RAF - Deutsche Desperados mit arabischen Freunden

DIE WELT - 05 September 2007 - Von Richard Herzinger

Die RAF war kein Haufen isolierter Idealisten. Ohne Netzwerk aus palästinensischen Terroristen, arabischen Diktaturen und kommunistischen Geheimdiensten war sie kaum handlungsfähig. Das wurde bei der Schleyer-Entführung 1977 drastisch deutlich. Als die deutschen Terroristen nicht mehr weiterwussten, mussten ihre großen Brüder aus Palästina eingreifen. Die Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut", voll besetzt mit deutschen Urlaubern, durch ein palästinensisches Terrorkommando am 13. Oktober 1977, sollte die Rote Armee Fraktion (RAF) vor einer verheerenden Niederlage bewahren...

(...) Vor allem ihre Abhängigkeit von palästinensischen Terrororganisationen, namentlich der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP), deren "Spezialkommando" die Entführung der "Landshut" organisierten, wurde im "deutschen Herbst" schlagartig deutlich.

Mittels dieser Verbindungen war die RAF teils indirekt auch ein Werkzeug der Manipulationen arabischer Diktaturen wie der Syriens, Libyens unter Muammar Gaddafi und des Iraks unter Saddam Hussein. Irak und Libyen wurden von RAF-Chef Andreas Baader als mögliche Ziele genannt, falls er und seine Genossen im Austausch gegen Schleyer aus Deutschland ausgeflogen würden.

Nicht nur arabische Diktaturen und ihre Geheimdienste unterhielten freilich enge Beziehungen zu palästinensischen Terrororganisationen wie der PFLP unter ihren Anführern George Habasch und Wadi Haddad. Auch die Dienste kommunistischer Länder, allen voran der sowjetische KGB, waren mit im Spiel. Dass der KGB zumindest der PFLP, die sich in den 70er-Jahren eine betont marxistisch-leninistische Phraseologie zugelegt hatte, Unterstützung zukommen ließ ist durch einen Bericht des KGB-Chefs Juri Andropow an den KPdSU-Generalsekretär Leonid Breschnew aus dem Jahre 1974 belegt.

Kommunistische Staaten als Ruheraum

Darin heißt es: "Die Kontakte mit Haddad gestatten uns, die Tätigkeit der Abteilung für Außenoperationen der PFLP bis zu einem bestimmten Grad zu kontrollieren, sie in einem für die Sowjetunion günstigen Sinne zu beeinflussen sowie bei absoluter Geheimhaltung mit den Kräften seiner Organisation aktive Maßnahmen in unserem Interesse durchzuführen." Haddad selbst soll schon 1970 als Agent für den KGB angeworben worden sein. Auch RAF-Terroristen konnten im Rahmen dieser Zusammenarbeit immer wieder kommunistische Staaten in Osteuropa als Rückzugsräume und Orte internationaler Kontaktaufnahme in Sachen Terror benutzen.

Das gilt auch für die DDR, deren Ministerium für Staatssicherheit (MfS) RAF-Mitgliedern unter anderem den Transit durch die DDR erlaubte. Die guten Kontakte zwischen dem MfS und den westdeutschen Terroristen ermöglichte es auch, dass 1980 acht kampfesmüde RAF-Terroristen in der DDR aufgenommen und mit einer neuen Identität als DDR-Bürger versorgt wurden.

Diese Hintergründe lassen von dem romantisch verklärte Bild der RAF als einem Häuflein irregeleiteter, ganz auf sich allein gestellter Idealisten, die mit falschen Mitteln für im Grunde ehrenwerte, aber aussichtslose Ziele gekämpft hätten., nichts übrig. Prägend für diese Vorstellung war nicht zuletzt das Diktum des Schriftstellers Heinrich Böll, der den Terror der RAF 1972 einen "Krieg der sechs gegen sechzig Millionen" genannt hatte.

Die RAF bejubelte den Anschlag bei den Olympischen Spielen 1972 In Wirklichkeit verfügten die RAF und - mehr noch - andere deutsche Terrorgruppen wie die "Revolutionären Zellen" von Anfang an über mehr oder weniger enge Kontakte zu gleich gesinnten Organisationen innerhalb und außerhalb Europas wie der irischen IRA, den italienischen Roten Brigaden und der französischen Action Directe. Theoretisch berief sich die RAF in ihrer Gründungserklärung zwar auf lateinamerikanische Stadtguerillagruppen wie die uruguayischen Tupamaros; ihre faktischen Vor- und Ausbilder waren jedoch die Gruppen des sogenannten "palästinensischen Widerstandes", deren erklärtes Ziel die Zerstörung Israels war ...


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