Kölner Arsch-huh Bewegung: "Oftmals paaret im Gemüte, Dummheit sich mit Herzensgüte."

16 Dezember 2014
Kölner Arsch-huh Bewegung: "Oftmals paaret im Gemüte, Dummheit sich mit Herzensgüte."


Von Michael Höhne-Pattberg

Dieser Reim von Wilhelm Busch hätte auch das Motto der gestrigen Kölner "Arsch huh"-Bewegung sein können. Offiziell ging es bei "Du Bes Kölle-Demo" natürlich gegen Rechts und Nazis. Das ist edel und lobenswert, eine kölsche Meister-Disziplin.

Aufgeschreckt durch die jüngsten Hooligans-Krawalle hat man das Bündnis gegen Rechts aktiviert.

Dass in den eigenen Reihen auch DKP-Fahnen (Stasi-Sympathisanten) zu sehen war, war noch nie ein Problem für Veranstaltungen dieser Art. Man wurde jedoch das "Jeföhl" nicht los, das die meisten Besucher hauptsächlich wg. der Bands gekommen waren.

Ob die Millionenstadt Köln wirklich ein dickes Problem mit Nazis hat, darf bei 0,6 % NPD-Wählern bei der Bundestagswahl 2013 auch bezweifelt werden.

Ganz besonders freuen über die Aktion wird sich jedoch Erdogan und die Salafisten. Denn sie selber brauchen für ihre Belange nun nicht mehr auf die Straße zu gehen, dies übernimmt der herzensgute Kölner bei Temperaturen um null Grad gerne.

Mit im Boote war Erdogan mit seinem deutschen Ableger der Diyanet (türk. Religionsministerium, 200.000 Mitarbeiter), der DITIB (über 900 Moscheen in D.) und ist im Geiste mitgelaufen. Die DITIB freut sich auch auf die 100-Jahr-Feier des Völkermordes an den christlichen Armeniern uvam am 24.04.2015. Ist dann das Bündnis gegen Rechts wieder mit dabei?

Auch dass man jetzt bei den Salafisten "differenzieren muß", wird diese sehr freuen.

So gibt es ja die guten Salafisten, die den Gottesstaat nur mit friedlichen Mitteln, wie dem demographischen Faktor erreichen wollen, dann die die nur mit Messern den Gottesstaat erreichen wollen und die wirklich wirklich gefährlichen, die sich ggf. für den Gottesstaat in die Luft sprengen wollen, aber auch nur, wenn es nicht ganz so doll läuft, sonst bleiben auch diese friedlich. Also alles halb so schlimm.

Daher wurde den Veranstaltern von engagierten Bürgern ein dickes Dankeschön im Namen der beiden Migrantengruppen in Form eines Plakates gezeigt. Text: "Erdogan und Salafisten sagen DANKE!!".

Im Promibereich haben neben den Künstlern auch Lamiya Kaddor, vom Liberal-Islamischen-Bund (also sind die anderen Verbände nicht liberal?) Arif Ünal, von den Landtags-Grünen sowie die der alte und der neue Oberbürgermeister das Danke-Plakat gesehen. Nette Gespräche gab es auch mit 3 Aktivisten der veranstaltenden Künstlergruppe.

Das Motto des Tages hätte auch lauten können: "Integrieren durch ignorieren!" (kann nicht funktionieren).

Michael Höhne-Pattberg, Internationale Krefelder

PS: Tipp an die Veranstalter, sprechen sie mal mit linken Türken oder Kurden, Armenier, Assyrer, Aramäer, Yesiden, Pontos-Griechen, Aleviten, arabische Christen uvam und natürlich den Aktivisten vom "Gezi-Park undTaksimplatz", den sie mit der Nennung von "DITIB" & Co. in den Rücken gefallen sind.

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