änderungen im Zusammenhang mit den Worten Islamist und Terrorist entschied AP auch die Worte 'Migrant' oder 'Flüchtling' nicht mehr zu benutzen. Stattdessen seien die Worte 'Menschen, die sich bemühen nach Europa zu kommen' passender. Ähnlich, so AP, sollte man mit dem Begriff 'für das Leben' umgehen und es 'Anti-Abtreibung' nennen. 'Illegaler Einwanderer' und 'undokumentiert' sollen ebenfalls nicht mehr benutzt werden (AP hatte schon vorher die Benutzung von 'Illegalen' und 'Fremden' verboten).

 

CAIR hatte ihre Kampagne schon vor Jahren begonnen um das Wort 'Islamist' aus den Medien zu bringen, denn nach Meinung von Ibrahim Hooper, dem Kommunikationsdirektor von CAIR, sei „der Begriff bei Journalisten die Kurzbeschreibung für 'Muslime' geworden, was wir nicht mögen.“

 

Ursprünglich definierte AP das Wort 'Islamist' korrekt, nämlich als „Befürworter oder Unterstützer einer politischen Bewegung die eine Neuordnung von Regierung und Gesellschaft fordert in Übereinstimmung mit Gesetzen, die der Islam vorschreibt.“

 

Einfach ausgedrückt bedeutet das, dass ein Islamist jemand ist, der die Umsetzung der Scharia (islamisches Recht) als Landesrecht fordert.

 

Aber aus Achtung vor den Einwänden von CAIR begann AP Änderungen durchzuführen. Im Jahr 2013 sagten sie ihren Journalisten, „Benutzt nicht das Wort Islamist als Synonym für islamische Kämpfer, Militante, Extremisten oder Radikale, die Islamisten sein könnten oder auch nicht.“

 

Zurecht betrachtete CAIR dies als Sieg.

 

Zuerst fügten sich die Mainstream Medien nicht. Sie erkannten richtigerweise die Falschaussage von AP, dass „Islamische Kämpfer, Militante, Extremisten oder Radikale …. nicht Islamisten sein müssen.“

 

CAIR startete daraufhin eine neue Offensive damit die Medien ein für alle Mal damit aufhören das Wort Islamist zu benutzen, sie argumentierten, wenn die Welt das Wort Islamist vollständig tilge, dann gebe es keinen Begriff mehr für all jene, die die Scharia implementieren wollen, entweder durch Gewalt (wie der Islamische Staat und andere islamistische Terrorgruppen) oder schrittweise, was das Ziel von CAIR und ihrer Dachorganisation, der Muslimbruderschaft, ist.

 

Das Wort 'Islamist' abzuschaffen passt in die Agenda von CAIR und in die Agenda der Islamisten überall. Die Islamisten und ihre Terroristen – ups, 'Militante' – Gruppen nicht mehr mit dem Islam zu assoziieren bedeutet, dass die Ideologie, die ihre Handlungen antreibt, nicht mehr im Mittelpunkt von Diskussionen stehen wird, wodurch es einfacher wird für sie ihre Agenda durchzusetzen.

 

Wenn man islamistische Terroristen 'Militante' nennt, dann stellt man sie auch moralisch auf eine Stufe mit anderen Aktivisten, die einfach lautstark an ihre Ziele glauben – ob sie legale oder illegale Mittel benutzen um sie zu erreichen. (Und wie wir immer öfter sehen – z.B. bei den kürzlich zurückliegenden Unruhen in Berkeley gegen konservative Sprecher – wird Polizei und Medien freie Hand gegeben, wie man solchen 'Aktivismus' bezeichnet).

 

Eine weitere Konsequenz, die Anlass zur Besorgnis gibt wenn man das Wort Islamist aus den Lexika entfernt ist, dass diejenige, die Vorurteile gegen Muslime haben, einfach weil sie Muslime sind, noch mehr Nahrung für ihren Hass haben.

 

Wenn wir zwischen Islam als Weltreligion und Islamismus als politischer Agenda differenzieren, dann sind wir dazu in der Lage in einer qualifizierten und differenzierten Art und Weise die problematische Natur des Islamismus und ihrem Ziel nach politischer Dominanz zu diskutieren, ohne in , hasserfüllte Botschaften gegen die Religion Islam zu verfallen,“ so Dr. Elham Manea, muslimischer Professor für politische Wissenschaften an der Universität Zürich und offensiver internationaler Menschenrechtsaktivist.

 

Zusammengefasst, „Die Mainstream Medien behaupten, sie seien nicht voreingenommen, aber sie haben die Voreingenommenheit in ihre eigenen Worte verwoben,“ sagt Alexander.

 

Diese Worte aus der Sprache zu tilgen bedeutet, dass eine kleine Gruppe – namens Mainstream Medien – die politische Agenda der nächsten Jahre vorgeben wird.

 

 

 

 

 

 

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Grundlagen der rechtlichen Stellung von Andersgläubigen im Islam

Grundlagen der rechtlichen Stellung von Andersgläubigen im Islam

Nach klassischer islamischer Rechtsauffassung ist eine Gleichberechtigung von Andersgläubigen ausgeschlossen. Diese Ansicht gründet sich auf den Koran, die islamische Überlieferung (Sunna) und das Vorbild der sogenannten „rechtgeleiteten Kalifen“, den Nachfolgern des islamischen Propheten Mohammed. Liberale Muslime, die für Gleichberechtigung eintreten, werden von Islamisten, aber auch von sehr konservativen Muslimen, als „Abgefallene“ verunglimpft. Die klassische islamische Rechtsauffassung zu Andersgläubigen wird in verschiedenen Teilen der Welt mit sehr ungleicher Konsequenz umgesetzt. Doch niemand inszeniert sie so plakativ wie der Islamische Staat. Bild: Islamischer Staat (IS)

Zur Gleichberechtigung von Andersgläubigen im Islam

Da neben dem Islam nur Christentum, Judentum und Zoroastrismus „geschützte“ Religionen sind, gehören alle anderen Religionen zu den „nicht geschützten“ Religionen. Wird ein Angehöriger einer solchen „nicht geschützten“ Religion oder ein Religionsloser ermordet, dann darf nach klassischer islamischer Rechtsauffassung weder „Vergeltung“ geübt, noch muss ein „Blutgeld“ gezahlt werden. Islamische Extremisten, wie die Kämpfer des „Islamischen Staates“ und ähnlicher Milizen, betrachten daher z.B. Jesiden als Freiwild. Im Bild sind junge jesidische Frauen zu sehen, die vom „Islamischen Staat“ freigekauft wurden und sich nun zusammen mit der IGFM für Flüchtlinge im kurdischen Nordirak einsetzen.

Mit der Forderung nach Gleichberechtigung, Integration und Einhaltung der Menschenrechte machen Minderheiten immer wieder auf ihre Situation aufmerksam, zum Beispiel auch in Deutschland lebende Muslime. Wenig erfährt man jedoch über die rechtliche und gesellschaftliche Stellung von Nichtmuslimen in islamischen Ländern. Gelegentlich gehen Meldungen von Konflikten zwischen Muslimen und Kopten in Ägypten oder von dutzenden oder gar tausenden von Toten im Norden Nigerias durch die Medien. Wie sieht es mit der Stellung von Nichtmuslimen in islamischen Ländern aus, wie sind ihre Rechte und wie ist ihre Lebenssituation?

 

Die folgenden Informationen stützen sich auf allgemeine Angaben in Werken zum Islam, angefangen mit frühesten Überlieferungen, Medienberichten, Äußerungen von Islamisten oder auch Abschnitten der iranischen Verfassung. Es werden einige Negativbeispiele genannt, die nicht auf die alltägliche und allgemeine Lebenssituation von Nichtmuslimen in islamischen Ländern rückschließen lassen. Jedoch wird unter anderem die Haltung mancher strenggläubiger Muslime oder Islamisten[1] und der theoretische Hintergrund von manchen (in unseren Augen) Missverhältnissen beleuchtet.

Die Oase Chaibar

Im heutigen Umgang und Verhältnis zu Andersgläubigen orientieren sich Muslime am Koran, der Sunna[2] und dem [3], so auch in ihrem Verhältnis zu Nichtmuslimen. Seit 628 nach Christus, als Muhammad eines der frühesten Abkommen mit Nichtmuslimen traf, liegt ein Präzedenzfall für den Umgang von Muslimen mit Nichtmuslimen vor. Inhalt und Kerngedanken früher Abkommen zwischen Muslimen und Nichtmuslimen sind gerade auch heute wieder Gegenstand von Diskussionen und Forderungen von Islamisten, die an Modellen für einen modernen islamischen Staat arbeiten.

 

Bis 627 n. Chr. hatte Muhammad die Juden Medinas vertrieben bzw. ausgerottet. Als Grund wird Mangel an Unterstützung - sie erkannten Muhammads neue, monotheistische Religion nicht an - und Verrat - da sie mit den Mekkanern gegen die Muslime konspirierten - überliefert. Ein Teil der Vertriebenen floh in die rund 150 km entfernte Oase Chaibar. Diese unterwarf sich jedoch 628 nach elfeinhalb monatiger Belagerung den Muslimen. Muhammad ließ den Bewohnern das Leben, ihre Güter sowie die Ausübung ihrer Religion. Als Gegenleistung hatten sie die Hälfte des Ertrages von Feldern und Palmenhainen abzugeben. Die Muslime zu Muhammads Zeit verstanden sich vor allem auf Kampf und Handel, jedoch wenig auf Handwerk und Feldanbau. Sie waren also auf den Import von Waren und Lebensmitteln angewiesen. Zudem behielt sich Muhammad die Vertreibung der Juden vor. Diese fand unter dem zweiten der sogenannten vier rechtgeleiteten Kalifen, Umar b. al-Chattab[4] (herrschte 633 - 644), statt. Ein Hadith Muhammads besagt, dass keine Andersgläubigen im Hijaz (arabische Halbinsel) leben dürften. Die Lehrmeinungen der verschiedenen sunnitischen Rechtsschulen gehen darüber auseinander, ob oder unter welchen Bedingungen ein Nichtmuslim Mekka oder Medina betreten, oder dort beerdigt sein darf.[5]

 

Nichtmuslime könnte man Geduldete der Muslime nennen. Auf der arabischen Halbinsel lebten während der ersten Eroberungsphase Heiden sowie Monotheisten. Viele Ungläubige bekehrten sich zum Islam bzw. ergaben sich den Muslimen. Mit den Monotheisten/Ahl al-Kitab (etwa Angehörige des Buches)[6] gingen die Muslime ein Vertragsverhältnis (Dhimma) ein. Es war eine Schutz-Verpflichtung der Muslime gegenüber den Nichtmuslimen (Dhimmi), die als Gegenleistung eine Kopfsteuer (Jizya) zu entrichten hatten. Mit der Zahlung der Jizya wurde der Anspruch der Dhimmi auf Schutz verdeutlicht. Die Jizya musste in der Regel von gesunden, freien und volljährigen Männern entrichtet werden. Sie sollte keine zu große Belastung für die Dhimmis sein.

 

Die Praxis der Jizya stützt sich auf die Sure 9:29: "Bekämpfet die, welche nicht an Gott und den jüngsten Tag glauben und welche nicht für verboten halten, was Gott und sein Gesandter verboten haben, und nicht die wahre Religion bekennen, nämlich die Schriftbesitzer, bis sie die gizya (Jizya) zahlen, persönlich, in Erniedrigung."[7] Die Jizya floss in die Staatskasse (Bait al-Mal) und fiel als Grundsteuer der gesamten Gemeinde zu. Unterworfene Heiden bzw. Polytheisten hingegen hatten lediglich die Wahl zwischen Konversion zum Islam und Tod bzw. Sklaverei.

 

Das Verhältnis zu nichtunterworfenen Nichtmuslimen, die einem Dar al-Harb[8] angehörten, war ebenfalls vertraglich zu regeln. Händler oder offizielle Vertreter anderer Nationen durften sich für eine vereinbarte Zeit auf islamischem Territorium aufhalten. Der Zeitraum sowie Konditionen wurden in einem sogenannten Aman (Schutzabkommen) fixiert. Dieser Aman konnte einzelnen Personen, zum Teil ganzen Gruppen oder Angehörigen einer Nation zugestanden werden.

 

Für viele Nichtmuslime der frühen Eroberungsphase (ungefähr bis in das 8. Jh. n. Chr.) bedeutete die islamische Herrschaft eine Verbesserung ihrer Lebenssituation. Anfangs enthielten die Abkommen keine demütigenden sondern vergleichsweise leichte Auflagen. Familiäre, religiöse und gesellschaftliche Bräuche blieben erhalten, zumeist auch das Eigentum. Nur ein Verstoß gegen die getroffenen Vereinbarungen entließ die Muslime aus ihrer Schutzpflicht und konnte den Tod für den Vertragsbrüchigen sowie Enteignung und Versklavung der Familie bedeuten.[9]

 

Viele Wissenschaftler führen restriktive Vorschriften früher Verträge auf ein Selbstschutzbedürfnis der Muslime zurück (z.B. Kleider- und Reittiervorschrift zum Erkennen des Glaubensgenossen schon aus großer Distanz), da sie in ihren neuen Herrschaftsgebieten zahlenmäßig in der Minderheit waren


Der Vertrag des Umar


Dass in islamisch geprägten Staaten auch Nichtmuslime offen Gottesdienste feiern können, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Annähernd alle muslimischen Staaten haben die entsprechenden völkerrechtlich bindenden Menschenrechtsverträge ratifiziert. In der Praxis gilt dieses Recht aber meistens nur eingeschränkt, für wenige Religionsgruppen oder auch gar nicht. Menschen, die früher Muslime waren, dies aber nicht mehr sein möchten, sind oft Zielscheibe von gewalttätigen Angriffen und Verfolgung.

 

Seit der ersten Eroberungsphase findet der Vertrag des Umar besondere Beachtung. Er galt und gilt als Essenz aller Verträge Muhammads bzw. der ersten Kalifen mit Nichtmuslimen. Obwohl die Authentizität des Vertrags umstritten ist, avancierte er während der vergangenen Jahrhunderte zum wichtigsten Anhaltspunkt für Abkommen mit Nichtmuslimen. Seine Vorgaben werden nach wie vor zur Diskussion des legalen Status von Nichtmuslimen im islamischen Staat herangezogen. Allerdings besinnt man sich heute auf der Suche nach einer rechtlichen Basis aus dem Islam für eine Gleichstellung aller Bürger im islamischen Staat auf weitere frühe, weniger restriktive Verträge.

 

Der Vertrag des Umar ist von zahlreichen Autoren in unterschiedlichen Varianten überliefert worden. Die folgende Version des Vertrages, die als älteste erhaltene gilt, basiert auf der Überlieferung von Turtushi.[10] Die hier dargestellte Vereinbarung ist in Form eines Briefes von Christen an den Kalifen Umar (633 - 644) überliefert. Der Brief ist eine Bitte der Christen um Schutz für ihr Leben, ihre Nachkommen, ihren Besitz, und die Glaubensgenossen. Mit dieser Bitte verpflichten sich die Christen zugleich, folgende Bedingungen einzuhalten:

  • keine neuen Klöster, Kirchen, Mönchsklausen oder Einsiedeleien in ihren Städten und deren Umgebung zu bauen und die Gebäude, die verfallen sind bzw. in einem muslimischen Viertel stehen, weder tags noch nachts zu reparieren,
  • auf der Durchreise befindlichen Muslimen für drei Tage Herberge zu gewähren,
  • weder in Kirchen noch Privathäusern Spionen Zuflucht zu geben,
  • nichts vor den Muslimen zu verbergen, was ihnen schaden könnte,
  • Kindern nicht den Koran zu lehren,
  • weder öffentlich den christlichen Glauben zu praktizieren, noch ihn zu predigen und keinen Verwandten vom Übertritt zum Islam abzuhalten,
  • sich den Muslimen gegenüber respektvoll zu verhalten und ihnen den eigenen Sitzplatz zu überlassen, falls sie sich setzen wollen,
  • den Muslimen nicht ähneln zu wollen, weder in Kleidung, Qalansuwa[11], Turban, Schuhwerk oder der Art, die Haare zu kämmen,
  • weder die gleichen Redewendungen zu gebrauchen noch muslimische Kunyas[12] zu übernehmen,
  • nicht mit Sätteln zu reiten,
  • keine Säbel umzulegen, keine Waffen zu besitzen oder bei sich zu tragen,
  • keine arabischen Schriftzeichen in Siegeln zu verwenden,
  • keine fermentierten Getränke zu verkaufen,
  • den Vorderkopf zu rasieren,
  • sich an jedem Ort in der gleichen [erkennbaren] Weise zu kleiden und den Zunnar[13] umzubinden,
  • das Kreuz und die Heiligen Schriften nicht auf von Muslimen häufig frequentierten Wegen und auf ihren Märkten zur Schau zu stellen, in den Kirchen keine Naqus[14] zu schlagen bzw. nur leise, die Stimme nicht zu erheben, sofern Muslime zugegen sind, keine öffentlichen Prozessionen an Sonntagen, am Palmsonntag oder Ostern durchzuführen, die Verstorbenen während der Beerdigungsprozession nicht laut zu beklagen, nicht laut auf von Muslimen häufig frequentierten Wegen und auf ihren Märkten zu beten, die eigenen Toten nicht in Nachbarschaft zu Muslimen zu beerdigen,
  • keine Sklaven zu beschäftigen, die Muslimen zustehen.
  • niedriger zu bauen als die Häuser von Muslimen, damit sie keinen Einblick in deren Höfe und auf deren Dächer haben.

 

Dies sind die Bedingungen, denen sich die Christen in Gegenleistung der Schutzgewährung durch die Muslime unterwerfen. Falls eine der Vereinbarungen seitens der Christen gebrochen wird, ist der Anspruch auf die Dhimma verwirkt und die Christen unterliegen den für Rebellen bzw. Aufständische geltenden Strafen.

Umar soll dem zugestimmt haben, jedoch noch folgende zwei Klauseln angefügt haben:

  • Sie [die Christen] dürfen keine Personen kaufen, die von Muslimen gefangen genommen sind,
  • wer absichtlich einen Muslim schlägt, genießt nicht mehr den Schutz des Paktes.

Stellungnahmen und Beispiele zur rechtlichen Stellung von Nichtmuslimen

Offene Religionslosigkeit ist für Regierungen islamisch geprägter Staaten ein rotes Tuch. Bekennende Religionslose sind in vielen Staaten Opfer von Anfeindungen, Willkür, Gewalt und Verfolgung.


In Ländern, in denen die Scharia allgemein die Rechtsgrundlage bzw. Teile davon ausmacht, gelten oft heute noch aus der Dhimma (Schutzvertrag, vor allem in Bezug auf den Vertrag des Umar) übernomme Prinzipien. So ist einem Ungläubigen nach wie vor nicht gestattet, eine Muslimin zu ehelichen. Ein prominentes Beispiel ist Prof. Dr. Nasr Hamid Abu Zaid. Er wurde in den 1990ern in Ägypten zwangsgeschieden. Man sprach ihm auf Grund seiner Publikationen seine Rechtgläubigkeit ab. Damit wurde er zu einem Ungläubigen und durfte nicht weiter mit seiner islamischen Frau leben. Im Iran wurde der Geschäftsmann Helmut Hofer verhaftet und sollte mit dem Tod durch Steinigung bestraft werden, da er angeblich ein Verhältnis mit einer iranischen Muslimin hatte.

 

In vielen islamischen Ländern haben Nichtmuslime und Muslime getrennte Rechtsprechung. Dhimmis können in einem muslimischen Gericht nicht als Zeugen für oder gegen Muslime auftreten bzw. ihr Zeugnis hat nach hanafitischem Recht[15] einen geringeren Aussagewert als das eines Muslims. Ein Rechtsstreit mit einem Muslim muss nach islamischem Recht verhandelt werden.

 

Der schiitische Islam war oft rigider gegenüber Nichtmuslimen als der sunnitische Islam. Vertreibung, Zwangskonversionen und Massaker waren selten im sunnitischen Islam, nicht jedoch bei Schiiten. Sie setzten sich stärker mit ritueller Reinheit und Unreinheit auseinander. Als Beschmutzung, die zu ritueller Unreinheit führt, zählte unter anderem der Kontakt mit Nichtmuslimen, ihrer Kleidung oder ihren Gegenständen. Sie verursachten rituelle Unreinheit, von der man sich vor der Verrichtung einer religiösen Handlung reinigen muss.

 

Ayatollah Khomeini etwa schrieb in ?Principes politiques, philosophiques, sociaux et réligieux'[16]: "Die islamische Herrschaft ist eine Herrschaft durch göttliches Recht, das nicht geändert werden kann. Der Heilige Krieg bedeutet die Eroberung nichtmuslimischer Gebiete. Wenn er nach der Errichtung einer islamischen Regierung ausgerufen wird, ist jeder erwachsene Mann aufgefordert, freiwillig für das Ziel der weltweiten Verbreitung des koranischen Gesetzes zu kämpfen. Elf Dinge sind unrein: Urin, Kot, Sperma, Blut, Hunde, Schweine, ein Nichtmuslim und eine Nichtmuslimin, Wein, Bier, Schweiß eines Kamels, das Abfall frisst. Der ganze Körper eines Nichtmuslims ist unrein, sogar seine Haare, Nägel und alle körperlichen Ausscheidungen. Ein minderjähriges Kind ist unrein, wenn es keinen Muslim als Vorfahren hat. Der Körper, die Ausscheidungen und der Atem eines Nichtmuslims bzw. einer Nichtmuslimin werden automatisch rein, wenn sie sich bekehren. Die Kleider, die mit ihrem Körperschweiß vor ihrer Bekehrung in Berührung gekommen waren, sind weiterhin unrein. Einem Muslim ist es erlaubt, in einer Firma zu arbeiten, die Juden beschäftigt, solange nicht Israel in der einen oder anderen Weise durch die Produkte unterstützt wird. Jedoch ist es eine Schande, unter einem Juden als Vorgesetzten zu arbeiten."[17]

 

Muslimische Rechtsschriften befassen sich ausführlich mit Nichtmuslimen, die den Islam beleidigen. Schiiten, Hanbaliten[18] und Malikiten[19] verlangen darauf die Todesstrafe, Hanafiten und Schafiiten[20] Schläge und Gefängnis. In der islamischen Republik Iran sind Nichtmuslime straffällig, wenn ihnen die Degradierung oder Gefährdung des Islam nachgewiesen werden kann.[21] Die Ablehnung des islamischen Gesetzes oder Einladung zur Abkehr vom Islam gilt als eine Gefährdung der Staatsordnung und ist strafbar, u.U. mit dem Tod. Wenn also ein Nichtmuslim einem Muslim Zeugnis von seiner Religion gibt, kann er sich damit schon strafbar machen.

 

Iran bietet sich als ein islamischer Staat für die Betrachtung des Umgangs mit Minderheiten an. Den als Buchreligionen anerkannten Nichtmuslimen ist nach der Verfassung die Ausübung ihrer Religion gestattet. Im Parlament sind sie mit fünf Vertretern repräsentiert. Gehobene Positionen im Rechtsapparat, dem Militär und in hohen Regierungsfunktionen sind Andersgläubigen verwehrt. Ihr rechtlicher Status begründet sich aus der Verrichtung des Militärdienstes. Da sie den islamischen Staat verteidigen und sich für seine Sicherheit und sein Bestehen einsetzen, brauchen sie kein Schutzgeld/keine Jizya mehr zu entrichten. Wesentlich schlechter geht es den Heiden bzw. den nachislamischen monotheistischen Religionen wie zum Beispiel den im Iran lebenden Bahais. Da sie aufgrund ihres "häretischen Glauben" den Wehrdienst verweigern, haben sie keinerlei rechtlichen Status im Iran. Sie leiden unter starker Verfolgung.

 

In den Ländern, in denen heute das islamische Recht die Gesetzgebung bzw. Teile davon ausmacht, sehen sich Nichtmuslime immer wieder Diskriminierungen und Anfeindungen ausgesetzt. Die ägyptischen Kopten beklagen beispielsweise Benachteiligungen durch das ägyptische Ministerium für Religion, Restriktionen beim Bau von Kirchen, die Zulassung zur Universität auf Grund eines persönlichen Gespräches und nicht wegen des Notendurchschnitts, Quotenregelungen für christliche Studenten, Angriffe auf den christlichen Glauben und die Bibel, Diskriminierung bei Anstellungen etwa im universitären Bereich, Vorhaben zum Fernhalten von Christen von hohen Regierungsposten.[22] 

1997 äußerte Mustafa Mashhur, Führer der ägyptischen Muslimbrüder und Vorsitzender der internationalen Organisation der Bruderschaft, in einem Interview mit al-Ahram-Weekly, dass Christen nicht im ägyptischen Heer sein dürften. Die Aufgaben des Militärs lägen ausschließlich in der Verteidigung der islamischen Umma (etwa 'Gemeinschaft'). Den Christen sei daher der Zutritt zu verwehren, ihnen obliege wie ehedem die Zahlung der Jizya als Gegenleistung für Schutz und Verteidigung.[23]

 

Der Begriff Jihad wird fälschlicherweise meist nur mit "Heiliger Krieg" übersetzt. Das Wort an sich lässt sich mit Anstrengung oder Bemühung übersetzen. Dabei wird von vielen zwischen dem kleinen und großen Jihad unterschieden. Der kleine Jihad kann als kriegerischer Einsatz für die Verbreitung des Reiches Gottes verstanden werden; der große Jihad hingegen gilt als die persönliche Bemühung auf dem Wege Gottes, etwa im Einhalten der islamischen Pflichten[24]. Zur Legitimation des Jihad, in diesem Fall als Kampf gegen die Nichtmuslime interpretierbar, führt Scheich Abdullah Ghoshah[25], Oberster Richter des haschemitischen Königshauses, folgende Meinung verschiedener Gelehrter an:
"Der Jihad ist eines der Mittel zur Verbreitung des Islam. Andersgläubige haben demnach die Wahl, den Islam entweder freiwillig, über Erkenntnis bzw. durch Belehrung anzunehmen oder durch Kampf und Jihad. Dies bedeutet für die Außenpolitik eines islamischen Staates:

  1. Es ist nicht erlaubt, den Jihad aufzugeben. Falls irgend jemand Muslime angreift, wird der Jihad zur Pflicht eines jeden Muslims. Wenn der Jihad nicht von der ganzen Nation durchgeführt wird, ist die ganze Nation sündhaft.
  2. Der Krieg ist die einzige Beziehungsform von Muslimen zu ihren Gegnern, es sei denn, dass es Gründe für einen Frieden gäbe, wie deren Bekehrung zum Islam bzw. ein Vertrag, der einen Frieden ermöglicht.
  3. Der Dar al-Islam ist die Heimat der Muslime, der den Gesetzen des Islam untersteht, dessen Bewohnern - ob Muslim oder Schriftbesitzer - Schutz zugesagt ist. Im Dar al-Harb sind Muslime nicht sicher. Bevor die Gegner des Islam angegriffen werden, muss ihnen die Bekehrung zum Islam angeboten werden. Friedensverträge mit Nichtmuslimen können gebrochen werden, wenn der Verdacht aufkommt, dass die Feinde die Muslime verraten.

 

Tabari[26] schreibt in al-Ausat: 'Lügen sind Sünden, außer wenn sie zum Wohle eines Muslims erzählt werden bzw. um ihn aus einer Notsituation zu retten.'"[27] Gerade das Tabari-Zitat bestärkt manches Misstrauen gegenüber Äußerungen von Muslimen und begründet möglicherweise die doppelte Publikationstaktik verschiedener Islamisten, deren muttersprachlicher Text oft etwas anderes aussagt als das, was in der Übersetzung zum Beispiel ins Deutsche wiedergegeben ist.

Islamisten und der Diskurs zur Minderheitenfrage

Nach klassischer islamischer Rechtsauffassung haben nur die allerwenigsten Religionen der Erde eine Daseinsberechtigung: Neben dem Islam sind das lediglich Christentum, Judentum und der Zoroastrismus. Den Anhängern anderer Religionen wird von vielen islamischen Geistlichen – und sogar von einigen Regierungen – das Existenzrecht abgesprochen. Opfer davon sind z.B. die Bahá’í in der Islamischen Republik Iran. Sie sind die größte religiöse Minderheit des Landes und werden von der Regierung systematisch verfolgt. Im Bild: Das 2008 willkürlich verhaftete Leitungsgremium der iranischen Bahá’í.

[lesen Sie mehr zur Verfolgung der Bahá’í im Iran …]
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Der schiitische Politologe Ridwan as-Sayyid[28] zeichnet in seinem Artikel al-masihiyun[29] die Entwicklung des islamistischen Diskurses seit der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts bis zur Gegenwart zu Konzepten des islamischen Staates und der Stellung der Christen nach. Zentrales Thema ist dabei die Qualität der Staatsbürgerschaft und der Rechte von Nichtmuslimen im islamischen Staat: Nach Auffassung von Islamisten muss sich in einem islamischen Staat die legale Stellung von Nichtmuslimen mit der Scharia begründen lassen und aus der Sunna legitimiert sein. Offensichtlich gibt es aber einige Vorschriften und Maßgaben aus der Scharia (islamisches Recht) und Sunna (islamische Tradition) etwa zur Stellung von Nichtmuslimen, Frauen und Apostaten, die nicht umgangen werden können, jedoch einer vollständigen Gleichberechtigung im Wege stehen.

 

In Kreisen der Muslimbruderschaft wird nach wie vor die Rechtmäßigkeit der Jizya (Kopfsteuer) propagiert: Sie könne möglicherweise entfallen, wenn sich Nichtmuslime in der Verteidigung des bestehenden Staates engagierten. Dies stütze sich auf Verträge aus der Frühzeit des Islam. Eine andere Gruppe vertritt laut as-Sayyid die Meinung, dass durch die Teilnahme der arabischen Christen im gemeinsamen Kampf für Unabhängigkeit die Dhimma (etwa "Vertragsverhältnis" zwischen Muslimen und Nichtmuslimen) eine neue Form fände. Dies begründe eine gleichberechtigte aber unvollständige Staatsbürgerschaft: Es wäre eine erworbene und keine originäre Staatsbürgerschaft.

 

Für den Glaubensstaat - selbst den am osmanischen Kalifat orientierten - ergeben sich Probleme bei der Gleichstellung der Nichtmuslime in Bezug auf politische Rechte und Bekleidung von Ämtern, die in einer Beziehung zur Religion stehen (Staatspräsidentschaft, Ministerposten, parlamentarischer Abgeordneter, hohe Verwaltungsposten in der militärischen Führung, Präsidentschaft des Verfassungsgerichts...). As-Sayid bezweifelt, dass dies rechtens sei und fragt, wie man jemandem auf Grund der Religionszugehörigkeit die Nomination etwa zum Präsidentschaftskandidaten verwehren könne. Nach einer Veröffentlichung von A. Wessels[30] ist die Zahl der Christen in der arabischen Welt in den letzten 50 Jahren um 30% zurückgegangen. Er führt dies zum einen auf wirtschaftliche und politische Faktoren zurück, unterschlägt aber nicht Probleme der Christen mit den bestehenden Staaten und mit den fundamentalistischen Islamisten.

 

Muslime fordern auch in Deutschland die Anerkennung ihrer Religion und ihrer kulturellreligiösen Bedürfnisse. Glücklicherweise leben wir in einer Gesellschaft, die Demokratie und die Gleichberechtigung aller zu verwirklichen sucht. Im Dialog mit Muslimen werden jedoch oftmals oben erwähnte kritische Punkte unterschlagen und vor allem die aus dem Koran, der Sunna und den Hadith herauslesbare Diskriminierung Andersgläubiger verschwiegen. Muslime haben das Recht, in unserem Staat die volle Anerkennung und Gleichberechtigung zu fordern. Wie sieht es hingegen mit ihrem Einsatz für Rechte von Minderheiten und Nichtmuslimen in ihren Heimatländern aus?

 

In Zeiten der Globalisierung aber auch des zunehmenden Fundamentalismus sollten sich Muslime und islamische Länder von oben genannten Diskriminierungen distanzieren und den gleichberechtigten Status Andersgläubiger ermöglichen und schützen.

Literatur

Siehe hierzu u.a.:

Arnold, T.W.: The preaching of Islam. London, 1913.

Bat Ye'or: The Decline of Eastern Christianity under Islam. Cranbury, 1991.

Bat Ye'or: The Dhimmi. London, 1985.

Cragg, K.: The arab Christian. A History in the Middle East. 1991.

Fattal, Antoine: Le statut légal de non-musulmans en pays d'islam. Beirut, 1858.

Khoury, A.T.: Toleranz im Islam. Mainz, 1980.

Khoury, A.T., Hagemann, L.: Christentum und Christen im Denken zeitgenössischer Muslime. Würzburg, 1994.

Krämer, G.: Minderheit, Millet, Nation? Die Juden in Ägypten 1914 - 1952. Wiesbaden, 1982.

Lewis, B.: Die Welt der Ungläubigen. Frankfurt/M., 1983.

Lewis, B.: The Jews of Islam. Princeton, 1984.

Nagel, T.: Studien zum Minderheitenproblem im Islam 1. Bonn, 1973.

Tritton, A.S.: The Caliphs and their non-Muslim Subjects. Oxford, 1930.

Watt, W.M.: Muslim-Christian Encounters. London, 1991.

Fußnoten

  1. Islamisten sind Muslime, die die Errichtung einer Gesellschaft auf den Grundlagen des Koran und der Sunna anstreben (Sunna = islamische Tradition). Terrorismus ist allerdings nur eine kämpferische Variante des Islamismus, man darf daher nicht alle Islamisten, geschweige denn alle Muslime dazu zählen.
  2. Sunna - Brauch, Sitte, überlieferte Norm, als verbindliches Vorbild dienende Aussagen und Handlungen Muhammads
  3. Hadith - Überlieferung zu Muhammads Leben, Handeln, Aussagen und Beschlüssen.
  4. Nach Muhammad folgten die vier rechtgeleiteten Kalifen in der Leitung der Umma (Gemeinde). Dies waren Abu Bakr (632 - 34), Umar (634 - 44), Uthman (644 - 55) und Ali (654 - 61).
  5. Siehe Khoury, A.T.: Toleranz im Islam, S. 149 - 52.
  6. Als Ahl al-Kitab (etwa Leute des Buches) werden Bekenner einer prinzipiell monotheistischen Offenbarungsreligion wie Juden oder Christen (später auch Sabäer, Zoroastrier und Hindus) bezeichnet. Die Grundlagen ihres Glaubens beruhen auf einer von Gott offenbarten Heiligen Schrift, wenn diese auch nach islamischer Auffassung verfälscht wurde. Sie wurden auch als Dhimmi (etwa Vertragsbesitzer) bezeichnet.
  7. H.J. Wensinck, J.H. Krämer: Handwörterbuch des Islam. Leiden, 1941. S.144. Bei R. Parets Koranübersetzung ist etwas genauer "aus eigener Hand" übersetzt.
  8. Dar al-Harb (etwa Haus des Krieges): das Gebiet, in dem der Islam nicht vorherrschende Religion ist oder ein Muslim seinen Glauben nicht frei ausüben kann. Der Dar al-Islam (etwa Haus des Islams) befindet sich in einem Kriegszustand mit dem Dar al-Harb, kann aber vorübergehend Frieden mit dem Dar al-Harb eingehen.
  9. Muhammad hatte sich gegen die Bestrafung einer ganzen Gemeinschaft für das Vergehen eines Einzelnen ausgesprochen, jedoch gab es schon unter ihm Gegenbeispiele.
  10. Ibn `Abi Randaqa Turtushi (gest. 1162), andalusischer malikitischer Rechtsgelehrter.
  11. Kopfbedeckung
  12. Arabische Namensgebung wie Abu/Ibn/Bint/Umm....
  13. Eine Art Gürtel/ Tuch, das um die Taille gewickelt wird.
  14. Klanghölzer
  15. Sunnitische Rechtsschule nach Abu Hanifa (697/699 - 767).
  16. S.R. Khomeini: Principes politiques, philosophiques, sociaux et réligieux. Paris, 1979. (Ü.d.V)
  17. Aus Bat Yeor, The Dhimmi, S. 56. (Ü.d.V)
  18. Sunnitische Rechtsschule nach Ahmad ibn Hanbal (780 - 855).
  19. Sunnitische Rechtsschule nach Malik Ibn Anas (708/715 - 795/ 97).
  20. Sunnitische Rechtsschule nach ash-Shafi´i (767 - 820).
  21. Aus der iranischen Verfassung nach der Revision 1988:
    "Article 4 All civil, penal, financial, economic, administrative, cultural, military, political, and other laws and regulations must be based on Islamic criteria. This principle applies absolutely and generally to all articles of the Constitution as well as to all other laws and regulations, and the fuqaha' (die Rechtsgelehrten, A.d.V.) of the Guardian Council are judges in this matter.  ...
    Article 13
    Zoroastrian, Jewish, and Christian Iranians are the only recognized religious minorities, who, within the limits of the law, are free to perform their religious rites and ceremonies, and to act according to their own canon in matters of personal affairs and religious education. ...
    Article 14
    In accordance with the sacred verse; ("God does not forbid you to deal kindly and justly with those who have not fought against you because of your religion and who have not expelled you from your homes" [60:8]), the government of the Islamic Republic of Iran and all Muslims are duty-bound to treat non-Muslims in conformity with ethical norms and the principles of Islamic justice and equity, and to respect their human rights. This principle applies to all who refrain from engaging in conspiracy or activity against Islam and the Islamic Republic of Iran.  ...
    Article 20
    All citizens of the country, both men and women, equally enjoy the protection of the law and enjoy all human, political, economic, social, and cultural rights, in conformity with Islamic criteria. ...
    Article 24
    Publications and the press have freedom of expression except when it is detrimental to the fundamental principles of Islam or the rights of the public. The details of this exception will be specified by law. ...
    Article 64
    There are to be two hundred seventy members of the Islamic Consultative Assembly which, keeping in view the human, political, geographic and other similar factors, may increase by not more than twenty for each ten-year period from the date of the national referendum of the year 1368 of the solar Islamic calendar. The Zoroastrians and Jews will each elect one representative; Assyrian and Chaldean Christians will jointly elect one representative; and Armenian Christians in the north and those in the south of the country will each elect one representative. The limits of the election constituencies and the number of representatives will be determined by law."Siehe Internetseite der iranischen Regierung.
  22. Aus Bat Yeor, S. 399: "Die ägyptischen Kopten wenden sich an Präsident Sadat (1972)." Und: "1980 - 81 wurden in Ausschreitungen gegen Kopten Hunderte getötet, Kirchen niedergebrannt und verwüstet. Präsident as-Sadat verhaftete 1500 muslimische Fundamentalisten sowie 150 Kopten, darunter Priester und Bischöfe. Der zunehmende muslimische Fundamentalismus schürt den Hass gegen Christen und hat die Situation von Kopten verschlimmert. Fundamentalisten verlangen die Wiedereinführung der Scharia und damit auch der Dhimma." (Ü.d.V)
  23. Aus: Ridwan as-Sayyid: al-masihiyun wa jama´at al-islam as-siyasiy fi-l-watan al-´ara-biy (etwa "Die Christen und die Organisationen des politischen Islam in den arabischen (Heimat-)Ländern"). In Afaq, Nr. 20, Beirut, 1998. S. 77 - 100.
  24. Die Pflichten werden auch als fünf Säulen des Islam bezeichnet: 1. Bekenntnis der Einheit Gottes, 2. Gebet, 3. Fasten, 4. Spende, 5. Pilgerfahrt.
  25. In Ghoshah, A.: The Jihad is the Way to gain Victory. Kairo, 1968. S. 184 ff.
  26. Abu Ja´far Muhammad Ibn Tabari: 839(?) - 923, berühmter und weithin anerkannter Koranexeget und Historiker.
  27. Aus Bat Yeor: The Dhimmi. S. 392. (Ü.d.V)
  28. Ridwan as-Sayyid, 1949 in Libanon geboren, studierte in Kairo an der Azhar-Universität, promovierte 1977 in Tübingen, lehrt seit 1978 Islamwissenschaft an der Libanesischen Universität in Beirut, ist Herausgeber und Mitbegründer von al-Fikr al-Arabiy, eine Zeitung, in der dem Verhältnis von Intellektuellen zur Religion Hauptaugenmerk geschenkt wird, und seit 1988 Herausgeber von al-Ijtihad, eine Zeitung, die zu unterschiedlichen Themen, vorrangig zu religiösen Eliten und Islamismus (den er islamic rivivalism nennt) Artikel veröffentlicht, zum großen Teil auch Übersetzungen europäischer und amerikanischer Autoren.
  29. Siehe Fußnote 23
  30. A. Wessels "Arabs and Christians? Christians in the Middle East", 1995.






Fjordman: Überbevölkerung – Zahlen und Fakten

• EuropeNews 17 Juli 2017
Fjordman: Überbevölkerung –  Zahlen und Fakten

Vor 12.000 Jahren waren wir alle Jäger und Sammler. Die Bevölkerung zu dieser Zeit wurde auf weniger als zehn Millionen Menschen geschätzt. [1] Eine einzige Großstadt wie Tokio, Peking, Seoul, Karachi, Mexiko City, Lagos, Mumbai, oder Kairo hat mehr Einwohner als auf allen Kontinenten zu jener Zeit zusammen.

Durch die neolithische Revolution und dem Beginn der Landwirtschaft wuchs die Anzahl schrittweise tausende Jahre lang. In den letzten paar Jahrhunderten, nach der Industriellen Revolution und dem Beginn der modernen Medizin, ist die Weltbevölkerung buchstäblich explodiert. Sie ist heute zehn Mal so groß wie im Jahr 1800.


Quelle: Gates of Vienna

Übersetzt von EuropeNews



Überbevölkerung ist das größte Problem auf unserem Planeten in unserer Zeit. Sie hat einen negativen Effekt auf das Leben der Menschen und verursacht sehr ernste Umweltprobleme. Eine Menge Tiere stehen kurz vor der Ausrottung wegen der Aktivitäten des Menschen und dem Verlust ihres natürlichen Lebensraums.

Wenn man Menschen aus Ländern mit niedriger technischer Entwicklung in Länder mit hoher technischer und wirtschaftlicher Entwicklung transferiert, dann werden sie mehr natürliche Ressourcen konsumieren. Das wird das Umweltproblem nur noch mehr verschärfen. Migration kann den Grund der Überbevölkerung nicht lösen. Man muss dies vor Ort tun.

Laut einem Bericht der Vereinten Nationen (UN) vom Juni 2017 beträgt die gegenwärtige Weltbevölkerung 7,6 Milliarden und soll bis 2030 8,6 Milliarden betragen, 9,8 Milliarden in 2050 und 11,2 Milliarden im Jahr 2100.[2] Die eine Milliarde Grenze wurde erstmalig kurz nach 1800 überschritten. Alle menschlichen Bevölkerungen benötigten mehrere hunderttausend Jahre um zu einer Milliarde anzuwachsen. Jetzt kommt alle paar Jahrzehnte eine Milliarde hinzu.

Die UN stellt sich gegen alles, was Europäer tun, um die Einwanderung zu begrenzen, sogar die illegale Einwanderung, oder was sie tun, um ihre Heimatländer zu schützen. Die UN hat ein Papier vorgestellt mit dem Titel „Ersatz [durch] Migration“ als mögliche Lösung für Europa.[3] Peter Sutherland, der bis 2017 besonderer Botschafter für Migration der UN war, stellte fest, dass die Europäische Union (EU) „ihr Bestes geben sollte, um“ die „Homogenität“ ihrer Mitgliedstaaten zu „unterminieren“.[4]

Während die Japaner, Deutschen und andere technologisch hoch entwickelte Länder niedrige Geburtsraten haben, haben einige der wenigsten entwickelten Länder dieser Welt sehr hohe Geburtenraten. Das Menschheitswachstum konzentriert sich hauptsächlich auf die Südhalbkugel, insbesondere Afrika und auf viele mehrheitlich muslimische Länder. Allein Afrika wird in diesem Jahrhundert um einige Milliarden Menschen wachsen. Das ist mehrmals die gesamte Bevölkerung des gesamten europäischen Kontinents, von Russland und der Ukraine bis Portugal und Irland.

Rund 83 Millionen Menschen kommen jedes Jahr zur Weltbevölkerung hinzu. Wenn wir die offiziellen Schätzungen der UN Demographen im Jahr 2017 betrachten, dann wird die Weltbevölkerung um rund 227.246 Menschen pro Tag wachsen. Das sind mehr als 1,59 Millionen pro Woche, über 9.468 pro Stunde, 157,8 pro Minute und 2,63 pro Sekunde.

Wenn man 38 Sekunden benötigt, um einen kalten Drink zu holen, dann werden 100 Menschen mehr auf dem Planeten sein, als ein paar Sekunden zuvor. Wenn man abends in Bett geht und sieben Stunden schläft, dann ist in dieser Zeit die Weltbevölkerung um mehr als 66.000 Menschen gewachsen, wenn man morgens wieder aufwacht. Eine Million mehr Menschen, die Wasser, Nahrung, Unterkunft, Jobs und Bildung benötigen. Diese Situation ist mit Sicherheit nicht nachhaltig.

Bevölkerungsschätzungen für das Römische Reich zu Beginn unserer Ära reichen von 45 Millionen bis zu mehr als 100 Millionen Menschen. [5] Eine ziemlich allgemeine Schätzung ist 60-80 Millionen. Die Weltbevölkerung wächst also im Ausmaß eines Römischen Reichs pro Jahr. Die heutigen Masseneinwanderungen sind sehr viel größer und schneller als die Migrationsperiode in Europa, die wir mit dem Fall des westlichen Römischen Reichs assoziieren.

Der Wasserbedarf weltweit soll nach Berechnungen zwischen 2000 und 2050 um 55% wachsen. Vieles geht in die Landwirtschaft, rund 70% des weltweiten Verbrauchs an Frischwasser geht dort hin. Die Nahrungsmittelproduktion wird um 69% wachsen bis 2035, um die wachsende Bevölkerung des Planeten zu ernähren. Viele Trinkwasserquellen werden heute schneller ausgeschöpft als sie wieder aufgefüllt werden. Das Ganges Becken in Indien wird austrocknen auf Grund des Bedarfs durch die Bevölkerung und Bewässerung. Einige glauben, dass die steigende Wasserknappheit auf der ganzen Welt zu Kriegen führen wird.[6]

Indien wird China bis 2004 als bevölkerungsreichste Nation überholen. Nigeria, das jetzt an dritter Stelle liegt in punkto Bevölkerung, wird die USA noch vor 2050 überholen. Von jetzt bis 2050 wird sich das Bevölkerungswachstum der Welt auf gerade einmal neun Länder beschränken: Indien, Nigeria, Kongo, Pakistan, Äthiopien, Tansania, die USA, Uganda und Indonesien. Die Bevölkerung von 26 afrikanischen Ländern werden sich bis 2050 mindestens verdoppeln. Ein afrikanisches Land, Niger, ist seit 1960 förmlich explodiert, von 3,5 Millionen Menschen bis fast 20 Millionen heute. 80% seiner Bürger leben in Armut und auf der Schwelle zum Verhungern.[7]

Schweden, Dänemark, Finnland, Norwegen und Island haben im Jahr 2017 zusammengerechnet eine Bevölkerung von 27 Millionen Menschen. In dieser Zahl sind einige Millionen kürzlich eingereister Migranten enthalten, die vor 40-50 Jahren noch nicht in dieser Region lebten. Anfang 2017 waren schätzungsweise 29 Millionen Menschen arbeitslos in Nigeria.[8] Ein einziges afrikanisches Land hat also mehr Arbeitslose als Menschen in ganz Skandinavien und den nordischen Staaten zusammengenommen. Nigeria wird in Afrika als regionale Wirtschaftsmacht bezeichnet.

Umfragen in Nigeria zeigen, dass 40 Prozent der Menschen dort in den Westen emigrieren würde, wenn sie könnten.[9] Mit rund 190 Millionen Menschen, die im Jahr 2017 in Nigeria leben, wären dies 76 Millionen potentielle Migranten nur aus einem einzigen Land. Diese Zahl wächst immer weiter.

Es gibt viele Nigerianer unter den Bootsflüchtlingen im Mittelmeer, die nach Europa wollen.[10] Andere illegale Migranten kommen aus Bangladesh in Südasien.[11] In Bangladesh herrscht heute kein Krieg, es gibt dort nur den Islam und Überbevölkerung.

Im Juli 2017 warnte der Geschäftsmagnat Bill Gates, Gründer des Softwaregiganten Microsoft, in einem Interview, dass Deutschland und andere europäische Länder doch nicht solch eine riesige Anzahl Menschen aufnehmen können, die sich auf den Weg nach Europa machen. Diese Politik vieler europäischer Regierungen hat bewirkt, dass mehr Menschen dazu motiviert werden nach Europa auszuwandern. Gates stellt fest, dass Europa es den Afrikaner schwerer machen muss, um den Kontinent über die verschiedenen Transitrouten zu erreichen. Gleichzeitig unterstützte er mehr Hilfe für Afrika.[12]

Der italienische Politiker Antonio Tajani ist Präsident des Europaparlaments. Hunderttausende Bootsmigranten aus Afrika und der islamischen Welt haben seit Jahren Italien und die EU geflutet. Viele von ihnen wurden nahe der libyschen Küste aufgegabelt, in einer Art Fährservice. Tajani warnte im Juli 2017, dass Millionen mehr illegale Migranten bereit stehen, um nach Europa zu gelangen. Er glaubt, dass es einen Exodus „biblischen Ausmaßes“ geben wird in den nächsten Jahren, der „unmöglich aufzuhalten“ sei, wenn Europa das Problem jetzt nicht angeht. Er behauptet, dass die einzige Lösung darin bestehe, massiv in Afrika zu investieren, um so die Menschen erst einmal davon abzuhalten wegzugehen.[13]

Es ist gut, dass prominente Mitglieder der westlichen Eliten jetzt endlich ihre Sorgen äußern, dass die Masseneinwanderung aus Afrika und dem Nahen Osten zu viel ist und Europa nicht bewältigen kann. Einige Beobachter warnten schon zuvor, aber die regierende Klasse hat nicht auf uns gehört.

Aber der Vorschlag, dass die Masseneinwanderung aufhören werde, wenn Europa mehr in Afrika investiert, ist mindestens fraglich. Einige Informationen weisen darauf hin, dass die Migration sich noch verstärken wird, wenn sich das Einkommenslevel leicht verbessert. Mehr Menschen werden dann in der Lage sein den Transport und möglicherweise Menschenschmuggler zu zahlen. Wenn sich dies bewahrheitet, dann wird mehr Geld aus dem Westen für Afrika und den Nahen Osten die Migration aus diesen Regionen nicht aufhalten. Es wird einfach weiter zu einem Abfluss unserer begrenzten Ressourcen führen.

Die Europäer stellen einen rapide schrumpfenden Teil der Weltwirtschaft und Bevölkerung dar. Europa hat viele interne Probleme mit denen es fertig werden muss und könnte vor ernsthaften Konflikten ethnischer und religiösen Spannungen durch den Islam und die Einwanderung stehen. Nebenbei gesagt ist Afrika ein großer Kontinent. Er ist drei Mal größer als Europa und voller Öl, Gold, Diamanten und anderer natürlicher Ressourcen. Die Afrikaner sollten sich um sich selbst kümmern.

Einige Regionen in Afrika können sich heute kaum selbst ernähren. Sie können ihre Gesellschaften nicht auf der Hoffnung aufbauen, dass Außenstehende sie immer weiter füttern werden. Dies könnte zu einem humanitären Desaster führen.

Wenn die islamische Welt und Afrika in den nächsten fünf oder sechs Jahren 300 Millionen Migranten nach Europa schicken würden, dann würde die Bevölkerung in dieser Region immer noch wachsen. Aber eine Anzahl europäischer Staaten würde wahrscheinlich kollabieren.

Von 1996 bis 2016 wuchs Ägypten um rund 30 Millionen Menschen. Das war nur das Wachstum eines arabischen Landes in nur einer Generation.[14] Ägypten, so schätzt man, wird im Jahr 2030 119 Millionen Einwohner haben. Die Bevölkerung des Landes im Jahr 1900 betrug knapp über 10 Millionen. Ägyptische Offizielle warnen davor, dass das rapide Bevölkerungswachstum Armut und Arbeitslosigkeit zementiert. Auch feuert es zu mehr islamischem religiösem Fanatismus an.

Der einzig mögliche Weg für Ägypten die Lebensqualität seiner Bürger zu verbessern ist, aktiv das Bevölkerungswachstum zu reduzieren. Dasselbe gilt für den größten Teil Afrikas und die islamische Welt. Externe Hilfe in diesen Regionen sollte sich spezifisch auf die Reduzierung der Geburtenrate konzentrieren. Das wäre gut für sie selber und gut für den Rest der Welt.


Anmerkungen:

1 en.wikipedia.org/wiki/World_population_estimates#Deep_prehistory Some estimates extend their timeline into deep prehistory, to “10,000 BC”, i.e. the last glacial maximum, when world population estimates range roughly between one and ten million. www.worldhistorysite.com/population.html discovermagazine.com/2012/oct/100-000-years-of-dramatic-population-changes 100,000 Years of Dramatic Population Changes. October 18, 2012.
2. www.un.org/development/desa/en/news/population/world-population-prospects-2017.html World population projected to reach 9.8 billion in 2050, and 11.2 billion in 2100. 21 June 2017.
3. www.un.org/esa/population/publications/migration/migration.htm Replacement Migration: Is It a Solution to Declining and Ageing Populations?
4. www.bbc.com/news/uk-politics-18519395 EU should ‘undermine national homogeneity’ says UN migration chief 21 June 2012
5. en.wikipedia.org/wiki/Classical_demography#Demography_of_the_Roman_Empire
6. www.bbc.com/future/story/20170412-is-the-world-running-out-of-fresh-water Is the world running out of fresh water? April 12, 2017.
7. www.theguardian.com/global-development-professionals-network/2017/mar/15/why-have-four-children-when-you-could-have-seven-contraception-niger Why have four children when you could have seven? Family planning in Niger. 15 March 2017.
8. allafrica.com/stories/201706121136.html Nigeria: Rising Level of Unemployment. 12 June 2017.
9. www.nytimes.com/2015/11/01/world/europe/a-mass-migration-crisis-and-it-may-yet-get-worse.html A Mass Migration Crisis, and It May Yet Get Worse. OCT. 31, 2015.
10. www.dailytrust.com.ng/news/general/nigeria-ranked-second-of-migrants-origin-on-sea-route-to-europe/195687.html Nigeria ranked second of migrants origin on sea route to Europe. April 30, 2017.
11. www.independent.co.uk/news/world/europe/refugee-crisis-migrants-bangladesh-libya-italy-numbers-smuggling-dhaka-dubai-turkey-detained-a7713911.html Bangladesh is now the single biggest country of origin for refugees on boats as new route to Europe emerges. 5 May 2017.
12. www.dailymail.co.uk/news/article-4665198/Bill-Gates-warns-open-door-migration-overwhelm-Europe.html Bill Gates warns that Germany’s open door policy to migrants will overwhelm Europe and urges leaders to ‘make it more difficult for Africans to reach the continent via current routes’ 4 July 2017.
13. www.express.co.uk/news/world/826356/Migrant-crisis-Europe-EU-Italy-refugees-Tajani-warning ‘Exodus of biblical proportions’ Millions of migrants to arrive after EU’s woeful response. July 9, 2017.
14. www.memri.org/reports/egyptian-economic-crisis-leads-increased-calls-reduce-countrys-birthrate Egyptian Economic Crisis Leads To Increased Calls To Reduce The Country’s Birthrate. December 5, 2016.
15. en.wikipedia.org/wiki/Demographics_of_Egypt Demographics of Egypt



Europas Massenmigration: Führer vs. Öffentlichkeit

Gatestone Institute 17 Juli 2017
Europas Massenmigration: Führer vs. Öffentlichkeit

"Je großzügiger du bist, desto mehr spricht sich das herum - was wiederum mehr Menschen motiviert, Afrika zu verlassen. Deutschland kann unmöglich die riesige Anzahl von Menschen aufnehmen, die ihren Weg nach Europa machen wollen." — Bill Gates.

  • Die jährliche Umfrage bei EU-Bürgern, die kürzlich von Projekt 28 durchgeführt wurde, fand eine Einstimmigkeit über die Frage der Migration, die über den ganzen Kontinent fast unerreicht war. Die Umfrage ergab, dass 76% der Bevölkerung in der EU glaubt, dass der Umgang der EU mit der Migrationskrise der letzten Jahre "armselig" gewesen war. Es gibt kein Land in der EU, in dem sich die Mehrheit der Öffentlichkeit von diesem Konsens unterscheidet.

  • Zur selben Zeit, wie die Öffentlichkeit wusste, dass das, was die Politiker tun, nicht nachhaltig ist, hat es eine große Anstrengung gegeben, zu kontrollieren, was die europäische Bevölkerung überhaupt sagen darf. Bundeskanzlerin Angela Merkel ging so weit, den Facebook-Gründer Mark Zuckerberg zu drängen, die Beiträge auf Social Media einzuschränken, die ihrer Politik gegenüber kritisch eingestellt waren.



    Originaltext: Europe's Mass Migration: The Leaders vs. the Public
    Übersetzung: Daniel Heiniger

Ist Bill Gates ein Nazi, Rassist, "Islamophober" oder Faschist? Wie der berühmteste Butler von PG Wodehouse gesagt hätte: "Die Eventualität erschiene äusserst entfernt". Bisher hat niemand in irgendeiner einflussreichen Position solche Ansprüche gegenüber dem weltweit größten Philanthropen erhoben. Möglicherweise - nur möglicherweise - ändert sich etwas in Europa.

In einem Interview, das am 2. Juli in der deutschen Zeitung "Welt Am Sonntag" veröffentlicht wurde, hat der Mitbegründer von Microsoft die anhaltende europäische Migrationskrise angesprochen. Was er sagte, war überraschend:

"Einerseits willst du Großzügigkeit demonstrieren und Flüchtlinge aufnehmen, aber je großzügiger du bist, desto mehr spricht sich das herum - was wiederum mehr Menschen motiviert, Afrika zu verlassen. Deutschland kann unmöglich die riesige Anzahl von Menschen aufnehmen, die ihren Weg nach Europa machen wollen."

Diese Worte wären für den Durchschnittsbürger Europas unumstritten. Die jährliche Umfrage der EU-Bürger, die kürzlich von Project 28 durchgeführt wurde, fand eine Einstimmigkeit über die Frage der Migration, die fast über den ganzen Kontinent unerreicht war. Die Umfrage ergab zum Beispiel, dass 76% der Bevölkerung in der EU glaubt, dass der Umgang der EU mit der Migrationskrise der letzten Jahre "armselig" sei. Es gibt kein Land in der EU, in dem sich die Mehrheit der Bevölkerung von diesem Konsens unterscheidet. In Ländern wie Italien und Griechenland, die an der Front der Krise der letzten Jahre waren, ragt diese Zahl steil in die Höhe. In diesen Ländern glauben neun von zehn Bürgern, dass die EU schlecht mit der Migrantenkrise umgegangen ist.

Wie sollten sie auch anders denken? Die Ankündigung der Bundesregierung von 2015, dass normale Asyl- und Grenzverfahren nicht mehr in Kraft seien, verschärfte eine bereits katastrophale Situation. Die Populationen von Deutschland und Schweden stiegen in diesem Jahr aufgrund des Zustroms von Migranten allein um 2% an. Dies sind monumentale Veränderungen, die mit einer für jede Gesellschaft riesigen Geschwindigkeit geschehen.

 

Der Philanthrop und Mitgründer von Microsoft Bill Gates hat vor kurzem in einem Interview gesagt: "... du willst Großzügigkeit demonstrieren und Flüchtlinge aufnehmen, aber je großzügiger du bist, desto mehr spricht sich das herum, was wiederum mehr Menschen dazu motiviert, Afrika zu verlassen, Deutschland kann unmöglich die riesige Anzahl von Menschen, die ihren Weg nach Europa machen wollen, aufnehmen. " (Foto von World Economic Forum / Wikimedia Commons)

 

Zur gleichen Zeit, wie die Öffentlichkeit gewusst hat, dass das, was die Politiker tun, nicht nachhaltig ist, hat es eine große Anstrengung gegeben, zu kontrollieren, was die europäische Bevölkerung sagen darf. Bundeskanzlerin Merkel ging so weit, den Facebook-Gründer Mark Zuckerberg zu drängen, die Beiträge auf Social Media zu beschränken, die kritisch gegenüber ihrer Politik waren. Dies war nur ein Beispiel für einen viel breiteren Trend. Auf dem ganzen Kontinent war jede private oder öffentliche Persönlichkeit, die es wagte, zu warnen, dass die Einfuhr so vieler Menschen in solch einer unorganisierten Weise der Beginn einer Katastrophe war, die sich mit den dunkelsten denkbaren Motiven beschäftigte.

Selbst nach den Terrorangriffen vom November 2015 in Paris und der Entdeckung, dass die Mitglieder der Terrorzelle über die Migrantenrouten in und aus Europa gelangt waren, wiesen die europäischen Staats- und Regierungschefs die Besorgnis über die Migrationskrise zurück. Der Präsident der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker beleidigte die Öffentlichkeit und die wenigen Politiker, die nach den Pariser Angriffen Merkel ablehnten:

"Ich würde die in Europa einladen, die versuchen, die Migrationsagenda zu ändern, die wir verabschiedet haben - ich möchte sie daran erinnern, ernst zu machen und nicht diesen Basisreaktionen nachzugeben, die ich nicht mag."

Es ist verständlich, dass in einer Zeit, in der Tausende von Menschen das Mittelmeer überquerten und viele ertranken, einige humanitäre Impulse vorherrschen konnten. Damals im Jahr 2015, auf dem Höhepunkt der Krise, hat selbst Bill Gates Amerika dazu aufgerufen, Migranten auf demselben Niveau aufzunehmen, zu dem Deutschland sie aufnahm. Seitdem hat Gates jedoch bemerkt, was die meisten Menschen, die in Europa leben, bemerkt haben - nämlich dass die Öffnung der Grenzen Ihres Landes eine kurzfristige moralische Anziehungskraft haben mag, sie aber eine Vielzahl von langfristigen gesellschaftlichen Sorgen verursacht.

Es sind diese Sorgen - die die europäische Öffentlichkeit rund um sich herum sowie auf den Titelblättern ihrer Zeitungen sehen kann - die die Mehrheit der Öffentlichkeit in ganz Europa dazu bringt, den Fluss der Migranten reduzieren zu wollen. In seinem jüngsten deutschen Zeitungsinterview hat Bill Gates auch dieses Gefühl ausgedrückt - und zwar sehr deutlich - indem er sagte: "Europa muss es den Afrikanern erschweren, den Kontinent über die laufenden Transitwege zu erreichen."

Das alles ist natürlich wahr. Es ist nicht möglich für Europa, die Heimat für alle und jeden in Afrika, dem Nahen oder Fernen Osten zu werden, der es schafft, eine ziemlich kurze Wasserstrecke zu überqueren. Die Menschen in Europa wussten das schon lange. Einige Leute - schwer kritisiert von den Mainstream-Medien und der politischen Klasse - haben das sogar ausgedrückt. Aber vielleicht, jetzt, wo ein bekannter und sicher nicht-Nazi Philanthrop wie Bill Gates es bemerkt hat, wird sich etwas ändern. Es ist wahrscheinlich zu viel erhofft, dass die westeuropäische politische Klasse tatsächlich auf seinen Rat hören könnte. Aber könnten sie wenigstens ihre Verachtung für die vernünftigen Anliegen der breiten Öffentlichkeit im Zaum halten?

Douglas Murray, britischer Autor, Kommentator und Öffentlichkeitsanalyst lebt in London, England.



„Kulturbonus“ vor Gericht ist Rassismus

„Kulturbonus“ vor Gericht ist Rassismus Martin Lessenthin fordert die Gleichbehandlung von Straftätern – unabhängig von deren Herkunft.

Das milde Urteil des Cottbusser Landgerichts im Falle eines bestialischen Mordes an einer 27-jährigen Mutter von fünf Kindern hat bundesweit Aufsehen erregt. Dient es dem Recht, wenn strafmildernd ein „Kulturbonus“ gewährt wird? Wird es den Opfern gerecht? Kann ein solches Urteil gesellschaftsverbindend wirken? Ich meine, das kann es nicht!

Der sogenannte „Kulturbonus“ oder „Kulturrabatt“ bezeichnet den Fall, dass ein Straftäter trotz eines Verbrechens nicht die Strafe erhält, die der Tat angemessen ist. Strafmildernd wird zum Beispiel berücksichtigt, dass ein radikal-religiöser Hintergrund besteht oder archaische Vorstellungen von „Ehre“ über dem Wert eines Menschenlebens stehen.

Jüngstes Beispiel ist das Urteil des Landgerichts in Cottbus: Rashid D., ein Mann mit tsche-tschenischen Wurzeln, tötete seine Frau mit mehreren Messerstichen und einem absichtlich herbeigeführten Sturz aus dem Fenster. Zusätzlich schnitt er ihr noch die Kehle durch. Der Mann war der Ansicht, seine Frau betrüge ihn, und rechtfertigte die Bluttat mit dem Koran, dessen Regelsystem dies angeblich erlaube. Der Vorsitzende Richter erklärte, die Kammer habe Zweifel gehabt, ob der Angeklagte die „Niedrigkeit seiner Beweggründe“ habe erkennen können. Rashid D. hatte erklärt, wenn eine Frau fremdgehe, habe „der Mann das Recht sie zu töten“. Das Landgericht entschied, den Mann nur zu 13 Jahren Haft wegen Totschlags zu verurteilen. Für Rashid D. besteht so die Möglichkeit zur vorzeitigen Entlassung.

Ein ähnliches Urteil fiel auch im Fall Isa S. in Wiesbaden, der 2013 seine von ihm schwangere Freundin tötete, weil sie nicht abtreiben wollte. Die Staatsanwaltschaft plädierte auf lebenslänglich. Isa S. wurde aber ebenfalls nur zu 13 Jahren verurteilt, mit einer Chance auf frühzeitige Entlassung. Begründet wurde das Urteil damit, dass Isa S. zu der Tat in seinem Charakter noch ungefestigt gewesen sei und sich aufgrund seiner muslimischen Herkunft in einer Zwangslage befunden hätte.

Die damit einhergehende Möglichkeit, das Jugendstrafrecht bewusst auszunutzen beziehungsweise sich auf dessen Anwendung fast schon verlassen zu können, verwässert alles, wozu die strafrechtlichen Regelungen jemals getroffen wurden und stellt deren glaubhafte Durchsetzung massiv infrage. Dies zeigt auch der Mord an Hatun Sürücü, die 2005 von ihrem damals 18-jährigen Bruder erschossen wurde. Die Familie lehnte den westlichen Lebensstil von Hatun Sürücü ab. Sie hatte sich von ihrem Ehemann getrennt und zog den gemeinsamen Sohn alleine groß. Der Täter wurde nach Jugendstrafrecht zu neun Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Für die beiden älteren Brüder forderte der Staatsanwalt zwei Mal lebenslänglich wegen gemeinschaftlichen Mordes. Wegen fehlender Beweise wurden sie jedoch freigesprochen. Die gerichtliche Entscheidung verkennt dabei die Kalkulierbarkeit, dass jüngste Familienmitglied die Tat begehen zu lassen, da diesem das geringste Strafmaß droht.

Ein vor Gericht gewährter „Kulturbonus“ ist eine spezielle Art von Rassismus, der aus den Tätern Opfer von Religion und Tradition macht. So zum Beispiel auch bei der Abweisung eines Scheidungsantrags einer aus Marokko stammenden Deutschen, die von ihrem Ehemann bedroht und geschlagen wurde. Die zuständige Richterin des Amtsgerichts in Frankfurt hatte den Antrag auf vorzeitige Scheidung abgelehnt, da die von ihrem Ehemann misshandelte 26-jährige Antragstellerin bei der Eheschließung hätte angeblich wissen müssen, dass die Ausübung des „Züchtigungsrechts“ des Mannes für den islamischen Kulturkreis üblich sei. Dementsprechend sollte sie das Trennungsjahr abwarten. Nach heftigen Protesten – auch der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte – und einem Befangenheitsantrag wurde die Richterin von diesem Fall abgezogen.

„Gleiches Recht für alle“, dieser Grundsatz muss für jedes deutsche Gericht Gültigkeit haben! Wo denn sonst? Die herablassende Art, mit der in jüngster Zeit einige Gerichte andere Religionen und Volksgruppen als „integrationsunfähig“ und „weniger schuldfähig“ behandeln, läuft dem Gleichheitsgrundsatz zuwider und ist unerträglich. Die islamischen Verbände sind dazu aufgerufen jede Art von „Kulturbonus“ abzulehnen, denn ein solcher „Rabatt vor Gericht“ ist nichts anderes als eine spezielle Art von Rassismus, ausgrenzend und integrationshemmend.

EuGH-Generalanwältin: Dublin III gewährt Asylbewerbern Rechte

heise online 14 Juli 2017
Rückführungsanspruch kann verfallen, wenn Mitgliedsstaaten die Fristen bei Klärung von Zuständigkeiten nicht einhalten. Im Streit, wer für die Bearbeitung eines Asylantrags zuständig ist, vertritt EuGH-Generalanwältin Eleanor Sharpston die Auffassung,

Erdogan spaltet deutschtürkische Community: Ditib als Instrument?

Aachener Zeitung 14 Juli 2017
Köln. Die Wirkung reicht bis in die türkische Community in Deutschland hinein: Das rigide Vorgehen von Präsident Recep Tayyip Erdogan gegen vermeintliche Gegner in der Türkei treibt auch viele der drei Millionen türkischstämmigen Menschen hierzulande um.

Polen und Tschechien wehren sich gegen Vorwürfe

NWZonline 14 Juli 2017
Weil sie kaum oder keine Flüchtlinge im Rahmen des EU-Umverteilungsprogramms aufgenommen haben, geht Brüssel gegen Polen, Tschechien und Ungarn vor. Prag und Warschau rechtfertigen sich nun.

Asylbewerber kamen auf Lkw-Dach von Serbien nach Deutschland

Morgen Post 14 Juli 2017
Solingen. Vier junge Männer sind offenbar auf dem Dach eines Lkws von Serbien aus bis nach Solingen gelangt. Das berichtete die Polizei Wuppertal am Donnerstag. Der Fahrer eines 7,5-Tonners hatte

Kosovo: Offenbar Mehrheit für Haradinaj bei Regierungsbildung

derStandard.at 14 Juli 2017
Prishtina – Rund einen Monat nach den vorgezogenen Parlamentswahlen dürfte im Kosovo bald die Regierung stehen. Das Bündnis um die Allianz für die Zukunft (AKK) habe sich die Unterstützung von 62 der 120 Parlamentsabgeordneten

Das "Bemühen auf dem Weg Gottes" - Der Jihâd im Islam

Das "Bemühen auf dem Weg Gottes" - Der Jihâd im Islam

>Was versteht der Islam unter "jihâd" (meist übersetzt mit "Heiliger Krieg")? Welche Inhalte werden innerhalb der islamischen Theologie mit dem Begriff "jihâd" verbunden, wer führt und erklärt den "jihâd", gegen wen richtet er sich? Darf der "jihâd" gegen Christen geführt werden? Welche Bedeutung hat die islamische Auffassung vom "jihâd" heute?

Was bedeutet "jihâd"?

Eigentlich kennt der Islam nur fünf Säulen und Pflichten, deren Befolgung für muslimische Männer und Frauen ab der Pubertät absolut verpflichtend sind:

 

1. Das Bekenntnis zu Allah als einzigem Gott und Muhammad, seinem Propheten 

2. Das fünfmaltägliche Pflichtgebet auf Arabisch, in Richtung Mekka

3. Das 30tägige Fasten im Monat Ramadan von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang

4. Die Gabe von Almosen an Arme, Bedürftige und Pilger und

5. Die Wallfahrt nach Mekka einmal im Leben.

 

Manchmal wird als sechste Säule der 'jihâd' hinzugefügt. Der arabische Begriff bedeutet 'Anstrengung', oder das 'Bemühen', nämlich das Bemühen auf dem Weg Gottes zur Umsetzung und Ausbreitung des Glaubens an Allah und der Wahrheit der Botschaft des Korans. Die Bedeutung des Begriffs 'jihâd' alleine beinhaltet noch keine kriegerische Komponente. Dieses 'Bemühen auf dem Weg' oder 'Bemühen für die Sache Gottes' (arab. jahada fî sabîl allâh) kann sowohl friedliche Mission als auch kriegerische Auseinandersetzung beinhalten.

Was versteht der Koran unter "jihâd"?

Auch der Koran verwendet den Begriff "jihâd". Die Betonung des Begriffs liegt in der so genannten "mekkanischen" Zeit - also der Frühzeit des Islam und Muhammads ersten Verkündigungen von etwa 610 - 622 n. Chr. in seiner Heimatstadt Mekka - eher auf der friedlichen Überzeugung der nichtmuslimischen Landsleute Muhammads. In dieser Frühzeit des Islam war alleine aufgrund der politischen Machtlosigkeit der ersten wenigen Anhänger Muhammads nicht an kämpferische Auseinandersetzungen mit der ablehnenden Mehrheit in der Stadt Mekka zu denken. In der medinensischen Zeit - also den Jahren nach der Übersiedlung der ersten muslimischen Gemeinde von Mekka nach Medina ab 622 n. Chr. - die von zahlreichen kriegerischen Konflikten mit den Juden Medinas und mehreren arabischen Stämmen gekennzeichnet war, ist der Begriff "jihâd" jedoch vermehrt mit 'Kampf' oder 'kämpferische Auseinandersetzung' gleichzusetzen.

Sure 66,9 nennt z. B. die Ungläubigen und die Heuchler als Ziel des "jihâd": "Prophet! Führe Krieg gegen die Ungläubigen und die Heuchler und sei hart gegen sie! Die Hölle wird sie aufnehmen - ein schlimmes Ende!" (Sure 66,9; vgl. 9,41). Nach Sure 49,15 ist die Bereitschaft, den "jihâd" zu kämpfen, ein Kennzeichen echter muslimischer Frömmigkeit. Sie wird in eine Reihe mit dem Glauben an Gott und das Prophetentum Muhammads gestellt: "Die Gläubigen sind diejenigen, die an Gott und seinen Gesandten glauben und hierauf nicht Zweifel hegen, und die mit ihrem Vermögen und in eigener Person um Gottes willen Krieg führen. Sie sind es, die es ehrlich meinen" (49,15). Auch die Überlieferung hebt den "jihâd" lobend hervor, wenn sie sagt: "Der 'jihâd' ist eines der Tore zum Paradies", oder: "Der 'jihâd' ist ein Akt reiner Hingabe" (an Gott1).

Der "jihâd" gegen die Feinde des Islam zu Lebzeiten Muhammads

Dass Muhammad nach seiner Übersiedlung nach Medina im Jahr 622 n. Chr. auch zum Mittel des bewaffneten Kampfes gegen diejenigen griff, die sich der Religion des Islam nicht anschließen und ihm persönlich als Heerführer der ersten muslimischen Gemeinde nicht unterwerfen wollten, darüber besteht auch bei muslimischen Theologen kein Zweifel. Zu den Feinden des Islam gehörten in den Jahren 622 bis 632 n. Chr., dem Todesjahr Muhammads, im Wesentlichen folgende Gruppierungen:

 

Die Juden:

Hier sind außer einigen kleinen Gruppen in der Nähe der Stadt Medina vor allem die drei großen jüdischen Stämme der Banû Qainuqâ', der Banû Nadir und der Banû Qurayza zu nennen. Muhammad betrachtete sie vor allem als politische Gegner, die ihn durch ihren Spott und die Nichtanerkennung seiner Person als Propheten, sowie durch ihre große Zahl - es wird sich bei allen drei Stämmen zusammen mit Sicherheit um mehrere Hundert Männer, wahrscheinlich um etwa 1500 Familienväter gehandelt haben - in seinem Verkündigungsauftrag bedrohten. Muhammad betrachtete  die Juden als Feinde  Gottes und begann, eine militärische Lösung für den Konflikt  zu suchen. Er belagerte sie, vertrieb sie aus Medina und tötete etliche Hundert Männer - trotz ihrer Kapitulation - und verkaufte Frauen und  Kinder in die Sklaverei.

 

Angehörige verschiedener arabischer Stämme:

Muhammad gewann unter den arabischen Stämmen 1. Anhänger, die den Islam annahmen, 2. Verbündete, die der Koran die "Helfer" (arab. ansâr) nennt, 3. Gruppen, die zum Islam offenbar aus machtpolitischen Überlegungen ohne innere Überzeugung übergetreten waren. Diese letzte Gruppe wird im Koran die "Heuchler" (arab. al-munâfiqûn) genannt und wird in einigen Versen mit der 4. Gruppierung der im Polytheismus verharrenden Araber unter dem Begriff die "Ungläubigen" (arab. kuffâr) zusammengefasst.

 

Die Christen:

Muhammad hatte zu Anfang seiner Verkündigungen gehofft, auch von den Christen in Medina als Prophet Gottes anerkannt zu werden. Als dies nicht geschah und die beiderseitige Distanzierung zunahm, wich Muhammads anfänglich positives Urteil über die Frömmigkeit und Demut der Christen mehr und mehr einer ablehnenden Haltung. Zunächst urteilte Muhammad: "Und du wirst sicher finden, dass diejenigen, die den Gläubigen in Liebe am nächsten stehen, die sind, welche sagen: 'Wir sind Nasara (Christen)'. Dies deshalb, weil es unter ihnen Priester und Mönche gibt, und weil sie nicht hochmütig sind" (Sure 5, 82).
Im Laufe der Jahre jedoch, als die Christen nicht bereit waren, den Islam anzunehmen und an ihrem Glauben an die Dreieinigkeit und Gottessohnschaft festhielten - aus islamischer Sicht Vielgötterei - wurde Muhammads Urteil über die Christen zunehmend schärfer.

Da es sich bei den Christen jedoch nur um eine verhältnismäßig geringe Zahl handelte (vor allem Mönche und Einsiedler), die Muhammad im Gegensatz zu den Juden nicht als politische Bedrohung empfand, beschränkte er sich auf eine theologische Verurteilung als "Ungläubige" und "Frevler", die das Höllenfeuer erwartet: "Ungläubig sind die, die sagen: 'Gott ist Christus, der Sohn der Maria.' ... Wer Gott (andere Götter) zur Seite stelle, dem hat Gott das Paradies verboten. Das Höllenfeuer wird ihn aufnehmen. Und die Frevler haben keine Helfer. Ungläubig sind diejenigen, die sagen: 'Gott ist einer von dreien.' Es gibt keinen Gott außer einem einzigen Gott ... Diejenigen von ihnen, die ungläubig sind, wird (dereinst) eine schmerzhafte Strafe treffen" (Sure 5,72 - 73). Muhammad erkannte an, dass Juden und Christen bereits eine Offenbarung Gottes erhalten hatten (die Juden die "Torah" von Mose, die Christen das "Evangelium" von Jesus), also nicht mit den arabischen Polytheisten auf eine Stufe zu stellen waren. Da Juden und Christen jedoch nach Muhammads Auffassung ihre Offenbarung im Laufe der Zeit so sehr verfälscht hatten, dass sie sogar den Glauben an die Dreieinigkeit und Gottessohnschaft angenommen hatten, waren sie vom ihnen ursprünglich verkündeten Monotheismus abgewichen und dem Unglauben verfallen (2,116; 5,72 - 73; 9,30) und sie "verdunkeln die Wahrheit mit Lug und Trug" (3,71). Der Koran ermahnt die Muslime wohl auch zu dieser Zeit, sich nicht die Christen zu Freunden zu nehmen: "Ihr Gläubigen! Nehmt euch nicht die Juden und die Christen zu Freunden! Sie sind untereinander Freunde (ergänze sinngemäß: aber nicht mit euch). Wenn einer von euch sich ihnen anschließt, gehört er zu ihnen (ergänze sinngemäß: und nicht mehr zu der Gemeinschaft der Gläubigen). Gott leitet das Volk der Frevler nicht recht" (5,51).

Der "jihâd" gegen das "Haus des Krieges" nach Muhammads Tod

Nachdem Muhammads unmittelbarer Nachfolger, Abu Bakr, in den Jahren nach Muhammads plötzlichem Tod - für den keine Nachfolgeregelung getroffen war - zunächst die Abfallbewegung der arabischen Stämme (arab. ridda) mit militärischen Mitteln niedergeschlagen hatte, die sich nur Muhammads eigener Person gegenüber loyal gegenüber betrachtet hatten, begann die eigentliche Eroberung der umliegenden nichtmuslimischen Länder erst zur Zeit des zweiten und dritten Kalifen 'Umar b. al-Hattab (regierte 634 - 644 n. Chr.) und 'Utmân b. 'Af-fân (regierte 644 - 656 n. Chr.) im 7. Jahrhundert n. Chr. und der ersten Herrscherdynastie der Umayyaden (im 7. und 8. Jahrhundert n. Chr.):

 

"Die Eroberung der nichtmuslimischen Welt, des dâr alharb, des "Landes des Krieges", ist jetzt politisch vorstellbar geworden und wird zur militärischen Aufgabe2" . Im 11. Jahrhundert n. Chr. arbeitete der sunnitische Rechtsgelehrte al Mâwardî eine Theorie aus, die insbesondere im Bereich des politischen Islam (oder Islamismus) bis heute Anerkennung erfährt. al Mâwardî unterteilte die Welt in zwei Bereiche, das "Haus des Islam" (arab. dâr alislâm), in dem der Islam und das islamische Gesetz aufgerichtet sind und das "Haus des Krieges" (arab. dâr al-harb), in dem der Islam noch nicht regiert. Diese Einteilung findet sich so weder im Koran noch in der islamischen Überlieferung, sondern ist eine Definition muslimischer Theologie. In der Theorie führt das "Haus des Islam" beständig gegen das "Haus des Krieges" einen gerechten Eroberungskrieg, den jihâd, und zwar so lange, bis auch das "Haus des Krieges" zum "Haus des Islam" geworden ist. Es ist aus muslimischer Sicht im Grunde unmöglich, dass der wahre Glaube (der Islam) und der Unglaube (arab. kufr) oder Vielgötterglaube (arab. shirk)  friedlich nebeneinander her existieren. Da der Islam von einer einheitlichen (rein islamischen) Gesellschaft ausgeht, hat das "Haus des Krieges" keine eigentliche Existenzberechtigung neben dem "Haus des Islam" und soll so bald wie möglich in das "Haus des Islam" überführt werden.


Waffenstillstand mit dem "Haus des Krieges"

Islamische Theologen führen aus, dass jedoch für eine begrenzte Zeit Waffenstillstand herrschen kann, gemäß des Vorbilds Muhammads, der in Zeiten und mit Gegnern, über die ein militärischer Sieg derzeit aussichtslos schien, Waffenstillstandsabkommen geschlossen hatte. So hatte Muhammad im Jahr 628 mit den Mekkanern den berühmten Vertrag von Hu-daibiya geschlossen, der einen zehnjährigen Waffenstillstand beinhaltete. Allerdings fühlte sich Muhammad an diesen Vertrag nicht lange gebunden, denn er brach ihn schon im folgenden Jahr, im Jahr 629, als er bei der Schlacht von Hunayn seine Vertragspartner besiegen und damit erzwingen konnte, die Wallfahrt nach Mekka durchzuführen, die ihm die Mekkaner bisher verwehrt hatten3. Muhammad betrachtete offensichtlich seinen mit den - aus seiner Sicht - Ungläubigen geschlossenen Vertrag unter veränderten politischen Umständen als nicht bindend.

 

Wenn Waffenstillstand mit dem "Haus des Krieges" herrscht, so darf dieser nach Auffassung muslimischer Theologen jedoch nur für einen begrenzten Zeitraum per Vertrag oder Schiedsgericht geschlossen und die Kampfhandlungen ausgesetzt werden; z. B. dann, wenn die Übermacht der Gegner zu groß ist und damit keine Aussicht auf Sieg besteht. Der erneute Kampf kann und sollte unter veränderten Umständen beginnen, nachdem an die Ungläubigen der Aufruf zur Bekehrung ergangen ist und sie sich nicht dem Islam zugewandt haben4, denn der "jihâd" hat an sich kein Ende, bevor nicht die ganze Welt unter der Herrschaft des Islam vereint und die Ordnung des Islam auf der ganzen Erde aufgerichtet ist. Hierbei ist nicht jeder einzelne Muslim unbedingt zum Kampf verpflichtet, sondern nur die muslimische Gemeinschaft als Ganze, die ihre fähigen Mitglieder zum Kampf entsendet.

 

Neuere Theorien gehen davon aus, dass es außer dem "Haus des Krieges" und dem "Haus des Islam" einen dritten Bereich gibt, das "Haus des Vertrages", in dem Muslime ihren Glauben ungehindert leben können und sich daher mit diesem Land auch nicht im Kriegszustand befinden. Der Islam ist eine aktiv missionarische Religion. Diese Mission geschieht durch Überzeugungsarbeit, die Aufforderung, zum Islam überzutreten, kann aber in dem Bereich des Islamismus oder Extremismus aus der Theorie der Einteilung der Welt in das "Haus des Krieges" und das "Haus des Islam" heraus auch als Aufforderung zum politischen Handeln aufgefasst werden. Da Muslime den Islam in ganzem Umfang eigentlich nur dort ausleben können, wo das islamisch Gesetz gilt5 , und der Islam gleichzeitig als die für alle Menschen beste Ordnung und die allen anderen Systemen überlegene Herrschaftsform gilt, nährt diese Sicht die Auffassung mancher Islamisten, dass es durchaus berechtigt, ja verpflichtend sei, den Islam - u. U. auch mit militärischen Mitteln - auch dort auszubreiten, wo er noch nicht regiert.

"Schriftbesitzer" (Juden und Christen) und der "jihâd"

Schon Muhammad hatte Juden und Christen (und einer dritten Gruppierung, den Sabiern) im Koran  eine Sonderstellung eingeräumt, indem er sie als "Schriftbesitzer" bezeichnete (z. B. Sure 5,77). Er zwang Angehörige beider Gruppierungen, die er in Mekka oder Medina besiegt hatte, nicht zur persönlichen Annahme des Islam, allerding jedoch zur Anerkennung der Oberherrschaft des Islam durch Entrichtung einer Steuer, der "Kopfsteuer", einer Abgabe, die Muhammad Juden und Christen als eine Art 'Freikauf' vom Übertritt zum Islam auferlegte. Die Anerkennung der jüdisch-christlichen Offenbarung aus der Frühzeit des Islam und die späteren Aussagen über - nach Muhammads Auffassung - theologische Irrtümer der Christen ließen sie in den traditionell christlichen Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens, die muslimische Heere in den ersten Jahrzehnten nach Muhammads Tod rasch eroberten, zu "Schutzbefohlenen" (arab. dimmîs) werden. Sie mussten zwar nicht zum Islam konvertieren, aber in der Anerkennung der muslimischen Oberhoheit nach Sure 9,29 eine Kopf- (arab. ji-zya) und zeitweise auch eine Grundsteuer (arab. harâj) entrichten.

Viele Quellen belegen, dass das Bemühen muslimischer Herrscher dahin ging, die Zahl der Angehörigen christlicher Minderheiten zu verringern und Anreize zur Konversion zu schaffen bzw. durch Entzug von Rechten Druck auszuüben. So sollten Christen, die in der islamischen Welt aufgrund der Beschränkungen immer Bürger zweiter Klasse bleiben mussten, niemals zum Übertritt zum Islam gezwungen werden, ihres Lebens sicher sein und ihren Besitz wie auch ihre Kirchengebäude behalten können. Nicht immer wurden diese Bestimmungen auch befolgt. Rechtlich gesehen waren Christen benachteiligt und stets nur geduldet. Sie mussten in der islamischen Geschichte immer etliche Einschränkungen und auch Demütigungen hinnehmen. Dazu gehörte z. B. das Verbot, das Symbol des Kreuzes öffentlich zu zeigen oder Kirchenglocken zu läuten. Christen durften nicht den Islam, Muhammad, den Koran, die muslimischen Glaubenspraktiken oder einen Muslim bzw. seinen Besitz angreifen oder ihn durch Mission zur Apostasie (zum Glaubensabfall) verführen, eine muslimische Frau heiraten, den Feind des Islam unterstützen, keinen Wein verkaufen, in der Öffentlichkeit Alkohol trinken oder öffentlich Schweinefleisch essen, hohe Zinsen einfordern, Pferde statt Esel oder Maultiere reiten, Waffen tragen, keine höheren Häuser bauen als Muslime, keine lauten Trauerfeierlichkeiten für Tote abhalten, ihre Toten nicht in muslimischen Vierteln begraben, keinen Muslim beerben, und hatten häufig die Verpflichtung, muslimische Eroberungskriege (den "jihâd") durch Steuerabgaben zu unterstützen6.

 

In den Abhandlungen muslimischer Theologen über den "jihâd" nehmen die "Schriftbesitzer" (also in erster Linie Juden und Christen) ebenfalls eine Sonderstellung ein: Erst wenn sie die Kopfsteuer nicht bezahlen, können auch die Schriftbesitzer bekämpft und getötet werden. Wenn freie, männliche Gefangene unter den Schriftbesitzern gemacht werden, können sie entweder getötet werden, wenn sie sich nicht unterwerfen, oder versklavt, ausgetauscht oder losgekauft werden7. Für die ungläubigen Polytheisten dagegen bestimmt der Koran entweder Kampf oder Tod (Sure 9,5) für diejenigen, die nicht den Islam annehmen wollen; Kinder und Frauen werden versklavt. Unter Polytheisten werden im allgemeinen alle verstanden, die nicht zu den Schriftbesitzern gehören.

 

"Aufs Ganze gesehen war die Lage der Schutzbefohlenen zwiespältig. Bis zum 10./11. Jahrhundert lebten sie meist in ruhigen Verhältnissen. Sie spielten im geistigen und wirtschaftlichen Leben eine wichtige Rolle als Gelehrte, Ärzte, Kaufleute und Bankiers, manche stiegen zu hohen und höchsten Stellen im Staat auf, obwohl dies bei den muslimischen Theoretikern umstritten war. Trotz allem wurden die Gemeinden der Schutzbefohlenen durch einen ständigen Strom von Konvertiten zum Islam dezimiert"8 .

 

In den verschiedenen islamischen Ländern wurden Juden und Christen unterschiedlich wohlwollend behandelt. Es gab Zeiten und Orte, an denen diese Gruppierungen relativ ruhig leben konnten, es gab und gibt jedoch auch Ausschreitungen besonders gegen Christen, wie z. B. die Überfälle und Ermordungen von Christen in Indonesien oder Oberägypten unter dem Vorwand, diese hätten sich gegen Muslime vergangen oder Unruhe gestiftet. Aufgrund der Tatsache, dass Juden und Christen und ihr Glaube nach Ansicht muslimischer Theologen letztlich auf Dauer keine Existenzberechtigung haben, aufgrund der Vorbildfunktion Muhammads in der Behandlung der Schriftbesitzer, der Vielschichtigkeit friedlich anerkennender und kämpferischer Koranverse und der daraus abgeleiteten unterschiedlichen Auffassungen muslimischer Theologen, haben Nichtmuslime in der islamischen Welt immer eine unterprivilegierte Stellung, werden benachteiligt und manchmal aktiv bedroht. Seitens des Staates wird gegen Übergriffe nicht immer mit aller zur Verfügung stehenden staatlichen Härte vorgegangen. Strafverfahren werden teilweise halbherzig betrieben oder verlaufen im Sande. Zwar bemühen sich viele islamische Länder, durch rigoristische Maßnahmen Aktivitäten islamistischer, den Staat selbst bedrohender Gruppierungen so weit wie möglich einzudämmen. Das Vorgehen kann jedoch weitaus weniger entschlossen sein, wenn islamistische Ausschreitungen sich nicht gegen den Staat, sondern "nur" noch gegen die unterprivilegierte Minderheit der Christen richten. In Ägypten sollen Christen nach vermehrten terroristischen Anschlägen islamistischer Gruppierungen in den letzten Jahren - gewissermaßen als Nebeneffekt - in einzelnen Fällen stärker in den Genuss staatlichen Schutzes gekommen sein.

 

Ihre Rechte als religiöse Gemeinschaften sind begrenzt. Die Ausübung des christlichen bzw. jüdischen Glaubens darf in manchen Ländern überhaupt nicht für die Öffentlichkeit sichtbar werden. Christliche Missionsarbeit ist überall verboten. Dadurch, dass der islamische Staat die Oberaufsicht über die 'Schriftbesitzer' hat, führt er auch die Kontrolle darüber, ob sich die Religionsausübung der Juden und Christen in dem enggesteckten, nur auf die eigene Gemeinschaft beschränkten Rahmen bewegt. Muslimen ist es nach Auffassung muslimischer Theologen nicht zuzumuten, christlicher 'Propaganda', also der öffentlichen Bezeugung des christlichen Glaubens ausgesetzt zu werden, während andererseits natürlich der Islam das uneingeschränkte, alleinige Recht zur Selbstdarstellung und Werbung besitzt.

Wer ist zum "jihâd" verpflichtet?

Von der Teilnahme am "jihâd" ausgeschlossen sind in den islamischen Ländern in der Regel 'Ungläubige', also alle Nicht-Muslime; allerdings wurde diese Bedingung längst nicht immer streng eingehalten. Kinder sind von der Teilnahme am "jihâd" ebenso ausgeschlossen wie Frauen, die allerdings oft wichtige indirekte Unterstützung zum Kampf leisteten. Frauen waren nach Meinung der Theologen deshalb ausgeschlossen, weil der Koran im Arabischen für die gläubigen Kämpfenden nur die männliche, nicht die weibliche Form verwendet. Muhammad soll laut einer Überlieferung gesagt haben: "Der jihâd der Frauen ist eine Pilgerfahrt"9, also die Wallfahrt nach Mekka.

 

Ferner gelten Sklaven, Kranke, geistig und körperlich Behinderte und Mittellose als vom "jihâd" befreit, denn "Allah fordert von niemandem mehr, als er vermag" (2,286). Zudem ist für die Kämpfenden in der Regel die Einwilligung der Eltern erforderlich, es sei denn, es erfolgte ein plötzlicher Angriff, der abgewehrt werden muss10. Ferner muss der Kämpfende gute Absichten beim Kampf haben, sich ehrlich und aufrichtig verhalten, dem Kommandeur der Armee gehorchen, er darf nicht desertieren11. In den zahlreichen Eroberungskriegen, die in Zeiten islamischer Herrschaft geführt wurden, gab es auch die Möglichkeit, dass sich Männer, die eigentlich zum Kampf verpflichtet gewesen wären, stattdessen mit Geld oder Waffen loskauften12. Zur Teilnahme am "jihâd" verpflichtet sind zunächst einmal alle wehrfähigen Männer, auf die keine der oben genannten Einschränkungen zutreffen. Allerdings gibt es hier eine große Meinungsvielfalt unter muslimischen Rechtsgelehrten. In Anlehnung an die frühislamische Zeit wird etwa vertreten, der "jihâd" sei nur im Verteidigungsfalle gegen alle 'Ungläubigen', also alle Nichtmuslime, Pflicht.

Die entgegengesetzte Position lautet, der "jihâd" sei immer und in jedem Falle zur Ausbreitung des Islam über die ganze Erde zu führen. Eine Mittelposition besteht in der Annahme, der Pflicht zum "jihâd" sei dann Genüge getan, wenn bestimmte Mitglieder der muslimischen Gesellschaft stellvertretend für die gesamte Gemeinschaft an irgendeiner Landesgrenze zur Ausbreitung des Islam oder zur Verteidigung des islamischen Gebietes teilnehmen. Als sich das islamische Reich in den Jahren nach Muhammads Tod (632 n. Chr.) sehr rasch um das Mittelmeer, im Nahen und Mittleren Osten bis nach Zentralasien auszudehnen begann, konnte die Verpflichtung zum "jihâd" nicht mehr in der Teilnahme aller wehrfähigen Männer am Kampf bestehen. Muslimische Rechtsausleger gelangten daher zu der Ansicht, die Pflicht zum "jihâd" sei bereits erfüllt, wenn ein Teil der Gemeinschaft, der die Grenze zum feindlichen Gebiet bewohnt, stellvertretend für die übrigen den Kampf führt. Streng genommen nahmen auch schon zu Muhammads Lebzeiten nicht wirklich alle seiner Anhänger am Kampf teil13. Wenn von einem feindlichen Nachbarn allerdings Bedrohung oder Angriff ausgehen, besteht die Kampfverpflichtung in vollem Maß für jedermann. Sie gilt jeweils ebenfalls für den Herrscher dieses Grenzgebietes und, wie Juristen festlegten, dann auch für Sklaven und Frauen14.

"Jihâd" heute?

Wenn man die klassische Einteilung islamischer Theologen der Welt in das "Haus des Islam" und das "Haus des Krieges" zugrunde legt, scheint der Schluss nahe zu liegen, dass auch die westliche Welt - also Länder, in denen die Ordnung des Islam noch nicht aufgerichtet ist - zum "Haus des Krieges" gehören, was allerdings noch nicht automatisch bedeutet, dass es auch zum bewaffneten Kampf kommen muss. Aus islamistischer Perspektive - also des Spektrums innerhalb des Islam, das uneingeschränkt für die Gültigkeit und Befolgung von Koran und "sunna" (Lebensweise und Vorbild Muhammads) in der Moderne eintritt und daraus politische Handlungsweisen ableitet - hat die nichtislamische Welt keine Existenzberechtigung an sich; eine Ansicht, die durch den moralischen Verfall des Westens - aus islamistischer Perspektive - zusätzliche Nahrung erhält. Hier besteht zumindest seitens politisch aktiver Gruppierungen immer der Wunsch und das Ziel, auch in der nichtislamischen Welt die Ordnung des Islam aufzurichten, denn "das klassische islamische Rechtssystem geht traditionellerweise von einer einheitlichen Gesellschaft aus, d. h. der Gesellschaft der Muslime, die das Verhalten zu den Minderheiten auf der Grundlage geschlossener Verträge regelt.

Das Endziel des Kampfes wird erst erreicht, wenn auch das Gebiet der Feinde dem Gebiet des Islams angegliedert wird, wenn der Unglaube endgültig ausgerottet ist, wenn die Nicht-Muslime der Oberherrschaft des Islam unterworfen werden. Der Friede wird erst erreicht und gilt erst als endgültig, wenn die Grenzen des islamischen Staates bis an die Grenzen der Erde gelangen."15 Es gibt allerdings auch die Auffassung unter muslimischen Theologen, Deutschland (und die übrigen westlichen Staaten) gehörten nicht zum "Haus des Krieges", sondern seien solange als quasi-islamische Länder zu betrachten, solange Muslime dort ihren Glauben 'ungehindert' ausüben können und Rechtssicherheit genießen.16 Es muss die Frage gestellt werden, ob die westliche Welt diesen 'Status' verlieren könnte, wenn sie von Muslimen eingeforderte Rechte (Gebetsruf per Lautsprecher, Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts oder den Bau von hohen Minaretten) beschränkt oder gar nicht gewährt. Wieder andere Theologen sind sogar der Auffassung, dass heute nur noch die friedliche Ausbreitung des Islam gestattet sei und der "jihâd" als Kampf lediglich im Falle der Selbstverteidigung oder des Beistands eines hilfsbedürftigen Verbündeten möglich sei17.

Die schiitische Sichtweise des "jihâd"

Im allgemeinen unterscheidet sich die Auffassung der Schiiten vom "jihâd" kaum von der der Sunniten. Allerdings macht sich hier die Imâmatslehre18 dahingehend bemerkbar, dass nach schiitischer Auffassung der Imâm, der oberste Führer der schiitischen Gemeinschaft, zum "jihâd" ruft, bzw. ihn befiehlt, wenn er ihn für notwendig erachtet oder auch etwa wegen der mindestens zweifachen Übermacht des Feindes für aussichtslos hält und aussetzt. Wer dem Imâm seinerseits keine Gefolgschaft leistet, gegen den muss ebenfalls der "jihâd" eröffnet werden. Er wird damit de facto zum Abgefallenen erklärt. Der Imâm muss seinerseits die Verpflichtung zum "jihâd" ernst nehmen, da er nach Lehre eines Teils der Schiiten, der Zaiditen, sonst sein Amt als Imâm verwirkt19. Die Sondergruppe der Hârijiten ist sogar der Ansicht, dass der "jihâd" zu den unabkömmlichen Glaubensartikeln für jeden Muslim gehört und unter keinen Umständen aufgegeben werden darf20.

"Jihâd" auch gegen Muslime?

Der "jihâd" gilt also - außer dem Verteidigungsfall - als die einzige Form eines 'gerechten Krieges' und wird im Normalfall von Muslimen gegen Nicht-Muslime geführt. Zwischen zwei muslimischen Parteien gibt es eigentlich keinen "jihâd", es sei denn, es handelt sich bei einer der mulimischen Gruppierungen um vom Islam Abgefallene oder Ketzer, also Abtrünnige, deren Bekämpfung wie die Bekämpfung von Aufrührern gegen den obersten Herrscher der islamischen Welt, den Kalifen, als Pflicht betrachtet wird. Wenn darum zwei muslimische Heere gegeneinander kämpften, dann meist mit der offiziellen Begründung, eine Partei sei der Ketzerei21 verfallen22, wie es in zahlreichen Kriegen zwischen zwei muslimischen Parteien geschehen ist. Wie dieser Krieg gegen ketzerische Muslime auszusehen hat, darüber gehen die Meinungen der islamischen Gelehrten allerdings weit auseinander.

Wer erklärt den "jihâd"?

Nach offizieller orthodoxer Auffassung erklärt der Kalif, also der oberste Herrscher der islamischen Welt, den "jihâd", nachdem eine Aufforderung an die Ungläubigen zum Übertritt zum Islam erfolgt ist23, denn der "jihâd" wird sozusagen als Strafe für den Unglauben der Bewohner des Landes oder als Strafe der 'Schriftbesitzer' (also der Juden und Christen) verstanden, sofern sie nicht der Zahlung der für sie verpflichtenden 'Kopfsteuer' nachkommen. Der Krieg ist dann beendet, wenn der Feind entweder zum Islam übertritt und das muslimische Heer siegt, der Feind also niedergerungen ist oder ein Friedensvertrag bzw. Waffenstillstand geschlossen werden kann. Der Koran scheint denjenigen, die im "jihâd" ihr Leben lassen, unmittelbaren Eingang ins Paradies zu versprechen.

Die meisten muslimischen Theologen nehmen an, dass alle anderen Muslime, die eines natürlichen Todes sterben, nicht sofort ins Paradies kommen, sondern erst nach einer gewissen Wartezeit und einer Befragung im Gericht. Im Gegensatz dazu sollen nach allgemeiner Auffassung Märtyrer des Islam sofortigen Zugang zum Paradies erhalten, da einige Koranverse eine direkte zeitliche Abfolge zwischen ihrem Tod und dem Eingang ins Paradies nahe zu legen scheinen. Dieses Versprechen ist muslimischen Kämpfern häufig gegeben worden (so z. B. geschehen im iranisch-irakischen Krieg 1980 - 88) und hat für bestimmte Gruppierungen auch deshalb Gewicht, weil der Islam im allgemeinen keine letzte Gewissheit auf Errettung garantiert, dass für Gott im Jüngsten Gericht die guten Taten eines Einzelnen dessen schlechte Taten überwiegen werden.

Der "jihâd" des Herzens und der Zunge 

Große Unterschiede gibt es in der Auffassung muslimischer Theologen, ob dieser Kampf heute geführt werden muss und wie er praktisch auszusehen hat. Einige Theologen sind der Auffassung, dass der eigentliche "jihâd" darin bestehe, im täglichen Leben den Geboten des Islam ganz und gar Folge zu leisten. Dass der innerlich geführte Kampf der 'eigentliche' "jihâd" sei, dieser Auffassung hat sich vor allem die Mystik, aber auch Teile des schiitischen Islam angeschlossen. Häufig werden vier Arten von "jihâd" aufgeführt:

 

1. Der "jihâd" des Herzens: Die Abwehr der Einflüsterungen und der Angriffe des Teufels, der die Menschen zum Bösen verführen möchte.

2. Der "jihâd" der Zunge: Nicht das Falsche und Böse, sondern das Wahre und Richtige soll gesagt werden.

3. Der "jihâd" der Hände: Das Eintreten für das Richtige und das Vermeiden des Falschen.

4. Der "jihâd" des Schwertes: Nur er bedeutet Kampf und Krieg gegen die Ungläubigen und Feinde des Glaubens24. Er wird von Mystikern, aber auch von Schiiten, als der "kleinere jihâd" betrachtet, während der geistige "jihâd" der eigentliche, "größere jihâd" sei 25.

 

Die Problematik liegt beim Thema "jihâd" - wie bei manch anderen Themen im Islam wie z. B. dem Thema "Menschenrechte" - darin, dass durch das Vorgehen Muhammads gegenüber Andersgläubigen (erst friedliche Verkündigung, dann kämpferische Auseinandersetzung), durch die teilweise schwer auslegbaren, mehrschichtigen Anweisungen in Koran und Überlieferung, durch die Praxis muslimischer Herrscher nach Muhammad die voneinander abweichenden Auffassungen muslimischer Theologen und nicht zuletzt die veränderten außen- und innenpolitischen Kräfteverhältnisse und in der islamischen Welt die Verpflichtung zum "jihâd" inhaltlich völlig unterschiedlich aufgefasst werden können. Politisch aktive Gruppierungen, ja Extremisten, können sich mit Rückgriff auf entsprechende Verse im Koran auf die kämpferische Komponente des "jihâd" berufen, während Mystiker mit ihrer nach innen gerichteten Suche nach Gott die friedlichen Mittel und Absichten des "jihâd" für den Islam betonen können. Hinzu kommt, dass Außenseitergruppierungen bisweilen von der Mehrheitsmeinung abweichende Definitionen von "jihâd" propagieren, die zwar überwiegend abgelehnt werden, aber dennoch politischen Zündstoff entwickeln können 26.

 

Die Einladung zum Islam (da'wa)

Im Grunde ist auch die islamische Einladung zum Islam (das Pendant zur christlichen Missionsarbeit) zum "jihâd" hinzuzurechnen, denn sie dient ebenso der Ausbreitung des Islam. Zur islamischen Mission gehören heute eine sehr aktive Internetarbeit mit vielen verschiedenen Foren zur Kontaktaufnahme, Diskussion über und Einführung in den Islam, Literaturarbeit (auf Buchmessen, in Mensen und Studentenwerken), Tagen der Offenen Tür in Moscheen und Islamischen Zentren (mit Propagandamaterial als Tombolagewinnen), Arbeit unter Frauen, Kindern und Jugendlichen (Zeltlager, Sportgruppen), Zeitschriften und Buchveröffentlichungen, Besuch von insbesondere christlichen Veranstaltungen, Koranverbreitung, Gefängnisarbeit, Freundschaftsmission27.

Hinzuzählen ist hier auch die islamische Mission im öffentlichen Bereich, wie z. B. Gerichtsprozesse um das Recht zur islamischen Schächtung von Tieren, die Erlaubnis des Kopftuchtragens für Beamtinnen, für höhere Minarette, Lautsprecher verstärkte Gebetsrufe, Geschlechtertrennung in Schulen, Religionsunterricht, eigene Friedhöfe oder Gräberfelder, Gebetsräume u. a. durchzusetzen. Es geht dabei nicht in allererster Linie um Einzelbekehrungen - obwohl diese als Nebeneffekt nicht unerwünscht sind - sondern um die Durchdringung der europäischen Gesellschaft mit dem Islam mit dem Ziel, die Präsenz des Islam öffentlich zu demonstrieren und seine Ordnung auch im Westen aufrichten zu können.

Fußnoten

 

  1. E. Tyan. Djihâd. in: Encyclopaedia of Islam. E. J. Brill: Leiden, 1991, Vol. 2, S. 538 - 540, hier S. 539
  2. Ulrich Haarmann. Die Pflichten des Muslim-Dogmas und die geschichtliche Wirklichkeit. in: Saeculum 26/1975
     (Freiburg). S. 95 - 110, hier S. 106
  3. s. Christine Schirrmacher. Der Islam. Hänssler Verlag: Neuhausen, 1994, Bd. 1, S.  85 - 87
  4. So Heribert Busse. Die theologischen Beziehungen des Islam zu Judentum und Christentum. Grundlagen des Dialogs im Koran und die gegenwärtige Situation. Wissenschaftliche Buchgesellschaft: Darmstadt, 1988, S. 143 - 144
  5. Da der Islam nicht nur den privaten Glauben des einzelnen, sondern das gesamte  öffentliche Leben bestimmt, können Muslime den Islam eigentlich nur dort ganz leben, wo es ihnen ermöglicht wird, nach islamischen Gesetzen zu heiraten, sich scheiden zu lassen, zu erben, zu fasten, zu beten u. v. a. m.
  6. So aus der islamisch-theologischen Literatur Khadduri. War. S. 195 - 199
  7. J. Schacht. Katl. in: Encyclopaedia of Islam, Bd. IV, Leiden: E. J. Brill, 1990, S. 766 - 772, hier S. 772
  8. Busse. Beziehungen. S. 149
  9. Khadduri. War S. 85 mit Quellenangaben (Quelle: Abû 'Abd Allâh Muhammad ibn Ismâ'îl Buhârî, kitâb al-jâmi' assahîh, ed. M. Ludolf Krehl, 4 Bde., Leiden 1862 - 1908, hier Bd. ii, S. 218)
  10. Khadduri. War. S. 86 mit Quellenangaben (Quellen: 'Abd Allâh Muhammad Idrîs Ââfi'î, kitâb alumm, 7 Bde., Cairo 1321 - 1325, hier Bd. iv, S. 86; Muhammad ibn al Hasan Âay bânî, kitâb assiyar alkabîr, 4 Bde., Hyderabad, 1324, hier Bd. i, S. 123+128+133)
  11. Khadduri. War. S. 86
  12. Khadduri. War. S. 85
  13. Khadduri. War S. 83 mit Quellenangabe (Quelle: Abû 'Abd Allâh Muhammad ibn 'Um ar Wâqidî, kitâb al-magâzî, ed. Alfred von Kremer, Calcutta 1856, S. 12 - 13)
  14. Haarmann. Pflichten. S. 106
  15. Ludwig Hagemann; Adel Th. Khoury. Dürfen Muslime auf Dauer in einem nicht islamischen Land leben? Zu einer Dimension der Integration muslimischer Mitbürger in eine nicht islamische Gesellschaft. Oros Verlag: Altenberge, 1997, S. 9+13
  16. Vgl. die Nennung einiger muslimischer Gelehrter bei Muhammad Salim Abdullah, Islam für das Gespräch mit Christen, CIS: Altenberge, 1984, S. 106 - 108
  17. Tyan. Djihâd. S. 539
  18. Unter Imâmatslehre versteht man die schiitische Lehre, daß die Gemeinde der gläubigen Muslime immer von einem Führer, dem Imâm geleitet werden muß, der von Gott zu dieser Aufgabe besonders begnadet und befähigt sein muß.
  19. Khadduri. War. S. 66
  20. Khadduri. War. S. 67
  21. Diese Verunglimpfung der anderen Seite als 'Ketzer' wurde z. B. im Krieg zwischen Iran und Irak im Anschluß an die Iranische Revolution in den 1980er Jahren benutzt.
  22. Haarmann. Pflichten. S. 108
  23. Isam Kamel Salem. Islam und Völkerrecht. Das Völkerrecht in der islamischen  Weltanschauung. Express Edition: Berlin, 1984, hier S. 119
  24. Majid Khadduri. War and Peace in the Law of Islam. Oxford University Press:  London, 1955, S. 56 - 57 mit Quellenangaben (Quellen: Abû Muhammad 'Alî ibn Ahmad Ibn Hazm. kitâb alfasl fî lmilal wal ahwâ' wa l ni hal, 5 Bde., Kairo 1321, Bd. iv, S. 135; Ibn RuÈd, kitâb almuqaddimât al mumahidât, Kairo 1325, Bd. i, S. 259;  Buhûtî: kaÈÈâf al qinâ' 'an matn al iqnâ', Kairo 1366, Bd. iii, S. 28)
  25. Tyan. Djihâd. S. 538
  26. Abdul Hameed Siddiqi. Jihad in Islam. Salman Publications: Lahore, 1979, S. 15
Vgl. die aufschlußreiche Studie von Larry Poston. Islamic Da'wah in the West. Muslim Missionary Activity and the Dynamics of Conversion to Islam. Oxford University Press: New York, 1992








EU stoppt wegen Sorge um Terrorfinanzierung Import von Kulturgütern

derStandard.at 13 Juli 2017
Brüssel – Die EU-Kommission hat erstmals gemeinsame europäische Regeln für den Import von Kulturgütern vorgeschlagen, um Terrororganisationen wie dem "Islamischen Staat" (IS)

"99 Prozent lehnen illegale Einwanderung ab" - Ungarn startet Plakat-Aktion gegen George Soros

YouTube 13 Juli 2017
Die ungarische Regierung hat in Budapest eine Plakatkampagne gegen Multimilliardär und Großinvestor George Soros gestartet. "Lasst nicht zu, dass Soros zuletzt lacht", steht auf den Plakaten mit einem Porträt des in Ungarn geborenen, nicht praktizierenden Juden. Außerdem ist auf den Plakaten zu lesen: "99 Prozent lehnen illegale Einwanderung ab". Jüdische Vereine aus Ungarn, Bürger und Human Rights Watch haben die Kampagne als antisemitisch verurteilt. Israels Regierung sieht das etwas anders.

Linda Sarsour – Portrait einer vom Hass erfüllten Heuchlerin

• EuropeNews 13 Juli 2017
Linda Sarsour – Portrait einer vom Hass erfüllten Heuchlerin

Linda Sarsour ist eine gefährliche Demagogin, die um Aufmerksamkeit lechzt und sich im Scheinwerferlicht sonnt. Sarsour ist eine Meisterin darin, linke Elemente innerhalb der Mainstream Medien zu manipulieren, die ihr eine Plattform bieten, um ihre widerwärtigen Ansichten zu verbreiten. Die Washington Post ist das jüngste Opfer, das ihren Manipulationen auf den Leim gegangen ist und es ihr gestattete für sich selbst auf ihrer Meinungsseite die Werbetrommel zu rühren. Und dies trotz ihres gut dokumentierten Tribalismus und Antisemitismus. Auch war sie Gast verschiedener anderer linker Medien, wie auch ihr fanatischer Antisemitismus, der dort durch die unwissenden Moderatoren weitestgehend unhinterfragt blieb.

 

Quelle: Frontpage Magazine

Übersetzt von EuropeNews

 

Der jüngste Feuersturm in Bezug auf Sarsour dreht sich um eine Rede, die sie auf dem 54. Jahrestag der Islamic Society of North America hielt. Das Investigative Project of Terrorism dokumentierte akribisch, dass ISNA eine Gruppe ist, die Verbindungen zur Hamas und der Muslimbruderschaft unterhält. Die Gruppe wird auch als tribalistische Mitverschwörer der berüchtigten Holy Land Foundation genannt, gegen deren Finanzierung ermittelt wurde. Sarsour fühlte sich zu Hause, es fiel ihr leicht vor dieser widerlichen Versammlung von Hassern zu reden.

 

Sarsour ist alles andere als bescheiden und große Teile ihres 22-minütigen Redeschwalls konzentrierte sich auf ihre selbsternannten Leistungen und egomanischen Beförderungen, aber es gab Elemente in ihrem Sermon in denen sie bedrohlichere Töne anschlug. Insbesondere als sie zum „Jihad“ aufrief, im Namen „Allahs“ gegen die Trump Administration, von der sie behauptet, dass sie sich aus „Faschisten“ und weißen Herrschern sowie Islamophoben zusammensetze.

 

Sarsour kannte ihr Publikum und ihr provokanter Aufruf zum Jihad zog sofortigen Applaus nach sich. Natürlich verleugnete Sarsour jede gewalttätige Intention und sofort behauptete sie, dass ihre Worte „aus dem Zusammenhang gerissen“ wurden – Rassisten und Fremdenfeinde behaupten immer, dass etwas aus dem Kontext gerissen wurde, wenn man sie ertappt.

 

In einer weiteren Rede, die sie auf derselben Konferenz hielt, verkündete Sarsour stolz ihre schon lang andauernde Unterstützung für die BDS Bewegung. Die Rede zeigte eine weitere von Sarsours Schattenseiten, als sie über eine „koordinierte“ „zionistische“ Verschwörung sprach, um ihre Legitimität zu untermauern. Ihre zionistische Verschwörungsrhetorik stammte direkt aus David Dukes Lernfibel.

 

Wenn man sich die Geschichte ihrer demagogischen Äußerungen betrachtet, den Judenhass und den radikalen Extremismus, dann war Sarsours flammende Rhetorik und die wilden Behauptungen über zionistische Verschwörungen keine Überraschung. Wir sollten von einer Person, die verurteilte Mörder feiert, nicht weniger erwarten, die behauptet, dass Zionismus und Feminismus inkompatibel seien, zur Gewalt gegen Israel aufruft, für die Scharia wirbt, den BDS unterstützt, einen Fragesteller beschimpft wegen seiner Hautfarbe, und die sich wünscht dass man allen Frauen die Vagina herausreißen sollte, mit denen sie nicht übereinstimmt.

 

Sarsour ruft ihr Publikum dazu auf die Assimilation zu verweigern. „Unsere erste Priorität,“ sagte sie, „ist es, unsere Gemeinschaft zu schützen und zu verteidigen, nicht sich zu assimilieren und nicht anderen Leuten oder Behörden zu gefallen … unsere erste Priorität ist höher als alles andere, und sie lautet Allah zu gefallen und nur Allah!“ Diese Art widerlichen Gefasels ist typisch für eine Rhetorik, die wir schon von Hasspredigern aus Deutschland, Frankreich und GB gewöhnt sind.

 

Man sollte auch hervorheben, was in Sarsours Rede ausgelassen wurde. In jedem Forum, in dem sie eine Plattform findet, bei den Medienverstehern, ist die intersektionale Sarsour immer vorsichtig, wenn sie die Liste der Unterdrückten aufführt, die LGBTQIA Gemeinschaft. Aber bei ihrer Rede bei ISNA hob sie die Notwendigkeit unregistrierte Ausländer und Afro-Amerikaner zu unterstützen hervor, aber sie ließ die Mitglieder der LGBT Gemeinschaft merkwürdigerweise außen vor.

 

Sarsour ist eine sehr überlegte Person, und dass sie diese Kategorie Menschen ausgelassen hat geschah nicht aus Unachtsamkeit, sondern war beabsichtigt. Sarsour sprach vor einer Menschenmenge, die sich zur Muslimbruderschaft zugehörig fühlen, einer ultra-konservativen, radikalen islamischen Sekte, die der Ansicht ist, dass Homosexualität eine Abnormität ist, die den Tod als Strafe erfordert. Sarsour wollte nicht den religiösen Glauben ihres Publikums angreifen und hat deshalb die Gruppe nicht erwähnt.

 

Tatsächlich, trotz Sarsours öffentlicher Ankündigungen ihrer Solidarität mit der LGBT Gemeinschaft hat sie niemals ein muslimisches Land kritisiert, wie es seine Schwulen behandelt. Im Iran, Saudi-Arabien, Tschetschenien, Gaza und anderswo in der muslimischen Welt, werden Muslime regelmäßig getötet durch staatlich sanktionierte Morde und dennoch schweigt Sarsour. Einige prominente LGBT Aktivisten haben schon Sasrours verächtliche Heuchelei in dieser Sache bemerkt.

 

Für Sarsour ist ihre Zugehörigkeit zur LGBT Gemeinschaft und falsche Sympathie mit dieser Gruppe ein rein taktisches Manöver: Ein Weg um ihre Koalition des Hasses und der Abgrenzung breiter aufzustellen. Aber ihre inhärente Fremdenfeindlichkeit und ihr religiöses Dogma halten sie davon ab die LGBT Gemeinschaft wirklich anzunehmen genau wie ihre islamischen Überlegenheitsvisionen sie davon abhalten irgendwelche jüdischen Rechte auf einen Zentimeter Israels anzuerkennen.

 

Linda Sarsour mag vieles sein, aber eins ist sie sicherlich nicht, sie ist nicht progressiv. Wer diese unumstößliche Tatsache leugnet ist entweder vorsätzlich wahnsinnig oder absichtlich verlogen.

 

 

 

UNO-Studie: 23 Millionen auf der Flucht -

oe24 12 Juli 2017
Nichts wie weg. Insgesamt könnten sich sogar 710 Mio. Menschen vorstellen, in ein anderes Land auszuwandern, wenn sich die Gelegenheit dazu böte. Das sind immerhin 14 Prozent (2012: 13 Prozent) aller auf der Welt ­lebenden Erwachsenen. 66 Millionen davon wiederum gaben an, ihr Vorhaben schon innerhalb Jahresfrist umsetzen zu wollen.

Die Kausalität von Islam und weiblicher Genitalverstümmelung

Schariagegner 11 Juli 2017
Die Kausalität von Islam und weiblicher Genitalverstümmelung Mythen, Nebelwurf und Fehlinformationen werden FGM (WHO Klassifikation) nicht beenden

Düsseldorf 2017. Wer sich in Nordrhein-Westfalen über den Slogan NRW kämpft gegen Mädchenbeschneidung freut oder Runder Tisch NRW gegen Beschneidung von Mädchen liest, ist ganz dicht dran am Bildungsportal KUTAIRI und der Beratungsstelle stop mutilation. Über ein üppiges Geflecht von Vereinen arbeitet Günter Haverkamp (Aktion weißes Friedensband usw.) eifrig daran, dass über Genitalverstümmelung (FGM) gar nicht erst geredet wird.

Seit einem halben Jahrzehnt bringt die mit Haverkamp aufs Engste verflochtene Beratungsstelle stop mutilation den LEITFADEN FÜR PÄDAGOGISCHE FACHKRÄFTE („Weibliche Genitalbeschneidung: Mädchen unterstützen + schützen“) in Umlauf. Anatomie ungenügend: „Die Beschneidung von Mädchen ist also überhaupt nicht mit der Jungenbeschneidung vergleichbar.“ Von Islam und FGM keine Ahnung: „Gerade in Saudi-Arabien, wo sich die heiligen Stätten des Islam befinden, wird FGM nicht durchgeführt“. Die Fehlinformation kommentiert Jacques Auvergne.

Kulturelle Moderne, anders gesagt freiheitliche Demokratie garantiert das Recht des Individuums auf eine selbstgeschriebene Biographie und setzt dieses Recht durch. Zwar sind Zwangsverschleierung (Hidschab), nötigender Heiratsvormund (Wali mudschbir), Verstoßung (Talaq) und Kindbraut (neunjährige Ehefrau nach dem Vorbild von Mohammed und Aischa) echte Religion, doch in einen funktionierenden, an seiner Abschaffung nicht interessierten Rechtsstaat nicht integrierbar. Stichwort Religion.

Religionen seien unwissenschaftlich, betonen Atheisten. Das stimmt, ist aber für die freiheitliche Demokratie vielleicht noch das geringste Problem. Von den Religionen könne nur Gutes kommen, so glauben viele andere. Ob er einen prachtvollen Sternenhimmel oder Sonnenaufgang, über beide Ohren frisch verliebt ist oder die vielen uralten Schöpfungsgeschichten aller Völker hört, manchen, mich oft eingeschlossen, überwältigt das Unsagbare und er ruft aus: Religionen sind etwas Wunderschönes. Aber nein, sollte er bald einschränken, nicht alle Glaubenslehren sind es oder sie sind es nicht durch und durch, nicht immer, sind es nur in verabreichter geringer täglicher Dosis.

Buddhismus oder Christentum etwa schmecken mir wie Zucker, heiter und sanft, aber zu viel Süße ist vielleicht rasch unangenehm. Hinduismus oder Judentum gleichen mir dem Salz, ohne eine Prise davon schmeckt bekanntlich keine Suppe, aber versalzen, versalzen! Der Islam gleiche dem Licht des Mondes, so meinen es selbst manche seiner hinter die Fichte geführten Anhänger, insbesondere muslimische Frauen und Kinder, doch das ist ein folgenreicher Irrtum.

Islam ist wie das Feuer, das zwar die Finsternis erhellen und in der Kälte des Winters Wärme spenden kann, doch wer ihm zu nahe kommt, verbrennt. Über den rücksichtslosen und grausamen Charakter seiner Lehre ließ der Islamgründer niemanden lange im Unklaren. Mohammed war beides, Erteiler von Mordaufträgen und Prediger vom Garten ewiger Glückseligkeit, Militärseelsorger und Prophet, Kriegsherr und Verkünder der einzigen sittlich zu nennenden Lebensweise, Gesellschaftsform und Rechtsprechung bzw. Gesetzlichkeit. Und eben auch das ist Stichwort: Islam ist Staat, Recht, Gesetz.

Nicht nur die Wissenschaft, sondern zunächst und vor allem Recht und Gesetz halte der Bürger oder Demokrat frei von den Religionen, von denen eben nicht nur Gutes kommt. Wenn wir die Religion von Koran und Sunna, wenn wir den Islam nicht aus unserem Recht heraushalten, bekommen wir beispielsweise Polygamie und female genital mutilation (FGM), weibliche Genitalverstümmelung. Die über einen (in Koran und Sunna nicht vorzufindenden) „Islamismus“ dozierende Alice Schwarzer und ihre Zeitschrift EMMA schreiben es nicht, aber genau so sieht es aus: Islam ist FGM.

 

Sofern sich der Gegenstand der Debatte islamische FGM oder, im größeren Kontext betrachtet, das Thema Unverträglichkeit von Islam und allgemeinen Menschenrechten (AEMR) nicht, wie volkspädagogisch erwünscht (Angela Merkel 2012: „Ich teile Ihre These nicht“), abwürgen lässt, wird es an dieser Stelle sofort sehr laut und irgendjemand brüllt den Islamkritiker nieder: „Genitale Mädchenbeschneidung hat mit den heutigen Religionen nichts zu tun, erst recht nicht mit dem Islam, der jüngsten Religion.“

Vor drei Jahren beispielsweise verbreitete Bayerns Hauptstadt, Referat für Gesundheit, die entsprechende Fehlinformation: „Allerdings schreibt keine Religion FGM vor.“[1] Bereits fünf Jahre eher (2009) hatte der österreichische Völkerrechtler und UN-Sonderberichterstatter Manfred Nowak auf der Pressekonferenz Weibliche Genitalverstümmelung als Menschenrechtsverletzung das Märchen vom FGM-freien Islamischen Recht erzählt: „Genitalverstümmelung hat nichts mit dem Islam zu tun.“ Eine anwesende Politikerin der SPÖ blies ins selbe Horn der Faktenresistenz: „FGM hat keine religiösen Gründe.“[2]

Düsseldorf 2017

In der Hauptstadt des bevölkerungsreichsten Bundeslandes endete vor wenigen Stunden eine Fachtagung. Tagungsthema war die weibliche Genitalverstümmelung, female genital mutilation, FGM – nein, das war eben nicht Thema. Oder nur beinahe. Auch wenn der WDR berichtete und FGM schrieb, lautete das Thema in Düsseldorf: Weibliche Genitalbeschneidung: Medizinische Versorgung und Prävention. Selbst die offizielle Einladung verwendete statt Genitalverstümmelung das Wort Genitalbeschneidung.[3]

Neben Ärztekammer Nordrhein und Diakonie Düsseldorf ist stop mutilation der dritte Veranstalter. Dieser residiert in der Düsseldorfer Himmelgeister Straße, im selben Haus, in dem auch KUTAIRI als, laut Impressum, Homepage („Bildungsportal“) von FRIEDENSBAND (Aktion Weißes Friedensband) sowie der Runde Tisch NRW gegen Beschneidung von Mädchen („c/o Aktion Weißes Friedensband“) ansässig sind, hinter KUTAIRI wie FRIEDENSBAND steht Günter Haverkamp. Im selben Haus arbeitet die pro familia Beratungsstelle Düsseldorf. Ebenfalls leitet Haverkamp die Aktion Rote Hand (Deutsches Bündnis Kindersoldaten), einen Verein, der die unterstützenswerte Forderung aufstellt: „Kein Kind unter 18 Jahren darf in Armeen, bewaffneten Gruppen oder anderen militärischen Verbänden eingesetzt oder geschult werden – egal in welcher Funktion (auch nicht ohne Waffe!) und egal ob unfreiwillig oder „freiwillig“.“

Seit einem Jahrzehnt bekennt sich der Runde Tisch NRW gegen Beschneidung von Mädchen bzw. Runde Tisch NRW (2007) zur Sprachregelung, statt von Verstümmelung von Beschneidung zu reden.

Sprachregelung: Beschneidung oder Verstümmelung?

Kontrovers wurde gleich zu Beginn die Begrifflichkeit diskutiert. Auf Wunsch der afrikanischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer hat sich der „Runde Tisch NRW“ für den Sprachgebrauch weibliche Genitalbeschneidung oder die englische Bezeichnung Female Genital Cutting (FGC) entschieden. Die Begriffe Genitalverstümmelung oder Female Genital Mutilation (FGM) sollen möglichst nicht verwendet werden. Der „Runde Tisch NRW“ hat dazu am 15. August 2007 einstimmig den folgenden Beschluss gefasst:

„Es wurde noch einmal deutlich gemacht, dass das Wort ‚Verstümmelung’ den Respekt und die Würde der Betroffenen verletzt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschlossen einstimmig, das Wort ‚Verstümmelung’ als Runder Tisch NRW nicht mehr zu benutzen. Unberührt davon bleibt der Sprachgebrauch der einzelnen Institutionen in ihrer jeweiligen Arbeit.“ (Protokoll vom 15.8.2007)

Eine solche Sprachregelung, die die Gefühle und Wünsche der afrikanischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer respektiert und berücksichtigt, ist für die Arbeit des „Runden Tisches NRW“ unerlässlich. Denn er möchte gerade die Zielgruppe der Betroffenen erreichen und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in den so genannten Communities für die Teilnahme und die Präventionsarbeit gewinnen.[4]

Bereits hier bei der Begrifflichkeit hat die Kritik ernsthafter Intaktivisten zu beginnen, die sattsam bekannten Versuche des Redens nicht von FGM, sondern beispielsweise von FGC, female genital circumcision bzw. female genital cutting untergräbt den Kampf gegen das mädchenfeindliche und frauenfeindliche Ritual. Seit Jahren warnen Frauenrechtler und Intaktivisten, allen voran die mutigen Aktivisten des IAC (Inter-African Committee on Traditional Practices), vor einer schwammigen Sprache, welche Politik und Medizinbetrieb zum Beschönigen, Weggucken und Nichtstun einladen könnte.[5]

Nicht zuletzt ist der Kampf um die politisch korrekte – sprich islamfreundliche – Terminologie ein Kampf gegen die erhaltenswerte Kategorisierung der weiblichen Genitalverstümmelung, wie sie die WHO, World Health Organisation aufgestellt hat. Die WHO kennt und verdammt vier Typen weiblicher Genitalverstümmelung, FGM Typ I, II, III, IV.

Die Versuche der Aufweichung dieser Klassifikation, ihrer Aufspaltung in einen künftig nach wie vor verbotenen und einen dann straffrei möglichen Teil, sind ohne Zahl. Einige Beispiele.

• Douglas Diekema für die AAP[6]

• Fuambai Ahmadu, US-amerikanische Anthropologin, aus Sierre Leone stammend. Ließ sich und ihre kleine Schwester im Urlaub rituell verstümmeln.[7]

• Prof. Dr. Karl-Peter Ringel, Humanmediziner, und Kathrin Meyer, Volljuristin, bewerben die islamische Mädchenbeschneidung der sogenannten milden Sunna, eine FGM Typ Ia oder IV, für das Interdisziplinäre Zentrum Medizin-Ethik-Recht (MER) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg[8]


• Prof. Dr. Tatjana Hörnle, Strafrechtlerin, für den djt[9]

• Dr. Mark A. Zöller von der Universität Trier (Professur für Deutsches, Europäisches und Internationales Strafrecht und Strafprozessrecht sowie Wirtschaftsstrafrecht), der über „symbolische Bagatellverletzungen“ redet[10]

• Dr. Kavita Shah Arora und Dr. Allan J. Jacobs[11]

• Dr. Jumana Nagarwala, Ärztin Detroit, Michigan, USA. Derzeit wegen islamischer FGM und Fluchtversuch jedenfalls Ausreiseversuch ins afrikanische Nairobi in den USA in Haft. Komplize Dr. Fakhruddin Attar, der die Räume seiner Privatklinik zur Verfügung stellte. Beide für Islam und islamische Mädchenbeschneidung aktiv für die schiitischen Dawudi Bohra[12]

• Prof. Dr. Christina Aus der Au, Theologin aus der Schweiz und Präsidentin des 36. Deutschen Evangelischen Kirchentags 2017. Bei einer öffentlichen Podiumsdiskussion des Kirchentags im Festsaal des Roten Rathauses (Offene Gesellschaft – Wo sind die Grenzen der Toleranz) am 27. Mai 2017 warb Aus der Au sinngemäß dafür, die Beschneidung des Geschlechtsorgans eines muslimischen Mädchens zu tolerieren und diese FGM besser durch einen ausgebildeten Arzt durchführen zu lassen als durch einen Laien im Hinterhof[13]

Jeder junge Mensch hat das Recht, seinen 18. Geburtstag mit unversehrten Genitalen zu erreichen, selbstverständlich auch jeder Junge. Weltweit muss jede Form der FGM (weibliche Genitalverstümmelung) verboten bleiben oder werden, das funktioniert doch wohl nur mit einer unzweideutigen Gesinnung, Sprache und Terminologie, mit dem Bestehen, Werten und Verdammen der FGM, jeder FGM, auch der kleinen oder klitzekleinen.

Eines Tages begegnete Mohammed der zum Islam konvertierten professionellen Kitzlerabschneiderin (muqaṭṭiʿatu l-buẓūr, amputatrice di clitoridi, coupeuse de clitoris, cutter of clitorises) Umm ʿAṭiyya. Die aus Angst vor Bestrafung im Diesseits und im Jenseits sehr um Glaubensgehorsam bemühte Umm Atiyya, manche reden von Umm Habibi, befragte den Propheten nach der religiösen Rechtmäßigkeit ihrer Berufstätigkeit und Allahs Sprachrohr stellte fest:

أشمِّي ولا تنهَكي

ašimmī wa-lā tanhakī

[Cut] slightly and do not overdo it

[Schneide] leicht und übertreibe nicht

Oder Mohammed verkündete den Willen des Himmels so:

اختفضن ولا تنهكن

iḫtafiḍna wa-lā tanhikna

Cut [slightly] without exaggeration

Schneide [leicht] und ohne Übertreibung

Seither ist das dem kleinen Mädchen zu amputierende Quantum und Volumen an Genitalgewebe, vielfältig und flexibel, als Viertel eines Reiskorns, als Guavensamen, Bohne, Blattspitze, Nadelkopf (the size of a nail clipping, a quarter-grain of rice, a guava seed, a bean, the tip of a leaf, or the head of a needle) definiert worden oder als Hahnenkamm (the crest of a rooster), wobei überirdisch verschwommen bleibt, ob die sogenannte Bohne oder dergleichen jetzt aus der Schamlippe, aus der Klitorisvorhaut oder aber aus der Klitoris herausgeschnitten werden muss und schon eher gesichert ist, dass jede somalische, kurdische oder indonesische Beschneiderin von Zeit zu Zeit sehr üppige Bohnen sowie ausgesprochen fleischige Hahnenkämme zwischen ihren Fingerspitzen dreht. Kurz und gut und auch Günter Haverkamp (Aktion Weißes Friedensband, KUTAIRI, Runder Tisch NRW gegen Beschneidung von Mädchen) kann es wissen und sollte seine Kampagne gegen die Wahrheit beenden: die Scharia mindestens der Schafiiten und Dawudi Bohra fordert zwingend (wadschib) die Jungen- und Mädchenbeschneidung sprich die weibliche Genitalverstümmelung, FGM ist damit – auch – sehr islamisch.

„Genitale Mädchenbeschneidung hat mit den heutigen Religionen nichts zu tun, erst recht nicht mit dem Islam, der jüngsten Religion.“[14]

stop mutilation, mit Ärztekammer Nordrhein und Diakonie Düsseldorf am heutigen 7. Juli 2017 Veranstalter der Fachtagung, hat vor fünf Jahren einen Text ins Netz gestellt. Nicht nur verewigt dieser sogenannte Leitfaden für pädagogische Fachkräfte[15] das verbissen faktenferne Dogma von der Unvergleichbarkeit der Jungenbeschneidung mit der Mädchenbeschneidung, auch eine islamische Begründung der weiblichen Genitalbeschneidung, wir sagen Genitalverstümmelung, wird für undenkbar erklärt sprich aus der weiteren Debatte ausgeschlossen. Fehler, die den erfolgreichen Kampf gegen FGM behindern und die Rhodah Koross, Jawahir Cumar und Ulla Ohlms, alle drei stop mutilation, korrigieren sollten.

LEITFADEN FÜR PÄDAGOGISCHE FACHKRÄFTE (2012) | Weibliche Genitalbeschneidung: Mädchen unterstützen + schützen

Weltweit müssen gesetzliche Verbote der FGM (FGM ist FGM Typ Ia, Ib, IIa, IIb, IIc, III, IV) her, abschreckend strafbewehrt versteht sich.

„Es geht darum, nicht durch Verbote und Autorität, sondern durch Fördern von Wissen und Bewusstsein aktive Prävention zu leisten.“ (Dr. Christoph Zerm, Gynäkologe)

Der Gedanke von der Prävention in Ehren und vielleicht rufen Ärzte auch nicht so gerne nach scharfen Strafgesetzen, doch alle Zivilisation ist das Bändigen der Gewalt durch das Recht und FGM ist Gewalt. Ein teilweise oder weitgehend zerstörtes Genital müsste für einen Mediziner doch eigentlich ein schlimmerer Anblick sein als die Lektüre eines Anti-FGM-Paragraphen. Vom Hexenhammer, Malleus malleficarum, gelangte Deutschland glücklich zur Cautio criminalis und ohne den 13. Zusatzartikel, 1865, hätten die USA noch heute ihre Sklaverei. Ob Kampf gegen Drogendealer oder (Kinder-)Prostitution, ohne Gesetze geht es nicht, Aufklärungskampagnen, Motivationskampagnen, Straftäter-Resozialisation kommen anschließend. Derzeit, vgl. Ringel / Meyer oder Hörnle, können Deutschlands Sozialarbeiter nicht ausreichend gestärkt gegen FGM Typ Ia und Typ IV argumentieren – der Grund: der schlecht gemachte, nachzubessernde § 226a StGB.

Und sie versuchen es immer wieder, sie sind informiert, sie stellen sich doof. Anatomie ungenügend. Selbstverständlich wird dem Jungen mit einer Beschneidung der bekannten Marken und Alibis, als da sind Ulwaluko bei den Xhosa, jüdisch Brit mila, islamisch Chitan bzw. türkisch sünnet, parawissenschaftlich und US-amerikanisch nach der AAP, last but not least die sinnfreie Afrikakampagne VMMC, das histologische und sensorische Äquivalent zu Kleinen Schamlippen und Klitoris weggeschnitten, aus Präputophobie (Vorhauthass) und andressiertem elterlichem Amputationsglück. Selbstverständlich entspricht die Zirkumzision einer FGM Typ I oder II. Nicht das penile Präputium, die Präputophobie ist zu amputieren.

Die Beschneidung von Mädchen ist also überhaupt nicht mit der Jungenbeschneidung vergleichbar.

Gefurchtes Band (ridged band), Frenulum (Bändchen) und Frenulares Delta vor allem sind es, welche die Penisvorhaut (Präputium) zum männlichen Lustorgan Nummer Eins machen. Dass mit den in der Glans penis in dieser Anzahl nicht vorhandenen präputialen 10.000 bis 20.000 Tastkörperchen bzw. Nervenendigungen der Typen Meissner, Merkel, Ruffini und Vater-Pacini dem Jungen das sensorische Äquivalent nicht zur Klitorisvorhaut, sondern zur Klitoris amputiert wird, kann selbst ein Gynäkologe wie Dr. Christoph Zerm wissen.

Die durch Dr. Zerm und stop mutilation zur penilen Anatomie und zur Jungenbeschneidung verbreitete Fehlinformation im gesamten Abschnitt:

Unterschied zur Jungenbeschneidung

In den ersten acht Wochen der Embryonalentwicklung ist die Genitalanlage noch indifferent, das heißt, es ist nicht zu erkennen, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird. Aus diesem gleichen Ansatz am Anfang entwickelt sich die weibliche oder männliche Spezialisierung. Deshalb lässt sich gut zuordnen, welches Organ beim Mann entwicklungsbiologisch welchem Organ bei der Frau entspricht. Der Penis des Mannes entspricht der Klitoris der Frau. Schon Typ I der Frauenbeschneidung würde für den Mann den Verlust des gesamten Penis bedeuten. Die Beschneidung von Mädchen ist also überhaupt nicht mit der Jungenbeschneidung vergleichbar.

Die Beschneidung von Mädchen ist selbstverständlich mit der Jungenbeschneidung zu vergleichen. Zu bemerken ist, dass Dr. Zerm plus stop mutilation („Typ I der Frauenbeschneidung würde für den Mann den Verlust des gesamten Penis bedeuten“) ganz offensichtlich „Typ I“ mit FGM Typ Ib gleichsetzen, der teilweisen oder weitgehenden Zerstörung der Klitoris (d. i. Klitoriseichel; ggf. auch viel vom Klitorisschaft) und folglich die FGM Typ Ia der WHO-Klassifikation ausgeblendet haben, die Amputation der Klitorisvorhaut. Doch auch die FGM Typ Ia muss verboten sein bzw. werden, weltweit, das möchten wir auch bei stop mutilation lesen. Ebenso ist FGM Typ IV global zu überwinden, das sind etwa die Inzision (der rituelle Einschnitt, engl. vulvar nick) und der rituelle Nadelstich (pinprick). Die vier Typen weiblicher Genitalverstümmelung können nur gemeinsam bekämpft und verboten werden, denn noch die geringste genitale Verletzung schädigt den Körper des Mädchens und ist seelisch traumatisierend zum einen und zum anderen kann jederzeit nachbeschnitten werden. Derzeit im Sommer 2017 probt Tariq Ramadan den Versuch der Zerspaltung der, wie das weibliche Genital unbedingt bewahrenswerten, WHO-Klassifikation mit einem listigen Gesprächsangebot: „sowohl Beschneidung als auch Genitalverstümmelung – either excision or FGM“.

Kein Islam ohne FGM. stop mutilation wirft kräftig Nebel.

Keine der großen Weltreligionen weist in ihren schriftlichen Überlieferungen weibliche Genitalbeschneidung aus.

Die autoritativen Texte des Islam sind Koran und Sunna, die Schriften der Sunna sind vor allem die Hadithe, daneben gibt es die Sira, Prophetenbiographie. Und genau im Hadith findet sich die Anweisung zum Mädchenbeschneiden, das sollte auch eine Somalierin wissen, in deren Heimatland schließlich der Fiqh nach Imam asch-Schafii vorherrscht, dem die Beschneidung Religionspflicht ist und der hierbei zwischen Junge und Mädchen nicht differenziert.

Zum einen also ist Islam nicht Koran, sondern Koran und Sunna, vor allem Koransure und Hadith. Zum anderen führt es zu nichts, das Wunschdenken vom FGM-freien Islam.

Hadith

Narrated Umm Atiyya al-Ansariyya : A woman used to perform circumcision in Medina. The Prophet (…) said to her: Do not cut severely as that is better for a woman and more desirable for a husband. (Sunan Abu Dawud, Book 41, Number 5251)

FGM wird nicht einmal erwähnt.

Islam ist nicht Koran. Und auch heute gibt es in Malaysia Religionsgelehrte, die die FGM mit dem Koran begründen, was islamisch beispielsweise unter Verwendung der Geschichte von Ibrahim, Sara und Hadschar geschieht, von Abraham, Sara und Hagar.

Es sollte sich auch in Düsseldorf herumgesprochen haben. Alle vier sunnitischen Rechtsschulen (Sg. Madhhab) befürworten weibliche Beschneidung sprich weibliche Genitalverstümmelung, den Schafiiten ist sie religiöse Pflicht (wadschib, fard). Überall wo der schafiitische Islam dominiert, ist die Beschneidung daher häufig. Auch einer hanbalitischen Lehrmeinung zufolge ist die Beschneidung bei Frauen wadschib, islamisch verpflichtend. Im Fiqh der Malikiten ist die Chitan al-inath (Chitan al-banat; FGM) Prophetentradition, sunna, und damit dringlich nachzuahmen, den Hanafiten wie auch für manche Hanbaliten ist sie ehrenhaft, makruma.

Einfach die entsprechende Hadithsammlung aufschlagen, Sunan Abu Dawud, Buch 41, Nr. 5251, oder zu sunat perempuan (khitan wanita) nachlesen in einem beliebig alten oder druckfrischen Fatwa aus Kuala Lumpur oder Jakarta. Ob der muslimische Erwachsene Junge oder Mädchen war, die Tahara (طهارة , ṭahāra), die rituelle Reinheit ist herzustellen und mindestens sunnitisch-schafiitisch sowie bei den schiitischen Dawudi Bohra geht das nicht ohne Messer bzw. Skalpell. Jungen- und Mädchenbeschneidung ist Religion, die wollen in den Himmel kommen.

Trotzdem hält sich der weit verbreitete Irrtum, die Religion verlange das. Deshalb ist es wichtig, bei Aufklärungskampagnen auch religiöse Führer einzubeziehen.

Religiöse Führer einbeziehen, aber sehr gerne, nennen wir sie doch beim Namen und die Herrschaften haben Telefon und E-Mail. Syedna Mufaddal Saifuddin, der 53. Dai al-Mutlaq der schiitischen Dawudi Bohra. Die spirituellen Autoritäten im Rat der Ulama von Indonesien, Majelis Ulama Indonesia, MUI. The National Fatwa Council, Malaysia, als Teil des Department of Islamic Advancement of Malaysia, Jabatan Kemajuan Islam Malaysia, JAKIM. Der Cheftheologe der Muslimbruderschaft, Yusuf al-Qaradawi. Dessen organisatorische rechte Hand in Europa, Tariq Ramadan.

Mufaddal Saifuddin am 24.04.2016 in Mumbai: „Das Ritual, das Ritual, das Ritual muss durchgeführt werden, ihr versteht was ich meine, ihr versteht mich völlig richtig. Bei einem männlichen Kind kann es ganz offen geschehen, bei einem weiblichen Kind eben heimlich, aber das Ritual muss gemacht werden. Wer auch immer es ist, wer auch immer etwas sagt.“ Später ergänzte der Syedna: „Männliche und weibliche Beschneidung (genannt Chatna (ḫatna; ḫitān) und ChafD (ḫafḍ; ḫifāḍ)) sind religiöse Riten, die von den Dawudi Bohra durch die gesamte Geschichte ihres Bestehens hindurch praktiziert worden sind. Religiöse Bücher, die vor über tausend Jahren geschrieben wurden, stellen die Anforderungen fest, die in Bezug auf die religiöse Reinheit sowohl für Männer als auch für Frauen gelten.“[16]

Yusuf al-Qaradawi überlässt den Eltern die Entscheidung, ob das Mädchen islamisch beschnitten werden soll oder nicht, ganz gemäß ihrer Überzeugung, wobei er selbst bevorzugt, die weibliche Beschneidung durchzuführen, da sie die Moralität der Mädchen beschützt – „vor allem in unserer heutigen Zeit“. Al-Qaradawi leaves the choice to parents according to their beliefs, in spite of the fact that he favours female circumcision, because it protects girls‘ morality — „especially nowadays.“[17]

Das islamische Ergebnis steht seit mehr als tausend Jahren auch die Mädchen betreffend fest, es muss beschnitten werden oder es muss beschnitten werden dürfen. „Lassen Sie uns die Zeit für die offene innermuslimische Debatte – let us have an open internal debate“, so sagte der Europaführer der Muslimbruderschaft am 12.06.2017, gezielt den Anschein von Gesprächsbereitschaft erweckend, von Bereitschaft zur freiheitlichen Demokratie und zur Gleichberechtigung von Mann und Frau, von einer islamisch zulässigen oder auch nur möglichen Ergebnisoffenheit der Debatte über Chitan al-inath (sunat perempuan), das intakte weibliche Genital stellt Tariq Ramadan wie beiläufig zur Disposition.[18]

Sie sollten den Gläubigen [bittebitte] sagen, dass es keinerlei religiöse Vorschriften dafür gibt.

Die islamischen Autoritäten, huch, sagen das Gegenteil.

Weibliche Genitalbeschneidung gibt es genauso bei Christen, zum Beispiel in Äthiopien und Eritrea, wie bei Muslimen. Aber nicht in allen muslimischen Ländern wird FGM praktiziert. Gerade in Saudi-Arabien, wo sich die heiligen Stätten des Islam befinden, wird FGM nicht durchgeführt.

Bitte stellt euch nicht dumm bzw. informiert euch endlich. Auch in Saudi-Arabien beschneiden etwa die Schafiiten, diese leben dort vor allem im al-Hedschas (al-Ḥiǧāz) (الحجاز), im Asirgebirge (تهامة) und im Küstenstreifen der Tihama (تهامة Tihāma) ihre Mädchen, wie es ihnen islamrechtlich d. h. islamisch vorgeschrieben ist.[19] Etliche hanbalitische Autoritäten halten Chitan al-inath (chitan al-banat), Islamic FGM, ebenfalls für wadschib, für religionsrechtlich absolut verpflichtend, die übrigen schariagehorsamen Hanbaliten finden die islamische FGM prima pardon sunna bzw. makruma.

Andererseits findet die grausamste Form von FGM in der Regel dort statt, wo die Bevölkerung überwiegend muslimisch ist.

Allerdings, im erwähnten Saudi-Arabien kommen vor: FGM Typ I, FGM Typ II, FGM Typ III.

November 2012, die Geschäftsführerin von stop mutilation und der kooperierende Gynäkologe bringen den vielleicht nett gemeinten Unsinn vom Islam, der keine FGM kennt, im Rheinische Ärzteblatt unter.

Jawahir Cumar, Geschäftsführerin der Beratungsstelle „stop mutilation“ in Düsseldorf, und der Gynäkologe Dr. Christoph Zerm aus Herdecke […] Die FGM sei kein religiöses Phänomen, auch wenn einige Länder, in denen Frauen beschnitten werden, in Afrika und auf der arabischen Halbinsel, wie der Jemen und Oman, vom Islam geprägt sind. Denn in nordafrikanischen Staaten wie Marokko, Algerien, Tunesien oder auch in Saudi-Arabien findet FGM nicht statt. Ebenfalls fordere der Koran an keiner Stelle die Beschneidung des weiblichen Genitals, so Zerm und ergänzte: „Die Töchter des Propheten Mohammed blieben unbeschnitten.“[20]

Um die Sache herumzureden führt zu nichts.

Die FGM, siehe WHO Klassifikation, muss weg, überall, also auch Typ Ia Klitorisvorhautbeschneidung oder Typ IV Einschnitt oder Einstich. Als Aktivist gegen Mädchenbeschneidung sogleich angestrengt die – zweifelhafte – Menschenfreundlichkeit des Islam zu beschwören, wird nicht den Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung zum Erfolg führen, sondern FGM und Kalifat.

Oft ist FGM angewandte Religion, praktizierter Islam.

Jacques Auvergne


Q u e l l e n

[1] Genitale Beschneidung / Genitalverstümmelung bei Frauen und Mädchen 6. Rundbrief für Fachkräfte und Interessierte zur Unterstützung von betroffenen Frauen und Mädchen in München | Landeshauptstadt München, Referat für Gesundheit und Umwelt, Fachstelle Frau & Gesundheit 25.11.2014

http://www.imma.de/fileadmin/images/IMMA/ko_i/Rundbrief_f%C3%BCr_Fachkr%C3%A4fte_und_Interessierte.pdf

[2] Wien (SK) – „Kultur darf niemals Menschenrechtsverletzungen rechtfertigen“, betonte die SPÖ-Bereichssprecherin für Umwelt und globale Entwicklung, Petra Bayr, am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz zum Thema „Weibliche Genitalverstümmelung als Menschenrechtsverletzung“. Ebenfalls am Podium: Menschenrechtsexperte und UN-Sonderberichterstatter Manfred Nowak […]

„FGM hat keine religiösen Gründe“, unterstrich die SPÖ-Bereichssprecherin für Umwelt und globale Entwicklung, Petra Bayr. […]

„Genitalverstümmelung hat nichts mit dem Islam zu tun“, hielt Manfred Nowak fest. Oftmals werde in den Medien FGM mit dem Islam in Verbindung gebracht, dabei seien die primären Gründe „partriarchale Strukturen und Unterdrückung der Frauen“.

Bayr zu FGM: Kultur ist keine Rechtfertigung für Menschenrechtsverletzungen | UN-Sonderberichterstatter Nowak: Weltweit drei Millionen Mädchen jährlich von Beschneidung betroffen | SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Wien | APA-OTS 29.01.2009

 

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20090129_OTS0167/bayr-zu-fgm-kultur-ist-keine-rechtfertigung-fuer-menschenrechtsverletzungen

[3] Weibliche Genitalbeschneidung – Ärztekammer Nordrhein

Einladung zur Fachtagung

http://www.aekno.de/downloads/aekno/flyer-fgm-2017.pdf

[4] Dokumentation | 2 Jahre Runder Tisch NRW gegen Beschneidung von Mädchen | Redaktion: Jeanette Zachäus, Günter Haverkamp (V.i.S.d.P.)

http://www.kutairi.de/wp-content/uploads/2015/05/Dokumentation-2-Jahre-Runder-Tisch-NRW.pdf

[5] IAC (Inter-African Committee on Traditional Practices) gegen Aufweichen der Terminologie

In 1990, the IAC General Assembly voted to adopt the terminology female genital mutilation and its acronym FGM to replace the euphemism ‘female circumcision’, during its General Assembly held in Addis Ababa. FGM has since been in usage by United Nations ECOSOC, African governments, African women and the international public.

http://iac-ciaf.net/about-iac/

Terminologie

Female Genital Mutilation wurde 1990 vom Inter-African Committee on Traditional Practices Affecting the Health of Women and Children (IAC) als Begriff für alle afrikanischen und internationalen Partnerkomitees übernommen. Auf seiner sechsten Generalversammlung im April 2005 veröffentlichte das IAC in Mali die „Bamako-Deklaration on the Terminology FGM“. Das IAC kritisierte darin die Verwendung der Sammelbezeichnung Female Genital Cutting (FGC) durch einige UN-Organisationen, die dahingehend von „besonderen Lobby-Gruppen“, hauptsächlich aus westlichen Ländern stammend, beeinflusst worden seien. Die Mitglieder des IAC sehen in den Verwendung alternativer Bezeichnungen – genannt werden „Female Circumcision“, „Female Genital Alteration“, „Female Genital Excision“, „Female Genital Surgery“ und „Female Genital Cutting“ – eine politisch motivierte Abkehr von der Sprachregelung „Female Genital Mutilation“, die eindeutig Stellung beziehe. Sie bekräftigten die Forderung, den Begriff „Female Genital Mutilation“ (FGM) beizubehalten.

Im Jahr 1991 empfahl die Weltgesundheitsorganisation, dass auch die Vereinten Nationen die Bezeichnung Female Genital Mutilation übernehmen sollten. Die Verwendung von „mutilation“ („Verstümmelung“) unterstreiche die Tatsache, dass die Praxis eine Verletzung der Rechte von Mädchen und Frauen sei. Dadurch unterstütze eine solche Bezeichnung Abschaffungsbestrebungen auf nationaler und internationaler Ebene. Der Begriff weibliche Genitalverstümmelung ersetzte Beschneidung weiblicher Genitalien als die bis dahin häufigere Bezeichnung und entwickelte sich zum Standardbegriff in medizinischer Literatur. Beispielsweise verwendet die Bundesärztekammer den Begriff weibliche Genitalverstümmelung, der Weltärztebund und die American Medical Association verwenden das englische Pendant Female Genital Mutilation.

Die in Deutschland ansässige Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes hat sich dafür entschieden, in der Öffentlichkeitsarbeit den Begriff Weibliche Genitalverstümmelung zu verwenden. In einer Stellungnahme empfiehlt sie jedoch, im Umgang mit Betroffenen den Begriff Beschneidung zu verwenden. In diesem Zusammenhang sei Beschneidung keine Verharmlosung, sondern nehme „auf die Würde der Betroffenen in Deutschland“ Rücksicht. Diese Empfehlung vertreten auch die Bundesärztekammer und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Die in der englischen Sprache etablierte Kompromissbezeichnung FGM/C wird vom Kinderhilfswerk (UNICEF) und der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) verwendet, um die Bedeutung des Verstümmelungsbegriffs auf der politischen Ebene zu erfassen und gleichzeitig eine weniger verurteilende Terminologie für die praktizierenden Gemeinschaften anzubieten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Weibliche_Genitalverst%C3%BCmmelung#Terminologie

In addition to the expression “female genital mutilation”, the terms “female genital cutting” (FGC) and “female circumcision” or “circumcision of girls” arealso used. It is often felt that the expression female circumcision, because of the potential analogy with male circumcision, does not properly reflect the extreme seriousness of the procedure. In international discourse some organisations prefer to talk about FGC because it is seen as less derogatory towards the girls and women concerned since it does not solely portray them as victims. On the other hand, the use of the term “mutilation” underlines the severity of the procedure and is therefore used by international organisations such as the Inter-African Committee on Traditional Practices (IAC) and by numerous other activists as well. The BMZ also uses the expression “female genital mutilation”, in order to make it clear that this practice is a serious violation ofhuman rights.

Female genital mutilation. The contribution made by German development policy towards ending this violation of the human rights of girls and women | BMZ PAPER 2 | 2015 POSITION PAPER | Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

https://www.bmz.de/en/publications/type_of_publication/strategies/Strategiepapier350_02_2015.pdf

[6] Douglas Diekema für die AAP. Das AAP-Komitee für Bioethik (2010).

In a controversial change to a longstanding policy concerning the practice of female circumcision in some African and Asian cultures, the American Academy of Pediatrics is suggesting that American doctors be given permission to perform a ceremonial pinprick or “nick” on girls from these cultures if it would keep their families from sending them overseas for the full circumcision.

The academy’s committee on bioethics, in a policy statement last week, said some pediatricians had suggested that current federal law, which “makes criminal any nonmedical procedure performed on the genitals” of a girl in the United States, has had the unintended consequence of driving some families to take their daughters to other countries to undergo mutilation.

“It might be more effective if federal and state laws enabled pediatricians to reach out to families by offering a ritual nick as a possible compromise to avoid greater harm,” the group said.

Group Backs Ritual ‘Nick’ as Female Circumcision Option | by Pam Belluck | The New York Times 06.05.2010

http://www.nytimes.com/2010/05/07/health/policy/07cuts.html

[7] (Fuambai Sia Ahmadu fordert das Recht auf FGM Typ I und Typ II)

Nicht der eine oder andere Paragraph, der Internationale Tag der Nulltoleranz gegen weibliche Genitalverstümmelung ist geschlechtsneutral umzuformulieren

Seit 20 Jahren doziert eine amerikanische Völkerkundlerin über die angebliche Harmlosigkeit und die aus ihrer Sicht unbedingt bewahrenswerte Kultur und Würde der afrikanischen weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) auch vom Typ II, was Labienamputation bedeutet und Klitoridektomie sowieso. Das in Sippe und Volk hochgeschätzte Ritual weiterzutragen, sei Teil der universellen Menschenrechte. Zornig titelt ihr jüngster Text: WHY THE TERM FEMALE GENITAL MUTILATION (FGM) IS ETHNOCENTRIC, RACIST AND SEXIST – LET’S GET RID OF IT!

Aus der gegenaufklärerischen Kampfschrift übersetzt und kommentiert Menschenrechtsuniversalist und Sozialarbeiter Edward von Roy, der eine weltweite Beibehaltung der Nulltoleranzpolitik sprich das der WHO-Klassifikation allein angemessene Verbot auch der islamischen sogenannten milden Sunna (chitan al-inath; sunat perempuan) sowie die grundgesetzlich gebotene Integration der Jungen und Männer in den bislang Frauen und Mädchen meinenden Aktionstag fordert, welcher seit 2003 an jedem 6. Februar begangen wird.

https://schariagegner.wordpress.com/2015/02/06/genital-intakt-einsichtsfaehig-verantwortungsbewusst-und-stolz-keine-unterwanderung-universeller-menschenrechte/

[8] (Humanmediziner Karl-Peter Ringel und Volljuristin Kathrin Meyer | § 226a StGB – Sonderstraftatbestand der Frauenbeschneidung & verfassungswidrige Ungleichbehandlung | Veröffentlicht für das Interdisziplinäre Zentrum Medizin-Ethik-Recht (MER) der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

Zwei Wegbereiter deutscher Mädchenbescheidung

Von Edward von Roy

https://schariagegner.wordpress.com/2014/09/14/prof-dr-ringel-empfiehlt-dem-gesetzgeber-die-fgm-typ-ia-und-iv-milde-sunna/

[9] (Tatjana Hörnle, strafrechtliche Gutachterin für den 70. Deutschen Juristentag)

Bringt uns der Juristentag die mit der Scharia verträglichen Paragraphen?

(Der 70. DEUTSCHE JURISTENTAG (2014) rückt heran und ein Blick in die Thesen der Gutachter und Referenten (Kultur, Religion, Strafrecht – Neue Herausforderungen in einer pluralistischen Gesellschaft) verheißt alles Gute für das Islamische Recht und wenig Gutes für die allgemeinen Menschenrechte. Von Edward von Roy am 11.08.2014.)

Dr. Tatjana Hörnle akzeptiert die verfassungswidrige Beschneidung von Jungen als juristisch problemlos und unterschlägt das hohe Maß der lebenslangen Zerstörung der männlichen genitalen Sensitivität (Sorrells et al. (2007)) ebenso wie die Folgen für Ehe und Partnerschaft (Frisch et al., (2011)). Dass selbst bei der Beschneidung in Arztpraxis oder Krankenhaus schwere Verletzungen und Todesfälle auftreten, sagt sie ebenfalls nicht. Weil Gleichbehandlung der Geschlechter (noch) wichtig ist, kämpft die Professorin 2014 für die deutsche Legalisierung der Beschneidung von Mädchen, wenigstens solange nur ein bisschen Klitorisvorhaut amputiert wird oder am Mädchengenital lediglich ein Einschnitt (Inzision; ritual nick) bzw. ein Pieksen oder Stechen (ritual pinprick) mit einer Nadel oder Lanzette erfolgt. Wie tief bitteschön darf gepiekst werden, fragt man sich, und in welches intakte Körpergewebe eigentlich werde am Mädchengenital gestochen, in Klitorisvorhaut, Labien oder Klitoris, und überhaupt, soll demnächst legal eingestochen oder gleich durchstochen bzw. gekratzt, geraspelt, geritzt oder geschlitzt werden dürfen?

https://schariagegner.wordpress.com/2014/08/11/70-deutscher-juristentag-die-aemr-und-das-gg/

Entgegnung auf die Richtigstellung der Tatjana Hörnle

Punktgenau zur Eröffnung des 70. Deutscher Juristentages streitet Gutachterin Tatjana Hörnle, die sich von der Zeitung Berliner Kurier missverstanden fühlt, ihren Versuch einer deutschen Legalisierung der sogenannten milden Sunna ab („Richtigstellung“). Ebenso wie Humanmediziner Karl-Peter Ringel und Volljuristin Kathrin Meyer arbeitet jedoch auch die Berliner Juraprofessorin an einer Straffreiheit der in Deutschland über § 226a StGB verbotenen, der schafiitischen Rechtsschule des Islam jedoch verpflichtenden (farḍ, wāǧib), für Hanbaliten und Malikiten religionsrechtlich als ehrenwert eingestuften und den Hanafiten immerhin als Sunna geltenden FGM Typ Ia und Typ IV. Von Gabi Schmidt und Edward von Roy am 16.09.2014.

https://schariagegner.wordpress.com/2014/09/17/kommentar-zu-tatjana-hoernles-richtigstellung-zum-artikel-im-berliner-kurier/

[10] Die Strafbarkeit der Genitalverstümmelung als Gesetzessymbolik?

(s. Mark A. Zöller ab 729 ff., aber nein, Kindern, Mädchen oder Jungen, auf Wunsch von Göttern oder Eltern sensitives Genitalgewebe abzuschneiden, einzuschneiden oder anzustechen ist keine Symbolik, sondern leider sehr konkret)

Mädchenbeschneidungsfreundin Tatjana Hörnle ist nie weit weg, wenn sich Deutschlands Juristen an die Legalisierung (im Sinne von Staffreistellung) der islamischen Mädchenbeschneidung heranschleichen. Ist der Chitan al-inath (sunat perempuan) denn etwa nicht zur familienfreundlichen und religionsfreundlichen Körperverletzungsklasse rein symbolische Bagatellverletzungen zu rechnen?

Aus der Festschrift für Bernd Schünemann zum 70. Geburtstag am 1. November 2014, herausgegeben von Roland Hefendehl, Tatjana Hörnle, Luis Greco. Über die FGM grübelt Mark A. Zöller (Uni Trier) allen Ernstes:

„Zudem ist mit Blick auf die Wortwahl des Gesetzgebers erkennbar, dass es sich um negative Veränderungen von einigem Gewicht handeln muss. Damit scheiden rein symbolische Bagatellverletzungen, kosmetisch motivierte Eingriffe wie „Schönheitsoperationen“ im Genitalbereich oder dem Modebewusstsein entspringende Intimpiercings aus dem objektiven Tatbestand des § 226a StGB aus.″

Seite 733

https://books.google.de/books?id=TSPoBQAAQBAJ&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false––Professor Dr. Mark A. Zöller

Professor Dr. Zöller | Professur für Deutsches, Europäisches und Internationales Strafrecht und Strafprozessrecht sowie Wirtschaftsstrafrecht

https://www.uni-trier.de/index.php?id=23759

[11] It is „culturally insensitive“ to ban genital mutilation: Kavita Shah Arora and Allan J Jacob

Poste de veille

https://www.youtube.com/watch?v=eZlnbCzWHCE

A paper in the Journal of Medical Ethics from Kavita Shah Arora, MD, of MetroHealth Medical Center in Cleveland, and colleagues addressed a proposed „compromise“ to the controversial procedure of female genital mutilation, which is often performed on young girls by their families in accordance with their religious beliefs. Arora’s team suggested renaming the procedure „female genital alteration,“ and developing a multi-tiered system to classify different procedures performed on young girls according to their severity.

They suggested that „liberal societies“ should be able to tolerate the less severe forms of genital alteration: those that almost never have a lasting effect on female morphology, such as a nick in the vulvar skin, and those that create morphological changes but do not impact a woman’s sexual satisfaction, such as surgical retraction of the clitoral hood (analogous to male circumcision).

In this video, Jacques Moritz, MD, of Weill Cornell Medicine in New York City, discusses the findings of the study and three accompanying editorials, and weighs in on what major medical organizations may think of these procedures and their impact on women’s health.

Medpage Today

https://www.youtube.com/watch?v=8l6tj1JGjV8

[12] (Dr. Jumana Nagarwala, Ärztin Detroit, Michigan, USA. Derzeit wegen islamischer FGM und Fluchtversuch jedenfalls Ausreiseversuch ins afrikanische Nairobi in den USA in Haft. Komplize Dr. Fakhruddin Attar, der seine Privatklinik als Tatort zur Verfügung stellte. Beide für Islam und islamische Mädchenbeschneidung aktiv für die schiitischen Dawudi Bohra)


Stoppt selbst die geringst invasive FGM

Die WHO-Klassifikation zur weiblichen Genitalberstümmelung (FGM) muss erhalten bleiben: Nein zu den Versuchen der Straffreistellung der Islamic FGM (Chitan al-inath, indones.: sunat perempuan), etwa der sogenannten milden Sunna, überall auf der Welt. Von Gabi Schmidt und Edward von Roy am 16.04.2017.

[…] Michigan 2017, offensichtlich erstmals in der Geschichte der USA befasst sich der Strafprozess um die hauptberufliche Notärztin und klandestine Ritualbeschneiderin Dr. Jumana F. Nagarwala (United States of America v. JUMANA NAGARWALA) mit dem bestehenden Verbot der weiblichen Genitalverstümmelung 18 USC 116 (female genital mutilation). […]

https://schariagegner.wordpress.com/2017/04/16/fbi-ermittelt-islamische-fgm-im-grossraum-detroit-michigan/

Jumana Nagarwala is an Indian-American physician who, in 2017, became the first person charged under the United States law criminalizing female genital mutilation.

https://en.wikipedia.org/wiki/Jumana_Nagarwala

[13] Christina aus der Au, Theologin aus der Schweiz und Präsidentin des 36. Deutschen Evangelischen Kirchentags in Berlin und Wittenberg im Jahr des 500. Reformationsjubiläums 2017. Bei einer Podiumsdiskussion (Offene Gesellschaft – Wo sind die Grenzen der Toleranz) des diesjährigen Deutschen Evangelischen Kirchentags am 27. Mai 2017 im Festsaal des Roten Rathauses rief Aus der Au zumindest Gynäkologen öffentlich auf, weibliche Genitalverstümmelung der WHO Klassifikation FGM Typ II [untergliedert in IIa, IIb u. IIc] bzw. Typ IV zu akzeptieren und auf Elternwunsch durchzuführen.

[14] Desinformation von KUTAIRI: „Genitale Mädchenbeschneidung hat mit den heutigen Religionen nichts zu tun, erst recht nicht mit dem Islam, der jüngsten Religion.“

http://www.kutairi.de/f1000/

[15] Leitfaden für pädagogische Fachkräfte

http://www.stop-mutilation.org/library/pdf/leitfaden_fachkraefte.pdf

[16] „The procedure, the procedure, the procedure has to happen. You understand what I am trying to talk about, you understand properly. In the man it is open, in women it is secret, but the procedure must be done. Whoever it is, whoever says it.“

http://mumbaimirror.indiatimes.com/mumbai/other/Yes-to-Khatna-says-Syedna-no-say-intnl-jamaats/articleshow/52263271.cms

Male and female circumcision (called khatna and khafz respectively) are religious rites that have been practiced by Dawoodi Bohras throughout history. Religious books, written over a thousand years ago, specify the requirements for both males and females as acts of religious purity.

Syedna Mufaddal Saifuddin, the spiritual head of the Dawoodi Bohras

https://www.thequint.com/women/2016/06/07/bohra-leader-breaks-his-silence-on-female-circumcision-in-india

[17] Aldeeb Abu-Sahlieh, Sami A. (1995) „Islamic Law and the Issue of Male and Female Circumcision,“ Third World Legal Studies: Vol. 13, Article 4.)

http://scholar.valpo.edu/twls/vol13/iss1/4/?utm_source=scholar.valpo.edu%2Ftwls%2Fvol13%2Fiss1%2F4&utm_medium=PDF&utm_campaign=PDFCoverPages

[18] Tariq Ramadan

12. Juni um 09:59 ·

WASHINGTON DC : Should shaykh Shaker el-Sayed be fired? Some thoughts around the controversy regarding female excision and female genital mutilation (FGM)…

CLARIFICATION : I thought it was not needed as I repeated three times in the video that I do not support either excision or FGM. In any way and I have been involved around the world against both practises. I disagree as well with the comments made by Shaykh Shaker about hyper-sexuality. Yet, this was not my point and I made it clear in the video. To say this discussion has no ground within the Islamic tradition is wrong : it has been debated and still is. Even though I am against these practises as I think it is not the right Islamic interpretation, it cannot be denied that it was condoned by some Muslim scholars (even contemporary ones). So let us be clear about it and address the issue the way it should be, in a clear, wise and scholarly manner. My other point was about our reactive way to deal with issue when vicious islamophobic agencies, such as MEMRI, are attacking people and leaders within the Muslim community. This is the time where we should be wise and decide for ourselves how we have to deal with these issues and prioritise our struggles. Instead of exposing people, let us have an open internal debate even if it has to be heated, tough with no compromise. This is where I stand and I hope it is clear enough by now.

و الله أعلم و أعلى و أحكم

•••ps://www.facebook.com/official.tariqramadan/videos/vb.390241030990199/1761717267175895/?type=2&theater 

[19] Weibliche Genitalverstümmelung in Saudi-Arabien

Female genital mutilation is present in Saudi Arabia. FGM is most prevalent in Saudi regions following Shafi’i school within the Sunni sect of Islam, such as Hejaz, Tihamah and Asir. In a clinical study, Alsibiani and Rouzi provide evidence of the practice in Saudi Arabia. Another 2010 report claims post-FGM medical complications are an indicator of widespread prevalence of the practice in Saudi women. A 2012 study finds, that of the Saudi women who had FGM, Type III was more common than Type I or II.

https://en.wikipedia.org/wiki/Prevalence_of_female_genital_mutilation_by_country#Middle_East

[20] Weibliche Genitalbeschneidung geht alle an | Teil 1 einer zweiteilige Reihe | von Jürgen Brenn | Rheinisches Ärzteblatt (Forum) 11/2012

https://www.aekno.de/downloads/archiv/2012.11.019.pdf

 

 

 

Fake News und falsche Statistiken à la J.K. Rowling

• EuropeNews 11 Juli 2017
Fake News und falsche Statistiken à la J.K. Rowling

Die linke britische Schriftstellerin J.K. Rowling postet häufig ihr Open Border Propaganda an ihre 10,9 Millionen Follower auf Twitter. Letzte Woche teilte sie einen Artikel auf Twitter, der behauptete, dass es ein Problem mit weißen, rechtsextremen Terrorismus in GB gäbe. In ihrem Tweet kopierte Rowling den Titel eines Artikels aus dem Independence und schrieb dazu: „Einer von drei Terrorverdächtigen in GB ist heute weiß vor dem Hintergrund eines Anstieg des Rechtsextremismus.“

 

Quelle: Defend Europa

Übersetzt von EuropeNews

 

Wenn man die letzten paar Monate nicht unter einem Stein gelebt hat dann weiß man, dass wir in GB ein Problem mit dem Terrorismus haben, aber das Problem sind nicht Weiße, rechtsextreme Terroristen. Es ist nicht ganz klar ob Rowling den Artikel wirklich gelesen hat bevor sie ihn geteilt hat. Ich würde annehmen, dass jemand in ihrer Position so etwas tut. Egal wie, die Statistik ist unglaublich täuschend und führt in die Irre bis hin zu dem Punkt, dass sie echt gefährlich ist. Der mögliche Versuch die Aufmerksamkeit des Lesers vom realen Terror vor dem wir stehen abzulenken, mit dem Ziel unsere Gedanken auf eine unbedeutende Kleinigkeit zu lenken.

 

Bevor wir die Terrorstatistik untersuchen, wollen wir dennoch klarstellen, auch wenn die Zahl von Rowling, dass „einer von drei“ Terrorverdächtigen weiß ist richtig sei, wäre dies keine besorgniserregende Statistik. GB ist ein Land mit mehrheitlich weißer Bevölkerung, also kann man erwarten, dass mehrheitlich weiße Menschen Terrorattentate ausführen. Rowling hat sehr schön hervorgehoben, dass dies nicht so ist. Indem sie den o.g. Artikel teilte, sagt uns Rowling, dass 66% aller Terrorverdächtigen nicht-weiß sind.

 

Wenn man etwas tiefer gräbt, dann sind 84% der Menschen in GB weiß (79% der Menschen in GB sind weiße Briten). Das bedeutet, dass, laut Rowling, weiße Menschen nur für 39,3% aller Festnahmen in Bezug auf Terror verantwortlich sind, als man „erwarten“ dürfte. Nicht-Weiße andererseits sind verantwortlich für sagenhafte 412% aller terrorbedingten Festnahmen, wie man es erwarten würde.

 

Weiterhin muss man bedenken dass es in dem aufgeführten Artikel um Festnahmen geht und nicht um Anschläge. Viele der Verdächtigen werden festgenommen und dann wieder freigelassen, wenn man also die Anzahl der Festnahmen nimmt, dann ist dies keine verlässliche Grundlage, um die Terrorbedrohung zu untersuchen. Auch wenn dieser Bericht unsere Terrorbedrohung untersuchen würde, durch die Anzahl der Attentate, die es gab, würde nach dieser Methode wieder kein Unterschied gemacht zwischen einem Anschlag bei dem ein Mensch getötet wurde und einem Anschlag bei dem 2996 Menschen getötet wurden.

 

Wenn man dies bedenkt, dann, so denke ich, wäre die akkurateste Methode unser Terrorproblem zu untersuchen ein Licht auf die Anzahl der Terrortoten zu werfen. Wenn man dies tut, dann kann man auch Angriffe auf Sachen ausschließen, sowie „Anschläge“ wie Flugblätter mit Propaganda. Obwohl diese nicht-gewalttägigen Angriffe in Rowlings Artikel auftauchen, können Beispiele wie diese keinesfalls in derselben Liga eingeordnet werden, wie wenn beispielsweise jemand erstochen, in die Luft gejagt ,oder mit einem Lastwagen überfahren wird.

 

Nachfolgend eine Zusammenstellung jedes Terroranschlags in GB seit dem Jahr 2000. Der Zeitraum wurde so gewählt, weil ich glaube, dass es wichtig ist die aktuelle Gefahr zu sehen und nicht Bedrohungen aus der Vergangenheit. Wenn wir die Terrorzahlen der 1960er – 1990er untersuchen würden, dann käme heraus, dass GB von der IRA bedroht wurde. Heute jedoch wissen wir, dass dies nicht mehr der Fall ist.

 

Diese Statistiken gelten nur für GB und nicht für Irland, oder Europa, oder den Westen allgemein. Seit dem Jahr 2000 war die höchste Zahl getöteter Menschen durch einen Terroranschlag die 67 Briten, die am 11.9. 2001 beim Attentat auf die Zwillingstürme in Amerika ums Leben kamen. Die danach folgenden Attentate jedoch haben sich auf britischem Boden ereignet, weil nur dies uns erlaubt eine unmittelbare Bedrohung auf unserem Grund und Boden zu erkennen.

 

7.7. 2005: Wird oft als 7/7 Bombenattentat bezeichnet, 52 Menschen wurden getötet nachdem eine Serie koordinierter Selbstmordattentate in London stattfand. Drei Bomben detonierten in der Londoner U-Bahn, eine in einem Doppeldeckerbus. Die vier Selbstmordattentäter wurden ebenfalls getötet und erhöhten die Zahl der Todesopfer auf 56. Es war ein islamischer Terroranschlag durchgeführt von vier muslimischen Männern, drei von ihnen waren pakistanischer Herkunft. Der vierte Terrorist kam aus Jamaica.

 

29.4.2013: Fünf Tage nach seiner Ankunft in GB erstach der Ukrainer Pavlo Lapshyn den 82-jährigen Mohammed Saleem in rassistischer Absicht. In den nachfolgenden Monaten platzierte Lapshyn eine Anzahl selbstgebauter Bomben in drei Moscheen. Die Anschläge hatten keinen Erfolg, niemand wurde verletzt.

 

22.5. 2013: Der britische Soldat Lee Rigby, wurde von zwei aus Nigeria stammenden muslimischen Männern angegriffen und erstochen: Michael Abebolajo und Michael Adebowale.

 

16. Juni 2016: Die Labour Abgeordnete Jo Cox wurde von dem Schotten Thomas Mair angeschossen und mit einem Messer erstochen, der dies als eine politisch motivierte Tat bezeichnete.

 

22. 3. 2017: Der 52 jährige Muslim Khalid Massod führet ein Attentat mit einem Fahrzeug und einem Messer in Westminster aus, Ergebnis fünf Tote. Massod wurde ebenfalls getötet. Massod ist Nigerianer, allerdings ist dies unbestätigt.

 

22.5. 2017: Salman Abedi, Sohn eine libyschen Flüchtlings führte ein islamisches Selbstmordattentat beim Ariana Grande Konzert in Manchester aus. 22 Menschen wurden getötet, das war der tödlichste Terroranschlag auf britischem Boden seit dem 7/7 Bombenattentat.

 

3.6. 2017: Drei muslimische Männer, davon zwei marokkanischer Abstammung und einer pakistanischer Abstammung führten ein Auto/Messerattentat auf der London Bridge aus. 8 Menschen wurden getötet. Die drei Terroristen wurden von der Polizei erschossen.

 

19.6. 2017 Ein Van raste in eine Gruppe muslimischer Männer, die aus der Finsbury Park Moschee kamen, die Tat wurde als „islamophobischer Angriff“ eingeordnet. Eine Person wurde getötet, wobei unklar ist, ob die Person als Folge des Attentats verstarb, oder aus anderen Gründen. Der Terrorist war ein 47-jähriger Waliser.

 

Von den Attentaten, die oben aufgezählt wurden können wir schließen, dass es 91 Todesfälle durch Terroranschläge in GB seit der Jahrtausendwende gegeben hat. In diesen Zahlen sind die toten Terroristen nicht eingeschlossen. Sie lauten:

 

7/7 Bombenattentat: 52 Tote

Pavlo Lapshyn Amoklauf: 1 Toter

Mord an Lee Rigby: 1 Toter

Mord an Jo Cox: 1 Toter

Westminster Attentat: 5 Tote

Manchester Attentat: 22 Tote

London Bridge Attentat: 8 Tote

Finsbury Park Moschee Attentat: 1 Toter

 

Zurück zu Rowlings Artikel mit einer Zusammenfassung, ob wir ein Problem mit weißen, rechtsextremistischen Terroristen in GB haben, 3 der oben angeführten Toten wurden von Weißen verursacht. Zum Vergleich: 88 Tote durch nicht-Weiße.

 

Das bedeutet, dass weiße Menschen für 3,3% dem Terror zugeordneter Morde verantwortlich sind und nicht-Weiße für 96,7 aller Terrormorde.

 

Wenn 84% der Bevölkerung verantwortlich sind für 3,3% aller mit dem Terror verbundenen Morde, dann bedeutet das, dass Weiße verantwortlich sind für 3,92% der Dinge deren sie schuldig sein 'sollten'.

 

Zum Vergleich: Wenn 16% einer Bevölkerung verantwortlich sind für 96,7% Terrormorden, dann bedeutet dies, dass nicht-Weiße verantwortlich sind für 604ein % aller Aktivitäten derer sie schuldig sein 'sollten'.

 

Es ist wichtig, dass wir nicht um den heißen Brei herumreden. Obwohl Rowling und der Independent gerne eine Verbindung sehen wollen zwischen Terrorismus und Rasse, gibt es eine breite Variation unter den Rassen und Nationalitäten, die wir oben aufgelistet haben. Eine gemeinsame Verbindung, die wir sehen können ist jedoch, dass die 88 Toten, die von nicht-Weißen verursacht wurden, alle von Muslimen verursacht wurden.

 

Zusammengefasst: Muslime stellen 5% der Bevölkerung in GB und sie sind verantwortlich für 96,7% der Terrormorde seit der Jahrtausendwende in GB. Das bedeutet, dass der Islam für 1934% der Terroraktivitäten verantwortlich ist.

 

Ich bin sicher, wenn J.K. Rowling jemals diesen Artikel lesen wird, wird sie der Meinung sein, dass ich die Muslime zum Sündenbock machen will. Das tue ich nicht. Der Artikel ist jedoch eine direkte Antwort darauf, dass Weiße ständig fälschlich zum Sündenbock gemacht werden. Wenn Menschen mit Statistiken täuschen, um ihre liberale Agenda voranzutreiben, dann ist es nur fair, wenn wir uns diese Statistiken mal etwas näher ansehen.

 

Rowling hat recht, wenn sie die Tatsache herausstellt dass wir heutzutage ein Problem mit dem Terror in GB haben, aber es macht sicherlich Sinn den Focus auf die wahren Täter zu lenken und nicht nur auf eine Gruppe, die man stattdessen leicht anschwärzen kann. Das bedeutet, wir müssen diese merkwürdigen Dialoge führen und uns den Islam etwas näher anschauen. Ob wir uns insbesondere auf den Wahabismus konzentrieren sollten, oder auf den Salfismus anstatt auf den Islam im Allgemeinen. Diese Diskussion müssen wir führen. Wir müssen jedoch vermeiden unsere Aufmerksamkeit vom Islam abzuwenden und stattdessen eine völlig andere Ideologie zu beschuldigen.

 

Es ist leicht J.K. Rowling jetzt als Romanautorin abzuschreiben und ihrer Meinung nicht zu sehr Bedeutung zuzumessen. Aber wie so viele linke Promis hat Rowling eine ganze Armee Fans hinter sich stehen. Menschen wie sie haben einen großen Einfluss, wenn sie ihre Agenda-getriebenen Fake News verbreiten.

 

Es ist wichtig, dass wir immer versuchen die Dinge etwas mehr in der Tiefe zu betrachten und wir versuchen immer die Leute dahin zu bringen, mehr zu lesen als nur die Schlagzeilen. Wenn es um Terrorstatistiken geht, dann müssen wir auf zwei Dinge achten: Die Darstellung der Bevölkerung und die Klassifizierung der Betrachtungen.

 

 

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