Sabaditsch-Wolff Ich bin gegen den Dialog

06 Dezember 2009

PAX EUROPA Blog 06 Dezember 2009 Interview der Printausgabe von Profil

Die Österreicherin Elisabeth Sabaditsch-Wolff leitete das umstrittene Islam-Seminar der Freiheitlichen Akademie. Nun liegt gegen die Diplomatentochter eine Anzeige wegen Volksverhetzung vor. In ihrem einzigen Interview zur Causa erklärt sie ihr Weltbild.

Profil: Frau Sabaditsch-Wolff, haben Sie Angst vor den Moslems?

Elisabeth Sabaditsch-Wolff: Nein. Ich habe Angst vor dem politischen Islam, der in Europa an Einfluss gewinnt. Dagegen trete ich an. Profil: Mit welchem Ziel? Sabaditsch-Wolff: Ich will Europa mit seinen demokratischen und christlichen Werten erhalten. Profil: Was stört Sie so am islamischen Lebensstil? Sabaditsch-Wolff: Die islamische Lehre benachteiligt Frauen und Andersgläubige. Das islamische Rechtssystem, die Scharia, ist mit demokratischen Prinzipien und universellen Menschenrechten unvereinbar. Profil: Es gibt aber auch Menschen, die im Wachstum des Islam in Europa die Chance auf eine völlig neu gestaltete, pluralistische Gesellschaft sehen. Sabaditsch-Wolff: Diese Vision hält der Realität nicht stand. Zeigen Sie mir ein Beispiel, wo das funktioniert. Überall, wo Moslems die Möglichkeit bekommen, sich selbst zu organisieren, etablieren sie Parallelgesellschaften. Siehe Berlin-Kreuzberg. Siehe Marseille. Siehe Großbritannien, wo Teile der Scharia eingeführt worden sind. Profil: Sehen Sie denn die österreichische Kultur in Gefahr?

Sabaditsch-Wolff: Ich sehe Anzeichen für eine Erosion unserer Lebensweise. In Großstädten bemerkt man im Straßenbild bereits massive Veränderungen. Es wird diskutiert, in den Volksschulen die Türkenkriege nicht mehr zu behandeln, der Nikolo wird aus den Kindergärten verbannt …

Profil: Und das wollen Sie ändern? Sabaditsch-Wolff: Ja. Aber warum ist das so schlimm? In Bhutan applaudiert man dem König, weil er nur eine begrenzte Zahl von Ausländern ins Land lässt, Bekleidungsvorschriften und verpflichtende kulturelle Ereignisse vorschreibt. Bhutan ist ein kleines Land, das in einer globalisierten Welt seine kulturelle Identität bewahren will. Österreich ist auch ein kleines Land mit ähnlichen Herausforderungen. Warum werden die einen gelobt und die anderen beschimpft? Profil: Die Beschimpfung kam laut NEWS von Ihnen. Deshalb wurden Sie von der Redaktion des Magazins wegen Verhetzung angezeigt. Was sagen Sie Dazu? Sabaditsch-Wolff: Jeder kann jeden anzeigen. Der Tatbestand der Verhetzung ist bei mir aber nicht gegeben. Und selbst wenn sich manche an meiner Wortwahl stören – von öffentlichen Äußerungen kann bei einem geschlossenen Seminar, zu dem man sich anmelden muss, keine Rede sein. Profil: Ihnen werden unter Anderem folgende Sätze vorgeworfen: „Moslems vergewaltigen wegen ihrer Religion“ und „Mohammed hatte gerne was mit Kindern“. Warum diese Wortwahl? Sabaditsch-Wolff: Eine clevere Strategie: Sie und alle anderen, die jetzt aufschreien, verbeißen sich in die Wortwahl und können dadurch am Kern der Sache vorbei manövrieren. Tatsache ist, dass Mohammed im Alter von 56 Jahren eine Sechsjährige geheiratet hatte. Männer in islamischen Ländern sehen darin bis heute die Legitimation für die Ehe mit Minderjährigen, deren Vergewaltigung und lebenslange Traumatisierung. Das ist das Problem, um das es geht, und nicht, wie man diese Realität umschreibt. Profil: Ihre Haltung wird als Islamophobie kritisiert. Sabaditsch-Wolff: Eine Phobie ist eine irrationale Angst. Meine Sorge ist nicht irrational, sondern begründet. Und das werden die Politiker dieses Landes irgendwann begreifen müssen. Leute wie ich sind keine rechtsextremen Fremdenhasser …

Profil:

Sondern? Sabaditsch-Wolff: Menschen, die die Prinzipien von Freiheit und Gleichheit in einer säkularen Gesellschaft verteidigen und ihre kulturelle Identität bewahren wollen. Ich kritisiere den politischen Islam und islamistische Strömungen. Dieses Recht darf in einer Demokratie keinem Menschen nicht abgesprochen werden.

Profil: Aber warum bedient sich Islamkritik fast immer der Polemik?

Sabaditsch-Wolff: Moment, was ist der NEWS-Artikel über mich? Da werden Bemerkungen über meine Figur gemacht, es wird darüber gespottet, wie ich esse. Sexistische Untergriffe gegen Frauen, die unpopuläre Meinungen vertreten, sind das Machtinstrument männlich dominierter Systeme. Es gibt viele Menschen, die den Islam öffentlich kritisieren. Auf untergriffige Weise attackiert werden aber immer nur die Frauen, von Oriana Fallaci bis Brigitte Bardot. Profil: Es gab vonseiten führender Politiker scharfe Reaktionen auf den Inhalt Ihrer Seminare. Alles Vertreter eines männlich dominierten Systems? Sabaditsch-Wolff: Den Inhalt meiner Seminare kennen diese Politiker doch gar nicht, sondern nur aus dem Zusammenhang gerissene Zitate aus dem Artikel eines Boulevardblattes. Ich finde es aber seltsam, dass sich die Politiker aufregen. Von denen kommen doch ganz andere Sachen … Profil: Zum Beispiel? Sabaditsch-Wolff: Laura Rudas von der SPÖ fordert öffentlich ein Kopftuchverbot. Mir würde so etwas nicht einfallen. Profil: Sie werden mit der FPÖ-Abgeordneten Susanne Winter verglichen. Sie wurde wegen Volksverhetzung verurteilt, weil sie den Propheten Mohammed gleichsam als Kinderschänder bezeichnet hatte.

Sabaditsch-Wolff: Mit Susanne Winter möchte ich nicht verglichen werden. Da gibt es keine Gemeinsamkeiten. Frau Winter ist Politikerin und tritt öffentlich auf, ich nicht. Ihre Aussagen möchte ich nicht kommentieren. Aber ich habe nicht den Eindruck, dass sich Susanne Winter besonders gut im Islam auskennt.

Profil: Woher beziehen Sie Ihrerseits die Berechtigung, Seminare über den Islam abzuhalten? Sabaditsch-Wolff: Ich habe ein abgeschlossenes Studium in Diplomatic and Strategic Studies. Ich bin zum Teil in islamischen Ländern aufgewachsen, habe in islamischen Ländern gelebt und gearbeitet. Ich habe eine islamische Gesellschaft am eigenen Leib erlebt und erkenne deutliche Anzeichen einer Islamisierung Europas. Profil: Wie würden Sie sich selbst bezeichnen? Sabaditsch-Wolff: Ich bin Mutter und Feministin. Ich will, dass meine Tochter und meine Nichte in Freiheit und Würde aufwachsen können. Ich will das für alle österreichischen Bürger, das schließt die muslimischen Bürger mit ein. Profil: Aber Sie unterscheiden nicht zwischen Muslime und Islamisten. Sabaditsch-Wolff: Doch, das tue ich. Vor allem, weil ich weiß, dass viele Moslems in aller Welt unter islamischen Systemen leiden. Das sage ich in meinen Seminaren auch eigens dazu. Warum glauben Sie, dass Moslems aus islamischen Ländern wie dem Iran oder Afghanistan fliehen? Weil das Leben dort mitunter unerträglich ist.

Profil: Sie wollen also die Moslems vom Islam befreien?

Sabaditsch-Wolff: Die Moslems müssen sich schon selbst befreien – jedenfalls von einem Islam, der starr und stur auf Anweisungen aus dem siebenten Jahrhundert besteht. Die Folge ist, dass überall dort, wo islamische Systeme aufgestellt werden, es nicht zu Fortschritt, sondern zu einem Rückschritt kommt – jedenfalls, was Demokratie und Menschenrechte betrifft.

Profil: Aber ist die Schweizer Volksabstimmung zum Minarettverbot nicht ebenfalls ein solcher Rückschritt?

Sabaditsch-Wolff: Das Ergebnis dieser Volksabstimmung ist der beste Beweis dafür, dass die Politik gut beraten wäre, das Problem der Islamisierung Europas endlich ernst zu nehmen.. Profil: Sind Sie für ein Minarettverbot in Österreich? Sabaditsch-Wolff: Das beantworte ich nicht. Stattdessen gebe Ihnen ein Zitat des gerade so aufgeregten türkischen Premiers Erdogan mit: „Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme, und die Gläubigen unsere Soldaten.“ Profil: Fühlen Sie sich unverstanden? Sabaditsch-Wolff: Vor allem fühle ich mich in meinen demokratischen Rechten beschnitten. Von meinem Recht auf freie Meinungsäußerung bemerke ich derzeit nichts. Profil: Sie haben dieses Recht überstrapaziert. Sabaditsch-Wolff: Nein, das denke ich nicht. Vor allem habe ich nicht in der Öffentlichkeit gesprochen, also was soll die Aufregung? Profil: Jetzt ist es jedenfalls öffentlich geworden.

Sabaditsch-Wolff: Ich spreche nur aus, was viele denken, aber diese Sorgen werden nicht ernst genommen.

Profil: Sind Sie gegen den Dialog mit der islamischen Welt? Sabaditsch-Wolff: Ich bin gegen den Dialog mit den Kräften des politischen Islam. Dafür bin ich für eine deutliche Diskussion über Menschenrechte und persönliche Freiheit. Profil: Wird es Ihre Seminare weiter geben? Sabaditsch-Wolff: Ja. Es gibt Anfragen aus ganz Österreich. Ich werde mein Recht auf freie Meinungsäußerung weiter verteidigen. Ich lasse mich nicht mundtot machen.

Zur Person

Elisabeth Sabaditsch-Wolff, 38, ist die Tochter eines pensionierten Diplomaten. Sie erlebte als Kind die Machtübernahme Khomeinis im Iran, lebte später im Irak und in Kuwait. Dort wurde sie 1990 mit weiteren Österreichern während der Invasion der Saddam-Truppen als Geisel festgehalten. Als Mitarbeiterin der österreichischen Botschaft lebte und arbeitete sie in Kuwait und Libyen. Von 1995 bis 1997 war sie im Kabinett des damaligen Vizekanzlers Wolfgang Schüssel. Sabaditsch-Wolff ist international für die „Bürgerbewegung Pax Europa“ des deutschen Islamkritiker Willi Schwend tätig.

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