Islamische Studien an der Uni Luzern

znews - 21 September 2010

An der Theologischen Fakultät der Universität Luzern soll ein Islam-Lehrstuhl eingerichtet werden. Das Ziel dabei ist, den Islam auf diesem Weg weiterzuentwickeln. Diese Zielsetzung ist utopisch!

Wenn man von einem Islam-Lehrstuhl oder von der Ausbildung von Imamen an einer theologischen Fakultät spricht, dann begeht man einen grundsätzlichen Denkfehler. Die christlichen Religionswissenschaften basieren auf theologisch-philosophischen Studien. Das heisst, dass über die Deutung und Bedeutung des Evangeliums diskutiert und sogar gestritten werden kann. Beim Islam ist dies nicht der Fall. Am 9. April 2005 fand an der Universität in Freiburg eine Veranstaltung statt, an der über islamischen Religionsunterricht und die Ausbildung von Imamen diskutiert wurde. Vertreter der islamischen Verbände haben klargemacht, dass die Ausbildung von Imamen nicht bei den Theologen, sondern bei den Juristen stattfinden sollte. Dies weil der Koran Wort für Wort Allahs Wille beinhaltet und dementsprechend strikt ausgelegt werden muss. Es gibt kein Raum für Interpretationen, wie sie bei der christlichen Theologie der Fall ist. Die Vorgaben im Koran müssen Wort für Wort umgesetzt werden, wie ein Gesetzestext.

Die Präsidentin des Forums für einen fortschrittlichen Islam sieht das anders und begrüsst die Bestrebungen. Denn wenn der Lehrstuhl Kritik am Korantext aufnehme und Neuinterpretationen zulasse, sei er vorteilhaft für die Integration. Diese Aussage ist nachvollziehbar, bedeutet sie nichts anderes, als dass die strikte Auslegung des Korans eine erfolgreiche Integration behindert. Konträr äussert sich Farhad Afshar, Berner Dozent für Entwicklungstheologie an der Universität Bern, sinngemäss:

Es gibt in Europa Bestrebungen, einen Islam nach europäischen Vorstellungen zu schaffen. Ich möchte hier klarstellen, dass die moslemische Bevölkerung diese Bestrebungen nicht unterstützen und einen sogenannten Euro-Islam nie akzeptieren wird. (...)

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