Integration in Österreich: Viele Mädchen "verschwinden"

09 November 2009

Kurier 9 November 2009
Von Nicholas Bukovec

Das AMS warnt: Viele junge Türkinnen aus traditionellen Familien beginnen nach der Pflichtschule keine Berufsausbildung. Das erschwert die Integration.

Türken, Ausländer, Türken in Wien, Islam, Kopftuch Parallelwelt: Mädchen aus muslimischen Familien haben es oft schwer, sich auf eigene Beine zu stellen, erzählen AMS-Berater aus ihrer Erfahrung. Wie eine GfK-Studie kürzlich gezeigt hat, integrieren sich stark religiös-politisch orientierte Muslime vergleichsweise schlecht in Österreich. Ein spezielles Problem gibt es mit Mädchen, die nach der Pflichtschule keinen Beruf erlernen, sondern zu Hause in ihren Familien "verschwinden".

Beim AMS Tirol geht man davon aus, dass das bei einem Drittel der türkischen Mädchen der Fall ist

"Wir bemerken, dass es Mädchen aus muslimischen Familien, die im Traditionellen verhaftet sind, sehr schwer haben, auf eigene Füße zu kommen", sagt Karin Klocker, Vizechefin des AMS Tirol. "Die Werte und Einstellungen zur Arbeitswelt und zur Gesellschaft sind andere. Das schafft Probleme."

Der Leiter des AMS Oberösterreich, Roman Obrowski, "kann das nur voll bestätigen". Er hat bemerkt, dass die Mädchen bei Beratungsgesprächen oft Interesse zeigen. "Aber dann kommt beim nächsten Mal der Vater oder der Bruder und interveniert, dass das Mädchen eine Stelle nicht annimmt."

Besonders groß sei das Problem in Gegenden, wo es viele junge Musliminnen gibt (...)


Tirol: Ein Drittel der türkischen Mädchen "verschwindet"


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