Vielweiberei in der Türkei auf dem Vormarsch

Badische Zeitung - 17 Januar 2011

Immer mehr türkischen Männern reicht eine Ehefrau nicht aus – sie nehmen sich eine zweite. Oder gar ein dritte und vierte. Die Vielehe ist zwar in der Türkei seit 1923 gesetzlich verboten, aber trotzdem weit verbreitet.

Etwa 186000 türkische Frauen müssen ihren Mann mit einer oder mehreren anderen Frauen teilen. Das zeigt die jetzt veröffentlichte Studie zweier Wissenschaftler der angesehenen Hacettepe-Universität in Ankara. Die Untersuchung wurde von der Gleichstellungskommission des türkischen Parlaments in Auftrag gegeben.

Ilknur Yüksel Kaptanoglu und Banu Ergöcmen stellen in ihrer Studie einen zunehmenden Trend zur Polygamie fest. Etwa 186 000 türkische Frauen müssen ihren Mann mit einer oder mehreren anderen Frauen teilen. Vor allem in den Ost- und Südostprovinzen dies verbreitet.

Häufig suchen sich türkische Männer eine Zweitfrau, wenn die gesetzlich angetraute Gattin nicht den erwünschten Stammhalter zur Welt bringen kann. 29 Prozent der Türken glauben der Studie zufolge, dass ein Sohn die Macht eines Mannes stärkt. In der Nordosttürkei vertreten sogar 56 Prozent diese Ansicht. (...)

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