London's "größte Moschee in Europa" näher an der Realität

07 Juli 2014
London's "größte Moschee in Europa" näher an der Realität

London's "Largest Mosque in Europe" Closer to Reality Gatestone Institute , Von Soeren Kern Übersetzt von Alfred Omann

Obwohl sich Tablighi Jamaat für tolerant erklärt, nennen amerikanische Sicherheitsbeamte die Gruppe eine "Rekrutierungsbasis" für Al-Kaida, und französische Geheimdienstler beschreiben sie als den "Vorhof des Fundamentalismus". Laut dem französischen Tablighi-Experten Marc Gaborieau ist das letztendliche Ziel der Gruppe nichts Geringeres als die "geplante Eroberung der Welt" im Sinne des Dschihad.

Die lokalen Anwohner - einschließlich vieler Moslems – sind besorgt, dass das Projekt ein Vorwand für den ehrgeizigen Plan ist, eine islamische Hardliner-Enklave im Osten von London zu etablieren.

"Was Tablighi Jamaat auszeichnet, ist der Widerwille mit Repräsentanten verschiedener religiöser und nicht-religiöser Glaubensrichtungen in den Dialog zu treten. Jamaat unterstützt die soziale Integration von Frauen nicht. Tablighi-Frauen wird vorgeschrieben, sich zu verschleiern oder in Abgeschiedenheit zu bleiben. In der Öffentlichkeit müssen Tablinghi-Frauen ihren Körper vollständig mit einer Burka und einem Gesichts-Schleier bedecken und immer in Begleitung eines männlichen Familien-Angehörigen sein. Deswegen lassen sich weibliche Mitglieder dieser Bewegung – ebenso wie zukünftige Generationen - nicht in die britische Gesellschaft integrieren." - so Tehmina Kazi, Direktorin der Britischen Muslime für weltliche Demokratie (British Muslims for Secular Democracy), 2011 in ihrer Stellungnahme. Diesen Monat zog sie am ersten Tag ihrer Befragung ihre Aussage plötzlich zurück, nachdem sie von muslimischen Hardlinern "überzeugt" wurde.

Mit der Aktion, Kazi zum Schweigen zu bringen, hat Tablighi Jamaat erfolgreich ein sehr wirkungsvolles Hindernis aus dem Weg geräumt. Jetzt sind alle Augen auf Eric Pickles gerichtet, den Minister, der später in diesem Jahr entscheiden wird, ob das Moscheen-Projekt umgesetzt wird.

Eine radikal-islamische Gruppe ist dem Bau einer der größten Moscheen der Welt in London einen Schritt näher, nachdem ein bekannter Moslem und Gegner der Kontroverse zur Mega-Moschee zum Schweigen gebracht wurde.

Tablighi Jamaat – eine fundamentalistische islamische Sekte, die im Widerspruch zu westlichen Werten wie Demokratie und Menschenrechten steht, aber dem "ewigem Dschihad” verpflichtet ist, um den Islam auf der Welt zu verbreiten – kämpft einen kompromisslosen Kampf um den Bau eines massiven Moscheen-Komplexes in West Ham, einem Viertel im Stadtbezirk Newham im östlichen London.

Die geplante Moschee würde auf einer ca. 6,5 Hektar großen Fläche nahe des Olympia-Stadions errichtet und eine Kapazität für mehr als 9.000 Gläubige haben. Sie würde mit turmhohen Minaretten ausgestattet, einer Islam-Bibliothek, einem Speisesaal, Tennisplätzen, Sportanlagen, hunderten von Parkmöglichkeiten und Apartments für muslimische Geistliche, was die Moschee im Osten Londons zum größten religiösen Bauwerk auf der Insel und der größten Moschee in Europa machen würde. Tablighi Jamaat – ein arabischer Ausdruck für "Gesellschaft zur Verbreitung des Glaubens” oder "Vereinigung zur Bekehrung" – ist die weltweit größte konservativ-islamische Bewegung zur Bekehrung anderer Menschen.

Diese Vereinigung, die ihren Ursprung in Indien hat und sowohl in Afrika, als auch in Asien, Europa und Nordamerika aktiv ist, hat zum explosionsartigen Wachstum des islamisch-religiösen Eifers und zu Konversionen auf der ganzen Welt beigetragen.

Obwohl sich Tablighi Jamaat gerne selbst als tolerant und sozial integriert darstellt, bestätigen amerikanische Sicherheitsbeamte, dass Tablighi Jamaat eine "Rekrutierungsbasis" für Al-Kaida darstelle. Beamte des französischen Geheimdienstes beschreiben die Vereinigung als "Vorzimmer des Fundamentalismus."

Der französische Tablighi-Experte Marc Gaborieau sagt, ihr letztendliches Ziel sei kein Geringeres als "die geplante Eroberung der Welt" im Sinne des Dschihad.

Tablighi Jamaat versucht seit 1999 die Baugenehmigung für diese Moschee zu erhalten (die ursprünglichen Pläne sahen eine Moschee vor, die 70.000 Anhängern Platz geboten hätte). Die Moschee, die geschätzte 100 Millionen Pfund kosten wird (125 Millionen Euro; 170 Millionen Dollar), soll durch Saudi-Arabien finanziert werden.

Es ist nicht überraschend, dass lokale Anwohner – darunter auch viele Moslems – besorgt sind, dass dieses Projekt, einen "modernen heiligen islamischen Ort" zu schaffen, nur ein Vorwand für den Aufbau einer islamischen Hardliner-Enklave im Osten Londons ist.

Nachdem er mehr als 15 Jahre lang die verschiedenen Strategien Tablighi Jamaats, Druck auf sie auszuüben, ertragen hatte, entschied der strategische Entwicklungsausschuss des Rates von Newham (d.h. die Gemeindeverwaltung für den Londoner Bezirk Newham), der durch die Labour-Partei geführt wird, im Dezember 2012 einstimmig, den Antrag für den Bau der Moschee zurückzuweisen. Als Gründe wurden angegeben, dass das Gebäude zu groß sei und nicht den Bedürfnissen der lokalen Gemeinschaft entsprechen würde.

In einer Stellungnahme sagte Ratsmitglied Conor McAuley, Verantwortlicher für strategische Planung im Rat des Bezirks Newham:

"Die Ratsmitglieder haben lange und sorgsam über diesen Antrag nachgedacht, bevor sie sich entschlossen haben ihn abzulehnen. Der Rat hat genaue und intensive Untersuchungen über den Vorschlag angestellt, um diese Entscheidung zu fällen."

"Abgesehen davon, dass die Vorschläge den Planungsvorschriften für das Areal widersprechen, sind sie auch wegen einer Vielzahl anderer Gründe unakzeptabel. Diese sind: Die angedachte Moschee ist zu groß und hätte einen Einfluss auf die umliegenden historischen Gebäude; sie würde zu viel Verkehr verursachen und die Straßen der Anwohner würden zugeparkt; das Areal würde stärker genutzt und die Sicherheitsfragen sind nicht gut ausgearbeitet; der Antrag sieht vor vorhandene Gebäude auf dem Areal zu belassen, dies ist jedoch ungenügend ausgearbeitet."

Prominente Muslime reagierten mit der Androhung die Labour Party in zukünftigen Wahlen zu bestrafen, bis die Entscheidung zurückgenommen und dem Antrag auf den Bau der Moschee stattgegeben wird.

Tablighi Jamaat reichte eine formale Beschwerde ein, um die Entscheidung des Rats von Newham rückgängig zu machen.

Die Beschwerde wird nun in einer öffentlichen Untersuchung thematisiert, die am 3. Juni 2014 durch die Planungsbehörde für England und Wales einberufen wurde. Die Planungsbehörde ist zuständig für das Fällen abschließender Entscheidungen zur Stadtplanung, Beschwerden und öffentliche Untersuchungen von lokalen Entwicklungsplänen.

Die abschließende Entscheidung über den Bau der Mega-Moschee wird von Eric Pickles gefällt, dem Minister für Regionalverwaltung. Seine Entscheidung, die auf den Empfehlungen der Planungsbehörde basieren wird, wird im Herbst 2014 erwartet.

Am ersten Tag des Einspruchs wiederrief Tehmina Kazi, die einzige Muslimin, die mutig genug war, gegen die Moschee Stellung zu beziehen, überraschend ihre Aussage, nachdem sie von muslimischen Hardlinern "überzeugt" wurde, ihre Einwände fallenzulassen.

Kazi, die Vorsitzende der Britischen Muslime für weltliche Demokratie, einer sogenannten fortschrittlichen muslimischen Organisation, die sich dem Vorhaben gewidmet hat, den Würgegriff der islamischen Fundamentalisten in Großbritannien zu brechen, wird nun nicht in der Untersuchung aussagen.

"Die Entscheidung über die Rücknahme habe ich nicht einfach gefällt", so Kazi in einem Interview mit Lapido Media, die die Debatte über die Moschee in Ostlondon seit Jahren verfolgen. "Ich tat dies, nachdem ich mich mit mehreren Vertrauenspersonen beraten habe, und Zusagen erfolgt sind, dass Frauen stärker in der neuen Moschee einbezogen werden sollen."

Bei einer früheren Anhörung zur Mega-Moschee im Januar 2011 schrieb Kazi damals allerdings noch in der Zusammenfassung ihrer Aussage:

"Tablighi Jamaat ist eine Bewegung, die in sich gekehrt und unwillig ist, den Dialog mit Andersdenkenden zu suchen. Sie umgeben sich nur mit Muslimen und sogar dann herrscht ein Widerwille, mit anderen Bewegungen innerhalb des Islam in Berührung zu treten, deren Belehrungen sie für kontrovers halten, z. B. Schiaismus. Während es viele Gruppen und Organisationen im Vereinten Königreich mit sozial konservativem Gedankengut gibt, sticht Tablighi Jamaat wegen den Widerwillens heraus, in den Dialog mit Vertretern anderer religiöser und nicht-religiöser Glaubensrichtungen zu treten.

"Jamaat unterstützt die soziale Integration für von muslimischen Frauen nicht… Tablighi Jamaat vertritt ein engstirniges ‘Gechlechter-Regime’. Tablighi-Frauen wird vorgeschrieben, sich zu verschleiern oder in Abgeschiedenheit zu bleiben. Zum Beispiel müssen Tablighi-Frauen in der Öffentlichkeit ihren ganzen Körper mit Burka und Gesichtsschleier verhüllen und immer von einem männlichen Angehörigen begleitet werden.

"Die Werte dieser Abschottung werden an ihre Kinder weitergegeben. Deswegen sind die weiblichen Mitglieder dieser Bewegung – wie auch die zukünftigen Generationen – nicht in die britische Gesellschaft integrierbar.

"Die Praxis von Tablighi Jamaat ist im Vereinten Königreich zwar nicht illegal, aber übermäßig konservativ und rückständig in Geschlechterfragen - sowohl für die Beziehung von Muslimen untereinander, sowie auch mit Nicht-Muslimen – und wird einen größeren Einfluss auf die Gesellschaft haben."

Vor dem Hintergrund, dass Tablighi Jamaat seit der Anhörung 2011 nicht fortschrittlicher geworden ist, glauben Beobachter, dass hinter Kazis Geschichte viel mehr steckt, als man auf Anhieb erkennen kann.

Alan Craig, der unermüdliche Vorsitzende der Kampagne MegaMosqueNoThanks.com, die 2005 mit dem Ziel gestartet wurde, den Bau der Moschee zu verhindern, glaubt, dass Kazi "von frauenfeindlichen Unterstützern der Moschee eingeschüchtert" wurde.

In einer Presseerklärung vom 3. Juni gab Craig, ehemaliges Mitglied des Stadtrats von Newham, an, dass Kazi von Mitgliedern der Newham People's Alliance (NPA), einer Pro-Mega-Moschee-Aktivistengruppe, "unter Stress und Druck gesetzt" wurde während ihres Urlaubs am Wochenende vom 31. Mai bis 1. Juni. Am Abend des 1. Juni "gab Kazi nach und zog sich aus der Anfrage in einer E-Mail an NPA zurück, die wiederum triumphierend das Büro des Planinspektors informierten". Craig fügte hinzu:

"Bedauerlich düstere Politik im "Tower Hamlets"-Stil [Tower Hamlets ist ein stark islamisierter Stadtteil in Ost-London] ist nach Newham gekommen. Warum schikanieren Islamisten immer Frauen? Frauenfeindliche Tyrannen der NPA haben Tehminas Urlaub am letzten Wochenende gestört. Sie haben sie per Telefon und E-Mail belästigt, sie eingeschüchtert und ihr dann im Auftrag der Tablighi Jamaat-Moschee-Verwalter zugesichert, dass sich ihr zukünftiger Umgang mit Frauen verbessern wird.

"Das ist natürlich überhaupt keine Garantie - derzeit sind Frauen komplett von dem Gelände der Übergangsmoschee ausgeschlossen. Seit sie das Gelände vor 17 Jahren gekauft haben, haben sie es als Moschee nur für Männer betrieben, ohne jede Berücksichtigung von Frauen. Die zukünftige Behandlung von Frauen durch Tablighi Jamaat kann kaum noch schlimmer werden! "

Kazi ist vermutlich durch Mudasser Ahmed, einem britisch-muslimischen Aufsteiger, der formell als NPA-Delegierter der öffentlichen Untersuchung der Ost-Londoner Moschee benannt ist, zum Schweigen gebracht worden.

Ahmed ist Geschäftsführer und Gründer von Unitas Communications, einer Unternehmensgruppe, die vorgibt auf die "Kommunikationsschnittstelle zwischen der islamischen und der westlichen Welt" spezialisiert zu sein. Das operative Vorstandsmitglied ist Shiraz Ahmad, der Vollzeitvertreter der NPA bei der Untersuchung ist und formal im Namen der NPA spricht. Das Vorstandsmitglied für Unternehmenskommunikation, Zahed Amanullah, ist ebenfalls in der NPA.

Laut einem muslimischen Informanten, der durch die Direktorin von Lapido Media, Jenny Taylor, befragt wurde, ist Ahmed ein liberaler Muslim, der nur im Sinne von Tablighi Jamaat aussagen würde, wenn er dafür bezahlt wird. "Es sieht aus, als ob jemand mit tiefen Taschen Unitas bezahlt, um durch die NPA die Umsetzung der Mega-Moschee voranzutreiben", schreibt Taylor.

Ein Anwalt, der Tablighi Jamaat in der Planungsuntersuchung vertritt, sagte in einer Erklärung am 2. Juni, dass "die NPA nicht im Namen der Bittsteller spreche und nicht die Bittsteller vertrete."

Allerdings - wie Craig in seiner Presseerklärung darlegte – schickte Kazi ihre formale Rückzugserklärung aus der öffentlichen Untersuchung an die NPA und nicht direkt an die Planungsbehörde. Die NPA verzögerte dann die Weiterleitung der E-Mail an die Planungsbehörde bis zum späten Nachmittag des 2. Juni, dem Ende des ersten Tages der Untersuchung.

Die Verzögerung der Benachrichtigung der Planungsbehörde durch die NPA war ein wirksamer Hinterhalt. So wurde es den Gegnern der Moschee erschwert, einen geeigneten Ersatz für Kazi zu finden.

Taylor schreibt dazu:

"Arme Tehmina. Mächtige muslimische Männer haben zusammengearbeitet, um eine einnehmende junge Frau zu isolieren, die ein Ziel erreichen wollte, das sich als zu zerbrechlich erwiesen hat, um gegen den Sturm des traditionellen muslimischen Patriarchats anzukommen.

"Die britischen Muslime für weltliche Demokratie, deren Gründungsdirektorin sie ist, knicken bei der ersten ernsthaften Herausforderung für ihre Authentizität ein. Lasst uns hoffen, dass sie sich neu formieren.

"Die Tablighi Jamaat haben erklärt, dass sie existieren, um Widerstand gegen westliche und christliche Werte zu leisten. Diese Werte sind säkular und demokratisch. Und sie nehmen Frauen ernst.

"Die Mega-Moschee von Newham, erträumt als ‚Brückenkopf für die Förderung der Bewegung in ganz Europa und dem Westen‘, könnte ein weiteres trojanisches Pferd sein, das Fundamentalismus, Ängstlichkeit und Frauenfeindlichkeit um sich herum stärkt."

Indem Kazi erfolgreich zum Schweigen gebracht wurde, hat Tablighi Jamaat ein höchst effektives Hindernis auf dem Weg zur Umsetzung der Mega-Moschee entfernt. Alle Augen sind nun auf Eric Pickles gerichtet, den Minister, der dieses Jahr die endgültige Entscheidung darüber treffen wird, ob das Moschee-Projekt weiter umgesetzt werden wird.

Wenn Pickles sich dagegen entscheidet, wird dies für den Moment das Ende der Moschee bedeuten. Wenn er sich jedoch dafür entscheidet, wird dies nach Ansicht vieler den Weg für die Errichtung einer eigenständigen islamischen Scharia-Enklave im Osten von London ebnen. (weiterlesen...)

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