«Keimzelle eines Hisbollah-Staates» Iran bezahlt Wiederaufbau in Südlibanon

St.Galler Tagblatt - 04 Oktober 2007 - Von Michael Wrase / Nabatiyeh

In Südlibanon baut die schiitisch-islamistische Hisbollah mit iranischer Unterstützung ihre Vormachtstellung aus. Mit massiver Unterstützung Irans treibt die Hisbollah nach dem Krieg mit Israel im Sommer 2006 den zivilen und militärischen Wiederaufbau in Südlibanon voran.

«Vom iranischen Volk für das libanesische Volk», steht auf Spruchbändern, die an jedem zweiten Strommasten in Südlibanon hängen. Sie zeigen das Zedern-Emblem Libanons inmitten der iranischen Flagge. Darunter werden die «Leistungen» der iranischen Freunde verkündet.

«Keine Grenze nach oben»

Die Liste ist eindrücklich: 149 Schulen, 48 Moscheen und Kirchen, 10 Kliniken, 19 Brücken sowie 132 öffentliche Gebäude seien mit iranischen Petrodollars wieder aufgebaut worden. Ausserdem sollen 504 von der israelischen Luftwaffe zerstörte Strassenkilometer repariert und neu geteert worden sein. An weiteren 80 Kilometern würde noch gearbeitet, sagt Hussam Khoshevis, der für das «heilige Wiederaufbaustreben» in Libanon verantwortliche Iraner.

«Wir haben entschieden, so viel zu bezahlen, wie hier nötig ist», sagt der Experte aus Teheran. Für die Unterstützung des Wiederaufbaus in Südlibanon gebe es für Teheran daher «keine Grenzen nach oben». Hier regiert die Hisbollah

Wir sind in Nabatiyeh. Tausende von gelb-grünen Wimpeln, auf denen das arabische «A» für Allah als hochgereckte Faust mit Maschinenpistole stilisiert ist, signalisieren, wer hier das Sagen hat: Die schiitisch-islamistische Hisbollah (Partei Gottes) koordiniert von der 80 000-Einwohner-Stadt aus den zügig vorangehenden Wiederaufbau in Südlibanon.

Stolz zeigen uns die Funktionäre der Partei Gottes die Brücken, Schulen und Strassen, die mit Hilfe der iranischen Freunde repariert wurden. Sogar kleine Gärten und Blumenrabatten auf Verkehrsinseln wurden angelegt. Sie sind ein «Geschenk der Stadtverwaltung von Teheran», die überdies mehr als 4000 Palmen und Eukalyptusbäume spendiert hat. Etwas langsamer scheint dagegen der Wiederaufbau von normalen Wohnhäusern voranzugehen. Ein Grund dafür waren anscheinend Schwierigkeiten bei der (...)

(...) Die Hisbollah habe nach dem Krieg ihre Verteidigungslinien nach Norden verschoben und dort, unbehelligt von den Blauhelmen, «neue Stellungen zum Abschuss von Mittel- und Langstreckenraketen errichtet». Für neuen Waffengang gerüstet

Hisbollah-Funktionäre machen aus dieser Tatsache kein Geheimnis. Man sei inzwischen sogar besser für einen Waffengang mit Israel gerüstet als vor dem Sommer vergangenen Jahres. Auf den «zionistischen Feind», warteten eine «ganze Reihe von Überraschungen», prahlte unlängst Hassan Nasrallah, Generalsekretär der Partei Gottes.

Dabei soll es sich um Raketen aus Iran sowie modernste Luftabwehrwaffen aus Russland und China handeln. Zu den auf riesigen Plakaten gepriesenen «Wunderwaffen» der Hisbollah gehört auch die russische Granate «RPG 29», die in der Lage sein soll, die Panzerung der israelischen Merkava-Panzer zu durchdringen...


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