Imam ruft zur Tötung dänischer Karikaturisten auf

Nordschleswiger - 13 Februar 2008

Brennender Danebrog in Karatschi / Parlamentarische Beschimpfungen gegen Dänemark in Kuwait / Tunesier wollen gegen Ausweisung klagen

In der pakistanischen Hafenstadt Karatschi ha­ben gestern fundamentalistische muslimische Studenten ge­gen die neuerliche Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen aus dem Jahre 2005 in dänischen Zeitungen am Mittwoch protestiert. Sie verbrannten auf offener Straße einen Danebrog.

Ein muslimischer Prediger versprach demjenigen, der einen der Karikaturisten töten würde, eine »Belohnung« von einer Million Dollar sowie ein neues Auto. Die pakistanische Regierung verurteilte die Veröffentlichung der Zeichnungen; sie stehe in Kontakt mit der dänischen Regierung. Die EU müsse Vorschriften gegen Blasphemie einführen. Die Sicherheitsvorkehrungen ge­gen alle diplomatischen Vertretungen in Karatschi wurden verschärft.

In Kuwait forderten Parlamentarier unterdessen einen totalen politischen und wirtschaftlichen Boykott gegen Dänemark. Dänemarks Regierung bestehe aus »Hundesöhnen«, wetterte der Ab­geordnete Wa­leed al-Tabtabai. Die kuwaitische Regierung legte dagegen Protest ein und forderte eine Streichung dieser Äußerung aus dem Parla­ments­protokoll.

Aus den dänischen Auslandsvertretungen lägen bislang keine beunruhigenden Nachrichten vor, »jedenfalls nichts, was uns zu einer Änderung der Sicherheits­einschätzungen veranlasst«, sagte Kontorchef Uffe Wolffhechel vom dänischen Außenministerium. Der dänische Botschafter im Iran habe von den dortigen Be­hörden eine »kräftige Verdammung« erhalten; es habe aber keine Unruhen gegeben.

Die Polizei befürchtet unterdessen, dass sich die Unruhen aus der Nacht zu Donnerstag auf ganz Dänemark ausbreiten könnten. In Kopenhagen hatten Autos gebrannt, in Kalundborg ein Container, wobei Polizisten und Feuerwehrleure mit Steinen be­worfen wurde; und in Braband (bei Århus) wurde ein Linienbus mit Steinen bombardiert.

In Kopenhagen wurden 17 Personen, die in den Stadtteilen Nørrebro, Vesterbro, Valby und Ting­bjerg Feuer gelegt und mit Steinen geworfen hatten, festgenommen. Es gab u. a. 14 Auto- und 20 Containerbrände sowie 14 Zerstörungen. Neun Brände wurden in den Hauptstadtvororten Ishøj, høje Taastrup, Galdsaxe, Herlev und Glostrup gelegt.

Die beiden am Dienstagfrüh in Gellerup bei Århus festgenommenen 25 und 36 Jahre alten Tunesier, die unter dem Verdacht stehen, den Karikaturisten Kurt Westergaard ermorden zu wollen, dessen Zeichnung des Propheten Mohammed mit einer ge­zündeten Bombe im Turban die Zeitung »Jyllands-Posten« im September 2005 veröffentlicht hatte, wollen beim Integrationsministerium gegen ihre Ausweisung aus Dänemark klagen.

Das Ge­richt Kopenhagen verhängte gestern gegen sie weitere 27 Tage Haft. Ihr Anwalt Frank Wenzel legte dagegen vor dem Östlichen Landgericht Widerspruch ein und sprach von Freiheitsberaubung.

Integrationsministerin Birthe Rønn Hornbech (Venstre) kündigte an, dass es keine Pläne der Regierung gibt, die Bestimmungen des Ausländerrechts zu ändern, behördlich verfügte Ausweisungen vornehmen zu können.


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