Pentagon: 500 Millionen Dollar für britische PR Firma für Fake Videos im Irakkrieg

• EuropeNews - 26 April 2017
Pentagon: 500 Millionen Dollar für britische PR Firma für Fake Videos im Irakkrieg

Das Pentagon soll der britischen PR Firma Bell Pottinger 540 Millionen Dollar gezahlt haben zur Produktion von Videos, die Al-Qaeda in einem negativen Licht darstellen und um verdächtige Sympathisanten aufzuspüren.

 

Das Bureau of Investigative Journalism (TBIJ) stellte fest, dass die Firma mit Sitz in London, auch bekannt wegen ihrer umstrittenen Klienten, wie der saudischen Regierung oder der Stiftung des chilenischen Diktators Pinochet, falsche Terrorvideos und Videos im Stile eines Nachrichtenmagazins produziert habe, die dann dazu benutzt wurden Sympathisanten aufzuspüren.

 

Lord Timothy Bell, ehemaliger PR Berater von Margret Thatcher und Gründer der Firma, hat Mitarbeiter in das US Base Camp Vistory in Bagdad geschickt, wo sie an der Seite hochrangiger Offiziere arbeiteten.

 

Quellen: IBTimes / Clarion Project

Übersetzt von EuropeNews

 

Die bestätigte Bell, ehemaliger Vorstandsvorsitzender gegenüber der Sunday Times und sagte, dass dieses “Geheimteam” gegenüber der CIA und dem National Security Council berichtspflichtig gewesen sei.

 

“Es war eine verdeckte Militäroperation. Sie wurde von verschiedenen Geheimdokumenten abgesichert. Wir waren sehr stolz darauf. Wir taten eine Menge, um die Situation zu verbessern. Nicht genug. Wir konnten das Chaos, das daraus entstand, nicht verhindern, aber das war ein Teil der amerikanischen Propagandamaschinerie,” sagte Bell.

 

Der ehemalige Video Editor von Bell Pottinger, Martin Wells, der von 2006 bis 2008 für das Unternehmen arbeitete, erklärte auf einem Video die “psychologische Operation”, die für die amerikanische Regierung durchgeführt wurde, sowie seine Rolle im Irak.

 

“Als ich mit der Arbeit begann, wusste ich nicht wie umfangreich das Projekt war. Ich nahm an, es ginge darum Nachrichtenmaterial zu sammeln. Wir sollten Nachrichten zusammenstellen, die dann auf verschiedenen Lokalsendern verbreitet wurden,” sagte er und erklärte, dass es oft um Bombenanschläge und Attentate ging. “Wir hatten Leute vor Ort, die die Aufnahmen machten. Das Material ging an uns, wir bearbeiteten es … und wir sollten es so gut wie möglich machen … es sollte arabisch aussehen … beinahe so als ob es von einermarabischen Fernsehsender produziert worden war.”

 

Wells fügte hinzu, dass die fertigen Produkte vom ehemaligen General David Petraeus abgesegnet wurden – dem damaligen Kommandanten der Koalitionsstreitkräfte im Irak – oder gelegentlich auch vom Weißen Haus. Dann berichtete er über Werbevideos, die Al-Qaeda Botschaften enthielten und DVDs, die Videomaterial der Terrorgruppe enthielten. Es wurde ihm von seinem Chef gesagt, dass die Videos über Google Analytics erfasst werden.

 

TBIJ, eine britische, unabhängige non-profit Organisation, interviewte auch ehemalige Offizielle und Subunternehmer und verfolgte die gesamte Operation zurück über US Army Erhebungen, Aufzeichnungen über Beschaffungsvorgänge der Regierung und Berichte des Verteidigungsministeriums, dem Generalinspekteur, sowie Dokumente von Bell Pottinger und Veröffentlichungen von Spezialisten für Militärpropaganda.

 

„Weiß bedeutete zugeordnet, es sagt auf dem Aufkleber aus, wo es produziert wurde,“ ein Subunternehmer, der damit beauftragt wurde die drei Arten der Medienoperationen im Irak zu beschreiben. „Grau bedeutete nicht zugeordnet und schwarz bedeutete falsch zugeordnet. Diese Art der schwarzen Operationen, die benutzt wurden, um herauszufinden wer bestimmte Dinge anschaut, waren ein ziemlich großer Teil des professionellen Instrumentariums.“

 

Laut TBIJ „identifizierte man Transaktionen zwischen dem Pentagon und Bell Pottinger im Wert von 540 Millionen Dollar für Informationsoperationen und psychologische Operationen basierend auf einer Reihe von Verträgen vom Mai 2007 bis Dezember 2011. Ein ähnlicher Vertrag mit etwa derselben Jahresrate – 120 Millionen Dollar – war 2006 in Kraft“.

 

Das Pentagon hat bestätigt, dass man Bell Pottinger für Arbeiten im Irak beauftragt hatte als Teil der Information Operations Task Force (IOTF). Die Firma sollte Material produzieren, einiges davon war öffentlich für die Koalitionsstreitkräfte und anders war nicht öffentlich. Sie bestanden darauf, dass das ganze Material, das von IOTF kam ,„der Wahrheit entsprach“.

 

2012 hat der Besitzer von Bell Pottinger gewechselt und seitdem gab es keinerlei Verbindungen zu der Einheit, die im Irak operiert hat – die dann im Jahr 2011 aufgelöst wurde. Die führenden Leute, die bei den 'psychologischen Operationen' mitgearbeitet haben leugnen, dass es eine sogenannte Tracking Software gegeben habe, so wie sie Wells beschreibt.