Hintergrund: Hisbollah, radikale islamisch-fundamentalistische Partei Gottes im Kampf gegen zionistischen Feind

Polixea Portal - 02 September 2007

Die schiitische Hisbollah („Partei Gottes“) ist eine radikale islamisch-fundamentalistische Parteibewegung im Libanon, die sich dem Kampf gegen den „zionistischen Feind“ Israel und der „Befreiung“ Jerusalems verschrieben hat. Der militärische Arm der Hisbollah, genannt „Islamischer Widerstand“, wird für zahlreiche Anschläge und Entführungen im Südlibanon und in Israel verantwortlich gemacht. Die USA stufen die Hisbollah als terroristische Vereinigung ein, die Europäische Union (EU) hat diesen Schritt bislang mehrheitlich abgelehnt. Die Vereinten Nationen forderten die Hisbollah 2004 zur Entwaffnung ihrer Miliz auf (Resolution 1559), aber die Partei kam der Forderung nicht nach.

Die Hisbollah gründete sich als schiitische Widerstandsgruppe während der Invasion Israels im Libanon 1982. Die Bewegung, die sich auf den früheren iranischen Revolutionsführer Ayatollah Khomeini beruft, entstand mit massiver Unterstützung des Iran, der Waffen, Geld und Soldaten zur Verfügung stellte. Teheran schickte etwa 2000 Mitglieder der revolutionären Garde nach Libanon, die sich den antizionistischen Kämpfern der Hisbollah anschlossen.

Neben der Vertreibung der israelischen Besatzer aus Beirut machte sich die Hisbollah die Errichtung einer islamischen Republik im Libanon zum Ziel. Offiziell hat die Bewegung aber inzwischen von dieser Zielsetzung Abstand genommen.

Hisbollah-Kämpfer übten im Jahr 1983 ein Selbstmordattentat auf die US-Botschaft in Beirut aus, bei dem 63 Menschen ums Leben kamen. Hunderte Mitglieder der früheren pro-israelischen Südlibanesischen Armee (SLA) und der israelischen Armee starben seit 1985 bei Hisbollah-Anschlägen im Süden des Libanon.

Die Hisbollah nahm immer wieder nordisraelische Siedlungen unter Raketenbeschuss, Israel reagierte mit Luftangriffen auf Hisbollah-Stützpunkte im Südlibanon. Im Februar 1992 eskalierten die Kampfhandlungen. Im Mai 2000 zog sich Israel aus der Sicherheitszone im Südlibanon zurück, was die Hisbollah-Anhänger als historischen Erfolg werteten. Die Hisbollah gilt mit ihrer Miliz seitdem als weithin respektierte Schutzmacht des Südlibanon.

Ab Mitte der 1980er Jahre konkurrierte die Hisbollah mit der bereits 1975 gegründeten schiitischen Organisation AMAL (Truppen des libanesischen Widerstandes). In der Auseinandersetzung um die Vorherrschaft setzte sich die Hisbollah Anfang der 1990er Jahre durch. Sie erhielt als einzige Gruppierung den besonderen Doppelstatus als Miliz und Partei mit dem Auftrag die israelischen Besatzer weiter bekämpfen.

Seit 1992 ist die Hisbollah auch als Partei im libanesischen Parlament vertreten. Sie betreibt einen eigenen Fernsehsender (al-Manar) und unterhält mehrere Schulen, Krankenhäuser und Supermärkte im Libanon. Dadurch ist die Bewegung nicht nur als politisch-militärische, sondern auch als gesellschaftliche Kraft fest etabliert.

Die Hochburgen der Hisbollah befinden sich in den schiitischen Gebieten im Süden Libanons, in der ostlibanesischen Bekaaebene und in den Vororten Beiruts. Politischer Führer und Generalsekretär der Organisation ist das Gründungsmitglied Scheich Hassan Nasrallah. Sein Vorgänger Abbas al-Musawi, der auch die militärische Führung der Hisbollah innehatte, wurde 1992 durch ein israelisches Kommando getötet.

Laut Schätzungen hat Hisbollah zwischen 3500 und 5000 aktive Kämpfer. Sie wird nach wie vor von Iran, seit den 1990er Jahren auch von Syrien unterstützt. Die gute Verbindung zur Regierung in Damaskus gilt aber als zunehmend problematisch für die Hisbollah. Nach der Ermordung des früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri im Februar 2005, hinter der Syrien als Drahtzieher vermutet wird, geriet der Nachbarstaat unter erheblichen Druck. Nach Massendemonstrationen in Beirut musste Syrien seine Truppen aus dem Libanon abziehen ...


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