Qualvolles Opfer: Schächten in Deutschland

05 Dezember 2008
Qualvolles Opfer: Schächten in Deutschland

Deutscher Tierschutzbund e.V.

Beim Schächten werden einem Tier bei vollem Bewusstsein mit einem Messer die Halsschlagadern sowie die Luft- und Speiseröhre und die daneben befindlichen Nervenstränge durchtrennt.

Die Tiere leiden unter starken Schmerzen, Atemnot sowie Todesangst und sterben durch Verbluten. Dieses traditionelle betäubungslose Schlachten ist Bestandteil verschiedener Religionen. Bei der traditionellen Halal-Schlachtung nach muslimischem Ritus beispielsweise müssen die Tiere nach Mekka ausgerichtet von einem Muslim geschlachtet werden, der dazu den Namen Allahs auszurufen hat. Mit dem scharf geschliffenen Messer wird dem Tier dabei in einem Schächtschnitt der vordere Hals bis zur Wirbelsäule durchschnitten. Beim normalen Schlachten sterben die Tiere ebenfalls durch Verbluten. Hier werden jedoch das Schmerzempfinden und die Wahrnehmung des Tieres zuvor durch eine Betäubung ausgeschaltet.


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Unterschriftenliste: Ausnahmsloses Verbot des betäubungslosen Schlachtens (Schächten)Ist Schächten Tierquälerei? VIDEO Dokumentation/Das Erste

Handzettel

"Schächten in der Bundesrepublik Deutschland" (deutsch) "Schächten in der Bundesrepublik Deutschland" (türkisch)


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Schächten in Deutschland Das betäubungslose Schlachten (Schächten) ist in Deutschland aus Tierschutzgründen grundsätzlich verboten (§ 4 a Tierschutzgesetz). Angehörigen bestimmter Religionsgemeinschaften, denen zwingende Vorschriften ihrer Religionsgemeinschaft das Schächten vorschreiben oder den Genuss von Fleisch nicht geschächteter Tiere untersagen, können jedoch eine Ausnahmegenehmigung von diesem Verbot bei der zuständigen Behörde beantragen (§ 4 a (2) Nr. 2 Tierschutzgesetz). Jahrelang waren die Behörden davon ausgegangen, dass moslemische Mitbürger nicht von diesem Ausnahmerecht gebrauch machen können, da der Islam die Betäubung der Tiere sehr wohl zulässt. Die meisten Moslems in Deutschland hatten sich längst damit arrangiert, vor dem Schächtschnitt die Elektrokurzzeitbetäubung anzuwenden - mittels derer die Schmerzempfindung und das Bewusstsein ausgeschaltet werden - und damit den Ritus Schächten im Einklang mit dem deutschen Tierschutzgesetz auszuüben.

Auch der Islam verlangt eine möglichst schonende Tötung der Tiere, wie der Zentralrat der Muslime in einer Stellungnahme aufgeführt hat. Am 15.1.2002 entschied jedoch das Bundesverfassungsgericht grundsätzlich, dass moslemische Metzger eine Ausnahmegenehmigung zum betäubungslosen Schlachten erhalten können. Nach Maßgabe der Richter sollte die Behörde eine Ausnahmegenehmigung zum Schächten von Tieren erteilen, wenn ein Antragsteller sagt, dass sein Glaube dies erfordere. Er musste dies also nicht mehr „zwingend“ beweisen. Wenige Monate nach dem sogenannten Schächturteil, am 17. Mai 2002, haben Bundestag und Bundesrat das Staatsziel Tierschutz im Grundgesetz verankert und damit dem Tierschutz Verfassungsrang eingeräumt. Die Belange des Tierschutzes müssen nunmehr mit den Grundrechten der Religions- und Berufsfreiheit in Ausgleich gebracht werden. Die Behörde muss nunmehr prüfen, ob die Zufügung von Schmerzen und Leiden für die Ausübung einer religiösen Handlung noch gerechtfertigt ist und welche Auflagen erforderlich sind, um den Schutz des Tieres weit möglichst zu wahren. Der Deutsche Tierschutzbund hat die Bundesländer aufgefordert, in der Konsequenz keine Ausnahmegenehmigungen mehr für das Schächten zu erteilen. Doch die Länder haben einen anderen Weg beschritten. Auf Fachebene haben sie die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen zur Genehmigung des Schächtens festgelegt. Sie wollen die Anträge nicht grundsätzlich zurückweisen, sondern verlangen, dass der Antragsteller zweifelsfrei nachweist, dass sein Glaube tatsächlich das betäubungslose Töten des Tieres fordert. Die „zwingende“ Begründung, die nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes ausgehebelt schien, wäre also wieder hergestellt. Schon seinerzeit stellte das Bundesverfassungsgericht allerdings auch fest, dass der Tierschutz ein Gemeinwohlbelang ist und dass dem Tier daher vor und während der Schlachtung keine vermeidbaren Schmerzen zugefügt werden dürfen. Wenn die Behörde eine Ausnahmegenehmigung erteilt, kann diese mit strengen Auflagen versehen werden. Die Länder haben dies in ihren Rahmenbedingungen bundesweit nahezu einheitlich geregelt, wonach der Metzger, der den Antrag stellt, seine Sachkunde und seine persönliche Eignung in Bezug auf die besonderen Fertigkeiten des Schächtens nachweisen muss. Auch Angaben zum Personenkreis, für den geschächtet werden soll und dessen bisherige Fleischversorgung, sind erforderlich, genauso wie Angaben zur Anzahl und Art der Tiere im Verhältnis zur Anzahl der Personen für die geschächtet wird. Gegebenenfalls kann eine Erklärung zum Verbleib des Fleisches verlangt werden.

Schächten ohne Genehmigung ist strafbar Schächten ohne Genehmigung ist in Deutschland illegal und wird mit Geldbuße bis 25.000 Euro, bei nachgewiesener Tierquälerei im Wiederholungsfall auch mit Haftstrafe bestraft! Und auch der Transport von Schafen im Kofferraum eines PKW verstößt gegen das Tierschutzgesetz und kann streng geahndet werden.

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In Deutschland ist die Betäubung der Tiere aus Tierschutzgründen nach § 4 a Tierschutzgesetz grundsätzlich vorgeschrieben. Von diesem Grundsatz gibt es Ausnahmen. Menschen, denen ihr Glaube das Schächten von Tieren „zwingend vorschreibt", können bei der zuständigen Behörde eine Ausnahmegenehmigung beantragen.

Der Deutsche Tierschutzbund lehnt das betäubungslose Schlachten generell als Tierquälerei ab

Um den Tieren unnötige Schmerzen und Leiden zu ersparen fordern wir ein generelles und von den Beweggründen unabhängiges Verbot des betäubungslosen Schlachtens.

Wir verleihen mit dieser Forderung lediglich denen eine Stimme, die ihr Anliegen an den Menschen nicht selber vertreten können: den Tieren.


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Positionspapier zum betäubungslosen Schlachten bzw. Schächten (20.06.07) Schreiben an die Ministerpräsidenten der Länder vom 14.06.07 Schreiben an den Landrat des Lahn-Dill-Kreises zum Thema Schächen vom 20.12.06 Schreiben an die Ministerpräsidenten der Länder vom 06.12.06 Schreiben an Minister Seehofer vom 06.12.06


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