Terra Incognita: Die Hamas gibt Antisemitismus zu, warum waschen so viele sie rein?

heplev - 10 Februar 2017 - Von Seth J. Frantzman, The Jerusalem Post, 29. Januar 2017
Terra Incognita: Die Hamas gibt Antisemitismus zu, warum waschen so viele sie rein?

Die Hamas will das Beste von beidem: Sie will eine antisemitische, radikal, rechtsgerichtete Organisation sein und die Leute sollen losrennen, um sie links reinzuwaschen.

Der ranghohe Hamas-Vertreter Osama Hamdan sagte Al-Jazira gegenüber gerade, dass die Organisation ihre Charta überarbeiten und „den antisemitischen Sprachgebrauch in Angriff nehmen“ werde.

Die neue Charta würde Verweise auf „Religion und Rasse“ entfernen. Die Hamas würde klar machen, dass sie nur „gegen die Zionisten, gegen die Besatzung unseres Landes“ sei.

Das die Hamas eingesteht, dass ihre Charta von 1988 antisemitisch ist, führt zu der Frage: Warum behaupten so viele Kommentatoren, darunter jüdische Journalisten und israelische Akademiker, schon so lange, dass die Hamas moderat sei und ignorieren den Antisemitismus? Dieselben Stimmen, die Präsident Donald Trump wegen Rassismus verurteilen und seine Berater des Antisemitismus beschuldigen, scheuen jede Erwähnung des Antisemitismus der Hamas.

Ein „Fact Sheet“ der Jewish Voice vor Peace von 1915 zum Gazastreifen erwähnt die Hamas kaum und wenn sie beschreibt, dann als Opfer des Waffenstillstände „brechenden“ Israel; dazu kommt die Beschwerde, es sei „zutiefst verstörend“, dass Israel Hamas-Führer Ahmad Jabari tötete. Seit Jahren ist die Öffentlichkeit einer Desinformationskampagne zur Hamas unterzogen worden. Diejenigen, die eine liberalere israelische und westliche Gesellschaft fordern, haben oft versucht die Hamas reinzuwaschen.

Die Wahrheit über den Antisemitismus der Hamas steht reichlich zur Verfügung.

Die israelische Professorin Dina Porat schrieb 2014, dass es die gesamten 36 Artikel der Hamas-Charta hindurch Beschreibungen gibt, die „klar antisemitische Motive beinhalten, die kein Blatt vor den Mund nehmen. Der Zionismus stellt eine Invasion Palästinas nach Art der Nazis und der Tataren dar, erklärt die Charta; und jüdischer Nationalsozialismus ist ein bösartiger Feind (Artikel 20), der sich wie der Nationalsozialismus verhält… die historische Beschreibung wird den Protokollen der Weisen von Zion informiert und gründet direkt auf diesen.“

Professor Meir Litvak schrieb 2005 im Palestine-Israel Journal (PIJ): „Die harschen Ausdrücke der Hamas dürfen nicht als bloße Rhetorik abgetan werden, da sie dazu dienen den Aktivisten und Anhängern der Bewegung einen Geisteszustand einzuschärfen sowie eine jüngere Generation Palästinenser zu sozialisieren.“

Kurz gesagt bietet die Hamas Bildung, die dazu geschaffen ist extremen Antisemitismus auszubilden, Fürsorge, die mit den Protokollen als Anhängsel daher kommt.

Dennoch schrieb Daniel Bar-Tal 2009 in PIJ, israelischer Verdacht, die Hamas sei „aus der kontinuierlichen Entmenschlichung der Hamas-Organisation sowie ihrer Anhänger als ein homogenes Terror-Gebilde abgeleitet ist“ Er behauptete: „Die meisten israelischen Juden wissen nicht, dass die Hamas ursprünglich von israelischen Behörden gegründet wurde, um eine Alternative zur Palästinensischen Befreiungsorganisation zu bieten.

Israelische Juden, die nicht wissen, dass die Hamas eine religiös-fundamentalistische Bewegung ist, die den Palästinensern außerdem soziale Hilfe, Gesundheitsversorgung und Bildung bietet.“ Antisemitismus wird nicht erwähnt.

Und woher kam seine absonderliche Idee, dass Israel die Hamas „gründete“? Die Hamas weiß, dass ihre Charata online steht, so dass jeder sie auf Internetseiten wie der der Anti-Defamation League lesen kann. Seit den frühen 2000-er Jahren haben sie gekonnte und gut geölte Propaganda-Anstrengungen betrieben, um ihr Image zu ändern. Die Hamas hätte ihre Charta schon vor Jahrzehnten ändern können, strebte aber danach den Antisemitismus zum Konsum bei ihren Fans am Leben zu erhalten, während man den Medien eine andere Geschichte erzählte. In einem Brief an den Guardian im Jahr 2008 versuchte der Gaza-Gesundheitsminister Hamas Bassam Na’im die Friedensreferenzen der Hamas aufzupolieren und versicherte den Lesern, sie verurteile den Holocaust. Alan Johnson antwortete allerdings, dass die Hamas sich nie von den Äußerungen von 1987 distanzierte, die behaupteten, dass „die Juden – Brüder von Affen, Prophetenmörder, Blutsauger, Kriegstreiber – euch ermorden … nur der Islam kann die Juden brechen und ihren Traum zerstören.“

Jewish Voice for Peace, habt ihr das gelesen? Sehr friedlich, oder? Johnson vermerkt, dass die Hamas die Juden beschuldigt hat hinter der französischen und der kommunistische Revolution zu stecken; und „Juden steckten hinter dem Zweiten Weltkrieg“ und „inspirierten die Gründung der UNO, um die Welt über ihren Mittelsmann zu beherrschen“. Artikel 17 der Charta behauptet auch, dass „zionistische Organisationen mit verschiedenen Namen und in verschiedenen Formen wie als Freimaurer, Rotary-Clubs … nichts anderes als Zellen der Subversion sind“. Nach Angaben der Hamas stecken Juden daher hinter dem Kommunismus, Nationalsozialismus, der französischen Revolution, den Freimaurern und sind Feinde des Islam. Und doch trotten Jahr um Jahr Journalisten in den Gazastreifen, um mit der Hamas zu kollaborieren, sie menschlich zu machen, als Opfer darzustellen und die UNO stellt ihre Mitglieder ein und hört auf sie, außerdem erzählen uns Kommentatoren „mit der Hamas zu reden“ und „die Hamas ist moderat“.

2012 veröffentlichte The Forward ein langes Interview mit dem ranghohen Hamas-Führer Mussa Abu Marzuk. Kira Goldenberg von der The Columbia Journalist Review vermerkte, dass dies eine „Abkehr von der normalen Berichterstattung des Blattes“ war und dies „als Affront für die jüdische (und allgemein pro-israelischen) Leserschaft betrachtet werden könnte“. Man sollte vielleicht glauben, rabiatem Antisemitismus eine Plattform zu geben sollte ein Affront für alle Linken und Antirassisten sein. „Wir sprachen darüber, ob das anständig ist“, wurde die Redakteurin Jane Eisner zitiert. „Wie stellen wir sicher, dass dieses Interview wirklich von Substanz sein würde?“ In einem Artikel mit dem Titel „Die Botschaft der Hamas“ stellte die Zeitung fest: „Der Forward ist nicht einfach eine journalistische Organisation, er ist auch eine jüdische Institution.“ Und doch erwähnte sie Antisemitismus in der Einführungs-„Botschaft“ nicht ein einziges Mal.

Sie behaupteten: „Die Hamas erkennt klar an, dass sie den Kontakt zu amerikanischen Juden und über sie mit der amerikanischen Öffentlichkeit suchen müssen.“ Die Hamas würde „sich mäßigen und erwachsener werden“ und strebe eine „produktivere Rolle im neuen Nahen Osten an“.

In dem beispiellosen Interview von Larry Cohler-Esses mit Marzuk wird das Wort „antisemitisch“ in zweitausend Worten nur zweimal benutzt. „Abu Marzuks Äußerungen zur Verteidigung der Hamas-Charta am nächsten Tag waren um so überraschender. Die Charta, ein ausführliches, mehrteiliges Gründungsdokument, das 1988 zusammengestellt wurde, beinhaltet mehrere Abschnitte, die weithin als antisemitische verurteilt wurden.“ Die Behauptung, dass diese Abschnitt nur „weithin als antisemitisch verurteilt wurden“ ist die Art wie ein Journalist es ablehnt sich selbst mit den Abschnitten selbst abzumühen. Es ist so, als würde man übe Auschwitz sagen, es werde „weithin als Gaskammern zu haben verurteilt“, statt zu schreiben:„In Auschwitz gab es Gaskammern“. Die Hamas wird nicht „weithin als antisemitische verurteilt“, sie ist antisemitisch. Warum können Journalisten und Kommentatoren das dann nicht sagen? Abu Marzuks Erklärung für die Neonazi-Charta? „Wir haben viele, viele Sorten von Politik, die nichts mit der Charta zu tun haben.“

Das ist so, als hätte im 19. Jahrhundert US-Präsident Andrew Jackson gesagt: „Wir haben viele Sorten von Politik, die nichts mit Sklaverei zu tun haben.“

Stimmt, aber habt ihr Sklaverei? Die Hamas will das Beste aus beiden Welten haben; sie will eine faschistische, antisemitische, radikal rechte Organisation sein und in der Linken Leute haben, die losrennen, um sie reinzuwaschen. Und das bekommt sie. Sie bekommt über die Jahre nicht durch große Medien nur ihre Reinwaschung, sie bekommt sogar jüdische Zeitungen, die losrennen und sie um Interviews anbetteln. Das ist die extreme Ironie ein Hamasführer zu sein. Einerseits sagen sie: „Juden sind Affen und kontrollieren die Welt.“ Und ein jüdischer Journalist schreibt der Hamas E-Mails, in denen es heißt: „Bitte gegen Sie mir ein Interview.“ Ein solches Interview findet nicht statt, weil die Hamas „gemäßigter“ wird, sondern weil die Hamas es gelernt hat, dass ihr, egal wie gehässig sie ist, immer einen roten Teppich bekommt. Man sollte glauben, dass Journalisten in Sachen solcher Interviews eine rote Linie haben. Hätte Heinrich Himmler 1944 in Auschwitz ein Interview gegeben, um ihm seine „sich mäßigende“ Haltung zu zeigen? Vermutlich. Weil er nur „weithin als antisemitisch angesehen“ wird. Er könnte ein Moderater mit einem Sozialprogramm sein.

Norman Finkelstein schrieb 2009 in Counterpuch: „Die Hamas signalisierte, dass sie eine diplomatische Regelung des Konflikts will … Hamas signalisierte, dass sie sich dem internationalen Konsens anschließt.“ Die Hamas sei das Opfer eines von Israel, den USA und der palästinensischen Autonomiebehörde geplanten „Putsches“. Im Verlauf der Jahre gewann die Hamas viele Stimmen im Westen, die von ihrer „sich mäßigende“ Einstellung erzählen. 2011 schrieb Peter Beinart im Daily Beast: „In der Politik der USA und Israels gegenüber der Hama ist eine Veränderung lange überfällig.“ Er behauptete die Organisation halte eine De-facto-Waffenstillstand ein und „seine zwei obersten Führer haben beide gesagt, die Hamas würde einen Zweistaaten-Handel akzeptieren.“ Hamas war „auf viele Weisen widerwärtig“, aber Israel betreibe eine „unmoralische, verfehlte Politik“, indem es die Hamas nicht in einer palästinensischen Einheitsregierung begrüßt.

In diesem Konzept der „Mäßigung“ ist die Hamas irgendwie jeden Tag gut, sie ermordet niemanden. Wie wäre es damit die rassistische Charta abzumildern? Der Grund, dass es um die Hamas seit Jahren keinen „Cordon sanitaire“ gab, wie um Jean-Marie Le Pen in Frankreich oder Jörg Haider in Österreich, besteht darin, dass viele in der Linken das Gefühl hatten, die Hamas sei Teil ihrer „antiimperialistischen“ Ideologie. Judith Butler sagte 2006: „Es ist extrem wichtig die Hamas, die Hisbollah als Sozialbewegungen verstehen, die progressiv sind, die links sind, die Teil der globalen Linken sind.“ Sie klärte in ihrem Interview 2012 ihre Ansicht mit der Behauptung: „Es erschien mir immer absurd, dass meine Äußerungen so aufgefasst wurden, dass ich Hamas und Hisbollah unterstütze oder begrüße… ich gebe nicht allen Gruppen, die aktuell die globale Linke ausmachen, meine bedingungslose Unterstützung.“

Es ist aber keine Frage Unterstützung zu geben, es ist eine Frage der Verurteilung des Antisemitismus der Hamas. In einem Interview von 2014 wollte sie die Hamas nicht als antisemitisch bezeichnen, sondern nur als „schädlich“; sie behauptete: „Innerhalb der Hamas gibt es einiges an veröffentlichter Diskussion.“ Beachten Sie, wie jeder Kommentierende immer behauptet, es gäbe innerhalb der Hamas „Diskussionen“, als ob eine Gruppe, die erklärtermaßen antisemitisch ist, irgendwie akzeptabel sei, solange ein paar ihrer Propagandisten behaupten, sie seien nicht alle rassistisch.

Die rechtsradikalen Ansichten der fundamentalistischen, extrem konservativen Hamas mit der „globalen Linken“ in Zusammenhang zu bringen ist so, als würde man behaupten der Ku-Klux-Klan und die Nazis seien Teil der globalen Linken, weil sie „antiimperialistisch“ seien.

Das ist unsinnig. Und doch ist der Versuch die Hamas nicht nur reinzuwaschen, sondern oft fehlende Sachkenntnis geltend zu machen, wenn man gebeten wird sich zu entscheiden ob sie antisemitisch ist, während man gleichzeitig behauptet Sachkenntnis zu „internen Hamas-Diskussion“ zu haben, ist das, wie eine stille Hamas-Lobby Jahre lang versucht hat eine falsche Moderatheit zu schaffen und Ausreden für die die Wirklichkeit zu haben.

Das ist eine selbsterfüllende Prophetie. Egal, was die USA und Israel tun, sie werden immer für den Extremismus der Hamas verantwortlich gemacht.

2009 schrieb Nathan Stock im Christian Science Monitor, dass wir „mit der Hamas reden“ müssen oder Radikalisierung entgegensehen.

„Heute führen der fehlende US-Dialog mit der Hamas und die Mäßigung der Gruppe zur Formierung einer neuen, gefährlicheren Verweigerungsgruppe.“

„Warum sollten der Westen und Israel mit der Hamas reden?“, schrieb die ehemalige UNO-Beamtin Saskia Marsh 2016 in Al-Jazira. „Holt die Terrorgruppe aus der Kälte“, schrieb sie. „Die Abmilderung [der Hamas] wird untergraben – durch eine Jahrzehnte dauernden Blockade von Handel und Bewegung in den Gazastreifen hinein und hinaus.“ Doch die Hamas ist vor 2006, als sie im Gazastreifen die Kontrolle übernahm. Sie hätte seitdem moderater werden, ihre Charta reformieren, Demokratie begrüßen und Wahlen mit mehreren Parteien abhalten können. Sie hätte Liberalismus einführen können. Zu behaupten die Blockade höhle die Mäßigung aus, zäumt das Pferd von hinten auf.“

Patrick Truffer schrieb 2012 für die Universität St. Andrews: „Die Hamas könnte ihren Kurs nach der Übernahme der poltischen Verantwortlichkeit mäßigen. Die Teilnahem der Hamas an Wahlen kann als Zeichen der Mäßigung interpretiert werden.“ War das bei den Nazis der Fall? Haben sie sich „gemäßigt“, sobald sie an der Macht waren? Bestimmt hätte der KK sich ebenfalls gemäßigt.

Wenn wir die endlose Armee an stimmen über die „gemäßigte“ Hamas reden hören, müssen uns wundern. Würde es eine christliche Version der Hamas geben, die sich in Europa zur Wahl stellt, wäre sie dann Teil der „globalen Linken“? Würden jüdische Journalisten und Zeitungen loseilen, um sie menschlich zu machen und ihr eine Plattform geben, um sie aus der Kälte zu holen? Würden die Linken sie mit solchem Verständnis mit offenen Armen begrüßen? Wir haben reichlich Beweise, dass Gruppen, die sich nur ein Prozent des Hasses der Hamas zueigen machen, als Rechtsextreme und Rassisten betrachten, wenn sie in den USA und Europa auftauchen. Die „alternative Rechte“ ist 0,01% so antisemitisch wie die Hamas und wird trotzdem beschimpft. Das ist nur ein weiteres Beweisstück der Bevorzugung der Islamisten, des Privilegs, dass Islamist zu sein mit sich bringt. Es gestattet einem antisemitisch, Neonazi und hasserfüllt zu sein und stets als „gemäßigt“ bezeichnet zu werden.

Bedauerlicherweise könnte die Hamas ihre Charta 30 Jahre zu spät ändern, doch die Realität des Reinwaschungsschar westlicher Hamas-Schmeichler wird sich nicht ändern.

(...mehr)