Fjordman: Überbevölkerung – Zahlen und Fakten

• EuropeNews - 17 Juli 2017 - Von Fjordman
Fjordman: Überbevölkerung –  Zahlen und Fakten

Vor 12.000 Jahren waren wir alle Jäger und Sammler. Die Bevölkerung zu dieser Zeit wurde auf weniger als zehn Millionen Menschen geschätzt. [1] Eine einzige Großstadt wie Tokio, Peking, Seoul, Karachi, Mexiko City, Lagos, Mumbai, oder Kairo hat mehr Einwohner als auf allen Kontinenten zu jener Zeit zusammen.

Durch die neolithische Revolution und dem Beginn der Landwirtschaft wuchs die Anzahl schrittweise tausende Jahre lang. In den letzten paar Jahrhunderten, nach der Industriellen Revolution und dem Beginn der modernen Medizin, ist die Weltbevölkerung buchstäblich explodiert. Sie ist heute zehn Mal so groß wie im Jahr 1800.


Quelle: Gates of Vienna

Übersetzt von EuropeNews



Überbevölkerung ist das größte Problem auf unserem Planeten in unserer Zeit. Sie hat einen negativen Effekt auf das Leben der Menschen und verursacht sehr ernste Umweltprobleme. Eine Menge Tiere stehen kurz vor der Ausrottung wegen der Aktivitäten des Menschen und dem Verlust ihres natürlichen Lebensraums.

Wenn man Menschen aus Ländern mit niedriger technischer Entwicklung in Länder mit hoher technischer und wirtschaftlicher Entwicklung transferiert, dann werden sie mehr natürliche Ressourcen konsumieren. Das wird das Umweltproblem nur noch mehr verschärfen. Migration kann den Grund der Überbevölkerung nicht lösen. Man muss dies vor Ort tun.

Laut einem Bericht der Vereinten Nationen (UN) vom Juni 2017 beträgt die gegenwärtige Weltbevölkerung 7,6 Milliarden und soll bis 2030 8,6 Milliarden betragen, 9,8 Milliarden in 2050 und 11,2 Milliarden im Jahr 2100.[2] Die eine Milliarde Grenze wurde erstmalig kurz nach 1800 überschritten. Alle menschlichen Bevölkerungen benötigten mehrere hunderttausend Jahre um zu einer Milliarde anzuwachsen. Jetzt kommt alle paar Jahrzehnte eine Milliarde hinzu.

Die UN stellt sich gegen alles, was Europäer tun, um die Einwanderung zu begrenzen, sogar die illegale Einwanderung, oder was sie tun, um ihre Heimatländer zu schützen. Die UN hat ein Papier vorgestellt mit dem Titel „Ersatz [durch] Migration“ als mögliche Lösung für Europa.[3] Peter Sutherland, der bis 2017 besonderer Botschafter für Migration der UN war, stellte fest, dass die Europäische Union (EU) „ihr Bestes geben sollte, um“ die „Homogenität“ ihrer Mitgliedstaaten zu „unterminieren“.[4]

Während die Japaner, Deutschen und andere technologisch hoch entwickelte Länder niedrige Geburtsraten haben, haben einige der wenigsten entwickelten Länder dieser Welt sehr hohe Geburtenraten. Das Menschheitswachstum konzentriert sich hauptsächlich auf die Südhalbkugel, insbesondere Afrika und auf viele mehrheitlich muslimische Länder. Allein Afrika wird in diesem Jahrhundert um einige Milliarden Menschen wachsen. Das ist mehrmals die gesamte Bevölkerung des gesamten europäischen Kontinents, von Russland und der Ukraine bis Portugal und Irland.

Rund 83 Millionen Menschen kommen jedes Jahr zur Weltbevölkerung hinzu. Wenn wir die offiziellen Schätzungen der UN Demographen im Jahr 2017 betrachten, dann wird die Weltbevölkerung um rund 227.246 Menschen pro Tag wachsen. Das sind mehr als 1,59 Millionen pro Woche, über 9.468 pro Stunde, 157,8 pro Minute und 2,63 pro Sekunde.

Wenn man 38 Sekunden benötigt, um einen kalten Drink zu holen, dann werden 100 Menschen mehr auf dem Planeten sein, als ein paar Sekunden zuvor. Wenn man abends in Bett geht und sieben Stunden schläft, dann ist in dieser Zeit die Weltbevölkerung um mehr als 66.000 Menschen gewachsen, wenn man morgens wieder aufwacht. Eine Million mehr Menschen, die Wasser, Nahrung, Unterkunft, Jobs und Bildung benötigen. Diese Situation ist mit Sicherheit nicht nachhaltig.

Bevölkerungsschätzungen für das Römische Reich zu Beginn unserer Ära reichen von 45 Millionen bis zu mehr als 100 Millionen Menschen. [5] Eine ziemlich allgemeine Schätzung ist 60-80 Millionen. Die Weltbevölkerung wächst also im Ausmaß eines Römischen Reichs pro Jahr. Die heutigen Masseneinwanderungen sind sehr viel größer und schneller als die Migrationsperiode in Europa, die wir mit dem Fall des westlichen Römischen Reichs assoziieren.

Der Wasserbedarf weltweit soll nach Berechnungen zwischen 2000 und 2050 um 55% wachsen. Vieles geht in die Landwirtschaft, rund 70% des weltweiten Verbrauchs an Frischwasser geht dort hin. Die Nahrungsmittelproduktion wird um 69% wachsen bis 2035, um die wachsende Bevölkerung des Planeten zu ernähren. Viele Trinkwasserquellen werden heute schneller ausgeschöpft als sie wieder aufgefüllt werden. Das Ganges Becken in Indien wird austrocknen auf Grund des Bedarfs durch die Bevölkerung und Bewässerung. Einige glauben, dass die steigende Wasserknappheit auf der ganzen Welt zu Kriegen führen wird.[6]

Indien wird China bis 2004 als bevölkerungsreichste Nation überholen. Nigeria, das jetzt an dritter Stelle liegt in punkto Bevölkerung, wird die USA noch vor 2050 überholen. Von jetzt bis 2050 wird sich das Bevölkerungswachstum der Welt auf gerade einmal neun Länder beschränken: Indien, Nigeria, Kongo, Pakistan, Äthiopien, Tansania, die USA, Uganda und Indonesien. Die Bevölkerung von 26 afrikanischen Ländern werden sich bis 2050 mindestens verdoppeln. Ein afrikanisches Land, Niger, ist seit 1960 förmlich explodiert, von 3,5 Millionen Menschen bis fast 20 Millionen heute. 80% seiner Bürger leben in Armut und auf der Schwelle zum Verhungern.[7]

Schweden, Dänemark, Finnland, Norwegen und Island haben im Jahr 2017 zusammengerechnet eine Bevölkerung von 27 Millionen Menschen. In dieser Zahl sind einige Millionen kürzlich eingereister Migranten enthalten, die vor 40-50 Jahren noch nicht in dieser Region lebten. Anfang 2017 waren schätzungsweise 29 Millionen Menschen arbeitslos in Nigeria.[8] Ein einziges afrikanisches Land hat also mehr Arbeitslose als Menschen in ganz Skandinavien und den nordischen Staaten zusammengenommen. Nigeria wird in Afrika als regionale Wirtschaftsmacht bezeichnet.

Umfragen in Nigeria zeigen, dass 40 Prozent der Menschen dort in den Westen emigrieren würde, wenn sie könnten.[9] Mit rund 190 Millionen Menschen, die im Jahr 2017 in Nigeria leben, wären dies 76 Millionen potentielle Migranten nur aus einem einzigen Land. Diese Zahl wächst immer weiter.

Es gibt viele Nigerianer unter den Bootsflüchtlingen im Mittelmeer, die nach Europa wollen.[10] Andere illegale Migranten kommen aus Bangladesh in Südasien.[11] In Bangladesh herrscht heute kein Krieg, es gibt dort nur den Islam und Überbevölkerung.

Im Juli 2017 warnte der Geschäftsmagnat Bill Gates, Gründer des Softwaregiganten Microsoft, in einem Interview, dass Deutschland und andere europäische Länder doch nicht solch eine riesige Anzahl Menschen aufnehmen können, die sich auf den Weg nach Europa machen. Diese Politik vieler europäischer Regierungen hat bewirkt, dass mehr Menschen dazu motiviert werden nach Europa auszuwandern. Gates stellt fest, dass Europa es den Afrikaner schwerer machen muss, um den Kontinent über die verschiedenen Transitrouten zu erreichen. Gleichzeitig unterstützte er mehr Hilfe für Afrika.[12]

Der italienische Politiker Antonio Tajani ist Präsident des Europaparlaments. Hunderttausende Bootsmigranten aus Afrika und der islamischen Welt haben seit Jahren Italien und die EU geflutet. Viele von ihnen wurden nahe der libyschen Küste aufgegabelt, in einer Art Fährservice. Tajani warnte im Juli 2017, dass Millionen mehr illegale Migranten bereit stehen, um nach Europa zu gelangen. Er glaubt, dass es einen Exodus „biblischen Ausmaßes“ geben wird in den nächsten Jahren, der „unmöglich aufzuhalten“ sei, wenn Europa das Problem jetzt nicht angeht. Er behauptet, dass die einzige Lösung darin bestehe, massiv in Afrika zu investieren, um so die Menschen erst einmal davon abzuhalten wegzugehen.[13]

Es ist gut, dass prominente Mitglieder der westlichen Eliten jetzt endlich ihre Sorgen äußern, dass die Masseneinwanderung aus Afrika und dem Nahen Osten zu viel ist und Europa nicht bewältigen kann. Einige Beobachter warnten schon zuvor, aber die regierende Klasse hat nicht auf uns gehört.

Aber der Vorschlag, dass die Masseneinwanderung aufhören werde, wenn Europa mehr in Afrika investiert, ist mindestens fraglich. Einige Informationen weisen darauf hin, dass die Migration sich noch verstärken wird, wenn sich das Einkommenslevel leicht verbessert. Mehr Menschen werden dann in der Lage sein den Transport und möglicherweise Menschenschmuggler zu zahlen. Wenn sich dies bewahrheitet, dann wird mehr Geld aus dem Westen für Afrika und den Nahen Osten die Migration aus diesen Regionen nicht aufhalten. Es wird einfach weiter zu einem Abfluss unserer begrenzten Ressourcen führen.

Die Europäer stellen einen rapide schrumpfenden Teil der Weltwirtschaft und Bevölkerung dar. Europa hat viele interne Probleme mit denen es fertig werden muss und könnte vor ernsthaften Konflikten ethnischer und religiösen Spannungen durch den Islam und die Einwanderung stehen. Nebenbei gesagt ist Afrika ein großer Kontinent. Er ist drei Mal größer als Europa und voller Öl, Gold, Diamanten und anderer natürlicher Ressourcen. Die Afrikaner sollten sich um sich selbst kümmern.

Einige Regionen in Afrika können sich heute kaum selbst ernähren. Sie können ihre Gesellschaften nicht auf der Hoffnung aufbauen, dass Außenstehende sie immer weiter füttern werden. Dies könnte zu einem humanitären Desaster führen.

Wenn die islamische Welt und Afrika in den nächsten fünf oder sechs Jahren 300 Millionen Migranten nach Europa schicken würden, dann würde die Bevölkerung in dieser Region immer noch wachsen. Aber eine Anzahl europäischer Staaten würde wahrscheinlich kollabieren.

Von 1996 bis 2016 wuchs Ägypten um rund 30 Millionen Menschen. Das war nur das Wachstum eines arabischen Landes in nur einer Generation.[14] Ägypten, so schätzt man, wird im Jahr 2030 119 Millionen Einwohner haben. Die Bevölkerung des Landes im Jahr 1900 betrug knapp über 10 Millionen. Ägyptische Offizielle warnen davor, dass das rapide Bevölkerungswachstum Armut und Arbeitslosigkeit zementiert. Auch feuert es zu mehr islamischem religiösem Fanatismus an.

Der einzig mögliche Weg für Ägypten die Lebensqualität seiner Bürger zu verbessern ist, aktiv das Bevölkerungswachstum zu reduzieren. Dasselbe gilt für den größten Teil Afrikas und die islamische Welt. Externe Hilfe in diesen Regionen sollte sich spezifisch auf die Reduzierung der Geburtenrate konzentrieren. Das wäre gut für sie selber und gut für den Rest der Welt.


Anmerkungen:

1 en.wikipedia.org/wiki/World_population_estimates#Deep_prehistory Some estimates extend their timeline into deep prehistory, to “10,000 BC”, i.e. the last glacial maximum, when world population estimates range roughly between one and ten million. www.worldhistorysite.com/population.html discovermagazine.com/2012/oct/100-000-years-of-dramatic-population-changes 100,000 Years of Dramatic Population Changes. October 18, 2012.
2. www.un.org/development/desa/en/news/population/world-population-prospects-2017.html World population projected to reach 9.8 billion in 2050, and 11.2 billion in 2100. 21 June 2017.
3. www.un.org/esa/population/publications/migration/migration.htm Replacement Migration: Is It a Solution to Declining and Ageing Populations?
4. www.bbc.com/news/uk-politics-18519395 EU should ‘undermine national homogeneity’ says UN migration chief 21 June 2012
5. en.wikipedia.org/wiki/Classical_demography#Demography_of_the_Roman_Empire
6. www.bbc.com/future/story/20170412-is-the-world-running-out-of-fresh-water Is the world running out of fresh water? April 12, 2017.
7. www.theguardian.com/global-development-professionals-network/2017/mar/15/why-have-four-children-when-you-could-have-seven-contraception-niger Why have four children when you could have seven? Family planning in Niger. 15 March 2017.
8. allafrica.com/stories/201706121136.html Nigeria: Rising Level of Unemployment. 12 June 2017.
9. www.nytimes.com/2015/11/01/world/europe/a-mass-migration-crisis-and-it-may-yet-get-worse.html A Mass Migration Crisis, and It May Yet Get Worse. OCT. 31, 2015.
10. www.dailytrust.com.ng/news/general/nigeria-ranked-second-of-migrants-origin-on-sea-route-to-europe/195687.html Nigeria ranked second of migrants origin on sea route to Europe. April 30, 2017.
11. www.independent.co.uk/news/world/europe/refugee-crisis-migrants-bangladesh-libya-italy-numbers-smuggling-dhaka-dubai-turkey-detained-a7713911.html Bangladesh is now the single biggest country of origin for refugees on boats as new route to Europe emerges. 5 May 2017.
12. www.dailymail.co.uk/news/article-4665198/Bill-Gates-warns-open-door-migration-overwhelm-Europe.html Bill Gates warns that Germany’s open door policy to migrants will overwhelm Europe and urges leaders to ‘make it more difficult for Africans to reach the continent via current routes’ 4 July 2017.
13. www.express.co.uk/news/world/826356/Migrant-crisis-Europe-EU-Italy-refugees-Tajani-warning ‘Exodus of biblical proportions’ Millions of migrants to arrive after EU’s woeful response. July 9, 2017.
14. www.memri.org/reports/egyptian-economic-crisis-leads-increased-calls-reduce-countrys-birthrate Egyptian Economic Crisis Leads To Increased Calls To Reduce The Country’s Birthrate. December 5, 2016.
15. en.wikipedia.org/wiki/Demographics_of_Egypt Demographics of Egypt